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Wenn Medizin auf Technik trifft

Medizintechnik ist eine wichtige Disziplin im Bereich der Ingenieurswissenschaften: Ob bei der Entwicklung von Prothesen für körperlich Beeinträchtigte oder der Forschung und Weiterentwicklung im medizinischen Bereich bereits täglich eingesetzter und überaus wichtiger Geräte wie dem MRT. Neue Technologien und Denkansätze im Bereich der Medizintechnik tragen zur Verbesserung des gesundheitlichen Standards in Deutschland bei.

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ermöglicht Studierenden mit dem Bachelor- und Masterangebot Medizintechnik die Kombination der Fachbereiche Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Informatik kennenzulernen. Interdisziplinäre Herausforderungen dieser Fachbereiche finden in Vorlesungen, Seminaren und Praktika Anwendung, damit neue Lösungsansätze erforscht werden können.

Aufbauend auf dem neuen Bachelorstudiengang Medizintechnik, der seit zwei Jahren an der Uni Magdeburg angeboten wird, gewährt der englischsprachige Master Medical Systems Engineering, der pro Semester bis zu 40 Studieninteressierte annimmt, einen umfassenden Einblick in die Welt der medizinischen Forschung. In den Hörsaalreihen befinden sich viele internationale Studierende, die zum Teil aus Indien, Pakistan und Eritrea stammen.

 

Medizintechnik in der Praxis

Masterstudent Nicolas Glienke ist Teilnehmer des Praxisseminars Brain Computer Interfaces, welches im Rahmen der Veranstaltung physiologische Systemmodellierung an der Universität Magdeburg angeboten wird. Er und weitere Studierende erforschen die Reaktionen der eigenen Gehirnaktivitäten, um aus den gewonnen Datensätzen und Signalen einen Algorithmus für ein Computerspiel zu entwickeln. „Die praktische Anwendung ist ein guter Ausgleich zum theoretischen Anteil des Studiengangs“, betont Nicolas Glienke, der sich nach seinem Studium auf das Forschungsgebiet der Neurowissenschaft spezialisieren möchte.

Master Medical Systems Engineering 

Das Praktikum koordinieren die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fakultät für Informatik, Tim Pfeiffer, und Nikolai Heinze vom Leibniz Institut für Neurobiologie. Unter ihrer Anleitung soll ein Quellcode entstehen, der die Steuerung des Computerspielklassikers Pong mit Hilfe von Gehirnsignalen möglich macht. Dafür benötigt es vorab jedoch viele Tests und deren Auswertung, um die neuronalen Signale richtig interpretieren zu können.

„Für den Laien sieht die Messung wie eine Ansammlung von Wellen und Linien aus, doch da steckt mehr dahinter“, erläutern Tim Pfeiffer und Nikolai Heinze. „Über die Elektrodenhaube erfassen die Teilnehmer ihre neuronalen Aktivitäten des Gehirns in verschiedenen Situationen. Beim Schließen und Öffnen der Augen zeigt die Kurve einen direkt messbaren Ausschlag an“, so Pfeiffer. In der Praxis kommt diese Technologie bislang fast ausschließlich zur Verbesserung der Lebensqualität von körperlich beeinträchtigten zum Einsatz: Mit der Buchstabiermaschine zum Beispiel können Menschen mit dem Locked-In Syndrom, die die zum Sprechen nötige Muskulatur nicht bewegen können, dank der neuronalen Eingabemöglichkeit mit anderen Menschen kommunizieren.

Master Medical Systems Engineering 3
 

Medizintechnikstudium auf einen Blick

 

  • Die Regelstudienzeit für den Bachelor Medizintechnik beträgt 7 Semester.
  • Bachelorinteressenten sollten technische sowie naturwissenschaftliche Grundlagen mitbringen und
    ein gewisses Maß an mathematischem Verständnis.
  • Die Regelstudienzeit für den Master Medical Systems Engineering beträgt 4 Semester.
  • Ein Sprachnachweis in Englisch wird für den Master vorausgesetzt.
  • Die Studienplatzbeschränkung für den Masterstudiengang liegt bei 40 Teilnehmern.

 

Letzte Änderung: 08.11.2017 - Ansprechpartner:

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