Schlagzeilen

Energiewende auf Europas Flüssen

20.09.2018 -

Ingenieure der Universität Magdeburg haben mobile Wasserkraftanlagen und fischfreundliche Wehre für umweltfreundliche Energiegewinnung entwickelt.

Ingenieurinnen und Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten intensiv an Lösungen für eine umweltfreundliche Energiegewinnung auf den Flüssen Europas. In naher Zukunft will das Bündnis aus Instituten und Unternehmen ökologisch verträgliche Fluss-Wasserkraftanlagen und fischfreundliche Wehre serienreif realisieren, die auf Elbe, Bode oder Tiber mobil eingesetzt werden können.

Ihre Forschungsergebnisse werden am 27. September 2018 auf dem Fachforum Fluss-Strom vorgestellt, zu dem der Regionale Wachstumskern Fluss-Strom Plus eingeladen hat, ein von der Universität Magdeburg geführtes Bündnis aus acht Forschungseinrichtungen und 19 Industriepartnern. Umwelttechniker, Maschinenbauer, Verfahrenstechniker, Gewässerökologen, Vertreter von Energieunternehmen und Umweltverbänden wollen Erfahrungen austauschen und aktuelle Forschungsergebnisse diskutieren.

Als Gäste werden Hans-Peter Hiepe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF, Staatssekretär Dr. Jürgen Ude vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt und der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, erwartet.

  • WAS: Fachforum des Wachstumskerns Fluss-Strom Plus an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • WANN: 27. September 2018, 9.00 bis 18.00 Uhr
  • WO: Experimentelle Fabrik Magdeburg, Sandtorstraße 23, 39106 Magdeburg

In Zeiten steigender Energiekosten und knapper werdender Primärenergiequellen hat die Energienutzung durch Flusskraftwerke ein erhebliches Potenzial“, so der Projektleiter und Sprecher des Bündnisses, Dipl.- Ing. Mario Spiewack. Diese Form der Energiegewinnung habe zudem eine lange Tradition, so Spiewack. „Bis in das 19. Jahrhundert hinein standen mehr als 700 so genannte Flussmühlen auf den Flüssen Europas - allein in Magdeburg mehr als 20. Mit ihrem einfachen Wirkungsprinzip aus Schwimmkörpern und einem Wasserrad versorgten sie ganze Städte mit Mahl- und Schleiferzeugnissen. Erst mit der Nutzung von Kohle und Erdöl verschwanden sie von den Gewässern. Die Zeit für die Renaissance moderner Schiffmühlen ist reif.“

Prof. Dr.-Ing. Dominique Thévenin von der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik simuliert, zum Beispiel, die komplizierte Strömung und Verwirbelung in Flüssen, um die neu entwickelten Turbinen und Wasserräder zu optimieren. „Die Forschung mit Wasserrädern wurde Ende des 19. Jahrhunderts gestoppt, da dank der Wasserstauung klassische Turbinen viel effizienter wurden. Wir fangen also wieder dort an, wo Kollegen vor 130 Jahren aufgehört haben, aber mit vollkommen neuen Methoden. Ich bin sehr neugierig zu sehen, was wir mit moderner Technik herausholen werden“, so der Strömungsexperte.

Im Forschungsschwerpunkt des Teams von Prof. Dr.-Ing. Roberto Leidhold aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik steht der Einsatz von innovativen Generatoren in Flusskraftwerken, sogenannten Transversalflussmaschinen. Der Fokus dieser Technologie liegt darauf, Verluste im Zusammenspiel mit der verwendeten Leistungselektronik sowie Regelungs- und Steuerungsverfahren zu minimieren. Zusätzlich wurden Methoden zur optimalen Integration der Generatoren in die Fluss-Strom-Anlagen erarbeitet und erfolgreich getestet.

Der regionale Wachstumskern Fluss-StromPlus wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF bis 2018 in insgesamt sechs Verbund- und 30 Teilprojekten mit ca. 11 Millionen Euro gefördert. www.flussstrom.eu.

Foto: River Rider mit mobilen Textilbuhnen zur Strömungsdiversifizierung am Standort Neugattersleben Bode
Quelle: Wachstumskern Fluss-Strom Plus, ZPVP GmbH

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Bewerbungsfrist für zulassungsfreie Studiengänge verlängert

14.09.2018 -

Das Bewerberportal der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg für zulassungsfreie Studiengänge ist noch bis zum 30. September 2018, 24:00 Uhr, geöffnet. Studieninteressierte können sich bis dahin für einen der rund 70 zulassungsfreien Bachelor- und Masterstudiengänge einschreiben. „Auf Grund einer Vielzahl von Anfragen zu Studienmöglichkeiten, die noch immer im Dezernat Studienangelegenheiten eingehen, hat sich das Rektorat entschlossen, den Bewerbungszeitraum zu verlängern“, so die Dezernentin für Studienangelegenheiten, Dr. Bettina Sandt.

Studienberatung im Web, per WhatsApp oder persönlich

Auf der Website der Uni werden Bewerberinnen und Bewerber Schritt für Schritt durch die Online-Bewerbung bis hin zum Antrag auf Immatrikulation geführt.

Wer bei der Suche nach dem passenden Studium noch Unterstützung benötigt, kann sich auf den Webseiten der Universität ausführlich informieren. Unter www.ovgu.de/campusdate gibt es Antworten auf Fragen nach Studiengängen, Finanzierungsmöglichkeiten oder zum Studienablauf. Für Beratungsgespräche stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Allgemeinen Studienberatung täglich zur Verfügung. 

Zudem bietet die Universität die Möglichkeit, unter der Telefonnummer 0160-94774154 per WhatsApp Fragen zur Studienplatzsuche, zu Wohnen und Leben in Magdeburg, zu Bewerbungsmodalitäten oder nach Ansprechpartnern zu stellen.

Für einige zulassungsbeschränkte Bachelor- und Masterstudiengänge, wie Betriebswirtschaftslehre, Psychologie oder Biosystemtechnik, kann man sich noch bis zum 30. September 2018 für das Losverfahren bewerben. Dabei werden nicht angenommene Studienplätze wieder vergeben. 

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg können Studieninteressierte aus insgesamt fast 100 Bachelor- und Masterstudiengängen wählen. Der Schwerpunkt der universitären Lehre liegt in interdisziplinär angelegten technischen, ingenieur- und naturwissenschaftlichen sowie wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen und in der Humanmedizin. Das Angebot reicht dabei von Angewandter Statistik über Ingenieurinformatik und Medizintechnik bis hin zu Umweltprozesstechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen. 

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"Studieren ab 50" startet mathematisch

12.09.2018 -

Am 20. September 2018 startet an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das Wintersemester im Studienangebot für ältere Erwachsene „Studieren ab 50“. Den Eröffnungsvortrag zum Thema: „Harmonie in der Geometrie – Von Pythagoräischen Mosaiken über Platonische und Archimedische Körper zu regulären Polytopen“ hält Prof. Dr. Heidemarie Bräsel aus der Fakultät für Mathematik.

 

WAS: Eröffnungsvorlesung des Studienangebots „Studieren ab 50“ im Wintersemester 2018/19, „Harmonie in der Geometrie – Von Pythagoräischen Mosaiken über Platonische und Archimedische Körper zu regulären Polytopen“ hält Prof. Dr. Heidemarie Bräsel
WANN: 20. September 2018, 10:00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Hörsaal 1, Gebäude 26

 

Die Anmeldung als Gasthörer bedarf keiner Zulassungsvoraussetzungen.

Mit diesem Weiterbildungsangebot wendet sich die Universität Magdeburg seit 25 Jahren an ältere Bürgerinnen und Bürger, die sich für wissenschaftliche Fragen interessieren und ihr Wissen in einzelnen Gebieten vertiefen möchten. Sie können sich in Vorlesungen und Seminaren weiterbilden und mit den neuesten Forschungsergebnissen verschiedener Wissenschaften vertraut machen. Die Gründe für ein Studium im Alter sind vielfältig: Geistige Fitness, Erweiterung der Allgemeinbildung und Befriedigung eigener Bildungsinteressen geben 95 Prozent der Seniorenstudierenden als Motivation an.

Das Motto des generationenübergreifenden Studiums lautet: „Jung und Alt studieren gemeinsam“. Es begann mit 12 Teilnehmern und hat sich als ein vielgenutztes Bildungsangebot etabliert, das inzwischen 714 Personen besuchen. Gut ein Drittel der Teilnehmenden besuchten Veranstaltungen von „Studieren ab 50“ bis zu 5 Semester lang, etwa 9 Prozent waren sogar mehr als 20 Semester dabei.

Jeder Teilnehmende erhält einen gesonderten Studienführer, aus dem individuell Lehrveranstaltungen ausgewählt werden können. Großes Interesse finden regelmäßig die Vortragszyklen aus den Fächern Geschichte, Philosophie, Germanistik, Politik, Psychologie sowie Technik- und Ingenieurwissenschaften. Gut besucht sind auch Projekte des forschenden Lernens. In den Arbeitsgruppen werden Forschungsfragen zu Geschichte, Literatur, Bewegung und Gedächtnis sowie im Bereich Neue Medien bearbeitet.

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Nach uns die Schuldenflut?

11.09.2018 -

Die treibende Kraft für die Aufnahme von Schulden ist der Wunsch, die Schulden für den eigenen Konsum nutzen zu können und die Lasten der Rückführung der Schuld auf nachfolgende Generationen abzuwälzen. Zu diesem ungewöhnlichen Ergebnis kommt eine Studie von Verhaltensökonomen der Universitäten Magdeburg und Köln, welche den starken Anstieg der Staatsverschuldung in den Industrieländern untersuchte. Sie erforschten, wie es dazu kommt, dass Staatsverschuldung in demokratischen Ländern geschieht, also unter zumindest impliziter Zustimmung der Bevölkerung und welche Motive Menschen haben, wenn sie einer Staatsschuld zustimmen.

Diese Fragen untersuchten Verhaltensökonomen aus Magdeburg gemeinsam mit Kollegen aus Köln in einem umfangreichen Laborexperiment, dessen Ergebnisse jetzt in PLoS ONE, dem weltweit angesehensten interdisziplinären Open Access Journal, veröffentlicht worden sind. Im Experiment wurde die Wirkung einer Schuldenbremse ebenso untersucht wie die Wirkung von zwischenmenschlichen Verbindungen zwischen Generationen. Am Verschuldungsverhalten änderte sich jeweils nichts. In dem Experiment entschied jede Generation nahezu ausschließlich zugunsten des eigenen Vorteils. Die Forscher fanden heraus, dass die Probanden dabei ausgesprochen rational vorgingen – die fehlende Fürsorge für nachkommende Generationen war also kein Versehen, sondern geschah in voller Absicht. Außerdem konnten die Forscher Anzeichen für eine Verstärkung des Schuldenproblems in alternden Gesellschaften finden. In Europa habe das in einzelnen Ländern einen Umfang erreicht, der eine Staatsschuldenkrise heraufbeschworen hat, konstatiert Prof. Dr. Joachim Weimann von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In den USA stehe der Staat regelmäßig vor der Zahlungsunfähigkeit, die nur durch eine Ausweitung der Verschuldungsgrenze abgewendet werden könne. Genau wie in den USA wurde die Schuldengrenze auch im Experiment immer dann aufgehoben, wenn sie drohte zu greifen.

„Je einfacher es ist, Schulden zu machen, umso bedenkenloser werden sie aufgenommen“, fasst der Verhaltensökonom zusammen. „Zumindest gilt dies dann, wenn sich das Laborexperiment aus Magdeburg als eine zutreffende Beschreibung der realen Welt erweist. Die Tatsache, dass sich vieles, was im Labor beobachtet wurde, auch in der Realität zeigt, spricht dafür, dass dies der Fall sein könnte.“ Im Lichte der experimentellen Ergebnisse könne deshalb nur der Rat gegeben werden, dass man die institutionellen Beschränkungen für die Aufnahme von Staatsschulden sehr restriktiv handhaben muss.

„Das Ergebnis hat uns überrascht“, so Verhaltensökonom Weimann. „Menschen sind gewöhnlich in einem gewissen Umfang uneigennützig und rücksichtsvoll, verhalten sich, wie wir sagen, reziprok, also neigen dazu, soziales Verhalten mit eigenem sozialen Verhalten zu erwidern. Bei aufeinanderfolgenden Generationen war bei unserer Studie davon aber fast nichts mehr zu spüren.“

Quelle: Martin Fochmann, Florian Sachs, Karim Sadrieh und Joachim Weimann, The Two Sides of Public Debt: Intergenerational Altruism and Burden Shifting, PLoS ONE 2018, 13(8): e0202963. doi.org/10.1371/journal.pone.0202963.

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20. Herbst-Uni für Schülerinnen und Schüler

17.08.2018 -

Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse sind eingeladen, vom 8. bis zum 12. Oktober 2018 auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Studiengänge und Karrierewege in ingenieur- und naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen kennenzulernen. Aus dem gesamten Bundesgebiet kommend, haben sie eine Woche lang Gelegenheit, Studierende, Wissenschaftler, Dozierende und Universitätsmitarbeiter zu treffen, mit ihnen über Studieninhalte, akademische Berufsbilder und Karrierechancen zu diskutieren, Experimentalvorlesungen zu besuchen oder in Forschungslaboren zu arbeiten.

Darüber hinaus sind Besuche in der Experimentellen Fabrik, dem Magdeburger Max-Planck-Institut und bei einem der größten deutschen Anlagenbauer FAM vorgesehen.

 

WAS: 20. Herbst-Uni für Schülerinnen und Schüler an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 8. bis 12. Oktober 2018
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Eröffnung am 8. Oktober 2018, 10:00 Uhr im Senatssaal, Gebäude 05

 

Gemeinsam mit Studierenden werden sie den Unialltag erleben, Ehemalige im Berufsalltag am Arbeitsplatz besuchen und hautnah erfahren, wie hochqualifizierten Absolventen der Einstieg in das Berufsleben gelingt. Sie werden im Institut für Psychologie Hirnströme messen, in der Experimentellen Physik die Grundgesetze der Mechanik kennenlernen, im Zentrum für Lehrerbildung Unterrichtsmethoden der Zukunft erleben, in der Verfahrenstechnik sehen, wie präzise dosierte Granulate für die Pharma- oder Lebensmittelindustrie entstehen, modernste Medizintechniklabore besichtigen, Roboter konstruieren und programmieren oder in der sogenannten Absorberhalle der Universität erfahren, wie die elektromagnetische Verträglichkeit von Produkten getestet wird.

Zu den Freizeitaktivitäten gehören ein Kinoabend im Hörsaal, ein Sportnachmittag mit Badminton und Tischtennis und die gemeinsamen Aktivitäten der Gruppe auf dem Campus und in der Herberge.

Der Besuch der Herbst-Uni ist für die Teilnehmer kostenfrei, Unterkünfte stehen in der Jugendherberge Magdeburg zur Verfügung.

Anmeldungen bitte bei Dr. Petra Kabisch von der Allgemeinen Studienberatung unter: petra.kabisch@ovgu.de 

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Letzte Änderung: 20.09.2018 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk