Kooperation für bessere medizinische Bildgebung

14.03.2022 -  

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin werden künftig auf dem Gebiet der medizinischen Bildgebung zusammenarbeiten. Dazu ist am 11. März 2022 auf dem Forschungscampus Buch in Berlin ein Kooperationsvertrag unterzeichnet worden.

Gemeinsame Pressemitteilung von Max-Delbrück-Centrum und Universität Magdeburg

Der Forschungscampus STIMULATE der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) aus Berlin wollen in Zukunft kooperieren. Ein entsprechender Vertrag wurde am 11. März 2022 in Berlin unterzeichnet. Der Rektor der OVGU, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, sagte nach der Unterzeichnung: „Ich freue mich sehr darüber, dass durch die vereinbarte enge Kooperation des MDC mit dem Forschungscampus STIMULATE unserer Universität eine starke Medizintechnik-Achse zwischen Berlin und Magdeburg aufgebaut wird.“

„Die Forschungsprofile unserer beiden Einrichtungen sind geeignet, Synergieeffekte zu generieren sowie Ressourcen und Kompetenzen wechselseitig zu optimieren“, ergänzte die Administrative Vorständin des MDC, Professorin Heike Graßmann. Beide Einrichtungen wollen die Medizintechnik insbesondere in der diagnostischen und interventionellen Bildgebung gemeinsam weiterentwickeln.

Die intensivere wissenschaftliche Kooperation sehen die Partner als eine langfristige Aufgabe an. Beide Vertragspartner nannten neben der Forschung, der Translation und der Lehre vor allem die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses als wichtiges Anliegen.

KI ist Technologietreiber für medizinische Bildgebung

Konkret geht es darum, mit Drittmitteln eine Plattform für Magnetresonanz-Tomographie (MRT) gemeinsam mit akademischen und industriellen Partnern beider Seiten aufzubauen. Sie soll die Zukunft der Technologie definieren. Außerdem wollen die beiden Institutionen gemeinsame Symposien und Summer Schools organisieren sowie einen Inkubator für Start-ups aufbauen. 

Bereits jetzt engagieren sich das MDC und die OVGU gemeinsam mit Berliner und Potsdamer Universitäten im Netzwerk „Artificial Intelligence in Digital Health (AIDHeal)“. „Künstliche Intelligenz ist Technologietreiber für die moderne medizinische Bildgebung. Deshalb verknüpfen wir im AIDHeal-Netzwerk Entwickler und Anwender, um die internationale Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit von ‚Digital Healthcare, Made in Germany‘ zu erhöhen“, sagte Professor Thoralf Niendorf, der am MDC die Arbeitsgruppe Experimentelle Ultrahochfeld-MR leitet.

„Die sich ergänzenden Expertisen beider Standorte, also die exzellente Grundlagenforschung des MDC und die transferorientierte Forschung verbunden mit den bereits entstandenen Start-ups am Forschungscampus STIMULATE, sind der Schlüssel für eine kontinuierliche Translation der Lösungen in die Gesellschaft“, sagt der Sprecher des Magdeburger Forschungscampus, Professor Georg Rose. Medizinische Bildgebung und translationale Anwendung stehen im Mittelpunkt, wenngleich auch gesellschaftspolitische Fragestellungen berücksichtigt werden sollen, die methodisch eine verstärkte Interdisziplinarität erfordern.

Das MDC gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Die OVGU führt mit dem Forschungscampus STIMULATE eines der international wichtigsten Zentren für bildgeführte minimal-invasive Interventionen. Beide Institutionen besitzen exzellente Expertise in der Bildgebung.

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft gehört zu den international führenden biomedizinischen Forschungszentren. Nobelpreisträger Max Delbrück, geboren in Berlin, war ein Begründer der Molekularbiologie. An den MDC-Standorten in Berlin-Buch und Mitte analysieren Forscher*innen aus rund 60 Ländern das System Mensch – die Grundlagen des Lebens von seinen kleinsten Bausteinen bis zu organübergreifenden Mechanismen. Wenn man versteht, was das dynamische Gleichgewicht in der Zelle, einem Organ oder im ganzen Körper steuert oder stört, kann man Krankheiten vorbeugen, sie früh diagnostizieren und mit passgenauen Therapien stoppen. Die Erkenntnisse der Grundlagenforschung sollen rasch Patient*innen zugutekommen. Das MDC fördert daher Ausgründungen und kooperiert in Netzwerken. Besonders eng sind die Partnerschaften mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berlin Institute of sHealth (BIH) in der Charité sowie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Am MDC arbeiten 1.600 Menschen. Finanziert wird das 1992 gegründete MDC zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin.

 

Bilder zum Download

Bild 1 // Foto: Peter Himsel/ MDC // Bildunterschrift: Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zur Zusammenarbeit von MDC und STIMULATE durch Prof. Heike Graßmann, Administrative Vorständin, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), und Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, im Beisein von Prof. Thoralf Niendorf (hinten links), Arbeitsgruppenleiter „Experimentelle Ultrahochfeld-MR“, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), sowie Prof. Dr. Georg Rose (hinten rechts), Sprecher Forschungscampus STIMULATE und Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik an der Universität Magdeburg.

Bild 2 // Foto: Peter Himsel/ MDC // Bildunterschrift: Prof. Thoralf Niendorf, Arbeitsgruppenleiter „Experimentelle Ultrahochfeld-MR“, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Prof. Heike Graßmann, Administrative Vorständin, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Prof. Dr. Georg Rose, Sprecher Forschungscampus STIMULATE und Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik an der Universität Magdeburg, nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zur Zusammenarbeit von MDC und STIMULATE. (v.li.n.re.) 

Letzte Änderung: 29.04.2022 - Ansprechpartner: Katharina Vorwerk