Mein Putzmittel-Experiment im in:takt

18.02.2020 -  

Wenn ich mich nach langem Hin und Her dazu bewege, meiner Wohnung eine Grundreinigung zu verpassen, dann ist der erste Schritt für mich Richtung Drogerie oder Supermarkt. Dort stehe ich gefühlt stundenlang vor den Regalen, um das passende Putzmittel für die passende Fliese zu finden. Am Ende ärgert mich allerdings immer das Gleiche: Ich habe viel zu viel Geld für viel zu viel Verpackung und vor allem für meist umweltschädliche Inhaltsstoffe ausgegeben, die ich sowieso ohne einen Doktortitel in Chemie nicht zuordnen kann.

Um meinem Klischee als Humanwissenschaftlerin gerecht zu werden, habe ich mich auf die Suche nach einer nachhaltigeren Alternative gemacht. Und tada: Nach ein bisschen Google-Recherche bin ich auf den Nachhaltigkeitsworkshop im in:takt gestoßen. Putzmittel einmal selber machen? Challenge accepted!

Eine kurze Pause für das Putzmittel-Universum. Denn manche fragen sich jetzt: Wo geht sie hin? In das in:takt? Was ist das denn? Wenn ihr das nicht wisst, habt ihr bisher echt was verpasst. Ursprünglich stand das in:takt leer. Studierende der Uni haben dem Laden wieder Leben eingehaucht und gestalten nun das Programm vor Ort für alle Magdeburger_innen, die gerne Basteln, Kaffee trinken, Musik machen, auf Flohmärkte gehen und so weiter. Mit anderen Worten: Im in:takt gibt es unglaublich viele Angebote und es ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Und wenn du dich selbst einbringen möchtest, kannst du dich auch an der Uni für das Seminar „transform MD“ einschreiben. Deine Credit Points bekommst du dann dafür, dass du etwas Kultur auf den Breiten Weg gebracht hast. Ich kann mir deutlich langweiligere Seminare vorstellen. Aber jetzt weiter zu meinem Selbstversuch.

Mit meinen leeren Pestogläsern im Gepäck, mache ich mich auf die Reise zum Breiten Weg 28 und entere voller Vorfreude auf mein erstes eigenes Putzmittel das in:takt. Eine Mischung aus Essig und Fritz-Limonade liegt in der Luft, es wird schon fleißig rumexperimentiert. An den Wänden hängen Plakate mit den Rezepten für unsere Putzmittel-Experimente. Jetzt steht mir eine schwere Entscheidung bevor: Allzweckreiniger, Citrus-Reiniger, Spülmaschinenpulver oder Fensterreiniger? Woran soll ich mich zuerst wagen? Die Entscheidung fällt auf den Fensterreiniger, da meine Fenster es mal wieder bitter nötig haben. Doch bevor es richtig losgehen kann, besorge ich mir noch ein kühles Radler und mache es mir dann auf den selbstgebauten Palettenmöbeln gemütlich. Jetzt bin ich bereit für mein kleines Experiment.

Ökologisches Putzmittel herstellen im intakt Magdeburg (C) Jana Dünnhaupt_Uni MagdeburgUnd los geht's: Wir versuchen unser Glück beim zusammenmischen (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

Für einen Liter von meinem Fensterreiniger benötige ich 250 ml Wasser, 250 ml Spiritus und zwei bis drei Esslöffel Apfelessig. Ich schnappe mir mein Glas und fülle Spiritus, Apfelessig und Wasser hinein, einmal umrühren und fertig! Mein erstes selbstgemachtes Putzmittel, ich bin fast schon ein bisschen stolz. Da meine Experimentierlust jetzt geweckt wurde, wage ich mich noch an den Citrus-Reiniger. Dieser besteht, wie auch der Fensterreiniger aus nur drei Zutaten: Orangenschale, Essig und Wasser. Nach wenigen Minuten ist auch dieser fertig angerührt und wartet nur darauf, endlich zum Einsatz zu kommen.

Ökologisches Putzmittel herstellen im intakt Magdeburg (C) Jana Dünnhaupt_Uni Magdeburg

Da braut sich etwas zusammen. (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

Zuhause angekommen dürfen sich meine Experimente sofort unter Beweis stellen. Ich kann euch sagen, dass sie einwand- und vor allem streifenfrei funktionieren und dazu noch deutlich besser riechen, als so manche Chemiebombe. Meine beiden Putzmittel dürfen nun final bei mir einziehen und ich kann euch verraten, dass wir bis heute gemeinsam glücklich sind. Ein richtiges Happy End!

Ökologisches Putzmittel herstellen im intakt Magdeburg (C) Jana Dünnhaupt_Uni Magdeburg

Das Foto zeigt ein glückliches Paar: Janina und ihr erster selbstgemachter Fensterreiniger. (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

Mein Fazit: Der Nachmittag im in:takt hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich konnte mir meinen Wunsch nach einem plastikfreien und umweltfreundlicheren Putzmittel erfüllen und habe dabei noch einiges über das in:takt erfahren können. Wenn ihr auch Lust auf Veranstaltungen rund um Nachhaltigkeit, Nachbarschaft, Kunst oder Kultur habt, dann schaut doch einmal vorbei: in:takt.

Und Fakt ist: Dieser Nachmittag wird mich noch länger nachhaltig beeinflussen.

Von Janina Markgraf

 

Letzte Änderung: 09.07.2020 - Ansprechpartner: Webmaster