Medizin vom Küchentisch

09.11.2020 -  

Die meisten Ideen entspringen spontanen Eingebungen und das oftmals zuhause. So war es auch bei Lucas-Marian Lüttenberg und Justin Dekkers, die Idee zu ihrem Podcast Küchenmedizin entstand, passend zum Namen, in der gemeinsamen WG-Küche. Beide studieren im vierten Jahr Humanmedizin an der Uni Magdeburg. In ihrem Podcast teilen die Studenten ihre Erfahrungen zum Medizinstudium und geben Tipps für Studienanfänger.

Küchenmedizin Lucas-Marian Lüttenberg und Justin Dekkers (c) Lucas-Marian LüttenbergDie Medizinstudenten Lucas-Marian Lüttenberg und Justin Dekker nehmen am Küchentisch einen Podcast zum Medizinstudium auf (c) Lucas-Marian Lüttenberg

Die Frage nach der Zukunft

Je näher das Abitur rückt, desto mehr stellt man sich die Frage, wie wohl die eigene Zukunft aussehen wird, so war es natürlich auch bei Lucas-Marian Lüttenberg und Justin Dekkers. Beide hatten jedoch schon eine vage Vorstellung, denn beide mochten die Arbeit im Krankenhaus und konnte sich durchaus vorstellen dort später zu arbeiten. Die Faszination am medizinischen Alltag sowie das Interesse am menschlichen Körper manifestierte schlussendlich die Entscheidung Medizin studieren.

Nach dem Abitur war der nächste Schritt zum Traumstudium der zentrale Aufnahmetest, der in verschiedenen Städten angeboten wird. Zum Zeitpunkt der Bewerbung von Lucas-Marian Lüttenberg und Justin Dekkers wurden die Testergebnisse noch mit dem Abiturschnitt verrechnet, am Ende wurden dann die Studienplätze auf die Besten verteilt. Während nur wenige Bewerber direkt einen Platz bekommen, muss sich ein Großteil vorerst anderweitig orientieren, während sie auf einen Platz warten. Justin Dekkers hatte den Test zuvor schon einmal in Hamburg und Berlin geschrieben, während er eine Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen hatte. Lucas-Marian Lüttenberg hingegen begann das Medizinstudium in Ungarn (Szeged). Schlussendlich kamen beide durch den Medizinertest “HAM-Nat” an die Uni Magdeburg, wo sich beide durch Zufall kurz vor dem Studium kennenlernten und nach dem ersten Studienjahr gemeinsam in eine WG gezogen. „Im Nachhinein ist uns allerdings klargeworden, dass die Zeit zwischen Abitur und Studienstart viel zur persönlichen Entwicklung beigetragen, sowie unseren Wunsch Medizin zu studieren noch mehr gefestigt hat. Deshalb fühlt sich diese Zeit rückblickend nicht verloren an”, sagen sie.

Bestmöglich zur Seite stehen

Im gemeinsamen Podcast Küchenmedizin möchten Lucas-Marian Lüttenberg und Justin Dekkers allen Bewerberinnen und Bewerbern für das Humanmedizinstudium bestmöglich zur Seite stehen. „Da wir beide nicht im ersten Anlauf einen Studienplatz bekommen haben, konnten wir eine ganze Menge Erfahrung sammeln, wenn es um die Bewerbung für Medizin geht”, erzählen die Studenten. Diese Erfahrungen möchten sie mit zukünftigen Studierenden teilen und auch Mut machen, wenn es mal nicht nach Plan verläuft. Obwohl der Podcast hauptsächlich zur Informationsvermittlung dient, kommt die ein oder andere witzige Anekdote trotzdem nicht zu kurz.

Über medizinische Themen aufklären

Der Medizin-Podcast ist nicht nur für Studienbewerber empfehlenswert, sondern auch für bereits immatrikulierten Studierende, vor allem zu ihrem Studienbeginn. In den verschiedenen Folgen geben die beiden Medizinstudenten allerlei Tipps, wie sich beispielsweise Neulinge im Pflegepraktikum verhalten sollten und wie nicht. „Darüber hinaus versuchen wir uns zur Aufgabe zu machen über verschiedene medizinische Themen aufzuklären, beziehungsweise zu berichten, die uns besonders am Herzen liegen und unserer Meinung häufig zu wenig Anklang in der Gesellschaft finden“, erklären Lucas-Marian Lüttenberg und Justin Dekkers. „Solche Themen sind zum Beispiel psychische Erkrankungen, Organspende, Basic-Life-Support und viele weitere. Diese Folgen sind dann für jeden interessant.“

Die verschiedenen Themen, die im Podcast angeschnitten werden, suchen sich die angehenden Mediziner nach Relevanz raus. „Wir versuchen letztendlich eine Art ‚Audio-Bibliothek‘ mit Erfahrungsberichten zu allen denkbaren Möglichkeiten, wie man an einen Studienplatz kommen könnte, zu erstellen. Dabei gehen wir auch gezielt auf Wünsche der Zuhörerinnen und Zuhörer ein“, schildern die Beiden. Alle Informationen sind somit detailliert gesammelt, strukturiert und vorbereitet. Durch die fehlende Visualisierung im Podcast, legen die Studierenden besonderen Wert auf eine Erklärung, die verständlich ist. Die persönlichen Geschichten werden dagegen immer spontan und ohne Vorbereitung in die Folgen integriert.

Eine Anlaufstelle sein

In geringer Zeit hat der Podcast Küchenmedizin viele Zuhörer gewinnen können, mit denen Justin und Lucas auch in einem aktiven Austausch bezüglich verschiedener Themen stehen. „Für die Zukunft wäre es schön, wenn wir eine gefestigte Anlaufstelle für Interessierte Bewerberinnen und Bewerber und neue Studierende werden würden, da es uns viel Spaß macht, Fragen zu klären und Erfahrungen auszutauschen“, meinen die beiden Medizinstudenten abschließend.

 

von Margo Blumenthal