Studium & Lehre

Internationalisierung

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Die Lehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg orientiert sich an dem Ziel, Studierende zu kreativen und kritikfähigen Menschen auszubilden, sie mit Problemlösungskompetenz, Teamfähigkeit, interkulturellem Wissen und Verantwortungsbewusstsein auszustatten. Der Freiheit der Lehre verpflichtet, legt sie den Fokus auf eine wissenschaftliche Fundierung von Lösungen und eine damit verbundene kritische und dauerhaft lernbereite Haltung.

Die Lehre der Universität ist geprägt von vielfältigen Formen der Kommunikation, die selbständigen Wissenserwerb und Umgang mit Problemen und Aufgaben möglich macht und herausfordert. Als Kooperationspartner für den Olympiastützpunkt des Landes Sachsen-Anhalt bietet die Universität Magdeburg Leistungssportlerinnen und -sportlern ideale Studienbedingungen.

 

Aktuelle Meldungen aus Studium & Lehre:


Exzellente Forschung begegnet gesellschaftlichen Herausforderungen

Auf dem Akademischen Festakt anlässlich des 416. Geburtstages ihres Namenspatrons hat die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ihre klügsten Köpfe ausgezeichnet. Im Beisein von Vertretern der Landesregierung, der Kommunalpolitik sowie außeruniversitärer Wissenschaftseinrichtungen und zahlreicher Universitätsangehöriger wurden in der Magdeburger Johanniskirche die höchsten Auszeichnungen der Universität in Forschung und Lehre vergeben.

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Uni Magdeburg kooperiert mit Start-up UniNow

Studierende der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg können ab sofort mit einer passgenauen App ihren Studienalltag individuell organisieren. Als zweite Hochschule Deutschlands kooperiert die Universität mit dem Start-up UniNow, einem Gründerteam aus zwei Absolventen der Magdeburger Fakultät für Informatik. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entsteht eine uni-eigene Version der Applikation UniNow, die den Studierenden seit wenigen Tagen zur Verfügung steht.

Mit der App können sie schnell und bequem von unterwegs die Ausleihe von Büchern verlängern, den Mensaplan lesen oder im Stundenplan den Raum überprüfen. Push-Benachrichtigungen informieren auf dem Smartphone bequem über E-Mails oder neueste Prüfungsergebnisse. Bereits während der zwei Orientierungswochen vor dem Wintersemester konnten die Erstsemesterstudierenden das Tool nutzen.

uni_now (c) Harald KriegDie Gründer der UniNow-App Stefan Wegener (li.) und Tobias Steenweg (re.) treffen an ihrer Alma Mater Nance Kaemmerer vom Career Service der Uni Magdeburg. (Foto: Harald Krieg / Universität Magdeburg)

„Wir sind stolz darauf, dass mit der Kooperation die App nun in den Farben unserer Alma Mater, der Universität Magdeburg strahlt“, freut sich einer der beiden Gründer und Geschäftsführer, Stefan Wegener. Gemeinsam mit Studienkollege Tobias Steenweg legte er den Grundstein für die UniNow-App, als die beiden in ihrem dritten Semester an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg waren. „Die damals von uns entwickelte OvGU2Go-App wurde jedoch ausschließlich für die Nutzung an der Uni Magdeburg entwickelt“, sagt Steenweg. „Heute wird UniNow in der Basisversion an über 400 Hochschulen genutzt.“

„Auch wir freuen uns über die Kooperation mit dem Magdeburger Start-up“, sagt Nance Kaemmerer, Mitarbeiterin im Relationship Management der Otto-von-Guericke-Universität. „Gemeinsam mit dem Team um UniNow werden wir für die Studierenden unserer Universität viele weitere Funktionen entwickeln.“

Als erste Hochschul-App trägt UniNow die TÜV-SÜD-Zertifizierung für Datensicherheit und Softwarequalität.

 

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Bild 1 // Quelle: Harald Krieg / Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Die Gründer der UniNow-App Stefan Wegener (li.) und Tobias Steenweg (re.) treffen an ihrer Alma Mater Nance Kämmerer vom Career Service der Uni Magdeburg.

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Absolventinnen der Universität Magdeburg ausgezeichnet

Alle zwei Jahre zeichnet die Arbeitsgemeinschaft Gewerblich-Technische Wissenschaften und ihre Didaktiken (gtw) wissenschaftliche Arbeiten aus, die in diesem Bereich durch herausragende Beiträge die Erkenntnisse vorantreiben. Auf der gtw-Herbstkonferenz 2018, die durch die Universität Magdeburg und das Fraunhofer Institut Magdeburg ausgerichtet wurde, erhielten zwei Absolventinnen der Universität die Auszeichung.

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Regionale Unternehmen fördern Studierende der Uni Magdeburg

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat in enger Kooperation mit regionalen Unternehmen erneut Deutschlandstipendien für exzellente Studienleistungen und großes soziales Engagement an 23 Studierende vergeben können. Auf einer Festveranstaltung im Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF wurden sie durch den Rektor der Universität, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, sowie den Kanzler, Dr. Jörg Wadzack, im Beisein der Förderer in das Netzwerk der Nachwuchsförderprogramme der Universität aufgenommen.

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Neue Lehrer braucht das Land

Die Lage im Land ist beängstigend: Es gibt kaum Nachwuchs für die Pflegeberufe, aber einen stetig wachsenden Bedarf. Die Herausforderung ist, vorhandene Pflegefachkräfte im Beruf zu halten und gleichzeitig den Beruf für Auszubildende attraktiver zu machen. Aber was heißt das für die Ausbildung, welche Rolle spielt dabei die Lehramtsausbildung an der Uni, welche Chancen haben Quereinsteiger? Pressesprecherin Katharina Vorwerk sprach vor dem Hintergrund der laufenden Pflegeberufe-Reform mit Professorin Astrid Seltrecht über eine Vorreiterrolle der Uni Magdeburg.

Alten- und Krankenpflege gehört zur gesellschaftspolitischen Daseinsvorsorge. Wie ist die Situation im Land Sachsen-Anhalt?

Klares Ziel der öffentlichen Daseinsvorsorge sind gleichwertige Lebensverhältnisse auf dem Land und in der Stadt. Mit Blick auf Sachsen-Anhalt fällt aber auf, dass gerade in entlegenen ländlichen Regionen eine medizinische und pflegerische Unterversorgung droht. Eine gesundheitliche Versorgung darf aber keine regionale Unterscheidung machen! Die in den zurückliegenden Jahren demografisch geführte Diskussion, dass weniger Menschen weniger gesundheitsversorgende Infrastruktur benötigten, darf so nicht weitergeführt werden.

Das Land verzeichnet einen Rückgang der Bewerberzahlen für die Alten- und Krankenpflege, wo sehen Sie Ursachen?

Pflegefachkräfte haben ihren Beruf gewählt, weil sie kranke, hilfsbedürftige oder alte Menschen im Prozess der Genesung oder im Alter unterstützen, begleiten und beraten wollen. Der nicht-monetäre Gewinn, den sie aus ihrer täglichen Arbeit ziehen, ist das Lächeln und die Dankbarkeit von Patien­ten oder Altenheimbewohnern. Pflegefachkräfte stehen aber nicht nur ihren Patienten gegenüber, sondern auch den institutionellen Anforderungen. Und ein Pflegeschlüssel, bei dem in Deutschland auf 100 zu pflegende Patienten im Krankenhaus 12 Pflegekräfte kommen, wird den Erwartungen an einen ‚sorgenden‘ Beruf, wie sie zu Beginn der Ausbildung noch vorhanden sind, im Berufsalltag kaum mehr gerecht. In Norwegen werden 100 Patienten von 43 Pflegekräften versorgt. Würden wir in Deutschland die Versorgung auf diesen Pflegeschlüssel anheben, müssten wir schlagartig 566000 Pflegekräfte einstellen.

Interview Astrid Seltrecht (c) Harald Krieg

2017 wurde das Pflegeberufe-Reformgesetz vom Bund verabschiedet: Bisher getrennt geregelte Pflegeausbildungen werden zusammengeführt. Was bedeutet das für die Lehrkräfte?

Eine große Umstellung, von der wir heute noch gar nicht sagen können, wie wir ab 2020 im Bereich der Pflegeausbildung tatsächlich aufgestellt sein werden. Derzeit nehmen verschiedene Institutionen Stellung zum Referenten­entwurf der neuen Ausbildungsverordnung für Pflegeberufe. Unter welcher ministeriellen Hoheit und mit welchem Curriculum in den einzelnen Bundesländern 2020 die Pflegeausbildung starten wird, wird derzeit verhandelt. Für die Lehrkräfte mit weitreichenden Folgen, denn die Pflegeausbildungen fanden bislang in verschiedenen Schulformen statt, in Krankenpflegeschulen und in berufsbildenden Schulen. Das hatte Auswirkungen auf die Einstellungspraxis und die Einstellungsvoraussetzungen von Lehrkräften. Denn an berufsbildenden Schulen benötigten sie eine berufliche Fachrichtung und ein Unterrichtsfach, alternativ zwei berufliche Fachrichtungen, die sie in einem universitären Lehramtsstudium mit dem Abschluss Master of Education erlangten. Zudem mussten sie eine zweiphasige Ausbildung durchlaufen: einen Masterstudiengang und den Vorbereitungsdienst, also das Referendariat. Für Krankenpflegeschulen reichte bislang ein Bachelor- oder Masterabschluss aus, ohne dass es sich um ein explizites Lehramtsstudium gehandelt haben musste. Auch eine zweite Ausbildungsphase, das Referendariat, war nicht vorgesehen.

Was bedeutet diese Reform für die Lehramtsstudierenden der Uni Magdeburg?

Das Curriculum des an der OVGU angebotenen Masterstudiengangs ‚Gesundheit und Pflege‘ entspricht schon jetzt den hohen wissenschaftlichen und hochschuldidaktischen Anforderungen. Die Lehramtsstudierenden durchdringen gesellschaftliche, gesundheitspolitische und institutionelle Herausforde­rungen sowie individuelle Problemlagen. Sie analysieren Zusammenhänge zwischen Gesellschaft, Beruf, Berufsausbildung und Bildungspolitik, erleben eine enge Verzahnung von Fachwissen und Didaktik, von Theorie und Praxis, Forschung und Lehre. Ich sehe die angehenden Lehrkräfte aber auch immer als Multi­plikatoren. Sie sind es, die die künftigen Pflegekräfte auf eine lange Berufstätigkeit unter gesundheitlichen Belastungen und Beanspruchungen vorbereiten und frühzeitig beraten, sodass sie langjährig ihren Beruf gesund und im Interesse der Patienten und Bewohner ausüben können.

Wer regelt und definiert das neue Curriculum für die Lehre ‚Gesundheit und Pflege‘ an der Uni Magdeburg?

Der Masterstudiengang für das Lehramt an berufsbildenden Schulen im Profilschwerpunkt Gesundheits- und Pflegepädagogik ist 2012 mit der beruflichen Fachrichtung ‚Gesundheit und Pflege‘ gestartet, nachdem es im Masterstudien­gang für das Lehramt an berufsbildenden Schulen bereits fünf technische Fachrichtungen und eine gewerbliche Fachrichtung gab. Das Curriculum ist inneruniversitär abgestimmt, wird regelmäßig akkreditiert und orientiert sich an den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zu Kompetenzbereichen und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen für die Gesundheits- und Pflegewissenschaft sowie zu denen der Fachdidaktik Gesundheit und Pflege.

Wie wichtig sind Quereinsteiger und wie werden sie künftig an der OVGU qualifiziert?

Die berufliche Fachrichtung ‚Gesundheit und Pflege‘ bieten wir lediglich im Masterstudiengang an. Damit sind alle Studieninteressierten, die für den Masterstudiengang von einer anderen Hochschule zu uns wechseln, Quereinsteiger ins Lehramt. Wir qualifizieren sie unter anderem mithilfe eines Brückenprogramms. So können sie fehlende Inhalte im Bereich der Berufspädagogik sowie ein Unterrichtsfach ‚nachstu­dieren‘. Im April 2018 haben wir darüber hinaus die berufliche Fachrichtung ‚Pflege‘, die in Kombination mit der beruflichen Fachrichtung ‚Gesundheit‘ studiert wird, eingeführt. Damit setzen wir die mit dem Land abgesprochene Zielvereinbarung um. Die sieht vor, mit der Uni Halle ein Bachelor-Master-Modell ‚zu stricken‘, das den Vorgaben der Kultusministerkonferenz für Lehramtsstudiengänge entspricht. Studierenden, die den Studiengang ‚Evidenzbasierte Pflege‘ an der Universität Halle oder den Studiengang ‚Pflegewissenschaft‘ an der Ostfalia Hochschule Wolfsburg absolviert haben, können anschließend auflagenfrei und ohne zusätzliches Brückenprogramm unseren Master studieren. Zukünftig wird es auch nötig werden, weitere Hochschulkooperationen einzugehen.

Welche Kooperationen sind da gemeint?

Es bedarf neben Kooperationen mit Hochschulen auch einer engeren Zusammenarbeit mit Ausbildungsschulen: Viele Absolventen der Pflegeausbildung suchen bereits nach kurzer Zeit Aufstiegschancen, die sie unter anderem in einer Lehrtätigkeit sehen. Ohne den ‚richtigen‘ Bachelorabschluss bleibt ihnen aber der Masterstudiengang an der OVGU verschlossen. Eine institutionelle Verzahnung von Pflegeausbildungsschulen, Hochschulen für pflegewissenschaftliche Studiengänge und der Universität Magdeburg kann immer auch Berufs- und Studienberatung sein und sichert langfristig eine gewisse Anzahl an Studienbewerbern für das Lehramt in der beruflichen Fachrichtung Pflege.

In welcher Rolle sehen Sie die OVGU künftig bei der Fachkräftesicherung im Land?

Die sehe ich neben der Lehre auch in Forschungsprojekten. Dort widmen wir uns gezielt Fragen zur Professionalisierung der Gesundheits-, Pflege- und Lehrkräfte. Als Mitglied des Forschungsnetzwerks ‚Demografie und Fachkräftesicherung in den neuen Bundesländern‘ untersuchen wir gezielt den Verbleib und die Zufriedenheit von Gesundheits- und Pflegefachkräften. Die ‚Dritte Mission‘ der Universität, also das Hineinwirken von Forschungsergebnissen in die Region, zeigt sich vor allem im Bereich Laienpflege. So untersuchen wir psychische Belastungen und Beanspruchungen von Familien Pflegebedürftiger in entlegenen ländlichen Räumen. Die Ergebnisse sollen später in eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte in der Ausbildung von Gesundheits- und Pflegeberufen münden. Lehrkräfte haben vor diesem Hintergrund eine Multiplikatorenfunktion: Sie können in die ländlichen Räume hineinwirken und die nachfolgende Generation der Gesundheits- und Pflegeberufe für die Besonderheiten dieser Region und die Bedürfnisse einer immer älterwerdenden Bevölkerung sensibilisieren.

 

Frau Professorin Seltrecht, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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Innovation auf Lehramt

Lehramtsstudierende sind nicht diejenigen, von denen technologische Innovationen erwartet werden. Ihr Ziel ist es, dem Nachwuchs erfolgreich die Grundlagen zu vermitteln. Oder? Jeden Donnerstag um 16:30 Uhr bringt die Lehramtsstudentin Anja Tomala in der Rötgerstraße in Magdeburg beides zusammen. Dort leitet sie das Schülerlabor „Guerickianum II“. Dabei verbindet sie nicht nur Lehramt mit Innovation, sondern auch Otto von Guericke mit Robotern. Ein Besuch.

Ein Besuch im Schülerlabor

Der Raum, in dem die 25-jährige Lehramtsstudentin Anja Tomala auf die Jungs ihrer „Robotics AG“ wartet, sieht nicht aus wie ein Labor, wo an moderner Technologie gebastelt wird. Ein großer, kühler Raum mit kleinen Fenstern wie im Souterrain: Schulbänke mit Anschlussleisten und Messskalen und ein Vitrinenschrank voller Messinstrumente, alles in Beige- und Brauntönen, erinnern an altmodischen Physikunterricht. Ein Flipchart sticht als modern hervor. Aber im hinteren Teil ist ein großflächiger, oben geöffneter Kasten wacklig aufgebockt. Mit jedem Schritt, den man näherkommt, kann man weiter über die Seitenwände in die Miniaturwelt sehen, die sich darin befindet: Auf einer grünen aufgemalten Wiese mit aufgemalten Flüssen und aufgemalten Nadelbäumen, stehen futuristisch anmutende Industriekomponenten, konstruiert aus LEGO und auch Roboter! Anja Tomala steht lächelnd neben der „LEGO Hydro Dynamics“-Miniaturwelt. Als die Teilnehmer nach und nach den Raum betreten, begrüßt die Lehramtsstudentin sie mit Namen, stellt kurz ein paar Fragen.

Während die Jungs ihre LEGO-Kästen aus den Schränken holen und sich vor Arbeitsbeginn einrichten, erzählt die Gruppenleiterin vom Projekt. Über das ohrenbetäubende Scheppern tausender kleiner Lego-Bausteine hinweg, in denen die Jungs nach dem richtigen Stück kramen, muss sie fast schreien: Seit drei Jahren leitet sie die Robotics AG in den Räumen der Otto-von-Guericke-Gesellschaft. Das „Guerickianum II“ bietet außerschulische Lern- und Arbeitsgruppen, die an technischen und naturwissenschaftlichen Projekten und Workshops arbeiten zum Beispiel an Robotertechnik mit LEGO. Es ergänzt das „Guerickianum I“, das vor allem ein Angebot an Schulklassen ist, die im Rahmen einer Unterrichtseinheit in das Otto-von-Guericke-Zentrum kommen und klassische physikalische Experimente durchführen zum Beispiel zu Vakuumtechnik und Luftdruckmessung. Als das „Guerickianum II“ in Kooperation mit der Universität gegründet wurde, wurden gezielt Lehramtsstudierende für die Leitung und Betreuung der AGs rekrutiert für ihre pädagogische Kompetenz, aber auch als Chance, sich zusätzlich zur universitären Lehre zu qualifizieren. Seitdem ist Anja Tomala dabei.

Ihre Fächerkombination ist Mathe und Technik. Sie schließt bald ihren Bachelor ab und wechselt voraussichtlich im Herbst reibungslos in den Master an der OVGU. Es scheint ihr die beste Lösung denn Technik auf Lehramt wird nicht überall angeboten. „Das Fach an sich gibt es ja auch nicht in jedem Bundesland“, sagt die gebürtige Sachsen-Anhalterin. Obwohl es so vielseitig ist. „Man bekommt alle Naturwissenschaften mit“, sagt die 25-Jährige.

Porträt Anja Tomala (c) Harald Krieg

Und nicht nur Naturwissenschaften. Die AG hat sich nach den individuellen Interessen geteilt in die „Baugruppe“ und die „Programmierer“. Zwei Jungs sitzen am Laptop: „‘If‘ heißt ‚falls‘! Du kannst doch Englisch! Falls das passiert, dann wird dies ausgeführt“, erklärt der 14-Jährige seinem Freund. Auf dem Bildschirm ist etwas angezeigt, das einem Zug mit vielen Waggons ähnelt, tatsächlich sind es Programmierungskomponenten. Sie basteln Schleifen nicht zum Geschenkeverpacken, sondern als Abfolgen von Befehlen, die kein Ende haben. Es sei denn, man befiehlt es ihnen. „Das lernt man in Informatik in der Schule als erstes“, sagt Anja Tomala, „und Schleifen sind auch das Wichtigste. Also das Wenn-dann-sonst-Prinzip.“

Zurzeit steht sie vor allem als Betreuung und für Fragen zur Verfügung. Die Jugendlichen arbeiten an eigenen Projekten. Sie nutzen das hochwertige Arbeitsmaterial, das ihnen hier zur Verfügung steht und konstruieren zum Beispiel einen fahrbaren Greifarm. Aber im Laufe des Jahres wird es wieder einen Forschungsauftrag geben. Den vergeben die Veranstalter der First Lego League (FLL). Im vergangenen Jahr hat die Gruppe die „LEGO Hydro Dynamics“-Miniaturwelt erstellt: Ein Wasserauffangbecken, einen Kran, eine Spülung und sogar eine Blumenbewässerung haben sie mit LEGO-Mindstorm-Sets gebaut. Schon Otto von Guericke hat sich die physikalischen Eigenschaften der Elemente zunutze gemacht zum Beispiel für ein Wasserbarometer. Die Aufgabe zur FLL wird strukturiert geplant und ausgeführt. Wer beim Wettkampf auf regionaler Ebene in Magdeburg innovative Ansätze präsentiert und elegante Konstruktionen austüftelt, hat die Chance, erfolgreich weiterzugehen. Aber bei der FLL und in der Robotics AG wird Teamwork größer geschrieben als ein Endprodukt, deshalb fließen vorbildliche Zusammenarbeit und Unterstützung als Faktor mit in die Endwertung ein. Dies kann Anja Tomala donnerstags fördern und beobachten.

Praktisch unterrichten lernen

Anders als beim Lehrpraktikum oder dem zukünftigen Referendariat, muss sie für die Robotics AG nicht jede Stunde vorbereiten oder über Lehrplänen und -material brüten. Es gibt keinen Frontalunterricht, sondern gemeinsames Arbeiten. Hier lernt sie die spezifischen Herausforderungen des praktisch angelegten Technik-Unterrichts kennen, sammelt Erfahrung in der zeitlichen Planung oder dem Erkennen und Steuern von Gruppendynamiken. Nachdem sich die Jungs so lautstark eingerichtet hatten, ist Ruhe eingekehrt. Konzentriert arbeiten sie und automatisch übermitteln sie jede Info im Flüsterton. Bis die zwei Gruppen sich wieder zusammenfinden und ihre Pläne vergleichen und koordinieren.

Aus kleinen Plastikstücken ist ein komplexer Aufbau geworden: Der fahrbare Untersatz erinnert als Kettenfahrzeug an Panzer und „Raupen“. Das Kernstück, der tatsächliche Arm, der flexibel und weit greifen soll, ist in der Mitte platziert. Die notwendigen, aber sperrigen Computermodule wurden platzsparend aufeinander verbaut lassen sich aber stufig nach hinten wegschieben wie beim Öffnen vieler Werkzeug- und Nähkästen. Das erlaubt den Blick auf die Displays und kann gleich­zeitig als Gegengewicht dienen, falls ein schwererer Gegenstand gegriffen wird. Für den Arm selbst hat die „Baugruppe“ mehrere Gelenke eingesetzt, sodass er flexibel in der Richtung ist, und zusätzliche Teile verbaut, die Stabilität gewährleisten.

Anja Tomala lässt das Team nebenbei über die Arbeitsschritte berichten und vollzieht nach, wie Aufgaben und Probleme angegangen werden und welche Wege und Lösungen sie auch in Zukunft Schülern mitgeben kann. In den 90 Minuten, die heute zur Verfügung standen, haben die Schüler die Konstruktion des Greifarms fertiggestellt. Die Programmierung läuft noch. Hannes aus der „Baugruppe“ erläutert seine Arbeitsstrategie so: „Das ist Überlegung, Fantasie und, wenn es nicht klappt einfach nochmal probieren.“

 

Julia Heundorf

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Alle Hürden genommen

Im Dezember 2015 flüchtet die damals 25-jährige Syrierin Madeha Alsaleh mit einem Teil ihrer Familie über die Türkei auf dem „normalen Weg, den alle Flüchtlinge gehen“, nach Deutschland. Dabei wurde die Familie zwei Mal getrennt. Die junge Frau landete in einem Flüchtlingscamp in der Nähe von Stendal. Dort lernte sie die 84-jährige Alma kennen, die ihr noch heute viel bedeutet und die sie nur liebevoll Oma Alma nennt. „Sie kam täglich zu uns und hat sich mit uns unterhalten. Sie hat uns immer ihre Enkelkinder genannt. Auch wenn ich noch nicht viel verstanden habe, hat sie sich bemüht, uns die deutsche Sprache beizubringen und uns Weisheiten mit auf den Weg zu geben.“

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Von der "Black Box" zur Lehrcommunity

Nichts ist so beständig wie der Wandel. Und das trifft in besonderem Maße auf die Hochschullehre zu. Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Hochschulbildung haben sich verändert. In Zeiten des demografischen Wandels und verstärkter Bemühungen um Fachkräftegewinnung für die Region sind Themen wie „Employability“, also die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden, und die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen bedeutsam. Gleichfalls gewinnt die Vorbereitung auf einen globalen Arbeitsmarkt an Bedeutung. In diesem Zusammenhang sind auch die Internationalisierung der Curricula und eine Digitalisierung der Hochschullehre relevante Schlagworte.

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Universität Magdeburg startet erfolgreich mit neuen Studienangeboten ins Wintersemester

Zum Start des Wintersemesters 2018/19 sind zum 1. Oktober 2018 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg rund 13.400 Studierende immatrikuliert. Mit fast 3.000 jungen Männern und Frauen liegt die Anzahl der Erstsemester auf dem Vorjahresniveau. Einen leichten Zuwachs gegenüber 2017/18 gibt es mit rund 2.700 bei den internationalen Studierenden. Damit steigt ihr Anteil an der Gesamtstudierendenzahl auf 20 Prozent.

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Bewerbungsfrist für zulassungsfreie Studiengänge verlängert

Das Bewerberportal der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg für zulassungsfreie Studiengänge ist noch bis zum 30. September 2018, 24:00 Uhr, geöffnet. Studieninteressierte können sich bis dahin für einen der rund 70 zulassungsfreien Bachelor- und Masterstudiengänge einschreiben. „Auf Grund einer Vielzahl von Anfragen zu Studienmöglichkeiten, die noch immer im Dezernat Studienangelegenheiten eingehen, hat sich das Rektorat entschlossen, den Bewerbungszeitraum zu verlängern“, so die Dezernentin für Studienangelegenheiten, Dr. Bettina Sandt.

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Letzte Änderung: 29.01.2019 - Ansprechpartner: Webmaster