Alexa - der unsichtbare Gast?

24.02.2020 -  

Sprachassistenzsysteme wie Alexa oder Siri werden im Dialog von ihren Nutzerinnen und Nutzern immer noch klar als technische Gegenüber verstanden und nicht als menschliche Gesprächspartner wahrgenommen, trotz der zunehmenden Verbreitung von Sprachassistenten. Das zeigen Ergebnisse einer Studie zur Mensch-Maschine-Interaktion im Vergleich zur Mensch-Mensch-Interaktion der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die jetzt im Rahmen einer öffentlichen Tagung, dem „ITGWorkshop Sprachassistenten“ am 3. März 2020 vorgestellt wird.

Experten aus Industrie und Wissenschaft aus dem gesamten Bundesgebiet tauschen sich dabei über aktuelle Entwicklungen und Chancen, aber auch über Herausforderungen und Risiken beim Einsatz von Sprachassistenten aus. Das Spektrum des Programms reicht vom Thema Datensicherheit und dem subjektiven Gefühl der Nutzer, bei Interaktionen in der Privatsphäre belauscht zu werden über Langzeituntersuchungen zum Gebrauch von Sprachassistenten durch Kinder bis hin zur Frage, wie die für die menschliche Kommunikation so wesentlichen Signale von Gefühlen und Stimmungen in den Mensch-Maschine-Austausch einfließen können.

WAS:

„ITGWorkshop Sprachassistenten – Anwendungen, Implikationen, Entwicklungen“

WANN:

3. März 2020, 12.30 bis 18.00 Uhr

WO:

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Gebäude 03, Raum 315

„Im Kern sind Alexa und Co noch sprachgesteuerte Fernbedienungen“, erklärt Juniorprofessor Ingo Siegert vom Institut für Informations- und Kommunikationstechnik und Leiter der „Alexa-Studie“, bei der sein Team eng mit den Kolleginnen und Kollegen des Lehrstuhls Kognitive Systeme sowie der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zusammengearbeitet hat. „Alexa kann auf klare Kommandos mit festgelegten Aktionen reagieren und Antworten aus einer Wissensdatenbank ausgeben. Ein Gespräch, wie unter Menschen üblich, ist aber noch lange nicht möglich.“

Eine große Hürde bei der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine sei eben noch immer das Sprachverstehen, so Siegert weiter. „Sätze und Wörter bekommen innerhalb menschlicher Gespräche je nach Betonung unterschiedliche Bedeutungen.“ So könne, je nach Betonung der gleiche Satz mit der gleichen Wortfolge eine Frage oder eine Aussage sein.

Zukünftig sollen die Sprachassistenten nicht nur einfache Befehle verarbeiten, sondern auch eine natürliche und reibungslose Interaktion ermöglichen. Hierzu sei - neben technischen Verbesserungen der Spracherkennung - auch ein verbessertes Sprachverständnis sowie intelligentere Dialogführung nötig, so Siegert weiter.

Über die Lösung technischer Probleme hinaus geht es den Experten beim Workshop auch um rechtliche Aspekte, die sich durch die Verbreitung von Sprachassistenten und den strengeren Datenschutzregelungen ergeben. Wann und was mitgehört wird, sei häufig nicht ersichtlich und auch was mit den Sprachdaten geschieht, wisse der Nutzer zumeist nicht, was zu Akzeptanzproblemen führe.

Der Workshop findet im Vorfeld der internationalen Konferenz Elektronische Sprachsignalverarbeitung ESSV an der Otto-von-Guericke-Universität statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Es wird um Anmeldung per Mail gebeten.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Jana Dünnhaupt / Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Jun.-Prof. Dr.-Ing. Ingo Siegert mit einem Sprachassistenten.

Letzte Änderung: 09.07.2020 - Ansprechpartner: Katharina Vorwerk