Israel

Ein Brief an die Magdeburger Studierenden

Warum sich eine Exkursion nach Israel lohnt


Im Gegensatz zu uns in Berlin habt Ihr das Glück, im Genuss einer jährlichen Grundversorgung an Israelexkursionen zu sein. Und das schon seit 13 Jahren. Warum lohnt sich so sehr eine Reise in dieses wehrhafte Ländchen?
Die wissenden Genießer unter Euch sehen jetzt bewegende Bilder vor sich aufsteigen, die schroffen Gebirge Galiläas, das Gleißen des Toten Meeres bei Sonnenaufgang über dem Berg von Sodom, Kobaltnachthimmel über Jerusalem.
Mit eigenen Augen seht Ihr die Felswände bei Qumran in der flimmernden Hitze, mitten in der judäischen Wüste erkundet Ihr Oasen wie En Gedi oder Jericho.

Im Kontrast zu der mystischen Stille der Wüste das reale, irdische Jerusalem: einzigartig, zerrissen. Unwiderstehlicher Reiz religiöser Bekenntnisse und Pulverfass der Weltpolitik. Hier ist die Geschichte noch alltäglich und der Alltag bereits Geschichte. Jeder Stein, auf dem Ihr hier geht, hat historisches Gewicht. Vor allen Dingen aber: Stadt voll quirliger Lebendigkeit, vieltausendjährige wütende, trotzige Lebenslust auf althistorischem Pflaster.
Kein Land der Erde hat je so viele Gemüter erregt. Kein Landstrich unserer Welt hat so viele Landnahmen erduldet. In keinem Acker der Geschichte sind so viele Schichten aufgeschichtet von unvereinbaren Zeiten und Leben. Israel, der winzige Splitter Land, wie viele Legenden, Mythen und ethische Gesetze zeugte er, die sich von diesen Ort aus über den ganzen Erdball verbreiteten, mit ihnen die Buchstabenschrift und die biblische Macht des geschriebenen Wortes.
Dies bleibt nicht länger abstrakt, wenn man bei Morgengrauen die Festung Massada erklimmt, das Wort von Thora und von Flavius Josephus auf den Lippen; wenn man die mitreißende und beklemmende Politik der Symbole der jungen jüdischen Republik betrachtet oder wenn die altehrwürdigen hebräischen Vokabeln den Umgang des allzumenschlichen Lebens bezeichnen.

Profanes und Heiliges flimmert ineinander, Geschichte und Gegenwart werden zu undurchdringlicher Einheit und vielleicht besser verständlich. Wer mehr nach Wahrheit sucht als nach Gewissheiten, sollte sich für ein paar Tage diesem kleinen großen Land ausliefern. Das Erlebnis dieser Reise schenkt Läuterung und Stärke.
Klara Lakomy

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster