Tierversuche im Fokus

01.10.2026 -

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg richtet am 6. Oktober 2026 erstmals eine Tagung der European Animal Research Association (EARA) aus. Im Mittelpunkt steht der offene Umgang mit Forschung an Tieren, worauf bisher noch nicht vollständig verzichtet werden kann. Außerdem werden Möglichkeiten, Tierversuche zu ersetzen, zu reduzieren und schonender zu gestalten diskutiert. Beim „Animal Research Openness Event“ diskutieren Fachleute aus Wissenschaft,Tierschutz und Kommunikation, wie Forschungseinrichtungen den Einsatz von Versuchstieren begründen, Belastungen transparent machen und über Alternativen informieren können. Gastgeber sind die Universität und die Universitätsmedizin Magdeburg.

EARA ist ein internationaler Verband, der öffentliche und private Einrichtungen der biomedizinischen Forschung vertritt. Er setzt sich für eine offene, faktenbasierte Kommunikation über Tierversuche ein und vertritt die Interessen von Einrichtungen, die Tiere für wissenschaftliche Zwecke einsetzen. Die Universität Magdeburg ist Mitglied des Verbands.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Beschäftigte aus Tierschutz, Tiermedizin und Wissenschaftskommunikation. 

Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen, über die Tagung und die vorgestellten Forschungsansätze zu berichten.

WAS:

Animal Research Openness Event – „Improving Openness in Animal Research in Germany“

WANN:

Dienstag, 6. Oktober 2026, 9.30–12.30 Uhr

WO:

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Gebäude 26, Hörsaal 1 (gegenüber der Universitätsbibliothek)

WAS:

Animal Research Openness Event – „Improving Openness in Animal Research in Germany“

WANN:

Dienstag, 6. Oktober 2026, 9.30–12.30 Uhr

WO:

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Gebäude 26, Hörsaal 1 (gegenüber der Universitätsbibliothek)

Programm und Anmeldung sind online.

In Deutschland wurden 2024 nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung rund 1,33 Millionen Wirbeltiere und Kopffüßer in Tierversuchen eingesetzt, neun Prozent weniger als im Vorjahr.  Obwohl Tierversuche teilweise noch erforderlich und auch gesetzlich vorgegeben sind, arbeiten Forschungsteams daran, auch an der Universität Magdeburg, Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu verbessern und zu entwickeln. Dazu gehören Zell- und Gewebekulturen, Organoiden und Organ-on-Chip-Systemen, die ausgewählte Funktionen menschlicher Organe nachbilden. Auch Computermodelle helfen, Forschungsfragen ohne lebende Tiere zu untersuchen. Maßstab ist das 3R-Prinzip: Tierversuche ersetzen, die Zahl der eingesetzten Tiere reduzieren und ihre Belastung verringern. Ob eine Methode einen Tierversuch ersetzen kann, hängt von der konkreten Fragestellung ab; das Zusammenspiel eines gesamten Organismus bilden solche Modelle bislang nicht vollständig ab.

Auf der Tagung stellt Dr. Sabine Brandt vor, wie tierexperimentelle und tierfreie Ansätze in der Nierenforschung zusammenwirken. Dr. Markus Fendt spricht über freiwillige Touchscreen-Experimente in den Neurowissenschaften, Prof. Dr. Kristine Krug über Offenheit in der Forschung mit nichtmenschlichen Primaten.

Die Universität Magdeburg ist Mitglied der EARA und in der Initiative Transparente Tierversuche und engagiert sich für eine sachliche öffentliche Auseinandersetzung mit tierexperimenteller Forschung.


Autor:in Katharina Vorwerk

Letzte Änderung: 01.10.2026 -
Ansprechpartner: Katharina Vorwerk