Unicampus als Zukunftswerkstatt für nachhaltige Bildung in Europa
Der Magdeburger Unicampus wird zum europäischen Forum für nachhaltige Bildung: Am 5. und 6. Mai 2026 treffen sich an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Expertinnen und Experten aus Bildungs- und Nachhaltigkeitsforschung aus ganz Europa. Im Zentrum der zweitägigen EU-GREEN-Konferenz Growing up the Future: Education for Sustainability (GROUFES) steht eine Leitfrage: Wie können europäische Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen dazu beitragen, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung, Artenverlust, Migration, soziale Ungleichheit, die Entvölkerung ländlicher Räume und wachsende Zukunftsängste zu bewältigen.
Diese Entwicklungen setzen Europas Bildungssysteme schon heute stark unter Druck, so die Tagungsleiterin und Bildungsforscherin Prof. Dr. Karina Becker von der Universität Magdeburg. „Auf der Konferenz wollen wir konkrete Lösungswege diskutieren, um diesen Herausforderungen mit innovativen Lern- und Lehrkonzepten zu begegnen – von der Hochschullehre über die Lehrkräftebildung bis zur Erwachsenenbildung“, so Becker. „Wir bringen Forschung und Praxis zusammen, um die nächste Generation konkret zu befähigen, Krisen zu verstehen, zu gestalten und Lösungen umzusetzen. Nachwachsenden Generationen müssen Kompetenzen, Werte und Haltungen vermittelt werden, die ein handlungsfähiges, demokratisches und nachhaltiges Zusammenleben stärken.“
Inhaltlich knüpft die Tagung an internationale und europäische Leitlinien an, darunter die UNESCO-Roadmap „Education for Sustainable Development“ sowie „GreenComp“, den europäischen Kompetenzrahmen für Nachhaltigkeit. Beide Rahmungen definieren zentrale Ziele und Kompetenzfelder, etwa systemisches Denken, vorausschauendes Handeln, kooperatives Problemlösen und verantwortungsvolle Teilhabe und liefern damit eine wichtige Orientierung für die Weiterentwicklung von Bildung in Europa.
Im Tagungsprogramm greifen Forscher, Lehrkräfte und Praxisakteure diese Fragen in neun thematischen Panels auf. Das Spektrum reicht von nachhaltiger Hochschullehre und dem Campus als „Living Lab“ über die Ökologisierung von Bildung und neue Formen des Storytellings bis hin zu Critical Thinking als Schlüsselkompetenz gegen Desinformation, Fragen der Teilhabe in einer postmigrantischen und inklusiven Gesellschaft sowie generationenübergreifendem Lernen. Ergänzt wird das Programm durch Workshops, Outdoor-Aktivitäten, ein Juniors’ Forum für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie ein gemeinsames Future Research Forum, in dem internationale Kooperationen angebahnt, gemeinsame Forschungsfragen geschärft und Perspektiven für künftige EU-Anträge entwickelt werden.
In drei zentralen Vorträgen (Keynotes) setzen renommierte Wissenschaftler thematische Akzente: der Anthropologe Timothy Ingold mit „Building a University for the Common Good“, der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Michael Böcher zu Wissenstransfer in der Bildung für Nachhaltigkeit, sowie die Expertin für frühkindliche Bildung Prof. Dr. Eva Ärlemalm-Hagsér zu transformativer Führung in der Lehrkräftebildung.
Die internationale Tagung steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Lehrpersonal, Studierenden sowie Akteuren aus Schule, Verwaltung und Zivilgesellschaft offen. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Beiträge werden in einem Open-Access-Tagungsband veröffentlicht; zum Abschluss wird ein Best-Paper-Award vergeben. Der Veranstaltungsort ist die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Gebäude G40/H6, Zschokkestraße 32). Für Gäste beträgt die Teilnahmegebühr 150 Euro. Die Tagung ist inklusiv angelegt: Bei Bedarf werden Unterstützung für Personen mit besonderen Bedürfnissen sowie Kinderbetreuung angeboten.
EU GREEN
Die Konferenz findet im Rahmen der europäischen Hochschulallianz EU GREEN statt. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist Teil des länderübergreifenden Netzwerks und verantwortet innerhalb der Allianz aus neun Universitäten den Bereich „Communication, Dissemination and Impact“. In diesem Kontext baut sie gemeinsam mit ihren Partnern einen digitalen Marktplatz für Lehr-, Forschungs- und Verwaltungsressourcen auf, um den Transfer aus dem europäischen Netzwerk in die Praxis von Schule und Hochschule zu stärken.