Was macht kommunalen Klimaschutz erfolgreich?

19.03.2026 -

Politikwissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universitt Magdeburg haben Faktoren identifiziert, die erfolgreichen kommunalen Klimaschutz in Sachsen-Anhalt begnstigen. Die Studie zeigt: Klimaschutz kommt dort besser voran, wo er politisch gewollt, organisatorisch verankert und personell verlsslich begleitet wird.

Die Untersuchung entstand unter der Leitung von Prof. Michael Bcher vom Bereich Politikwissenschaft. Analysiert wurden Klimaschutzprozesse und -strukturen in Stdten, Gemeinden und Landkreisen Sachsen-Anhalts. Die Ergebnisse machen sichtbar, welche Bedingungen vor Ort langfristige Strategien und kontinuierliche Manahmen frdern.

Vorgestellt werden die Ergebnisse des Forschungsprojekts Erfolg Klima Go! am 24. Mrz 2026 auf einer Abschlusstagung in Magdeburg.

WAS:

Abschlusstagung des Forschungsprojekts „Erfolg Klima Go!“

WANN:

24. März 2026, 13.30 bis 18 Uhr

WO:

Senatssaal, Gebäude 5, Campus Uni Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg

Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind zur Berichterstattung eingeladen.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Ministerium fr Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt sowie der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt statt. Die dort prsentierten Ergebnisse sollen Kommunen helfen, ihre Klimaschutzarbeit wissenschaftlich fundiert zu prfen und gezielt weiterzuentwickeln. Mit den 13 Erfolgsfaktoren knnen Kommunen systematisch berprfen, wie ihre Klimaschutzaktivitten organisiert sind und an welchen Stellen Verbesserungen mglich sind, sagt Projektleiter Prof. Michael Bcher. Der Ansatz richte den Blick bewusst auf politische Prozesse und Zusammenarbeit, also auf die Voraussetzungen, unter denen Klimaschutz vor Ort tatschlich umgesetzt wird.

Dafr untersuchte das Forschungsteam ber zweieinhalb Jahre die Klimaschutzprozesse in allen Kommunen Sachsen-Anhalts. Ergnzend wurden Fallstudien in acht besonders aktiven Kommunen durchgefhrt: im Landkreis Harz, im Landkreis Stendal, im Salzlandkreis, in Dessau-Rolau, in Bad Lauchstdt, Oschersleben, Schnebeck und in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra.

Grundlage der Studie waren Interviews mit Klimaschutzmanagerinnen und -managern, Verwaltungsmitarbeitenden sowie Vertreterinnen und Vertretern kommunaler Leitungsebenen. Hinzu kamen Auswertungen kommunaler Webseiten und strategischer Dokumente wie Klimaschutzkonzepte, Leitbilder und weitere Planungsunterlagen.

Nach Angaben Bchers frdern vor allem klare Zustndigkeiten, politische Rckendeckung, funktionierende Kooperationen und ein eigenstndiges Klimaschutzmanagement die Umsetzung vor Ort. Kommunen, die solche Strukturen aufgebaut haben, knnen Manahmen meist langfristiger planen und umsetzen, sagt er.

Besonders wirksam seien auerdem sogenannte Win-win-Lsungen also Manahmen, die das Klima schtzen und zugleich wirtschaftliche Vorteile bringen. Dazu zhle etwa die Umrstung der Straenbeleuchtung auf LED. Solchen Manahmen stimmen auch kommunale Politiker eher zu, selbst wenn sie von der Notwendigkeit einzelner Klimaschutzmanahmen noch nicht vollstndig berzeugt sind, so Bcher.

Der entwickelte Selbstcheck soll Kommunen zustzlich dabei untersttzen, die eigene Ausgangslage realistisch einzuschtzen und konkrete nchste Schritte abzuleiten.

Kommunen sind eine zentrale Ebene fr wirksamen Klimaschutz, weil sie bei Stadtentwicklung, Gebuden, Energie, Mobilitt und Infrastruktur unmittelbar handeln knnen, sagt der Politikwissenschaftler.

Geplant ist zudem eine Kurzstudie, die Klimaschutzaktivitten im Land und gelungene Praxisbeispiele aus den untersuchten Regionen dokumentiert. Sie soll Kommunen als Orientierung dienen, die ihre Manahmen ausbauen oder verbessern wollen. Die Verffentlichung erscheint in den kommenden Wochen in der Schriftenreihe des Lehrstuhls und wird online verfgbar sein.


Autor:in Lisa Baaske

Letzte nderung: 19.03.2026 -
Ansprechpartner:Katharina Vorwerk