Soziologen forschen zur psychischen Gesundheit von Studierenden
Soziologen der Otto-von-Guericke-Universit��t Magdeburg entwickeln eine Messmethode, mit der sich der Zusammenhang zwischen Studien- und Hochschulbedingungen und psychischer Belastung von Studierenden in Deutschland wissenschaftlich erfassen l��sst.��
Im Verbundprojekt ���Hochschulstrukturen und psychische Gesundheit: Die Bedeutung individueller und institutioneller Faktoren f��r die psychische Gesundheit Studierender ��� HoPsy��� untersucht das Forschungsteam um den Verbundleiter Prof. Dr. Philipp Pohlenz von der Professur f��r Hochschulforschung und Professionalisierung der akademischen Lehre der Uni Magdeburg, welche strukturellen Bedingungen im Studium psychisch belasten, welche entlasten und wie Universit��ten und Hochschulen daraus gezielt Ma��nahmen f��r ein gesundes Studium ableiten k��nnen. Dabei kooperieren sie mit Medizinsoziologinnen der Martin-Luther-Universit��t Halle-Wittenberg. Die Ergebnisse sollen k��nftig den Einrichtungen helfen, wirksamer gegenzusteuern.
���Psychische Belastungen im Studium sind f��r viele Studierende Realit��t. Dennoch richtet sich der Blick in der Forschung bislang vor allem auf individuelle oder soziale Ursachen", so Prof. Dr. Heike Ohlbrecht vom Lehrstuhl f��r Allgemeine Soziologie/Mikrosoziologie, die ein Teilprojekt leitet. ���Wir setzen deshalb fr��her an und wollen analysieren, wie Studienorganisation, Pr��fungsdichte, Vorgaben, Hochschulstrukturen und die Regeln des Studienalltags und das Hochschulumfeld mit psychischen Belastungen zusammenh��ngen."
Besonders der Start ins Studium bringe gro��e Ver��nderungen im Alltag mit sich und k��nne deshalb belastend sein, gerade auch f��r internationale Studierende, erkl��rt die Wissenschaftlerin.
Der Handlungsdruck sei hoch, so Ohlbrecht. ���In Deutschland studieren derzeit rund 2,88 Millionen junge Menschen. Nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks leben 16 Prozent der Studierenden mit einer studienerschwerenden Beeintr��chtigung. Bei 65 Prozent dieser Gruppe handelt es sich um psychische Erkrankungen."
Auch Krankenkassendaten zeigten diese Entwicklung, so die Soziologin weiter. ���Laut TK-Gesundheitsreport 2023 f��hlen sich 37 Prozent der Studierenden stark emotional ersch��pft. 2017 waren es noch 25 Prozent. Zudem stieg der Anteil der Studierenden, die mit Antidepressiva behandelt werden, von 2019 bis 2022 um 30 Prozent." Das Thema betreffe deshalb nicht nur einzelne Betroffene, so Prof. Ohlbrecht. ���Es ber��hrt Studienerfolg, Chancengerechtigkeit und die Frage, wie Hochschulen junge Menschen durch eine pr��gende Lebensphase tragen."
Wenig untersucht sei bislang aber, welche Rolle die Studienstrukturen dabei spielen. ���Wenn wir besser verstehen, welche Studienbedingungen Belastungen verst��rken oder verringern, k��nnen Hochschulen gezielt Ma��nahmen entwickeln, um Studierende zu unterst��tzen und gesundes Studieren zu erm��glichen.���
Daf��r kombinieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler qualitative und quantitative Methoden. In einem ersten Schritt f��hren sie Interviews und Analysen durch, um die wichtigsten Kontextbedingungen psychischer Gesundheit von Studierenden zu ermitteln. Befragt werden Studierende an verschiedenen Hochschultypen in Deutschland, darunter Universit��ten, Hochschulen f��r angewandte Wissenschaften, Fernhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen. Hinzu kommen Gespr��che mit Expertinnen und Experten sowie Gruppendiskussionen mit Hochschulangeh��rigen, die sich mit psychischer Gesundheit im Studium befassen.
Auf dieser Grundlage entwickelt das Forschungsteam einen standardisierten Fragenkatalog, der die Lebens- und Studienbedingungen sowie die Bed��rfnisse von Studierenden wissenschaftlich verl��sslich und differenziert erfasst. ���So erhalten wir einen pr��zisen und aussagekr��ftigen Datensatz, wie stark Studienbedingungen die psychische Gesundheit beeinflussen und an welchen Stellen Hochschulen handeln m��ssen���, so Prof. Philipp Pohlenz abschlie��end.��
Das Verbundprojekt ���Hochschulstrukturen und psychische Gesundheit: Die Bedeutung individueller und institutioneller Faktoren f��r die psychische Gesundheit Studierender ��� HoPsy��� l��uft von Januar 2026 bis Dezember 2028. Es wird vom Bundesministerium f��r Forschung, Technologie und Raumfahrt im F��rderschwerpunkt Wissenschafts- und Hochschulforschung gef��rdert.