Projekte
Aktuelle Projekte
Deutsches Thoraxregister (DTR)
Laufzeit: 06.01.2025 bis 31.12.2032
Das Deutsche Thoraxregister ist ein bundesweites, klinisches Register zur systematischen Erfassung thoraxchirurgischer Behandlungen in Deutschland. Ziel des Registers ist es, die Versorgungsrealität in der Thoraxchirurgie transparent abzubilden, die Behandlungsqualität kontinuierlich zu evaluieren und wissenschaftlich belastbare Grundlagen für Qualitätsverbesserung, Forschung und gesundheitspolitische Entscheidungen zu schaffen.
Im Register werden anonymisierte bzw. pseudonymisierte Patientendaten zu Indikationen, operativen und interventionellen Verfahren, perioperativem Management sowie zu Komplikationen und Outcomes erfasst. Der Schwerpunkt liegt auf malignen und benignen Erkrankungen des Thorax, insbesondere auf dem Lungenkarzinom, mediastinalen Erkrankungen, Brustwandpathologien sowie minimalinvasiven und offenen Operationsverfahren. Ergänzend werden Struktur- und Prozessdaten der teilnehmenden Zentren dokumentiert.
Das Deutsche Thoraxregister ermöglicht Benchmarking zwischen Kliniken, unterstützt die Zertifizierung von Zentren (z. B. Lungenkrebszentren), fördert die Generierung von Real-World-Evidence und dient als Plattform für multizentrische wissenschaftliche Auswertungen. Damit leistet es einen zentralen Beitrag zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der thoraxchirurgischen Versorgung in Deutschland.
MITT - Mitteldeutsches Immuntherapie-Register für Thoraxchirurgie
Laufzeit: 15.09.2025 bis 31.12.2029
Neoadjuvante Behandlungsregime in der Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) kommen in der klinischen Praxis immer häufiger zur Anwendung und stellen klinisch tätige Ärztinnen und Ärzte vor immer neue Herausorderungen. Insbesondere die beeindruckenden Behandlungsergebnisse neoadjuvanter Therapien mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren (Pembrolizumab, Nivolumab etc.) in Kombination mit etablierten Chemotherapeutika führen zu einer Neu-Bewertung bisher als etabliert geltender Behandlungsstrategien. Während diese Medikamente anfänglich nur im Rahmen klinischer Studien (z.B. CheckMate 816, Keynote-671 etc.) zur Anwendung kamen, werden seit der Zulassung verschiedener Präparate für die Therapie des operablen NSCLC immer häufiger neoadjuvant vorbehandelte Patientinnen und Patienten. Mitunter haben diese Patienten zusätzliche spezifische Probleme , die auf eine neoadjuvante Behandlung mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren zurückzuführen sind.
Zudem fordern das inkongruente radio-morphologische und histologische Ansprechen der Lungentumoren auf eine vorausgegangene Immun-Chemotherapie die Behandlerteams gegenwärtig bei der Festelegung der optimalen Therapiestrategie für den individuellen Patienten heraus.
Deshalb soll die Erfahrung mit im Rahmen der klinischen Praxis behandelten Patienten in einer multizentrischen Datenbank zusammengeführt werden, um so für künftige Entscheidungsprozesse Real-World-Evidence zu generieren. In die Analyse eingeschlossen werden neoadjuvant behandelte Patientinnen und Patienten, die aufgrund eines NSCLC operiert wurden.
UmbREALung - A Retrospective and Prospective, Observational, Real World Multi-cohort Study of Patients With Non-small Cell Lung Cancer (NSCLC) Initiating Approved Drugs Developed by AZ or as Part of an AZ Alliance (UmbREALung)
Laufzeit: 01.01.2025 bis 31.12.2029
s handelt sich um eine ambispektive, beobachtende, multizentrische und multikohortige Studie, die sich an Patientinnen und Patienten mit NSCLC richtet, bei denen in den teilnehmenden Ländern zugelassene Arzneimittel eingesetzt werden, die von AstraZeneca (AZ) oder im Rahmen einer AZ-Allianz entwickelt wurden – entweder als Monotherapie oder in Kombination und in jedem Krankheitsstadium. Es sind drei Kohorten vorgesehen, basierend auf dem Stadium des NSCLC (resektabel, nicht resektabel und metastasiert). Die multikohortige Studie ist modular aufgebaut. Für jede neue Indikation von Arzneimitteln, die von AZ oder im Rahmen einer AZ-Allianz entwickelt wurden, werden nach Erteilung der europäischen Marktzulassung (Marketing Authorization, MA) und deren Verfügbarkeit in den teilnehmenden Ländern separate spezifische Module eingerichtet.
Patientinnen und Patienten werden in die Studie eingeschlossen, wenn sie zugelassene Arzneimittel, die von AZ oder im Rahmen einer AZ-Allianz entwickelt wurden, gemäß den Einschlusskriterien erhalten haben (retrospektiv), erhalten (retrospektiv und prospektiv) oder erhalten werden (prospektiv).
Der Behandlungsplan und die Therapieentscheidung werden von der jeweils behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt unabhängig und bereits vor der Aufnahme in diese Studie getroffen.
Bioartifizielles humanes Atemwegsmodell
Laufzeit: 01.01.2019 bis 31.12.2028
Die Arbeitsgruppe Experimentelle Thoraxchirurgie arbeitet im Bereich des Tissue-Engineering. Thematisch geht es um die künstliche Herstellung menschlicher Gewebe als Testsysteme für die Forschung. Kennzeichnend für die von uns entwickelten Gewebe ist die Verwendung von humanen Primärzellen aus der Atemwegsschleimhaut. Ziel des Projektes ist es, ein 3D-Model des respiratorsichen Epithels mit physiologischer Barrierefunktion aufzubauen. Dazu werden verschiedene biomechanische Umgebungsbedingungen untersucht. Das Epithel wird durch den Nachweis und die Messung von Zilien und TEER-Messungen näher beschrieben. In der Infektionsforschung konnten mit Hilfe der Modelle neue Erkenntnisse bei der Ausbreitung von Virusinfektionen in den Atemwegen generiert werden.
ZIM-Netzwerk "In silico MedTech"
Laufzeit: 21.11.2024 bis 31.12.2028
Ziele des Netzwerks sind fachliche Verschränkungen der drei Ebenen Klinik, Forschung und Unternehmen, um gezielt die Entwicklung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen voranzubringen. Ziel ist es ferner, Verfahren, Prozesse und Produkte aus der Medizin, der Medizintechnik und weiteren Bereichen der Gesundheitswirtschaft mittels Digitalisierung, IT und KI in diesem Netzwerk aus nicht redundanten Kompetenzen der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Kliniken zu konkretisieren, zu diskutieren, Lösungen zu planen und Entwicklungsprojekte umzusetzen. Ein weiteres Ziel ist es mit einer idealen Dialogregie zwischen Medizin, Medizintechnik, IT, Gesundheitswirtschaft und Pharma Lösungen für die mannigfaltigen, aktuellen Herausforderungen zu bieten.
Die Vision des Netzwerks ist, einen entscheidenden Beitrag zu leisten, um diesen Entwicklungen mit Hilfe von konkreten, dynamischen Anpassungen aus produktseitigen Entwicklungen der KMU zu begegnen. Wir möchten nicht nur die Digitalisierung und Effizienz im Gesundheitswesen vorantreiben, wir möchten auch Ärzte und medizinisches Personal entlasten. Gleichzeitig sollen die erdachten und entwickelten Lösungen bei gleichbleibend hoher Qualität die Patientensicherheit erhöhen und Patientenversorgung verbessern. In unserer Vision können durch moderne Methoden und intelligente Geräte langfristig Kosten im Gesundheitsbereich eingespart werden und dabei die entwickelnden KMU ins Licht der Aktivität rücken.
Digitaler Zwilling des Thorax
Laufzeit: 01.01.2025 bis 31.12.2027
Ziel des vorliegenden Projektes ist die KI-basierte Bilddatenauswertung zur Modellierung eines „digitalen und physischen Thorax Twins". Dieser wird Sensor-gestützt trainiert und parametrisiert, um thorakale (inklusive intrapleurale) Bewegungen, Kräfte- und Druckverteilungen vorherzusagen.
Nachwuchsakademie „Patientenorientierte Forschung in der Thoraxchirurgie“
Laufzeit: 16.12.2024 bis 31.12.2027
Die erste Nachwuchsakademie „Patientenorientierte Forschung in der Thoraxchirurgie“ hat zum Ziel, den ärztlichen und nicht-ärztlichen wissenschaftlichen Nachwuchs in der Thorax-Medizin zu fördern. Durch Teilnahme an der Nachwuchsakademie werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, ihre eigenen Forschungsideen zur patientenorientierten Forschung zu qualitativ hochwertigen Förderanträgen weiterzuentwickeln und eine erste eigene Förderung zu erhalten. Mit der Nachwuchsakademie entsteht für die Teilnehmenden zudem ein wissenschaftliches Umfeld, um ihr eigenes Forschungs-Netzwerk zu vergrößern. Mit der hier beantragten Nachwuchsakademie soll die patientenorientierte Forschung in der Thoraxchirurgie und thematisch verwandter Forschungsgebiete durch Förderung des ärztlichen und nicht-ärztlichen wissenschaftlichen Nachwuchses mittelfristig gestärkt werden.
Neoadjuvantes Nivolumab (NIVO) in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie bei Patientinnen und Patienten mit nicht-metastasiertem, resektablem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC): Die deutsche nicht-interventionelle NENI-Studie
Laufzeit: 01.01.2025 bis 31.12.2027
In der CheckMate-816-Studie zeigte die neoadjuvante Therapie mit Nivolumab (NIVO) in Kombination mit Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen des ereignisfreien Überlebens (event-free survival, EFS) sowie der pathologischen Komplettremissionsrate (pathologic complete response, pCR) bei Patientinnen und Patienten mit resektablem NSCLC. NIVO in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie ist in den USA und in der EU als neoadjuvante Therapie für erwachsene Patientinnen und Patienten mit resektablem NSCLC (Tumoren ≥ 4 cm oder nodal positiv) zugelassen sowie in der EU zusätzlich als neoadjuvante Therapie für erwachsene Patientinnen und Patienten mit resektablem NSCLC mit hohem Rezidivrisiko und einer Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 %.
Die offene, prospektive, einkohortige, multizentrische, nicht-interventionelle NENI-Studie hat das Ziel, dieses Therapieregime in der klinischen Routine in Deutschland zu evaluieren.
Studiendesign:
Die Rekrutierung für die prospektive, beobachtende Studie läuft derzeit. Geplant ist der Einschluss von 400 Patientinnen und Patienten an 40 Studienzentren in Deutschland. Einschlussfähig sind erwachsene Patientinnen und Patienten mit nicht-metastasiertem, resektablem NSCLC mit hohem Rezidivrisiko und einer Tumor-PD-L1-Expression ≥ 1 %, sofern die Entscheidung zur Einleitung einer neoadjuvanten Behandlung mit NIVO + Chemotherapie gemäß der in der EU zugelassenen Indikation getroffen wurde. Die geplante Rekrutierungsphase beträgt 24 Monate (2023 bis 2025).
Während der vorgesehenen Nachbeobachtungszeit von bis zu 5 Jahren erfolgen die Untersuchungen gemäß der lokalen klinischen Routine zu folgenden Zeitpunkten: zu Studienbeginn (Baseline), in den Wochen 3, 6 und 9 nach Therapiebeginn, zum Zeitpunkt der Operation sowie in den Monaten 3, 6, 9, 12, 18, 24, 36, 48 und 60 nach der Operation. Der Abschluss der Nachbeobachtungsphase wird für das Jahr 2030 erwartet.
Der primäre Endpunkt ist das ereignisfreie Überleben (EFS) über einen Nachbeobachtungszeitraum von 5 Jahren. Zu den sekundären Endpunkten zählen die pCR-Rate, weitere pathologische Ansprechraten, die Tumoransprechrate, Patientencharakteristika, operationsbezogene Ergebnisse (Art der Operation, chirurgischer Zugangsweg, Vollständigkeit und Ausmaß der Resektion sowie Anzahl der resezierten Lymphknoten), die Dauer des Krankenhausaufenthalts, die Zeit bis zur nächsten Therapie, nachfolgende Behandlungen, Sicherheit sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität, erfasst mittels EQ-5D-3L.
Explorative Zielgrößen umfassen das Gesamtüberleben über einen Nachbeobachtungszeitraum von 5 Jahren (gesamt sowie in Subgruppen), den Zusammenhang zwischen pCR und Gesamtüberleben oder EFS sowie die Beschreibung des Patientenpfads. Alle Auswertungen erfolgen deskriptiv.
TACTIC (Towards co-evolution in human-technology interfaces)
Laufzeit: 01.01.2024 bis 01.02.2027
Wissenschaftliche Ziele
Die Idee der Co-Evolution an der Mensch-Technologie-Schnittstelle beruht darauf, dass sowohl die biologische Seite wie auch die technische Seite eines Interfaces nicht nur dynamisch und adaptiv sind, sondern in ihrer Adaptivität die der Gegenseite mitberücksichtigen. Die Untersuchung dieser Beeinflussung führt zu einem vertieften Verständnis der Ursachen nicht-gewünschter Prozesse, etwa bei der Maladaption entzündlicher Prozesse an unerwünschte Veränderungen der Implantat-Oberflächen. Mit diesem Verständnis eröffnen sich dann neue Strategien, gewünschte Prozesse im Sinne einer Co-Evolution zu unterstützen. Hierzu zählen Möglichkeiten adaptiver Technologien und Sensorik-Ansätzen, die sich auf individuelle Dynamiken im biologischen System einstellen können, oder auch die Entwicklung von Prozess-bewussten Technologien, die gewünschte Dynamiken im biologischen System herbeiführen können.
Intendierte Strategische Ziele
Die TACTIC GS-Module sind so ausgerichtet, dass zusätzliche translationale Expertisen auf dem Querschnittsbereich der Medizintechnik, Sensorik, und Künstliche Intelligenz (KI) am Standort gestärkt werden können, mit dem Ausblick, die Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten im Land zu stärken. Eine enge Verschränkung von Lebenswissenschaften und Ingenieurswissenschaften wird über alle Module angestrebt, um zukünftige Verbundprojekte in diesem Bereich zu ermöglichen. Darüber hinaus soll durch die Einbindung von KI eine Stärkung des Profilbereichs Medizintechnik entstehen. Durch Internationalisierung der Forschungsschwerpunkte ermöglicht TACTIC eine Vernetzung mit EU-Partnern, was eine wichtige Voraussetzung für die Ausrichtung von Konsortien ist, um auch die Wissenschaft in Sachsen-Anhalt zu stärken.
Arbeitsprogramm
Die GS umfasst 3 Module mit insgesamt 9 Promovierenden. Die thematische Vernetzung entsteht durch Promotionsthemen, denen parallel mindestens zwei thematische Module zugeordnet sind. Jedes der 3 thematischen Module – Interaction, KI und Interface – wird mit je 3 Promotionsstellen (100%) ausgestattet. Ziel ist es, unsere Promovierenden sowohl für den akademischen, als auch privatwirtschaftlichen Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Durch Doktorandenseminare soll interdisziplinäre Kompetenz vermittelt werden. Durch jährlichen Thesis-Komitee-Meetings und-TACTIC Symposien wird die Entwicklung der Promovierenden unterstützt. Ein internat. Netzwerk soll durch Präsentationen auf internat. Kongressen und selbstorganisierten Symposien aufgebaut werden.
Abgeschlossene Projekte
WOPP- trial: Pulmonary wedge resection plus parietal pleurectomy (WRPP) versus parietal pleurectomy (PP) for the treatment of recurrent primary pneumothorax
Laufzeit: 22.05.2020 bis 31.12.2025
Die WOPP Studie ist eine prospektiv-randomisierte zweiarmige Multicenter-Studie. Bei der Studie werden 2 Operationsverfahren direkt miteinander verglichen. Beide Operationsverfahren sind seit Jahren etabliert und ihre Wirksamkeit wurde in klinischen Studien dokumentiert. Jedoch wurden beide operativen Verfahren bisher nicht gegen-einander in einer prospektiven klinischen Studie verglichen.
Die experimentelle Therapie ist die zusätzliche Oberlappen-Keilresektion (experimenteller Arm), die Standardtherapie ist die alleinige parietale Pleurektomie (Kontrollarm). Eine Verblindung des Patienten und des Chirurgen ist nach der Randomisierung nicht möglich, da das durchgeführte Verfahren auf den postoperativ angefertigten Röntgenbildern auch für den Laien erkennbar ist.
Insgesamt werden 360 Patienten in die Studie eingeschlossen
Die Einschlusskriterien für die Teilnahme eines Patienten an der WOPP Studie sind:
- Pat. 15 - 40 Jahre
- Rezidiv eines primären PTX
- therapierefraktäres PTX Erstereignis
- Patientenwunsch (Patient will nach ausführlicher Aufklärung bereits nach dem Erstereignis operiert werden)
Als Ausschlusskriterien gelten:
- manifeste pulmopleurale Fistel
- bekannte zugrundeliegende Lungenerkrankung
- vorausgegangene Thoraxoperation ipsilateral (Thoraxdrainagen zählen nicht als Thorax-OP)
- vorausgegangener Pleurodeseversuch
- Konversion zur Thorakotomie
Als primärer Zielparameter verfolgt die WOPP Studie die Rezidivfreiheit innerhalb der kritischen ersten 24 Monate nach einer VAT Operation. Als weitere sekundäre Zielparameter werden zusätzlich ermittelt:
- peri- und postoperative Morbidität
- postoperative Schmerzen (in Ruhe/bei Belastung)
- Drainagedauer
- Operationsdauer
- postoperative Krankenhausaufenthaltsdauer
- funktionelle Belastbarkeit bzw. Lebensqualität (gemessen mit SF-36 Bogen)
- Behandlungskosten (Trokare, Stapler).
Aufbau, Optimierung und Charakterisierung eines 3D-humanen Atemwegmodells als Infektionsmodell
Laufzeit: 15.08.2019 bis 22.09.2025
Der Aufbau von in vitro-Atemwegsmodellen wird für pathomechanistische Analysen von
Atemwegserkrankungen immer wichtiger. Im Rahmen dieser Arbeit wurden 3D-humane
Atemwegsmodelle auf einer biologischen Matrix aufgebaut. Prim.re, humane
Bronchialepithelzellen und Fibroblasten wurden aus Bronchusgewebe isoliert und die
Epithelzellen in zwei verschiedenen Medien (AECG oder PC Ex+) kultiviert und mittels
Immunfluoreszenz charakterisiert. Zum Aufbau der 3D-Modelle wurden die Epithelzellen auf
einer biologischen Kollagenmatrix mit Fibroblasten unter Air-Lift-Bedingungen und in zwei
verschiedenen Kulturmedien (AECG oder PC ALI) über 21 Tage kultiviert. Die 3D-Modelle
wurden mittels Histologie, Immunfluoreszenzf.rbung und TEER-Messungen charakterisiert.
Kinozilien wurden durch Western Blots und durch Mikroskopie mit einer
Hochgeschwindigkeitskamera charakterisiert. In 2D-Kulturen mit PC ALI wurden vermehrt Ki-
67-positive Zellen und eine geringere Anzahl an KRT-14-positiven Zellen festgestellt. In 3DModellen
führte die Kultivierung mit AECG zu einem hypertrophen Epithelgewebe. Die mit PC
ALI kultivierten Modelle entwickelten ein differenziertes Bronchialepithel mit einer h.heren
Muc5B/AC-Sekretion. TEER-Messungen best.tigten eine stabile Epithelbarriere mit PC ALI.
Western Blots zeigten mehr ac. α-Tubulin (Zilienkomponente) mit PC ALI, jedoch bei beiden
Medienans.tze eine physiologische Zilienschlagfrequenz um die 10 Hz. Die mit PC ALIMedium
kultivierten 3D-humanen Atemwegsmodelle zeigten eine hohe in vivo/in vitro-
Korrelation. Sie schlie.en eine translationale Lücke zwischen 2D-Kulturen bzw. Modellen mit
geringer Komplexit.t und Tierversuchen.
Implementierung der roboterassistierten Thorakoskopie (RATS) am Universitätsklinikum Magdeburg
Laufzeit: 24.01.2022 bis 15.09.2025
Die RATS ist eine Weiterentwicklung der VATS, wobei einige Nachteile der VATS überwunden und die
Vorteile der minimalinvasiven Chirurgie beibehalten werden. Einen wichtigen Aspekt bei der sicheren
Implementierung eines neuen Operationsverfahrens stellen die Lernkurven des Operationsteams dar.
Eine Lernkurve beschreibt einen Zeitraum bzw. eine Anzahl Fälle, während derer das Operationsteam
Kompetenz erlangt. Dieser Lernprozess kann anhand von chirurgischen Ergebnisparametern
nachvollzogen werden.
In dieser Arbeit wurde die Implementierung der RATS im Universitätsklinikum Magdeburg untersucht.
Im Fokus stand der Einfluss personeller Veränderungen, sowohl im Ärzteteam als auch im OPFunktionsdienst,
auf mögliche Lernkurven des Operationsteams bei der Etablierung der RATS.
Es wurde eine retrospektive monozentrische Kohortenstudie durchgeführt, welche 88 in den Jahren
2018-2021 durchgeführte RATS-Operationen betrachtet. Die Ermittlung der Lernkurven erfolgte
anhand der chirurgischen Ergebnisparameter Dockingzeit, Konsolenzeit, Operationszeit und
Blutverlust. Die Veränderungen der genannten Parameter mit zunehmender Anzahl durchgeführter
RATS-Operationen wurden in Punktdiagrammen visualisiert und auf das Vorhandensein möglicher
Lernkurven untersucht.
Es gelang für die Dockingzeit und den Blutverlust eine typische Lernkurve nachzuweisen. Für die
Konsolen- und Operationszeit war dies nicht möglich.
Operative Versorgungssituation des NSCLC in der Universitätsmedizin Magdeburg: Vergleich der Zugangswege Thorakotomie und Videoassistierte Thorakoskopie (VATS) im Hinblick auf die Behandlungsergebnisse und den klinischen Ressourcenbedarf
Laufzeit: 23.05.2022 bis 24.06.2025
Bei der operativen Behandlung des Nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (engl. non-small-cell lung cancer, NSCLC) hat sich neben der Thorakotomie die minimalinvasive videoassistierte Thorakoskopie (VATS) als operatives Zugangsverfahren etabliert. In der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit erfolgt der Vergleich der beiden Zugangswege inklusive der Konversionsthorakotomie in Bezug auf das klinische Behandlungsergebnis und den perioperativen Ressourcenverbrauch. Zusätzlich wurden die perioperativen Resultate in Abhängigkeit vom Tumorstadium sowie der Dauer der Etablierung der Behandlungsverfahren am Universitätsklinikum Magdeburg ermittelt. Das Untersuchungskollektiv bestand aus 135 NSCLC-Patienten, die in den Jahren 2017 bis 2020 in der Abteilung Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Magdeburg operiert wurden. Die Auswertung der Datensätze erfolgte retrospektiv. In den Ergebnissen imponierte in weiten Teilen eine Überlegenheit des VATS-Verfahrens gegenüber der Thorakotomie in Bezug auf das Patientenoutcome (u.a. kürzerer Krankenhausaufenthalt, geringerer intraoperativer Blutverlust, geringere Krankenhausmortalität). Die Konversionsthorakotomie zeigte schlechtere Resultate als die primär offen-chirurgisch geplante Thorakotomie (u.a. gesteigerter Bedarf an Erythrozytenkonzentraten, höhere Komplikationsrate). Die Patienten in den operierten NSCLC-Spätstadien III und IV zeigten im Vergleich zu den Frühstadien eine Tendenz zu erhöhter Morbidität. Bei der Betrachtung der Ergebnisse im Jahresverlauf seit Klinikgründung fällt eine positive Entwicklung in wichtigen Outcomeparametern auf (u.a. reduzierter intraoperativer Blutverlust, geringere Komplikationsrate, gesunkene Krankenhausmortalität). Insgesamt bestätigt die vorliegende Arbeit der VATS eine gute Anwendbarkeit bei individueller Indikationsstellung.
3D Trainingsmodell für thorakale Operationen und Interventionen
Laufzeit: 01.01.2022 bis 31.12.2022
In der minimalinvasiven Chirurgie (MIC) stellt der Brustkorb aufgrund seiner rigiden Hülle aus Rippen, Brustbein und Wirbelsäule und den durch sie geschützten sensiblen und hochempfindlichen inneren Organen eine besondere Herausforderung an Entwickler und Behandlungsteams dar.
Zudem erfordert die minimalinvasive Brustkorbchirurgie von Ärzten besondere psychomotorische Fähigkeiten. Grundlegende praktische Fähigkeiten sollten bereits außerhalb des Operationssaals erlernt und perfektioniert werden.
Das Magdeburger Thorax-Modell bildet die räumliche Situation im menschlichen Thorax exakt ab. Als chirurgisches Trainingsmodell ermöglicht es Studenten, Ingenieuren, Pflegekräften und Ärzten, Interventionen und Operationen am Thorax wirklichkeitsnah zu studieren und zu üben.
Das Modell wurde aus Patientendaten generiert und ist deshalb eine 1:1 Kopie eines menschlichen Brustkorbs. Für die unterschiedlichen Anforderungen steht ein männlicher Brustkorb ("Otto"), ein weiblicher Brustkorb ("Editha") und ein Kinderbrustkorb ("Liudolf") zur Verfügung.
Aufgrund des angewandten additiven Fertigungsverfahrens können individuelle Anwenderwünsche bei der Implementierung von speziellen Funktionen und Eigenschaften berücksichtigt werden.
Als inaktives Modell ist das Magdeburger Thoraxmodell einfach zu installieren und flexibel und kosteneffizient in der Anwendung.
Für die Weiterentwicklung des F&E Ansatzes wurde in 04/2022 die MD2B-LifeSciences GmbH als Spin-Off ausgegründet.
Entwicklung eines Thorax-OP Trainingsmodells
Laufzeit: 01.01.2021 bis 31.12.2021
In der minimalinvasiven Chirurgie (MIC) stellt der Brustkorb aufgrund seiner rigiden Hülle aus Rippen, Brustbein und Wirbelsäule und den durch sie geschützten sensiblen und hochempfindlichen inneren Organen eine besondere Herausforderung an Entwickler und Behandlungsteams dar.
Zudem erfordert die minimalinvasive Brustkorbchirurgie von Ärzten besondere psychomotorische Fähigkeiten. Grundlegende praktische Fähigkeiten sollten bereits außerhalb des Operationssaals erlernt und perfektioniert werden.
Das Magdeburger Thorax-Modell bildet die räumliche Situation im menschlichen Thorax exakt ab. Als chirurgisches Trainingsmodell ermöglicht es Studenten, Ingenieuren, Pflegekräften und Ärzten, Interventionen und Operationen am Thorax wirklichkeitsnah zu studieren und zu üben.
Das Modell wurde aus Patientendaten generiert und ist deshalb eine 1:1 Kopie eines menschlichen Brustkorbs. Für die unterschiedlichen Anforderungen steht ein männlicher Brustkorb ("Otto"), ein weiblicher Brustkorb ("Editha") und ein Kinderbrustkorb ("Liudolf") zur Verfügung.
Aufgrund des angewandten additiven Fertigungsverfahrens können individuelle Kundenwünsche bei der Implementierung von speziellen Funktionen und Eigenschaften berücksichtigt werden.
Als inaktives Modell ist das Magdeburger Thoraxmodell einfach zu installieren und flexibel und kosteneffizient in der Anwendung.
Ex-vivo Lungenperfusionssystem als Testsystem für translationale Forschungsansätze
Laufzeit: 01.01.2019 bis 30.09.2020
Aufbaue eines Ex-Vivo Lungenperfusionsmodelles (EVLP), das unter möglichst physiologischen Bedingungen entnoes Lgegewebe über einenmehrstündigen Zeitraum perfundiert und ventiliert. Neben dem klinischen Einsatz in der Transplantationsmedizin eignen sich EVLPs für die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen in der thoraxchirurgischen Forschung. Mittels des EVLP Systemes können künftig klinische Interventionen verschiedenster Fachrichtungen getestet und trainiert werden (z.B. interventionelle Radiologie). EVLP stellen hierbei eine optimale präklinische Zwischenstufe zwischen den Kleintierexperimenten und der Forschung am Menschen dar, da sie biochemisch, anatomisch und physiologisch der klinischen Situation sehr ähnlich sind. E