HIGHTECH-FORSCHUNG IM DENKMALGESCHÜTZTEN KLINKERGEBÄUDE
Mit einer Festveranstaltung wurde am 3. Dezember 2010 eines der ältesten Bauwerke auf dem Campus des Universitätsklinikums, das Haus 1, nach umfassenden Umbau- und Sanierungsarbeiten als moderne Forschungsstätte für Klinisch-Theoretische Institute offiziell eingeweiht.
In Anwesenheit von Sachsen-Anhalts Kultusministerin, Prof. Dr. Birgitta Wolff, Vertretern des Bauministeriums und des Landesbetriebes Bau, dem Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Klaus Erich Pollmann, Vertretern des Universitätsklinikums Magdeburg, Mitarbeitern der bauausführenden Firmen sowie den Nutzern der neuen Räumlichkeiten im Haus 1 nahm der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Hermann-Josef Rothkötter, den Schlüssel für das neue Forschungsgebäude entgegen.
Im Inneren des Hauses 1 sind auf ca. 4.800 m² Nutzfläche Labore, Büroräume, Seminarräume, Sozialräume und Technikzentralen entstanden, die den hohen baulichen und technischen Anforderungen gerecht werden und hochmoderne Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät bieten.
In dem sanierten Gebäude werden das Institut für Humangenetik, das Institut für Klinische Pharmakologie, das Institut für Biochemie/Zellbiologie, Forschungslabore des Zentrums für Innere Medizin sowie das Referat für Forschung und Forschungsverfügungsflächen angesiedelt sein.
Durch die räumliche Zusammenführung von Forschungsschwerpunkten sowie der gemeinsamen Nutzung großer Laborflächen werden Synergieeffekte möglich, die die Forschungsschwerpunkte der Universitätsmedizin Magdeburg stärken.
Etwa 85 Firmen, darunter mehr als 60 Büros und Unternehmen aus der Region Sachsen-Anhalt, waren mit der Planung und Bauausführung beauftragt.
Die Finanzierung der Baumaßnahmen für Haus 1 in Höhe von rund 21 Mio. Euro erfolgte zu 75 Prozent aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE IV) und zu 25 Prozent aus nationalen Mitteln für den Hochschulbau.
Zum Gebäude
Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk wurde im Jahr 1891 als ein Teil der damaligen Sudenburger Krankenanstalten errichtet. Das Haus 1 ist ein viergeschossiger Mauerwerksbau mit einer Lochfassade und einem Walmdach. Der nach Nord-Süden ausgerichtete Bauwerkskörper mit einem überhöhten Mittelteil und sich absetzenden Seitenflügeln erstreckt sich über eine Länge von 102 Meter. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude am nördlichen Seitenflügel zerstört und anschließend - allerdings nicht originalgetreu - wieder hergerichtet.
Im Juni 2006 war der Planungsauftrag für den Umbau des Hauses 1 erteilt worden, im Mai 2008 begannen fristgemäß die Arbeiten zur kompletten Sanierung des Gebäudes. In einem ersten Bauabschnitt erfolgten horizontale und vertikale Abdichtungsmaßnahmen zur Trockenlegung des Gebäudes. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Erneuerung der vom Hausschwamm befallenen Teile der Holzbalkendecke und der Dachkonstruktion.
In enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege erfolgte die Sanierung der gesamten Klinkerfassade, die analog der ursprünglichen Fassadengestaltung weitestgehend wieder hergestellt werden konnte. Zwar wichen die nach der Beseitigung der Kriegsschäden aufgesetzten Schleppgauben im nördlichen Teil vom ursprünglichen Originalzustand ab, sollten aber bei der Sanierung nutzungsbedingt erhalten bleiben.
In der Vergangenheit wurde das Haus überwiegend als Klinikgebäude genutzt, vorübergehend aber auch Instituten zur Verfügung gestellt. Künftig wird das Haus ausschließlich eine Stätte der Forschung sein. Eine wesentliche Voraussetzung für die Nutzung des Gebäudes als Forschungsgebäude mit zahlreichen Laborräumen mit 142 Laborarbeitsplätzen war jedoch der Austausch ganzer Deckenfelder aufgrund statischer Erfordernisse.