Tierversuche an der Universität Magdeburg

Tierversuchsbasierte Forschung ist eine wichtige Grundlage für den biomedizinischen Fortschritt. Nur an einem lebenden Tier können die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Organen, Zellen, Zellbausteinen und dem Verhalten vollständig untersucht werden. Deshalb ist die Grundlagenforschung auf Tierversuche angewiesen. Allerdings lässt sich in der biomedizinischen Forschung nicht in jedem Fall klar die Grundlagen- von der angewandten Forschung trennen. Die Übergänge von der Erforschung grundlegender physiologischer Prozesse zum Verständnis von Krankheitsprinzipien bis hin zur Entwicklung von Therapien sind fließend.

Die Tierversuche, die an der Universität Magdeburg durchgeführt werden, reichen von Verhaltensstudien mit reiner Beobachtung bis hin zu Versuchen, mit deren Hilfe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtige neue Erkenntnisse über grundlegende biologische oder neurowissenschaftliche Zusammenhänge gewinnen und die der Entwicklung neuer Therapien von Krankheiten dienen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg LIN und dem Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen Magdeburg DZNE schafft Synergien, bündelt Kompetenzen und ist die Basis für erfolgreiche Forschungsvorhaben wie der Sonderforschungsbereich SFB „Neurobiologie motivierten Verhaltens“, in dem an Mensch und Tier parallel geforscht wird, oder auch das Graduiertenkolleg „Die alternde Synapse - molekulare, zelluläre und verhaltensbiologische Mechanismen des kognitiven Leistungsabfalls“.

Tierversuche werden an der Universität Magdeburg nur dann eingesetzt, wenn es keine adäquaten Alternativen gibt und ein wesentlicher wissenschaftlicher Erkenntniszugewinn erwartet wird oder, um in der Lehre Fähigkeiten zu schulen und Kenntnisse zu vermitteln, deren Aneignung zwingend notwendig sind. In der studentischen Lehre der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sind Tierversuche in den zurückliegenden 20 Jahren drastisch gesenkt worden und haben noch einen Umfang von weniger als 10 Prozent der Versuche, die in den 1990er Jahren in den selben Lehrveranstaltungen durchgeführt wurden.

Das öffentliche Interesse an Tierversuchen ist groß. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat sich daher zu Transparenz verpflichtet. Das heißt auch, die Öffentlichkeit und Menschen mit anderer Meinung als Dialogpartner ernst zu nehmen, auf Verständlichkeit zu achten und auf Anfrage zu informieren.

Die Magdeburger Universität hat die Basler Deklaration unterzeichnet und fühlt sich den darin formulierten Leitlinien verpflichtet.

An der Universität Magdeburg werden Tierversuche ausschließlich nach gesetzlichen Handlungs­richtlinien beantragt und durchgeführt.

Die Wissenschaft in Deutschland informiert mit der Initiative „Tier­ver­suche verstehen“ umfassend und transparent über Tierversuche in der Forschung.