Uni startet klimafreundlich ins neue Jahr
Der Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am Universitätsplatz kommt mit dem Anschluss an die Fernwärme der Städtischen Werke Magdeburg GmbH & Co. KG (SWM Magdeburg) einen großen Schritt weiter auf ihrem Weg zu einem klimaneutralen Campus. Seit heute ist das Energienetz an das Fernwärmenetz der SWM angebunden.
Das Fernwärmenetz der SWM speist sich aus unvermeidbarer Abwärme der Müllverbrennung und ermöglicht so eine klimaschonende und kosteneffiziente Energieversorgung. Durch die Umstellung werde die Universität jährlich etwa 2.100 Tonnen CO₂ einsparen – eine Reduktion der Emissionen aus der Wärme- und Kälteerzeugung um beeindruckende 91 Prozent, so der Rektor, Prof. Dr. Ing. Jens Strackeljan. „Mit dem Anschluss an die klimafreundliche Fernwärme und den nahezu vollständigen Verzicht auf fossile Energieträger setzen wir ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit und übernehmen Verantwortung für die Zukunft.“
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat damit im Rahmen des Projekts „Neubau Energiekonzept 2020“ ein umfassendes und nachhaltiges Energieversorgungskonzept für ihren Campus final umgesetzt. Mit einem Gesamtbudget von 22,2 Millionen Euro, bereitgestellt durch das Land Sachsen-Anhalt, war wesentlicher Bestandteil des Projekts der Neubau einer Zentralen Versorgungsanlage (ZVA). Darüber hinaus wurden die Wärmenetze erneuert und neue Kälteversorgungsnetze installiert, die durch moderne Technologien energieeffizient betrieben werden.
Ergänzend wurden Lichtwellenleiter zur Anbindung des Rechenzentrums sowie Photovoltaikanlagen zur Eigenstromerzeugung errichtet. Derzeit sind ca. 1500 Kilowatt peak an PV-Leistung auf den verschiedenen Campusteilen der Universität verbaut. Auch im Bereich Kälteversorgung setzt die Universität auf ein hybrides System: Die Kälteerzeugung soll zukünftig zu einem Großteil mit einer Absorptionskälte durch die Fernwärme erzeugt werden und die Grundlast abdecken. Die zusätzlichen Kältebedarfe werden über Kompressionskältemaschinen und Freikühlern erzeugt, da hierfür der aus den Photovoltaikanlagen gewonnene Strom verwendet werden kann.
Die Universität kann über den Fernwärmeanschluss gleichzeitig bis zu rund 7,2 Megawatt Wärmeleistung beziehen, zum Heizen von Gebäuden und für Warmwasser. Perspektivisch könnte auch das Studentenwerk Magdeburg mit seinen Einrichtungen angeschlossen werden.
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Bild 1 // Mitarbeiter der SWM, der Firma Redlich und der Firma Whilo als Projektpartner prüfen vor der Freischaltung der Fernwärme die 4 Pumpen für das interne Nahwärmenetz der Wärmeversorgung im Gebäude der Zentralen Versorgungsanlage auf dem Unicampus. Die Pumpen führen seit heute Vormittag Heißwasser aus dem klimafreundlichen Fernwärmenetz der SWM. // Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg