Während des Aufenthalts

Variable Kosten für Elektrizität, Wasser und Heizung

Der folgende Abschnitt ist vor allem wichtig, wenn Sie einen Mietvertrag mit variablen Kosten, also bestehend aus Warmmiete und Kaltmiete, haben.

Einige der sogenannten Nebenkosten richten sich nach Ihrem individuellen Verhalten sowie Ihren persönlichen Vorlieben. Die Verbrauchswerte für Elektrizität, Wasser und Heizkosten sind variabel und müssen daher regelmäßig gemessen werden. Üblicherweise einmal im Jahr werden dafür die entsprechenden Zähler ausgelesen. Haben Sie mehr als im Vorjahr verbraucht, müssen Sie mit einer Nachzahlung rechnen, haben Sie hingegen weniger verbraucht, bekommen Sie einen Differenzbetrag zurückgezahlt. Die Messungen beziehen sich immer auf den Verbrauch des Vorjahres.

 Nach der Abrechnung kann es - wie oben schon beschrieben passieren, dass Sie Geld zurückbekommen oder auch nachzahlen müssen (abhängig von Ihrem tatsächlichen Verbrauch). Außerdem wird basierend auf Ihrem Verbrauch des vorherigen Jahres eine sogenannte „Abschlagszahlung“ berechnet. Dies ist der geschätzte Wert, der neben der Kaltmiete monatlich an den Vermieter überwiesen werden muss (in einer Summe). Diese Abschlagszahlung ist eine Schätzung, die auf vergangenen Verbrauchswerten beruht. Nach der Messung der Werte wird dies mit den realen Verbrauchswerten verrechnet und die Differenz ausgezahlt oder gutgeschrieben.

Ablesung der Zähler zur Messung des tatsächlichen Verbrauchs

Die Zähler zur Messung des Verbrauchs an Wasser, Elektrizität und Heizkosten befinden sich meistens innerhalb der Wohnung (manchmal aber auch im Keller). Kurz bevor es an der Zeit für eine Ablesung ist (einmal im Jahr, oft im Dezember oder Januar), erfolgt normalerweise eine Ankündigung im Hausflur oder per Brief, in der der genaue Termin zur Ablesung genannt wird. Zu diesem Termin sollte mindestens eine Person in der Wohnung sein, um den Mitarbeiter des Ableseservice hereinzulassen. Die Ablesung dauert normalerweise nur wenige Minuten. Es ist wichtig, die Ablesetermine zu beachten sollten sie den Termin mehrmals verpassen, kann es passieren, dass Ihnen eine Gebühr auferlegt wird.

Energie sparen

Ein sparsamer Umgang mit Rohstoffen und Energie hat einen großen Einfluss auf Ihre Nebenkostenabrechnung. Wenn Sie beispielsweise die Heizung im Winter ständig auf der maximalen Stufe laufen lassen und die Wohnung nur durch Öffnen der Fenster abkühlen, kann es passieren, dass Sie nach einem Jahr eine Nachzahlung von mehreren hundert Euro leisten müssen. Besonders Studenten aus Ländern mit wärmerem Klima sollten sich mit der Funktion von Heizsystemen und ihrer verantwortungsvollen Benutzung vertraut machen. Besonders im Winter gibt es ein paar einfache Regeln, die es zu befolgen gilt. Im Winter kann es unter Umständen recht kalt in Deutschland werden (minus 10 Grad Celsius und mehr sind möglich). Wenn die Fenster dabei zu lange offen gelassen werden, kann es schnell passieren, dass eine hohe Heizkostenrechnung entsteht. Wird andererseits nie gelüftet, ist zum einen die Luft in der Wohnung verbraucht, zum anderen kann auch Schimmel entstehen, da sich die Feuchtigkeit aus der Luft an den Wänden, Fenstern und Gegenständen in der Wohnung absetzt. Besonders in der kalten Jahreszeit ist eine gute Heiz- und Lüftungsstrategie wichtig.

Hausmeister, Hausverwaltung

In Häusern mit einer größeren Anzahl von Mietern gibt es häufig einen Hausmeister und eine Hausverwaltung. Diese Institutionen sind verantwortlich für organisatorische Abläufe, aber auch für die Reparatur von Schäden innerhalb des Hauses und der Wohnungen. Wenn Sie Probleme mit der Wohnung oder andere Angelegenheiten haben, die mit der Wohnung zu tun haben, sollten Sie sich an den Hausmeister oder die Hausverwaltung wenden. Die Kontaktdaten bekommen Sie meist bei der Übernahme der Wohnung mitgeteilt.

Mietvertrag: Kündigungsfristen und Mieterschutz

Es existieren verschiedene Fristen, die für Mieter wichtig sind. Diese sollten in den einzelnen Paragraphen des Mietvertrags geregelt sein. Unbefristete Mietverträge haben in der Regel eine vereinbarte Kündigungsfrist (oft drei Monate). Dies bedeutet, dass eine Kündigung, ob durch den Vermieter oder den Mieter, unter Beachtung dieser Frist geschehen muss. Kündigt der Vermieter, hat der Mieter dadurch noch genug Zeit, sich eine neue Wohnung zu suchen.

Es gibt zwei Wege, durch die ein Mietvertrag enden kann:

  1. durch eine ordnungsgemäße Kündigung unter Beachtung der Kündigungsfrist
  2. durch eine außerordentliche Kündigung und ohne Einhaltung der Fristen (fristlose Kündigung)

Eine fristlose Kündigung durch den Vermieter kann nur aufgrund bedeutenden Fehlverhaltens des Mieters erfolgen. Dies kann beispielsweise geschehen, wenn die Miete über einen längeren Zeitraum nicht bezahlt wird oder wenn wesentliche Regeln des Mietvertrags nicht eingehalten werden. Wenn Sie einen Konflikt mit ihrem Vermieter haben, der nicht einfach gelöst werden kann, ist es manchmal ratsam, einen Anwalt oder eine Mieterschutzvereinigung zu kontaktieren.

Rundfunkbeiträge in Deutschland

Zu diesem Thema entstehen viele Fragen, vor allem bei internationalen Studierenden. Seit Anfang 2013 wird für jede in Deutschland bewohnte Wohnung eine Rundfunkgebühr erhoben. Aktuell sind dies 17,50 Euro pro Monat (meistens alle drei Monate zu zahlen). Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen von der Pflicht zur Zahlung dieser Gebühr. Studenten können normalerweise nur befreit werden, wenn sie Empfänger einer besonderen Art Unterstützung durch den Staat namens „BAföG“ sind.

In der Regel werden Studenten automatisch für die Zahlung der Rundfunkgebühr angemeldet, sobald sie sich in Deutschland registrieren. Nach einiger Zeit bekommen die Studenten dann einen Brief von einer Institution namens „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. In diesem Brief wird nach der Bankverbindung und nach anderen Details gefragt. Es ist nicht empfehlenswert, diese Briefe zu ignorieren. Wenn über einen längeren Zeitraum nicht gezahlt wird, werden zusätzliche Gebühren erhoben. Es kann weiterhin geschehen, dass das nicht bezahlte Geld vom Konto beschlagnahmt wird, falls die Zahlung für eine zu lange Zeit verweigert wurde.

Wohnen Sie in einer Wohngemeinschaft, können Sie sich die Gebühr unter den Mitbewohnern aufteilen. Sie muss nur einmal pro Wohnung bezahlt werden.

Mülltrennung

Um Ressourcen und die Umwelt zu schonen, ist es in Deutschland üblich, den Müll in verschiedene Kategorien zu trennen. Das erleichtert die Entsorgung und das Recycling von wertvollen Rohstoffen. Dafür gibt es normalerweise in jedem Wohngebiet bzw. in jedem Haus verschiedene Mülltonnen und Wertstoffbehälter. Papier, Glas und Verpackungen werden normalerweise getrennt gesammelt.

GrünerPunktVerpackungen haben oft ein Symbol aufgedruckt, dass „Grüner Punkt“ genannt wird. Dieses Symbol bedeutet, dass die Verpackung recycelt werden kann und in die gelbe Wertstofftonne gehört.

Meistens gibt es noch eine braune Tonne für Essensreste und biologische Abfälle. In die Restmülltonne (meistens schwarz) kommt alles, was nicht in eine der anderen Kategorien passt.
Für bestimmte Gegenstände und Stoffe gelten besondere Bedingungen. Giftige Stoffe dürfen zum Beispiel nicht einfach weggeworfen werden und müssen speziell entsorg werden. Fragen Sie bei Unklarheiten am besten Ihren Hausmeister oder schauen Sie in die Informationen der Stadt Magdeburg zur Abfallentsorgung (wird einmal pro Jahr per Post zugeschickt). Batterien und Energiesparlampen können Sie übrigens in den Supermärkten entsorgen, in denen Sie diese Gegenstände gekauft haben. Dort sollten spezielle Sammelboxen dafür stehen.

Regeln für die Müllentsorgung und das Recycling

Diese Gegenstände gehören in die gelbe Tonne:

GelbeTonne     GrünerPunkt

Alle Verpackungen, die den "Grünen Punkt" aufgedruckt haben. Dies sind beispielsweise:

  • Dosen
  • Plastikverpackungen
  • Jogurthbecher, Magarineverpackungen, usw.
  • Plastikfolie und Plastikbeutel
  • Verpackungen für Süßigkeiten
  • Plastikflaschen aller Art (außer Pfandflaschen)
  • Kartons für Milch oder Saft
  • Styroporverpackungen

Diese Verpackungen gehören zurück in den Supermarkt:

Viele Flaschen aus Plastik oder Glas besitzen einen bestimmten Wert an Pfand. Das heißt, schon beim Kauf wurde eine zusätzliche Summe (meist 10 bis 205 Eurocent pro Flasche) berechnet, die Sie wiederbekommen, wenn Sie die leere Flasche zurück in den Supermarkt bringen. Dort stehen häufig Automaten, in die Sie die Flaschen stecken können, um das Geld wiederzubekommen. Pfandflaschen erkennen Sie an folgendem aufgedruckten Symbol:
Pfandsymbol

 

Das gehört in den blauen Container:

  • Papier und Pappe (z. B. Zeitungen, Kartons)

Das gehört in den braunen Container:

  • Essensreste
  • Küchenabfälle („Biomüll“)

 
Das gehört in den schwarzen Container:

  • Restmüll, also alles was nicht in einen der anderen Container gehört

 
Das gehört in den Glascontainer:

  • Glasflaschen aller Art (werden nach den Farben braun, grün und weiß sortiert)
  • Die Glascontainer befinden sich meistens nicht direkt am Haus, sondern in der näheren Umgebung.

Sperrmüll

Sperrmüll umfasst Gegenstände, die nicht in die normalen Müllcontainer passen und auch ausgediente Elektrogeräte. In den Sperrmüll kommen beispielsweise: Möbel, Teppiche, Lampen, Metratzen, alte Fahrräder, Waschmaschinen, Küchengeräte und ähnliche Gegenstände.

Jeder Haushalt in Magdeburg kann zweimal pro Jahr eine kostenlose Abholung von Sperrmüll beantragen. Mehr Informationen zum Thema Sperrmüll können Sie hier erfahren.

Letzte Änderung: 23.05.2019 - Ansprechpartner: M.A. Anne-Katrin Behnert