Juni

Von Muslimen in der preußischen Armee bis zu tatarischer Lederkunst

28.06.2018 -

Mit einer Finissage geht die Ausstellung „Hinterm Tatarenturm / Beyond the Tartaros“ in der Universitätsbibliothek der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am 2. Juli 2018 zu Ende. Während der Abschlussveranstaltung wird Stefan Weidner aus seinem neuen Buch „Jenseits des Westens“ lesen. Er plädiert für das Ende der Spaltung der Weltgemeinschaften in Ost und West, Nord und Süd, für eine neue kosmopolitische Strategie und regt an, Weltentwürfe aus Arabien, Afrika oder China ernst zu nehmen: „Wir brauchen ein kosmopolitisches Denken, das die Vorstellung kultureller Überlegenheit überwindet.“

Der Historiker und Hispanist, Dr. Stephan Theilig, und der Turkologe Dr. Mieste Hotopp-Riecke, Referent für Interkulturgeschichte und Leiter des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien (ICATAT), stellen in Führungen durch die Ausstellung sowie zwei Vorträgen die sehr unterschiedlichen Facetten deutsch-islamischer Interkulturgeschichte vor, von den Muslimen in der preußischen Armee bis zu Lederkunst tatarischer Migranten im 21. Jahrhundert. Mit viel Engagement entstanden in ehrenamtlicher Arbeit am ICATAT Buchprodukte, die zur Finissage in den Bestand der Universitätsbibliothek übergeben werden.

 

WAS: Finissage der Ausstellung „Hinterm Tatarenturm / Beyond the Tartaros“ mit Lesung von Stefan Weidner aus „Jenseits des Westens“, Ausstellungsführungen und Vorträgen
WANN:

2. Juli 2018, 17:00 bis 21:00 Uhr

17:00 bis 18:00 Uhr Führungen durch die Ausstellung „Beyond the Tartaros“, Dr. Stephan Theilig

18:00 bis 19:00 Uhr Vorträge, Dr. Mieste Hotopp-Riecke und Dr. Stephan Theilig

19:30 bis 21:00 Uhr Lesung Stefan Weidner aus seinem neuen Buch „Jenseits des Westens“ und Diskussion

WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsbibliothek, Pfälzer Straße, Tagungsraum

 

Die kompakte Ausstellung „Hinterm Tatarenturm / Beyond the Tartaros“ in der Universitätsbibliothek zeigt anhand von Büchern, Garderobe, Fotos und Postkarten, wie eng und wie lange schon Muslime und Mitteldeutschland bzw. „der Orient“ und deutschsprachige Gebiete in interkulturellem Austausch stehen. Der „Star“ unter den Exponaten ist ein von tatarischen Kriegsgefangenen geschnitzter Kronleuchter von 1916. Der Magdeburger Otto Stiehl war ein Kommandant in dem Kriegsgefangenenlager für Muslime, in dem die Schnitzarbeit entstand. Kurze Interkulturgeschichten und Exponate illustrieren die befruchtenden Facetten von Kunst, Wissenschaft und Alltag zwischen dem Orient und Mitteldeutschland ebenso wie der Tatarenturm in der alten Stadtbefestigung von Magdeburg für die Angst vor den Fremden, vor „Ungläubigen“ aus dem Osten steht.

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Musikalisches zum Semesterausklang

21.06.2018 -

Zum Ende des Semesters laden die musikalischen Ensembles der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zu ihren traditionellen Sommerkonzerten ein.

Das Akademische Orchester verabschiedet am 1. Juli 2018 in der Katholischen Universitätskirche St. Petri Magdeburg den Frühling mit der Leidenschaft musikalischer Genies wie Antonio Vivaldi, Robert Schumann und Richard Strauss.

 

WAS: Sommerkonzert des Akademischen Orchesters der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 1. Juli 2018, 19:30 Uhr
WO: Universitätskirche St. Petri Magdeburg, Neustädter Straße 4, 39104 Magdeburg

 

Antonio Vivaldis ‚La Primavera‘ ist vermutlich die bekannteste Instrumentalkomposition zum Frühling. Genau 100 Jahre nach Vivaldis Tod komponierte Robert Schumann 1841 seine ‚Frühlingssinfonie‘. Schumann war 31 Jahre alt, als er seine 1. Sinfonie in nur wenigen Tagen schrieb. Ganze 14 Jahre jünger eiferte der Teenager Richard Strauss den klassischen Serenaden-Vorbildern nach. So entstand unter der Schulbank seine Serenade op. 7 für Bläser. Der langjährige Konzertmeister Valentin Baumann wird hier sein erstes Solo-Violinkonzert mit dem Akademischen Orchester, unter Leitung von Ulrich Weller, spielen. Zum ersten Mal werden auch die Bläser des Akademischen Orchesters mit einem eigenen Stück im Konzert zu hören sein.

Eintritt: 10 Euro (Vollzahler), 5 Euro (ermäßigt)

Online-Vorverkauf 

 

Die Bigband der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat sich einen „special gast“ zum traditionellen Sommerkonzert eingeladen. Gemeinsam mit der international bekannten Jazz-Sängerin Lisa Bassenge lassen die Musiker der Bigband das Sommersemester am 4. Juli 2018 ausklingen.

 

WAS: Semesterabschluss- und Sommerkonzert der Bigband der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 4. Juli 2018, 20:00 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr)
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, Hörsaal 5, Gebäude 16

 

Zum Abschluss des Semesters verwandelt sich der Hörsaal 5 in eine Konzerthalle. Dafür hat sich die Bigband der Uni mit neuen, frischen Sounds herausgeputzt, um den Ohren ihrer Gäste eine jazzig-exotische musikalische Reise bieten zu können.

Eintritt: 10 Euro (ermäßigt), 15 Euro (Vollzahler)

Online-Vorverkauf

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Uni Magdeburg lernt von amerikanischer Gründerkultur

13.06.2018 -

Gründungswillige Studierende und Start-ups der Universität Magdeburg werden sich ab 2019 auch in den USA gezielt auf eine erfolgreiche Selbstständigkeit vorbereiten können. Der Leiter des Transfer- und Gründerzentrums (TUGZ) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Dr. Gerald Böhm, unterschrieb dazu am Donnerstag, den 7. Juni 2018, in New York City, USA, eine Vereinbarung mit der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer (GACC).

Unterzeichnung der Vereinbarung@Matthias StoffregenMinister Armin Willingmann, Susanne Gellert von der AHK New York und Dr. Gerald Böhm vom Transfert- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg unterschreiben die Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit. (Foto: Matthias Stoffregen)

Bis zu sechs ausgewählte Start-ups aus der Universität Magdeburg können sich künftig für das internationale Start-up- und Entrepreneurprogramm STEP USA der GACC bewerben. Deutsche Gründerinnen und Gründer werden dort gezielt beim Markteintritt in den USA unterstützt und können Investoren für ihre Geschäftsidee gewinnen.

Bootcamp für Start-ups

In sogenannten Bootcamps, besonders intensiven mehrtägigen Ausbildungseinheiten, werden die Teams eine Woche lang umfassend trainiert, um sich am Ende während einer Pitch Night vor Investoren und Unternehmen zu präsentieren. Dort treffen die Jungunternehmerinnen und –unternehmer aus Sachsen-Anhalt auf Experten aus der Industrie und auf Mentoren, die ihnen den Zugang zu internationalem Kapital und zu Unternehmenspartnern ermöglichen.

„Bereits 2020 planen wir, für Sachsen-Anhalt einen ganzen ‚Bootcamp Slot‘ zu buchen“, so Dr. Gerald Böhm. „Das wird dann ein Trainingsprogramm speziell für aussichtsreiche Firmengründungen aus Sachsen-Anhalt sein, die von der Universität Magdeburg und den Kollegen aus Halle vorgeschlagen werden. Wir wollen damit unseren Start-ups die Chance geben, von der Gründerkultur in den USA zu lernen und mit Inspiration, Erfolgsgeschichten und spannenden Kontakten ihr Wachstum international fortzusetzen. “

Dieses landesweite Projekt wird vom TUGZ der Universität Magdeburg gemeinsam mit dem TGZ Halle durchgeführt und begleitet.

Die Vereinbarung mit der GACC wurde im Rahmen der USA-Reise des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, in der vergangenen Woche unterschrieben. „Für unsere Start-ups bietet die Kooperation echte Chancen, auch international groß rauszukommen“, erklärte Willingmann. „Insofern freue ich mich sehr, dass es im Rahmen der USA-Reise gelungen ist, aussichtsreiche Kontakte für Unternehmen und Hochschulen aus Sachsen-Anhalt zu knüpfen; gerade in der aktuell turbulenten Zeit sind Kooperationen wertvolle Bausteine stabiler Partnerschaften.“

Von 3. bis 9. Juni 2018 hielt sich Minister Willingmann mit knapp 30 Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft Sachsen-Anhalts an der Ostküste der Vereinigten Staaten auf. Neben dem Besuch der Harvard-Universität (Cambridge, MA) standen die University of Pennsylvania (Philadelphia, MA), das „Gropius House“ in Lincoln, MA sowie sachsen-anhaltische Aussteller auf der internationalen Messe „Bio Boston 2018“ auf dem Besuchsprogramm.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Matthias Stoffregen // Bildunterschrift: Minister Armin Willingmann, Susanne Gellert von der AHK New York und Dr. Gerald Böhm vom Transfert- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg unterschreiben die Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit.

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Zwischen Camp und Campusleben

12.06.2018 -

Vom 11. bis zum 15. Juni 2018 verwandeln sich die Campuswiesen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wieder in ein Wissenschaftscamp: 16 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 10 bis 13 aus ganz Deutschland werden – erstmals – gemeinsam mit Austauschschülern aus Japan, Thailand, Argentinien, den USA, Costa Rica, Malaysia und Frankreich außerhalb von Klassenzimmern und Unterrichtsroutine Naturwissenschaften und Technik intensiv erleben. In Vorträgen, Experimenten, Workshops und Vorlesungen lernen sie spannende Forschungsthemen, aber auch Studieninhalte und Berufsbilder kennen.

Technik-Sommercamp Uni Magdeburg (c) Harald Krieg16 Jugendliche aus 8 Nationen lernen gegenwärtig im Technik-Sommercamp die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg kennen. (Foto: Harald Krieg/Uni Magdeburg)

Die Campteilnehmer können durch sonst verschlossene Labortüren gehen, Roboter programmieren, sich an Sonnenkollektoren ausprobieren, Flussströme simulieren, Medizintechnik der nächsten Generation kennenlernen oder mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über Berufschancen und Karrierewege im naturwissenschaftlich-technischen Bereich sprechen. Sie erfahren etwas über ihre Interessen und Stärken und haben Gelegenheit, Schlüsselkompetenzen auszubauen. Kulturelle und sportliche Angebote, wie eine Erkundung der Landeshauptstadt oder Tennis- und Volleyballmatchs auf modernsten Sportplätzen der Uni, machen aus vielen Teilnehmern ein Team.

Ungewöhnlich ist – wie in jedem Jahr – die Unterbringung: Übernachtet wird in großen Zelten auf den Campuswiesen, gegessen ganz studentisch mit den potenziell künftigen Kommilitonen in der Mensa. Unterbringung, Verpflegung und Programm sind kostenfrei.

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Uni Magdeburg goes Harvard

05.06.2018 -

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird auf dem Gebiet der Medizintechnik künftig eng mit der renommierten Harvard Medical School, Boston, USA, zusammenarbeiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beiden Forschungseinrichtungen wollen gemeinsam Technologien entwickeln, um Tumoroperationen direkt in einem Magnetresonanztomografen (MRT) durchzuführen.

Der Sprecher des medizintechnischen Forschungscampus, Prof. Dr. rer. nat. Georg Rose, hat im Beisein des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, in Cambride, USA, am Montag einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Dieser sieht mehrere gemeinsame Forschungsprojekte sowie den Austausch von Studierenden, Forschenden und Universitätsangehörigen vor. „Es gibt bereits vielfältige Kontakte zwischen Prof. Dr. rer. nat. Oliver Speck vom Lehrstuhl für Biomedizinische Magnetresonanz der Universität Magdeburg und dem Center for Biomedical Imaging der Harvard Medical School, dem weltweit renommiertesten Institut für die MRT-Bildgebung“, so Dr. rer. nat. Georg Rose.

Operieren im MRT

Dabei gehe es jedoch nicht um diagnostische Bilder, an denen der Arzt eine Erkrankung erkennt und über die Therapie entscheidet, so Rose weiter. „Wir möchten Technologien entwickeln, die es möglich machen, innerhalb der MRT-Röhre eine minimalinvasive Tumoroperation durchzuführen“, so der Medizintechniker vom Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik der Universität Magdeburg. „Der Kernspintomograph dient dabei als eine Art Navigationssystem, das hilft, eine kleine Nadel zum Herd der Erkrankung zu führen. Diese Nadel wird schließlich erhitzt, um den Tumor zu zerstören. Da es mit dem MRT prinzipiell auch möglich ist, die Temperatur an jeder Körperstelle zu messen, kann dieses Gerät dabei helfen, die richtige Menge an Hitze in den Tumor zu applizieren, um ihn vollständig zu zerstören.

Bevor es jedoch soweit sei, müssten noch zahlreiche technische Probleme gelöst werden. Die intensive Zusammenarbeit der beiden Forschungseinrichtungen sollen Synergien genutzt werden, um diesen Herausforderungen schneller begegnen zu können. „Innerhalb der nächsten 12 Monate werden mehrere hochkarätige Wissenschaftler aus Boston zu uns kommen und gemeinsam mit uns arbeiten. Zeitgleich erhalten die ersten Studierenden der Uni Magdeburg Gelegenheit, ein Austauschsemester an der Harvard Universität zu verbringen, ohne die dort extrem hohen Studiengebühren zahlen zu müssen.“

Forschungscampus STIMULATE

Der Forschungscampus STIMULATE ist eine Dachstruktur, unter der auf dem Magdeburger Unicampus intensiv und interdisziplinär an dem Thema der Tumortherapie im MRT geforscht wird. Hier werden schwerpunktmäßig altersbedingte Volkskrankheiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie Gefäßerkrankungen betrachtet. Langfristig soll sich die interdisziplinäre Dachstruktur zum "Deutschen Zentrum für bildgestützte Medizin" entwickeln.

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Schmerz und Leid. Geschichte einer Trennung

04.06.2018 -

Der Neurophilosoph Juniorprofessor Dr. Sascha Benjamin Fink von der Otto-von-Guericke-Universität wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Eine Stunde Wissenschaft“ über die enge Verbindung von körperlichem Schmerz und seelischem Leiden sprechen. Was haben Kopf- und Gliederschmerzen mit Liebeskummer und Trauer zu tun? Warum ist es angebracht zu sagen, alles davon sei schmerzhaft? Der Wissenschaftler entwirft dazu eine Theorie im Lichte unserer Evolution und Gehirnarchitektur. Zudem wirft er auch Licht auf die Frage: Welche Tiere sind moralisch schutzbedürftig, weil sie leiden können?

 

WAS: „Eine Stunde Wissenschaft“ mit dem Neurophilosophen Juniorprofessor Dr. Sascha Benjamin Fink zum Thema „Schmerz und Leid. Geschichte einer Trennung.“
WANN: 18. Juni 2018, 18:00 Uhr
WO: Theater an der Angel, Zollstraße 19, 39114 Magdeburg

 

Der Eintritt ist kostenfrei. Es ist keine Anmeldung nötig.

Eine Stunde Wissenschaft


Das Format „Eine Stunde Wissenschaft“ wurde anlässlich des 25-jährigen Gründungsjubiläums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ins Leben gerufen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fakultäten präsentieren einem breiten Publikum ihre Forschung und beschreiben populärwissenschaftlich Lösungsansätze für gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen. Dafür verlassen sie den Campus und treffen alle Interessierten an ungewöhnlichen Orten in und um Magdeburg. So gab es „Eine Stunde Wissenschaft“ bereits im Mehrgenerationenhaus Kroppenstedt und unter Beobachtung einiger Erdmännchen im Zoo Magdeburg.

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Theater zum Einmischen

04.06.2018 -

Eine Gruppe junger Frauen und Männer, eine zündende Idee, ein rauschendes Fest und alle sind glücklich – oder etwa doch nicht? 14 Bachelorstudierende aus den Fachrichtungen Medienbildung, Germanistik und Bildungswissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erarbeiten aktuell gemeinsam mit sechs geflüchteten Jugendlichen ein interkulturelles Theaterstück, in dem es um die Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt und Diskriminierung geht. Das Stück mit dem Titel „Drei & frei“ lädt die Zuschauer ein, hinter die Kulissen einer Studierendenparty zu blicken, die ganz harmlos beginnt und dann einen unvorhersehbaren Verlauf nimmt. Unvorhersehbar auch deshalb, weil die Zuschauer mit ihren Erfahrungen und Meinungen zum Thema gefragt sind und Verlauf und Ausgang der Geschichte mitbestimmen können.

 

WAS: „Drei & frei“ - eine interkulturelle Theateraufführung der Medienwerkstatt der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit geflüchteten Jugendlichen
WANN / WO:

// 27. Juni 2018, 19:30 Uhr / Hochschule Magdeburg-Stendal, Campus Stendal, Aula, Haus 1

// 28. Juni 2018, 17:00 Uhr / Hochschule Harz, Campus Wernigerode, Mensa

// 29. / 30. Juni 2018, 19:00 Uhr / FestungMark, Magdeburg, Oberes Gewölbe

 

Der Eintritt zu allen Vorstellungen ist frei.

Das Theaterseminar wird von der Medienwerkstatt der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Magdeburger Verein Kulturanker organisiert. „Unsere Zuschauer sollen das Gesehene hinterfragen, analysieren und reflektieren und dann die Situationen auf der Bühne verändern“, so die Projektkoordinatorin und Leiterin der Medienwerkstatt, Jana Richter. „Es wäre großartig, wenn unsere Gäste, die Gelegenheit nutzen, zuerst Veränderungen in der ‚kleinen‘ Theaterwelt anzustoßen, um dann die ‚große‘ Welt außerhalb des Theaters zu verändern. Ghandhi hat einmal gesagt: ‚Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.‘ Das ist auch das Motto unseres Theaterprojektes“.

Studierende der Uni Magdeburg entwickeln Theaterstück (c) Harald Krieg 2Schauspielerinnen und Schauspieler der Theatergruppe „Act to Connect“ (Foto: Harald Krieg / Universität Magdeburg)

Auf der Bühne wird Deutsch gesprochen. Hinter den Kulissen vermischen sich die Sprachen der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler aus Afrika, Lateinamerika, Europa und Asien.

Das Theaterprojekt wird inhaltlich von Annika Schetter von der Präventionsstelle „Sexualisierte Diskriminierung“ begleitet und im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ vom Bundesfamilienministerium gefördert. Auch der Magdeburger Verein „Toleranz, Leben und Lernen – TOLL“ und der Internationale Bund unterstützen den Workshop. Regie führt die kubanische Theaterregisseurin Xiomara Calderón. Im vergangenen Jahr inszenierte die Künstlerin mit Studierenden der Uni und geflüchteten Kindern und Jugendlichen einen Stoff, der das Thema „Heimat und Flucht“ zum Gegenstand hatte.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Harald Krieg / Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Schauspielerinnen und Schauspieler der Theatergruppe „Act to Connect“

Bild 2 // Quelle: Harald Krieg / Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Theaterregisseurin Xiomara Calderon bei der Probe zum neuen Theaterstück „Drei & frei“

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"Glückshormon" kontrolliert das Furchtgedächtnis

28.06.2018 -

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben gemeinsam mit Neurobiologen des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien herausgefunden, dass das Glückshormon Dopamin das Furchtgedächtnis kontrolliert und dafür sorgt, dass sich bedrohliche Ereignisse im Gehirn einprägen.

Die Forscher fanden heraus: Der Neurotransmitter Dopamin, der bisher vornehmlich als Vermittler von Belohnung und Motivation im Gehirn angesehen wurde, spielt auch eine wesentliche Rolle beim Abspeichern bedrohlicher Ereignisse. Die Studie wurde soeben vom Wissenschaftsjournal Nature Neuroscience veröffentlicht.

Bedrohliche Ereignisse einprägen, um Wiederholung zu vermeiden

Eine wichtige Überlebensstrategie für Mensch und Tier besteht darin, sich bedrohliche Ereignisse einzuprägen, um ihre Wiederholung zu vermeiden. Zuständig dafür ist das Furchtgedächtnis. Es lässt uns Anzeichen wie Gerüche oder Geräusche erkennen, die für das Wiederauftreten gefährlicher Situationen stehen, etwa einen Kampf oder eine Vergiftung. So können wir rechtzeitig reagieren, um Angriffen aus dem Weg zu gehen oder Verteidigungsreaktionen zu planen. Eine ungenaue Unterscheidung zwischen bedrohlichen und harmlosen Umgebungsreizen ist eine wesentliche Ursache für posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD).

Es ist daher wichtig, gefährliche von ungefährlichen Umgebungssignalen eindeutig unterscheiden zu können. Die Wissenschaftler um den Neurobiologen Dr. Wulf Haubensak vom IMP gingen der Frage nach, ob Dopamin eine Rolle in diesem Prozess spielen könnte. Der Wirkstoff, bekannt als Glückshormon und Motivationssignal, erschien zunächst als abwegiger Kandidat. Andererseits wird Dopamin immer dann an Synapsen unseres Gehirns freigesetzt, wenn wir für etwas belohnt werden. Warum sollte es nicht auch beim Erlernen lebensbedrohlicher Signale eine Rolle spielen.

PAG DA neuronsEine spezielle Gruppe von dopaminergen Neuronen im Mittelhirn reagiert auf negative Ereignisse und signalisiert der Amygdala, diese Erfahrungen im Angstgedächtnis abzuspeichern.

Mit dem Physiologen Prof. Dr. Volkmar Leßmann und seinen Kollegen Dr. Susanne Meis und Dr. Thomas Munsch an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg sind sie dieser Frage im Tiermodell nachgegangen. Dazu brachten sie Mäusen bei, einen bestimmten Ton – als Umgebungsreiz – mit dem Auftreten eines milden Fußschocks zu assoziieren. Mithilfe verschiedener High-Tech-Methoden wie Kalzium-Bildgebung und optogenetischer Stimulation in vivo gelang es ihnen, eine neue Klasse von Dopamin-Neuronen in der Mittelhirn-Region zu lokalisieren, die während des Lernvorgangs aktiv war.

Diese Neuronen wurden immer genau dann aktiv, wenn die Mäuse lernten, den Zusammenhang zwischen Ton und Fußschock im Furchtgedächtnis abzuspeichern. Die Aktivität der Neuronen führte zur Ausschüttung von Dopamin in der Amygdala, einer Zentrale für emotionales Lernen im Säugetiergehirn. Dort ermöglichte Dopamin die besonders effektive Abspeicherung des nun als bedrohlich empfundenen Tons im Langzeitgedächtnis. Folgerichtig konnte eine vorübergehende Inaktivierung der Dopamin-Neuronen während des Lernvorgangs eine Abspeicherung des Tons im Langzeitgedächtnis verhindern, während alleine die Stimulation dieser Neuronen die Erinnerung an den Ton auslöste.

Studie identifiziert ein bislang unbekanntes neuronales Netzwerk

Die Entdeckung der Verbindung dieser bisher nahezu unbekannten Dopamin-freisetzenden Neuronen und dem Furchtgedächtnis der Amygdala war der Schlüssel zu den bahnbrechenden Ergebnissen der Studie: „Diese Ergebnisse werfen ein ganz neues Licht auf Dopamin-Neuronen, die bisher nur als Signalgeber für Belohnung und Motivation angesehen wurden“, sagt Dr. Florian Grössl, der Erstautor der Publikation und Postdoktorand im Haubensak-Labor. „Unsere Studie identifiziert ein bislang unbekanntes neuronales Netzwerk, bestehend aus Dopamin-Neuronen und Nervenzellen der Amygdala, das für die Auswertung von Emotionen essenziell ist: Es filtert aus der Vielzahl der Umgebungsreize diejenigen heraus, die lebenswichtig sind, und speichert sie im Langzeitgedächtnis ab.“

Beim Menschen sind die Dopamin-Neuronen in gleicher Weise mit der Amygdala verbunden wie bei Mäusen. Sie sind an der Schmerzwahrnehmung und, wie man seit kurzem weiß, auch an Lernvorgängen beteiligt. Ausgehend von den nun im Mausmodell erhaltenen Ergebnissen kann vermutet werden, dass beim Menschen eine fehlerhafte Funktion der Dopamin-Neuronen an psychischen Störungen wie z. B. der posttraumatischen Belastungsstörung beteiligt ist. Zukünftige Untersuchungen könnten in dieser Hinsicht zeigen, ob eine Behandlung mit Dopamin-ähnlichen Medikamenten hier Linderung verschaffen kann.

 

Bild zum Download

Bild1 Quelle: http://connectivity.brain-map.org/projection/experiment/272699357

© 2011, Allen Institute for Brain Science. Allen Mouse Brain Connectivity Atlas. Available from: connectivity.brain-map.org

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Plastikmüll in den Ozeanen

28.06.2018 -

Die enorme Plastikbelastung in den Ozeanen ist Thema der Ausstellung, die vom 5. Juli bis 3. August 2018 in der Universitätsbibliothek der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zu sehen sein wird. Sie zeigt Bilder der Fotografin Caroline Power, die die ungeheure Verschmutzung der Weltmeere dokumentieren und die Müllprobleme an den Küsten Mittelamerikas belegen.

 

WAS: Ausstellung „Plastikmüll in den Ozeanen“ mit Fotografien von Caroline Power
WANN: 5. Juli bis 3. August 2018, zu den Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek Magdeburg; Montag bis Freitag von 8:00 bis 23:00 Uhr, Sonnabend von 10:00 bis 18:00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsbibliothek, Pfälzer Straße

 

Plastik in den Gewässern ist ein weltweites Problem, weshalb die Ökosozialen Hochschultage Magdeburg u. a. mit dieser Ausstellung auf das Thema aufmerksam machen möchten. Jährlich landen zwischen 5 bis 12 Millionen Tonnen Plastikabfall in den Weltmeeren. Besonders sichtbar wird das Problem durch das Auftreten von sogenannten „Garbage Patches“; das sind Regionen mit teilweise über 100 km Durchmesser, in denen sich Müll an der Wasseroberfläche sammelt.

Lösungsansätze sind vorhanden, müssen aber auch grundsätzlich und innovativ weitergedacht werden. Der Verzicht auf Plastiktüten ist ein erster wichtiger Schritt, der Verbrauch von Plastik allgemein muss vermindert werden. Ein generelles Umdenken ist von größter Bedeutung.

Carolin Power möchte mit ihren Fotografien die Öffentlichkeit auf die enorme Müllproduktion aufmerksam machen, die die Weltmeere langsam aber sicher zumüllen werden. Jeder Einzelne soll sensibilisiert werden, mit den Themen Müll und Müllproduktion sorgsam und bedacht umzugehen.

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Zwei Experimente der OVGU auf dem Weg zur ISS

29.06.2018 -

Am 29. Juni 2018 um 11:42 Uhr unserer Zeit (5:42 Uhr am EST) startete eine Falcon 9–Rakete mit dem Dragon-Raumschiff vom Kennedy Space Center zur Internationalen Raumstation (ISS). An Bord befinden sich zwei Experimente der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf einer Mission zur Beantwortung einer der grundlegenden Fragen der bemannten Raumfahrt: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen herausfinden, wie menschliche Zellen sich an die Schwerelosigkeit anpassen und wie auftretende Störungen des Immun- und Knochensystems bei längeren Aufenthalten im Weltraum künftig vermieden werden können.

Bild 3 (c) NASAStart von Space X CRS-15 zur Internationalen Raumstation, 29. Juni 2918 um 5:42 Uhr EST vom Kennedy Space Center (Quelle: NASA)

„Langzeitmissionen im Weltraum werden den Menschen vor neue und ungleich größere medizinische Herausforderungen stellen“, so Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich, Professor für Weltraumbiotechnologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Gründer der Magdeburger Arbeitsgemeinschaft für Forschung unter Raumfahrt- und Schwerelosigkeitsbedingungen MARS. „Bisherige Studien unserer Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass menschliche Zellen ein enormes und auch schnelles Anpassungspotenzial an Schwerkraftänderungen besitzen. Wie diese Anpassung aber erklärbar ist, ist bisher völlig unbekannt. Das soll mittels der beiden Experimente aufgeklärt werden, die während Alexander Gersts Mission ‚horizons - Wissen für Morgen‘ durchgeführt werden.“

Bild 2 (c) Regina SablotnyVorbereitung des Weltraumexperimentes. Dr. Svantje Tauber (links) und Dr. Cora Thiel (rechts). (Quelle: Regina Sablotny)

Das erste Experiment „Gene Control Prime“ untersucht den Zusammenhang zwischen der Schwerkraft und der Regulation der Genfunktion. Es kann im Zellkern aufdecken, welche Moleküle unter veränderter Schwerkraft welche Gene an- oder abschalten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Oliver Ulrich wollen durch die gewonnenen Daten verstehen, wie menschliche Zellen grundsätzlich die Schwerkraft wahrnehmen und sich an die Schwerelosigkeit auf Raumflügen anpassen bzw., wie mechanische Kräfte grundsätzlich auf unsere Gene wirken. Erstmalig in diesem Experiment wird auch die Anpassung an die Schwerkraft des Mars untersucht, die wichtige Daten für bemannte Explorationsmissionen zum Planeten Mars liefern kann.

„Alle Experimente, bei denen die Wirkung von mechanischen Kräften untersucht werden, sind auf der Erde immer durch die Schwerkraft limitiert. In einer Umgebung ohne Schwerkraft können wir somit viel besser auf die grundlegenden Mechanismen schauen. Der Weltraum ist hier nicht mehr und nicht weniger als ein hervorragendes Forschungswerkzeug für die Forschung auf der Erde“, so Prof. Ullrich.

Bild 1 (c) DLRInternationale Raumstation ISS (Quelle: DLR)

Das zweite Experiment, FLUMIAS, testet erstmalig ein von Airbus DS im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR entwickeltes, hochauflösendes Laser-Fluoreszenzmikroskop, mit dem die Struktur und molekulare Prozesse in menschlichen Zellen direkt beobachtet werden können. „Damit werden räumlich-zeitliche Einblicke in die Zellveränderungen unter fehlender Schwerkraft möglich, eine Revolution im Vergleich zu den bisher durchgeführten Messungen nur des Endzustandes“, so der Weltraumbiologe.

Als Untersuchungsobjekt dienen bei beiden Experimenten menschliche Fresszellen (Makrophagen), die aus Blutspenden gewonnen worden sind. Diese Zellen „reinigen“ normalerweise den Körper von schädlichen Bakterien und abgestorbenen Zellen.

„Beide Experimente folgen dem Konzept, dass angesichts der enorm komplexen Steuerprozesse auf Zellebene der Blick auf das gesamte System gerichtet werden sollte, um unser Verständnis wenigstens einigermaßen der biologischen Realität anzunähern“, so Prof. Oliver Ullrich. „Aufgrund des systemischen Ansatzes werden auch bessere Risikovorhersagen für die bemannte Raumfahrt möglich.“

 

Bilder zum Downlod

Bild 3: Start von Space X CRS-15 zur Internationalen Raumstation, 29. Juni 2918 um 5:42 Uhr EST vom Kennedy Space Center (Quelle: NASA)

Bild 2: Vorbereitung des Weltraumexperimentes. Dr. Svantje Tauber (links) und Dr. Cora Thiel (rechts). (Quelle: Regina Sablotny)

Bild 1: Internationale Raumstation ISS (Quelle: DLR)

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Letzte Änderung: 28.06.2018 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk