Schlagzeilen

Warum sich unser Gehirn manchmal für die zweite Wahl entscheidet

21.06.2017 -

Unser Gehirn folgt bestimmten Rechenregeln und Bewertungen, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Allerdings führen diese teilweise dazu, dass nicht die jeweils objektiv beste Option des Moments ausgewählt wird, sondern diejenige, die in früheren Situationen im Vergleich zu anderen Optionen gut abschnitt. Das haben die Wissenschaftler Dr. Gerhard Jocham, Dr. Tilmann Klein und Prof. Dr. Markus Ullsperger von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig in einer Studie herausgefunden, die soeben im renommierten Journal Nature Communications veröffentlicht wurde.

„Wenn Menschen und Tiere sich zwischen mehreren Möglichkeiten zu entscheiden haben, versuchen sie meist, diejenige zu wählen, die den höchsten Wert hat: zum Beispiel für einen bestimmten Preis das bestmögliche Obst im Supermarkt zu bekommen“, so Gerhard Jocham, Forschungsgruppenleiter im Center for Behavioral Brain Sciences der Universität Magdeburg. Allerdings sei dieser „Wert“ oft nicht direkt bekannt, sondern müsse aus Erfahrungen gelernt werden. „Überraschenderweise treffen Menschen – nicht nur beim Einkaufen - oft Entscheidungen, die objektiv gesehen nicht optimal sind.“

Neuer Kontext, schlechtere Wahl

Die Wissenschaftler konnten jetzt in einer Studie zeigen, dass solche suboptimalen Entscheidungen tatsächlich systematisch dann auftreten, wenn die mögliche Auswahl in einem neuen Zusammenhang getroffen werden muss. „So kann zum Beispiel eine mittelmäßige Obstsorte A einen hohen relativen Wert erlangen, wenn in diesem Supermarkt ansonsten nur minderwertiges Obst verfügbar ist. Im Gegenzug kann in einem anderen Supermarkt für eine sehr hochwertige Obstsorte B nur ein mäßiger relativer Wert erlernt werden, wenn hier auch anderes gutes Obst angeboten wird. Wenn jemand dann in einem anderen Geschäft plötzlich die Auswahl zwischen Obst A und B hat, kann es also passieren, dass A gewählt wird, obwohl es objektiv gesehen die schlechtere Wahl ist.“ Die mathematischen Modellierungen zeigten, dass diese suboptimalen Entscheidungen also keinesfalls einer fehlerhaft ausgeführten Berechnung entspringen. Vielmehr wird die Berechnung korrekt ausgeführt, allerdings führt die zugrundeliegende Rechenregel zu systematischen Verzerrungen, wenn Entscheidungen in einem neuen Kontext getroffen werden. Auf Hirnebene zeigte sich außerdem, dass das Aktivitätsmuster im Striatum, einem für Belohnungslernen sehr wichtigen Hirnareal, genau die Verrechnungsschritte dieser Rechenregel widerspiegelte.

 

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Psychologen der Universität Magdeburg haben eigene Rechenregeln für die Entscheidungsfindung gefunden (Foto: 1000s pixels / shutterstock)

Warum verwendet unser Gehirn überhaupt solche Rechenregeln, wenn diese doch anscheinend manchmal zu unvorteilhaften Entscheidungen führen? „Es wäre sicher oft sinnvoll, zu erlernen, wie gut die verfügbaren Optionen absolut gesehen sind. So könnten wir auch in einem neuen Kontext optimal und objektiv entscheiden“, so Dr. Jocham. Er vermutet, dass unsere Gehirne evolutionär gesehen nicht auf die Art von Entscheidungen in unserer modernen Welt mit ihren unzähligen Auswahloptionen ausgerichtet seien. Ein Jäger in der Steinzeit hatte beispielsweise wohl meist nicht die Auswahl zwischen einer Vielzahl von Beutetieren. Stattdessen musste er, wenn er nach langem Marsch in der Ferne eine Gazelle erblickte, entscheiden, ob es sich lohnt, ihr nachzujagen oder ob es in nächster Zeit noch eine bessere Beute geben könnte. Es spielte dabei keine Rolle, wie ‚gut’ die Gazelle absolut gesehen ist. Solange sie mindestens genauso gut ist, wie das, was durchschnittlich zu erwarten wäre, lohnt sich die Jagd.

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Virtuelle Trainingsmethoden und Apps in der Rehabilitation

20.06.2017 -

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg diskutieren Sportwissenschaftler und Ingenieure gemeinsam mit Unternehmensvertretern über aktuelle Trends und Möglichkeiten in der Sportgerätetechnologie, über den Einsatz virtueller Trainingsmethoden und Apps in der Rehabilitation und die Rolle von Sportingenieuren im Leistungs- und Gesundheitssport.

Bewegungsanalyse Karate (c) Stefan BergerEye Tracking und Bewegunganalyse im Karate (Foto: Stefan Berger/Universität Magdeburg)

Anlass der Expertentagung vom 22. bis 23. Juni 2017 ist das 20-jährige Bestehen des Studienganges Sport und Technik. 1997 startete die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als erste Hochschule im deutschsprachigen Raum die interdisziplinäre Ausbildung von Sportingenieuren und verknüpft intensiv Wissen der Ingenieur- mit Inhalten der Sportwissenschaft. An dem fachübergreifenden Studienangebot sind sieben der neun Fakultäten der Universität Magdeburg beteiligt.

 

WAS: Jubiläumskolloquium „20 Jahre Sport und Technik“ an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 22./23. Juni 2017; Beginn am 22. Juni 2017 um 14:00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Zschokkestraße 23, Sporthalle 2

 

Die zweitägige Veranstaltung mit internationaler Beteiligung aus Österreich, Großbritannien, Ägypten und Pakistan wird einen historischen Rückblick geben und Fachvorträge zu aktuellen Anforderungen im Bereich Sport und Technik bieten. Darüber hinaus gibt es eine Kontaktmesse, auf der Firmen und Alumni über beruflichen Einsatzmöglichkeiten und Erfahrungen berichten und für Gespräche zur Verfügung stehen. In Vorträgen und Videos stellen sich Studierende den Firmen und Institutionen vor, die sich so ein Bild vom beruflichen Nachwuchs machen können.

Den Alumni steht die Arbeitswelt offen

Über 300 Absolventinnen und Absolventen haben in den vergangenen 20 Jahren ihr Studium erfolgreich absolviert, haben eigene Start-Ups gegründet, arbeiten als Sportingenieure bei Sportartikelherstellern, Firmen für Messtechnik und Softwareentwicklung, in Olympiastützpunkten, Forschungsinstituten, der Orthopädietechnik, in Rehabilitationskliniken oder an Universitäten und Hochschulen.

„Uns ist es wichtig, die Studierenden frühzeitig in Forschungsprojekte einzubinden“, unterstreicht Studiengangsleiterin Prof. Dr. Kerstin Witte. „Das sind beispielsweise die Entwicklung eines Messplatzes am Olympiastützpunkt in Magdeburg oder eines Trainings- und Diagnostikgerätes für Amputationspatienten.“ Die Studierenden lernen während der Forschungsprojekte auch, virtuelle Realitäten für Trainings- oder Rehabilitationsziele einzusetzen. Weitere Beispiele sind die Entwicklung eines Tanzrollators für Senioren, die Leistungsdiagnostik im Reiten oder musikunterstützte Trainingsmethoden für Demenzpatienten.

Seit seiner Gründung erfreut sich der Studiengang wachsender Beliebtheit und steigender Immatrikulations- und Absolventenzahlen. Im Wintersemester 2016/17 wurden insgesamt 90 Studierende immatrikuliert. Das ist für den Bereich Sport und Technik / Bewegungswissenschaften Anlass, dieses Jubiläum mit einem Kolloquium würdig zu begehen“, informiert Lehrstuhlleiter Prof. Dr. Jürgen Edelmann-Nusser.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Stefan Berger/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Eye Tracking und Bewegunganalyse im Karate

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Universität Magdeburg bringt junge Unternehmer mit zukünftigen Mitarbeitern zusammen

19.06.2017 -

Persönliche Kontakte sind bei vielen Start-ups das Mittel der Wahl, um neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu finden. Das neue Veranstaltungsformat „Start me up“ des Transfer- und Gründerzentrums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg TUGZ bietet am 27. Juni 2017 erstmals sowohl Start-ups als auch Gründungsinteressierten und Jobsuchenden Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und zu netzwerken. Auf Speed-Dates lernen sich beide Seiten in nur 5 Minuten kennen. Jungunternehmer, Gründungsinteressierte und Jobsuchende stehen sich gegenüber, präsentieren sich kurz und stellen Fragen bis der Gong ertönt. Dann gibt es die nächste Chance auf ein Kennenlernen. Für diese erste Veranstaltung diese Art öffnet das Jungunternehmen UniNow GmbH seine Türen.

 

WAS: „Start me up“ Matching-Veranstaltung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 27.06.2017, ab 18:30 Uhr
WO: UniNow GmbH, Dorotheenstraße 10, 39104 Magdeburg

 

„Mit diesem Format möchten wir zeigen, wie vielfältig die Magdeburger Start-up-Szene ist“, erläutert Nance Kaemmerer, Gründungsberaterin im TUGZ. „Für Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen ist ‚Start me up’ ein idealer Ort, inspirierende Lebenswege kennenzulernen und vielleicht auch der zukünftigen Berufung ein Stückchen näher zu kommen.“

uninow wants youDas Job-Speed-Dating findet bei UniNow statt. Foto: UniNow GmbH

Bei der ersten Veranstaltung sind auch zahlreiche Start-ups aus der Universität Magdeburg dabei: SciFlow, TinkerToys, SignSpin, 3DQR, Fellowshooters, Monumental IT, vesputi, Kilenda, UniNow sowie in4s, Legal Horizon, Urwahn Engineering und Longlatec stellen sich in kurzen Interviews den Fragen der Interessierten und lernen potenzielle Teammitglieder kennen.

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Transparente Forschung für reproduzierbare Ergebnisse

19.06.2017 -

Ohne hochentwickelte Software wären aktuelle Forschungsergebnisse in vielen wissenschaftlichen Feldern undenkbar. Zwar machen Wissenschaftler ihre Forschungsdaten der Öffentlichkeit zunehmend zugänglich, aber dies schließt selten das zusätzliche Veröffentlichen von speziell entwickelter Analysesoftware mit ein. Dies bremst jedoch die Weiterentwicklung neuer Technologien durch andere Wissenschaftler und wird deshalb auch in der Diskussion um mangelnde Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen als Missstand betrachtet.

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Forschungsergebnisse an Landesarchiv Sachsen-Anhalt übergeben

16.06.2017 -

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste förderte von November 2013 bis Januar 2017 ein Projekt zur Provenienzforschung, das in Kooperation zwischen dem Institut für Geschichte der Otto-vonGuericke-Universität Magdeburg (OVGU), Lehrstuhl Geschichte der Neuzeit, Leitung Prof. Silke Satjukow, und dem Landesarchiv Sachsen-Anhalt (LASA) durchgeführt wurde. Die Ergebnisse des Projekts „Zur Rolle von beeidigten und öffentlich bestellten Versteigerern in Sachsen und der Provinz Sachsen bei der Verwertung des Eigentums von Emigranten und deportierten jüdischen Bürgern im Zeitraum 1933 bis 1945“ werden jetzt dem Landesarchiv übergeben.

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Die Physik des Tanzens

14.06.2017 -

Welche Kräfte wirken beim Tanzen, wie können die unterschiedlichen Bewegungen berechnet werden und wie viel Energie brauche ich eigentlich für eine Stunde Walzer? Antworten darauf bekommen Schülerinnen aus ganz Sachsen-Anhalt vom 3. bis zum 5. Juli 2017 im FEMININ-Science-Camp, das die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gemeinsam mit der Hochschule Merseburg organisiert und abwechselnd an den jeweiligen Hochschulen veranstaltet.

Drei Tage lang beschäftigen sich die jungen Frauen ab Klasse 10 intensiv mit der Physik des Tanzens, erfahren in Experimenten alles über Flieh- und Anziehungskräfte, beobachten professionelle Tänzer und finden so z. B. heraus, wie der menschliche Körper seinen Mittelpunkt behält. In Workshops können sie sich anschließend selbst beim Saltospringen und Pirouettendrehen ausprobieren oder einen Lehrfilm produzieren.

WAS: FEMININ-Science-Camp zu MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)
WANN: 3. bis 5. Juli 2017, Treffpunkt 3. Juli 2017 um 9:45 Uhr am Haupteingang der Hochschule Merseburg (Eberhard-Leibnitz-Straße 2, 06217 Merseburg)
WO: Campus der Hochschule Merseburg, Eberhard-Leibnitz-Straße 2, 06217 Merseburg


Die Teilnahme am Science-Camp ist kostenfrei, Übernachtungsmöglichkeiten stehen bei einer vorherigen Anmeldung zur Verfügung. Schülerinnen können sich hier anmelden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts „Zukunft FEMININ“ – Frauen entdecken Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaft – statt. Mädchen und junge Frauen sollen in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten die Vielfalt der Natur- und Ingenieurwissenschaften kennenlernen. Ihnen wird Mut gemacht, sich für einen Beruf in diesem Feld zu entscheiden und sie werden bei ihrer Studien- und Berufswahl unterstützt. Das Projekt wird aus Mitteln des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt und aus dem Operationellen Programm des Europäischen Sozialfonds ESF finanziert.

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Letzte Änderung: 16.06.2017 - Ansprechpartner:

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