Internationalisierung

Im Geist einer weltoffenen Universität unterhält die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg über 300 Partnerschaften mit 245 Institutionen in 60 Ländern auf Universitäts-, Fakultäts- und Institutsebene. Die Universität Magdeburg verfolgt das Ziel, ihre internationale Sichtbarkeit und Attraktivität zu erhöhen, um für hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie für Studierende aus aller Welt ein attraktiver Lern- und Arbeitsort zu bleiben. Bereits jetzt liegt die Universität Magdeburg mit einem Anteil von mehr als 16 Prozent an ausländischen Studierenden aus mehr als 100 Nationen über dem Bundesdurchschnitt. Etwa  11 % der Lehrenden kommen aus dem Ausland.

 

Aktuelle Meldungen zur Internationalisierung:


Radiologietechnikerin wechselt für ihre Promotion von Bangkok nach Magdeburg

Eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen MRT empfinden viele Menschen als unangenehm: die Enge der „Röhre“, das laute Klopfen und die Anweisung absolut still zu halten. „Schnappschüsse“ des Körperinneren sind nicht möglich, das Scannen der Organe verlangt Zeit. Eine Doktorandin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg forscht im Rahmen ihrer Promotion an der internationalen Graduiertenschule MEMoRIAL daran, die Bildgebung im MRT effizienter zu gestalten.

Chompunuch Sarasaen ist Spezialistin für bildgebende Verfahren. Sie hat Radiologietechnik und Biomedizinische Ingenieurwissenschaft studiert und als Radiologietechnikerin in einem der größten Krankenhäuser Südostasiens, dem thailändischen Bumrungrad International Hospital, gearbeitet. Für ihre Promotion ist sie von Thailand nach Deutschland gezogen. Das Programm der Graduiertenschule MEMoRIAL bot für ihr Forschungsvorhaben die ideale Gelegenheit: „Es geht um MRT, zum Beispiel im Bauchbereich. Beim Atmen bewegen sich die Organe im Bauch rauf und runter, es kommt zu Abweichungen in der Bildgebung. Ich möchte bekannte Daten nutzen, um diese Abweichungen während des Scans in Echtzeit korrigieren zu können“, sagt die Wissenschaftlerin. Das würde die anstrengende und teure Zeit im MRT verkürzen. An der Uni Magdeburg stehen für die MRT-Forschung der leistungsstarke 7 Tesla-Hochfeld-Kernspintomograph – der hier europaweit zuerst aufgestellt wurde – und ein 3 Tesla MAGNETOM Skyra zur Verfügung.

Portrait Chompunuch SarasaenChompunuch Sarasaen vor dem 7 Tesla-Hochfeld-Kernspintomograph an der Universität Magdeburg (Foto: Harald Krieg / Universität Magdeburg)

Meistens arbeitet die Doktorandin jedoch am Computer und programmiert. Warum ist sie dazu extra nach Magdeburg kommen? Die Graduiertenschule hat sie über den Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) gefunden. Seit Beginn 2017 werden Master- sowie Promotionsstipendien an herausragende Studierende und Absolventen mit den Fachschwerpunkten Medizintechnik und Materialwissenschaften/Werkstofftechnik vergeben. MEMoRIAL – Medical Engineering and Engineering Materials – wird vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt aus Mitteln des Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESF) im Programm „Sachsen-Anhalt WISSENSCHAFT Internationalisierung“ mit rund 2,57 Mio. Euro gefördert. Im Zeitraum vom 1. September 2016 bis 30. April 2022 werden insgesamt 3.207.760 Euro aufgewendet. So können 21 Promovendinnen und Promovenden sowie bis zu 12 Studierende des Masterstudiengangs Medical Systems Engineering an der Uni Magdeburg in interdisziplinären Forschungsprojekten der Ingenieurwissenschaften und Medizin/Lebenswissenschaften unterstützt werden.

Doktoranden kommen aus der ganzen Welt an der Uni Magdeburg

Da es bei MEMoRIAL um institutsübergreifende interdisziplinäre Projekte geht, wird Chompunuch Sarasaen von Prof. Dr. Oliver Speck am Institut für Physik sowie von Prof. Dr. Georg Rose am Institut für Medizintechnik und am Forschungscampus STIMULATE betreut. Das translationale und anwendungsorientierte Potential von STIMULATE wird durch Projekte wie ihres zugleich genutzt und gestärkt. Neben der fachlichen Vernetzung gehört auch die Internationalisierung der Uni-Forschungsschwerpunkte zu den Zielsetzungen der Graduiertenschule: Aus Indien, Thailand, dem Libanon, Russland und Italien u. a. kommen die jungen Doktorandinnen und Doktoranden nach Magdeburg, um am MEMoRIAL-Programm teilzunehmen. Die Kommunikation erfolgt hauptsächlich in Englisch. Um darüber hinaus auch für die „Magdeburger Alltäglichkeiten“ gewappnet zu sein, lernt Chompunuch Sarasaen seit ihrer Ankunft im September intensiv Deutsch, versteht die Sprache gut und „paukt“ die Grammatik. Die Aussprache sei noch schwierig, dennoch spricht sie selbstbewusst und so viel sie kann.

Und selbstbewusst bewegt sich die 29-Jährige auch als eine der Forscherinnen unter vielen Männern. Zu Beginn ihrer Arbeit war sie noch die einzige Frau im Modul 1 des Programms, welches den Schwerpunkt auf die Medizintechnik bzw. das Medical Engineering legt. Mittlerweile sind weitere Kolleginnen hinzukommen. Somit trägt MEMoRIAL neben der fachlichen Vernetzung und Internationalisierung auch zur Stärkung des Frauenanteils in den Ingenieurwissenschaften bei.

In Magdeburg fühlt sich Chompunuch Sarasaen wohl. Die Stadt ist nicht zu groß und trotzdem belebt. Gern geht sie an der Elbe laufen, oft mit dem Team. „Ich trainiere viel, werde schneller und kann dann auch konditionell mit den Kollegen mithalten“, sagt sie. Alles hat seine Vorteile.

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Von Fremdsein und Fremdheit

Mehr als die Hälfte seines Daseins hat er in Magdeburg gelebt. In einer Stadt, die nicht in seinem Heimatland ist. Dennoch ist sie ein Teil seiner Vergangenheit und Gegenwart – seines Lebens – geworden. „Ich fühle die Stadt. Ich kenne ihren Geruch. Viele Plätze sind mir bekannt und sie kennen mich auch. Irgendwie bin ich angekommen, fühle mich nicht fremd“, beschreibt Wahid Nader, syrischer Ingenieur und Dichter.

1985 ist Wahid Nader im Alter von 30 Jahren für ein Ergänzungsstudium mit dem Abschluss als Diplom-Ingenieur im Maschinenbau von der Universität in Homs, Syrien, nach Magdeburg gekommen. Es folgten die Promotion bei seinem damaligen Betreuer Professor Gerd Fleischer und die Rückkehr nach Syrien. Fünf Jahre hat er als Dozent und Forscher an der Universität Aleppo gearbeitet, bis es ihn 1995 schließlich wieder nach Magdeburg zog.

Portrait Wahid Nader (c) Harald Krieg

Neues Kapitel: Heimat verlassen, beruflich neu orientieren, sich einer ganz anderen Kultur annehmen. Die Rückkehr sei ihm schwergefallen, erinnert sich Wahid Nader, hatte er doch eigentlich geplant, eine Karriere als Professor in Syrien einzuschlagen. Das, was schluss–endlich passierte, verfolgte jedoch eine ganz eigene Rhythmik. Heute ist er Übersetzer und Dolmetscher. Neben der Passion für Ingenieurwesen und Tribologie hatte er eine zweite: „Schon immer habe ich lyrische Texte geschrieben und den Wunsch, Übersetzer und Dichter zu sein gehabt. Mein Vater wollte, dass ich Ingenieur werde.“

Die Wissenschaft des Dichtens

Bis zur Jahrtausendwende hat der Wahlmagdeburger als Mitarbeiter in Lehre und Forschung am Institut für Maschinenbaukonstruktion und am Chemischen Institut gearbeitet, bis der Wunsch, hauptberuflich als Dichter zu arbeiten immer stärker wurde. „Wissenschaft ist immer eine Bereicherung“, erzählt Wahid Nader, „auch für einen Lyriker.“ Als ein Solcher Gesetze und Phänomene der Natur verstehen und interpretieren zu können, sei schön, betont er. „Schon immer gab es viele Ingenieure oder Mediziner, die geschrieben haben. Dieser Weg ist also kein Hindernis, sondern eher eine Bereicherung. 1978 gewann ich den ersten Preis für Lyrik an den syrischen Universitäten. Im Jahr 2012 erhielt ich den Deutsch-Arabischen Übersetzerpreis des Goethe-Instituts in der Kategorie ‚Etablierte Übersetzer’“, hält Wahid Nader lächelnd fest. 2018 wird sein Buch „Verbrennung der Myrte“ veröffentlicht.

Kunst, Liebe, Natur und Politik sind Themen seiner Gedichte, die er neben seiner Tätigkeit im Sprachenzentrum als Lehrbeauftragter für Arabisch veröffentlicht. „Auch den Sprachunterricht genieße ich sehr, weil ich meine Muttersprache liebe und weiterhin gerne unterrichte“, sagt er. „Der Austausch mit Studierenden ist sehr bereichernd für mich. Ihre Sicht auf die arabische Welt und die Vorstellungen über politische Entwicklungen sind wichtige Themen, die wir besprechen, und ich lerne von ihnen auch etwas. Ich bin dankbar dafür, dass sich die Studierenden für eine andere Kultur und die Sprache interessieren.“

„Zwei meiner Söhne sind Absolventen der Universität Magdeburg und arbeiten als erfolgreiche Ingenieure bei internationalen Firmen, der dritte schließt aktuell das biosystemtechnische Studium an der OVGU ab“, erzählt Wahid Nader. Seine größte Hoffnung bleibt, dass der syrische Krieg bald endet. Er möchte nach so vielen Jahren sein Dorf im syrischen Mittelmeergebirge gern wiedersehen.

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Angekommen auf der kleinen Insel Magdeburg

Hasmik Hunanyan ist der Inbegriff von Optimismus und Lebensfreude. Wenn man der gebürtigen Armenierin auf dem Campus begegnet, steckt sie einen mit ihrer Freude und ihrem Tatendrang regelrecht an. Ihrer aufgeschlossenen Art hat die dreifache Mutter auch zu verdanken, dass sie in Magdeburg eine neue Heimat gefunden hat. Denn obwohl sie nie nach Deutschland auswandern wollte, weil sie kein Deutsch konnte, hat sie die Startschwierigkeiten nicht als Problem, sondern als Chance gesehen.

Portait Hasmik Hunanyan (c) Harald Krieg

 

Als es ihren Mann beruflich nach Jena zog, folgte sie ihm wenig später, um 2003 in der Thüringer Universitätsstadt ihr Promotionsstudium zu beginnen. In den ersten Wochen bestätigte sich, was sie bereits vermutet hatte: Die Kommunikation mit den Einheimischen hatte ihre Tücken. „In Armenien gab es zu der Zeit keine Kreditkarten, ich habe das zum ersten Mal benutzt und keiner konnte mir erklären, wie das geht. In den Läden konnte ich mich nur sehr schwer verständigen. Das war schon ein bisschen frustrierend“, erinnert sich Hasmik Hunanyan. An der Universität in Jena wurde die studierte Sprachwissenschaftlerin umso herzlicher empfangen und in ihrer Doktormutter hat sie eine enge Vertraute gefunden – noch heute halten sie Kontakt. Mit zunehmenden Sprachkenntnissen kam sie immer mehr im Land der Dichter und Denker an. Es war ihr immer wichtig, die Sprache zu lernen und die deutsche Kultur zu leben. „Ich glaube, die Leute, die integriert sind haben weniger Probleme. Es ist etwas Gegenseitiges: Wenn du gibst, bekommst du auch viel zurück“, sagt die 40-Jährige mit einer überzeugten Selbstverständlichkeit.

Liebe auf den zweiten Blick

Nach acht Jahren in Jena wartete auf Hasmik Hunanyan ein zweiter Neuanfang in Magdeburg. Diesmal war die Herausforderung nicht die Sprache. Es war die Stadt. Der Ruf eilte der neuen Heimat voraus und der erste Eindruck bestätigte diesen vorerst: „Mein erster Eindruck in einem Wort zusammengefasst: divers. Sehr ungerade. Auch ein bisschen kalt. Magdeburg war nicht so gemütlich wie es Jena war“, gesteht Dr. Hunanyan. Durch ihre Arbeit beim Akademischen Auslandsamt der OVGU unternahm die Neumagdeburgerin mit Delegationen internationaler Universitäten zahlreiche Stadtbesichtigungen. Und nicht nur die Gäste, sondern auch sie selber war von der Geschichte und den Sehenswürdigkeiten ihrer neuen Heimat beeindruckt: „Nachdem ich mit Freunden aus Jena dann auch eine Tour durch Magdeburg gemacht hatte, sagten sie: ‚Du bist eine echte Patriotin von Magdeburg geworden!‘ – In dem Moment wurde mir klar, dass ich mit so viel Herz erzählt habe, weil die Stadt meins geworden ist.“ Magdeburg habe der Welt sehr viel anzubieten, man müsse sich nur damit auseinandersetzen, es sei erst einmal nicht so offensichtlich – es sei eher Liebe auf den zweiten Blick.

Probleme mit Diskriminierung oder Fremdenfeindlichkeit hatten sie und ihre Familie nie – nicht in Jena und nicht in Magdeburg. „Wenn man all die negativen Geschichten hört, fühle ich mich manchmal, als würde ich auf einer Insel leben“, sagt Hasmik Hunanyan ein wenig ungläubig. Vielleicht liege es an ihrem Job im International Office und daran, dass ihre Kinder hier geboren und in die Kultur hineingewachsen seien. Mit Sicherheit liegt es aber auch an ihrer offenen Lebenseinstellung, wenn sie sagt: „Es gibt gute Menschen und nicht so gute Menschen, aber das hängt nicht von der Nationalität ab.“

 

Meine Aufgabe im International Office …

... ist hauptsächlich die Pflege der Partnerschaften der Universität, d. h. ich unterstütze die Fakultäten dabei, neue Kooperationsverträge mit internationalen Unis zu schließen. Neben den vertraglichen Inhalten gehört dazu auch die Organisation und Betreuung von Delegationsreisen durch Rektoren, Wissenschaftler, Hochschulpersonal und Studierende. Zu den Besucherprogrammen zählt ebenfalls die Sommerschule der Incomings. Zudem pflege ich unsere Datenbanken für Kooperationen und Mobilitäten sowie unsere Website.

An meiner Heimat vermisse ich am meisten …

... ganz klar meine Familie. Die Berge. Es ist hier sehr flach, das ist nicht so meins. Armenien ist ein Bergland, da ist kein Weg gerade, es geht immer Berg hoch, Berg runter. Das Wasser. Wir haben in Armenien das leckerste Wasser auf der Welt. Und das Obst und Gemüse. Wir versuchen immer Anfang Juli dort zu sein, weil dann Aprikosenzeit ist – Aprikosen sind das Nationalobst von Armenien.

 

Kloster Tatew in der Provinz Sjunik (c) Aleksandr KhanbekyanDas Kloster Tatew in der Provinz Sjunik im Süden Armeniens. (Foto: Aleksandr Khanbekyan)

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Ein Studium zwischen Strand und Hörsaal

Gut 150 Studierende verlassen jedes Jahr die Otto-von-Guericke-Universität, um ein Auslandssemester zu absolvieren. Fernab der heimischen Hörsäle, von Freunden und Familie, lernen sie ein halbes Jahr an einer der Partneruniversitäten Stadt, Kultur und Menschen kennen.

Laura Müller

„Der Alltag hat einen viel zu schnell im Griff und manchmal muss man seine Komfort-Zone einfach verlassen“, erzählt Laura Mueller. Die 23-jährige studiert an der Universität Magdeburg BWL und hat die Elbe gegen den Indischen Ozean getauscht. Seit Mitte des Jahres lebt sie auf der Insel Bali. „Ich wollte seit Beginn meines Studiums definitiv ins Ausland, deshalb war es für mich die perfekte Gelegenheit um neue Erfahrungen zu sammeln.“

Durch internationale Partnerschaften mit anderen Universitäten, Anpassungen der Studiengänge und Förderprogramme der Europäischen Union, bestehen für Interessierte inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Mit dem EU-Förderprogramm Erasmus+ lernt momentan Aytan Ayubova ein Semester lang in Krakau. „Die Bewerbung erfolgte durch Erasmus+ Mitte März. Die Bestätigung von meiner Gast-Universität kam dann auch fix und anschließend konnte ich alles planen. Auch wenn ich alles relativ spät gemacht habe, gab es keine großen Komplikationen.“ Durch die Bezuschussung des Auslandaufenthaltes durch die Europäische Union, liegt nur ein Teil der Kosten in der eigenen Hand der Studierenden. Zudem besteht die Möglichkeit, sich um weitere Förderungen oder spezielle Stipendien zu bewerben.

Andere Länder, andere Sitten

Der Wechsel an die Partneruniversität fällt Studierenden besonders zu Beginn sehr schwer. „Andere Länder, andere Sitten. Daran muss man sich erstmal gewöhnen“, weiß Laura Mueller. „In Indonesien ticken die Uhren etwas anders. Da fällt dann auch gerne mal spontan eine Vorlesung aus. Vieles wird hier lockerer, andere Dinger etwas strenger gesehen. So gibt es zum Beispiel einen Dresscode an der Uni, was man sich bei uns gar nicht vorstellen kann.“ Auch der Weg zum Campus hat sich verändert. Statt zu Fuß oder mit der Bahn, kommt Laura jeden Morgen mit dem Roller.

Aytan Ayubova steht an der Universität Krakau ebenso immer wieder vor kleinen und größeren Herausforderungen. Besonders der regelmäßige Lernaufwand für die wöchentlichen Veranstaltungen ist viel höher als in Magdeburg, wo sie European Studies studiert. So ist es die Regel, für jedes einzelne Seminar wöchentlich bis zu 100 Seiten zu lesen, Vorträge, Präsentationen und Hausarbeiten vorzubereiten. Und auch wenn auf ein Formular oder eine Rückmeldung mal etwas länger gewartet werden muss, am Ende findet sich eine Lösung dann doch.

Aytan Ava

Abseits vom Campus und dem Universitätsleben bietet ein Semester im Ausland auch einen einmaligen Blick über den Tellerrand. Sowohl Aytan als auch Laura waren zuvor nie in ihren jeweiligen Ländern zu Besuch. Das Kennenlernen von neuen menschlichen, kulturellen und sozialen Eindrücken bereichert ihre Persönlichkeiten ungemein, stimmen die Studentinnen überein. Reisen durch das Gastgeberland ist sowohl in Polen als auch auf Bali durchaus günstig, so dass sie nicht nur mit vielen Fotos zurückkommen, sondern auch mit neuen Eindrücken der Region.

Laura und Aytan sind froh den Schritt ins Ausland für ein Semester gewagt zu haben. Das Akademische Auslandsamt der Universität Magdeburg unterstützt Interessierte bei der Organisation für ihren Aufenthalt und Ansprechpartner in den Fakultäten achten darauf, dass der Auslandsaufenthalt mit dem Studienprogramm vereinbar ist. Wer frühzeitig mit den Planungen beginnt, kann voller positiver Vorfreude Magdeburg auf Zeit verlassen. Laura Mueller rät den noch unsicheren Kommilitonen, die Chance zu nutzen. „Ich kann es wirklich nur jedem ans Herz legen: Geht ins Ausland! Diese Erfahrung kann nichts ersetzen!“

Bild 1: Laura Mueller / Bild 2: Aytan Ayubova

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Unterwegs in Europas Städten

Reisen macht Spaß – ganz besonders, wenn man nicht alleine reist, sondern neben den Ländern und Städten auch neue Leute kennenlernen kann. Zwei Studierende haben sich zum Ziel gesetzt, die Weltenbummler der Universitäten zusammenzubringen und für sie Trips durch Europa mit viel Gemeinschaftsgefühl zu organisieren.

Tim Frärks studiert Wirtschaftsingenieurwesen Logistik an der OVGU und hat mit seiner Freundin Anastasia Roor bereits ein eigenes Reiseunternehmen. Das Wort Wanderlust, was im Englischen mit Fernweh übersetzt wird, ist bei ihnen Programm. Schließlich haben die beiden jeden Trip, den sie auf ihrer Webseite anbieten, auch schon selbst unternommen. So ist es keine Überraschung, dass Geheimtipps und Wissenswertes über die Städte gut recherchiert sind und den reiselustigen Studierenden ihre Trips erleichtern. Leader und City Guides füttern die wissensdurstigen Erkunder mit allen nötigen Informationen zu Prag, Paris, Rom und vielen anderen Städten. Neben Exkursionen gibt es aber auch Partys, Bootspartys oder Pub-Crawls. „Mit unserem Programm und den Aktivitäten bieten wir genau den Rahmen für ein super Gruppenerlebnis“, ist Tim Frärks überzeugt.

Wanderlust Tim&Anastasia (c) Wanderlust 2Anastasia Roor und Tim Frärks gründeten das Reiseunternehmen „Wanderlust“. (Foto: Wanderlust)

Die Idee für Wanderlust Student Trips kam Anastasia und Tim in Rotterdam während des Auslandssemesters von Anastasia Roor. Neben dem Studium hatten beide Zeit, um gemeinsam und mit Freunden zu reisen. Sie hatten Spaß daran, ihre eigenen Reisen zu planen und haben oft die Organisation für ihre Freunde übernommen. So entstand die Idee, auch für andere Studierende Trips durch Europa zu planen und anzubieten. Im Februar 2015 gründeten sie ihr eigenes Unternehmen und organisieren seitdem über 50 Trips pro Jahr.

„Insbesondere internationale Studierende nehmen an den Reisen teil. Nicht nur, weil wir alles organisieren und die Reisen durch die Gruppenrabatte günstiger sind, sondern auch, weil sich in der Gruppe schnell Freunde finden“, betont der 23-jährige Tim Frärks. Nach den Reisen bekommen die jungen Unternehmer viel positives Feedback. „Die meisten Studierenden haben eine gute Zeit und bedanken sich bei uns. Die wenigsten hätten sonst die Möglichkeit, so günstig zu reisen und so viele neue Leute kennenzulernen“, erzählt der studentische Unternehmer stolz.

Auch Universitäten haben die Vorteile, die Wanderlust Student Trips bietet, erkannt und kooperieren mit dem Reiseunternehmen. Über eine Kooperation mit der Universität Magdeburg wird aktuell gesprochen.

Anastasia Roor und Tim Färks machen Studierenden mit ihren Trips Lust aufs Ausland.

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In der Semesterpause mit der Uni ins Ausland

Für die Sommerschule „Sprache und Kultur Nordamerikas“ sind Restplätze frei. Studierende, die im August 2018 Auslandserfahrungen in den USA sammeln möchten, können sich noch bis zum 31.01. für die Sommerschule anmelden.

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Seit mehr als 20 Jahren können Studierende der OVGU in einem jährlich stattfindenden vierwöchigen Intensiv-Sprachkurs an einer Partneruniversität in Wisconsin/USA die seit dem Abitur etwas eingerosteten „English communication skills“ auf Vordermann bringen und durch das Leben mit Gastfamilien und Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung Land und Leute kennenlernen. In jedem Sommer finden sich so bunt gemischte Studierendengruppen, die zusammen eine kurze, aber intensive Auslandserfahrung machen wollen.

Wer sich bis zum 31.01.2018 beim International Office für die Teilnahme anmeldet, hat beste Aussichten, mit auf Reisen zu gehen. Die Sommerschule wird von der Universität, studentischen Initiativen und diversen andere Einrichtungen finanziell unterstützt. Mehr Informationen zum Reiseprogramm, den Teilnahmebedingungen, den Kosten und zu Feedbackberichten von der Summerschool 2017 finden Sie auf der Website der Sommerschulen.

Das International Office unterstützt vor allem bei der Organisation und Durchführung von ein- oder zweisemestrigen Auslandsstudienaufenthalten, entweder im europäischen ERASMUS-Programm oder im Außer-EU-Austauschprogramm „WELTWEIT“. Mit seinen Aktivitäten vermittelt es jährlich bis zu 400 Studierenden in kürzer- oder längerfristige Auslandsaufenthalte. Die Studierenden bekommen so beste Chancen, nach dem Studium in Jobs mit internationaler Ausrichtung einzusteigen.

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Vom MINT-Praktikanten zum Studenten

Mohamad Hadi Khalifa ist ein junger Mann, der schüchterner ist, als sein Erscheinungsbild vermuten lässt. Der kräftig gewachsene 21-jährige Syrer ist vor zwei Jahren mit seinem Bruder aus Aleppo geflohen und nach Magdeburg gekommen. Die Eltern und ein Großteil der Familie leben immer noch im Kriegsgebiet.

Hadi hat bereits ein Jahr an der Universität in Aleppo Maschinenbau studiert und wollte in Deutschland seine akademische Laufbahn wiederaufnehmen, denn Bildung ist für ihn der Schlüssel zur Integration. „Ohne Bildung wird es sehr schwer", erklärt er und schaut recht ernst dabei. An der Universität Magdeburg belegte er drei Sprachkurse, um dem Ziel näher zu kommen, ein Studium in einem technischen Fach aufnehmen zu können. Während seiner Recherchen dazu ist er zufällig auf das MINT-Praktikum der Universität-Magdeburg gestoßen, welches Schülerinnen und Schülern dabei helfen soll, in den Sommerferien oder nach dem Abitur, Studienrichtungen in den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik kennenzulernen. Hadi meldete sich an und entschied sich für ein Praktikum der Medizintechnik bei „INKA – Intelligente Katheter“. Das MINT-Praktikum soll Studieninteressierten zeigen woran die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität forschen sowie einen praktischen Einblick in die verschiedenen Einrichtungen ermöglichen.

Portrait Mohamad Hadi Khalifa (c) Harald KriegMohamad Hadi Khalifa (Foto: Harald Krieg / Universität Magdeburg)

Bereits zu Schulzeiten machten Hadi Fächer wie Physik und Mathematik besonders Spaß, Gedichte auswendig lernen, war dagegen eine Qual für ihn. Nachdem Hadi sich in der letzten Zeit nur mit dem Deutsch lernen beschäftigte, wollte er endlich wieder etwas mit Zahlen und komplexen Vorgängen machen. So war die Vorfreude auf das Praktikum besonders groß. Hadis Aufgabe für die zwei Monate bestand darin, ein Hauptvenen-Modell zu erstellen, welches Bestandteil der Forschung zur Katheterplatzierung dienen sollte. Bevor es jedoch an das Modellieren oder Bearbeiten ging, musste Hadi sich erst einmal mit der Anatomie des Menschen beschäftigen. Der Studiengang Medizintechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verbindet die Fachbereiche Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Informatik. Zudem werden hierbei medizinische Grundlagen in Anatomie und Biochemie vermittelt, um technische Lösungen zu entwickeln. Der Weg zum ersten Modell war mit einigen langen Diskussionen gepflastert, so Dr.-Ing. Boese, welcher Hadi bei INKA begleitete. Mithilfe des Programm Solidworks konnte Hadi dann mit seinem angeeigneten Wissen über Hauptvenen ein erstes virtuelles Modell erstellen. Dies wurde mithilfe eines 3D-Druckers realisiert, womit anschließend ein erster Prototyp produziert wurde.

Die Arbeit von Hadi lohnte sich, denn das Modell wird nun für die weitere Forschung zur sicheren Platzierung und Sichtbarkeit der Katheter genutzt, so Dr.-Ing. Boese. „Eigentlich wollte ich meine Deutschkenntnisse während des Praktikums verbessern, jetzt ist auch mein Englisch viel besser geworden“, erzählt Hadi mit leuchtenden Augen. Schließlich ist das Team bei INKA sehr international und auch die Programmiersprache ist Englisch. Dass es so gut klappt war auch für Hadi überraschend und konnte ihm die Angst vor einem Studium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg nehmen. Mit Beginn des Wintersemesters 2017/18 hat er ein Studium in Medizintechnik aufgenommen. Das MINT-Praktikum würde Hadi immer wieder machen und hat dies auch schon seinen Freunden als Einstieg für eine universitäre Laufbahn ans Herz gelegt. „Wer in die Wissenschaft will, sollte so ein Praktikum besuchen. Das ist sehr wichtig“, sagte Hadi zum Schluss und lächelte dabei zufrieden.

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Absolventin der Uni Magdeburg mit DAAD-Preis ausgezeichnet

Nicole Andrea Parks, Absolventin im Masterstudiengang Chemieingenieurwesen: Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, erhält den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für besondere akademische Leistungen und herausragendes soziales Engagement. Die gebürtige US-Amerikanerin studierte von Oktober 2014 bis Juli 2017 an der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik und schloss trotz anfänglicher Hürden mit „Auszeichnung“ ab.

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Mit dem Diskus nach Taipei

“Die Teilnahme war ein emotionales Erlebnis und sehr motivierend für die nächste Zeit und meine weiteren Ziele. Gleichzeitig war es auch eine Belohnung für die viereinhalb Jahre hartes Training, um bis hierhin zu kommen“, erzählt Torben Brandt über seine Teilnahme an der Universiade 2017 in der Disziplin Diskuswurf.

Zum Diskuswerfen ist der Student der Wirtschaft und Verwaltung/Sport über Umwege gekommen. Als er bei einem Halbmarathon der schnellste seiner Altersklasse wurde und auch Sportler vom Sportclub Magdeburg hinter sich gelassen hat, nahm er seinen Mut zusammen und versuchte es selbst bei dem Verein. Schnell wurde klar, dass seine körperliche Voraussetzung sich besser zum Werfen eignet, als zum Laufen. Ein Trainer erkannte sein Talent und so begann sein Training in der Disziplin Diskuswurf.

Nach viereinhalb Jahren des Trainings wurde Torben Brandt durch seine Leistungssteigerung ein klarer Kandidat für die Universiade, die etwa 13.000 studierende Sportlerinnen und Sportler aus über 150 Ländern zu sich lockt und somit das drittgrößte Turnier der Welt ist. Dieses Jahr haben sich die Spitzensportler im der taiwanesischen Hauptstadt Taipei zum Wettkampf zusammengefunden.

TorbenBrandt (c) privat 2Torben Brandt bei der Universiade in Taipei (Foto: privat)

Nicht nur das Messen mit den Teilnehmern war für Torben Brandt spannend, auch das Kennenlernen der verschiedenen Nationen und Kulturen war für ihn ein besonderes Erlebnis. „Am besten konnte man die anderen Nationen beim Essen kennenlernen, mal habe ich mit Japanern gespeist, mal mit Südafrikanern, Slowenen, Rumänen oder Finnen. Am Essenstisch hatte man Zeit für Gespräche und durch die sehr große Auswahl an Speisen, hat man auch viel mehr von der Kultur und deren Gewohnheiten mitbekommen. Es war fantastisch und ein ganz anderes Level von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung“, schwärmt der Diskuswerfer.

Besonders in Erinnerung bleiben wird dem Spitzensportler die Gastfreundschaft und Begeisterung für die Teilnehmer der Universiade, die sie von den Einheimischen erfahren haben. „Wir wurden frenetisch gefeiert, die Leute standen Spalier. Die Stadien waren voll und an den Straßen standen kilometerlang Menschen, die uns zujubelten. Ich bin sehr dankbar dafür.“

Ansporn von außen und Unterstützung von der Uni

Die Zustimmung der Menschen ist für ihn ein Ansporn, mit dem Sport weiter zu machen. Denn sein Studium mit dem Sport zu verbinden erfordert viel Disziplin, Ehrgeiz und Ausdauer von ihm. „Durch den Sport erlebe ich leider wirklich viele Einschränkungen. Zum Beispiel wäre ich gerne öfter in der Universität. Manchmal gibt es Semester, an denen ich zwei Mal auf dem Campus bin. Ich würde mich gerne mehr ins Studentenleben einbringen. Debatten führen über Politik und das Weltgeschehen. All das, was der süße Nebengeschmack der Universität so mit sich bringt, fehlt mir. Beim Feiern findet man mich doch ein-zweimal, wo ich dann einfach mal Student bin“, erzählt der 22-Jährige.

Die Universität Magdeburg spielt bei der Förderung meiner Karriere eine sehr große Rolle, im Vergleich zu vielen anderen Universitäten wird hier viel für Sportler gemacht, was mir überhaupt die Chance ermöglicht hat, Leistungssport zu betreiben. Vielleicht könnte man die Sportler noch anders würdigen, aber ansonsten erfüllt die Universität ihre Verantwortung“, so Torben Brandt.

Für die Zukunft hat sich der Student zum Ziel gesetzt, die Universität als qualifizierter und engagierter Lehrer zu verlassen und vielleicht noch einen Abschluss mehr zu machen. Im Sport möchte er sich weiterhin so gut entwickeln und seine Performance stabilisieren.

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Nationale und internationale Forschungsförderer stellen sich vor

Am 21. September 2017 werden Vertreter aller großen nationalen und europäischen Forschungsförderungsorganisationen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zu Gast sein. Im Rahmen der Veranstaltung „Forschen in Europa: Nationale und europäische Forschungsförderung“ präsentieren Forschungsförderer wie die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, die Helmholtz-Gemeinschaft, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder die Max-Planck–Gesellschaft ihre nationalen und internationalen Förderprogramme und stehen Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aus ganz Deutschland als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie haben Gelegenheit, ihre wissenschaftlichen Karrieren in Deutschland individuell zu planen oder sich für Mobilitätsprogramme zu bewerben und so internationale Forschungserfahrung zu sammeln.

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Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk