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Forschung & Transfer

Architektur G25

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg setzt sich mit der Vielfalt sowohl nationaler, aber auch globaler gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Das betrifft technische, gesundheitliche und ökologische Fragestellungen; aber auch ethische, kulturelle, soziale und ökonomische Probleme sind  Gegenstand wissenschaftlich-methodischer Betrachtung, Kontextuierung, Konzeptionierung und Reflexion.

Als Vorreiter technologischer Entwicklung wird die Universität Magdeburg mehr und mehr zur Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie versteht sich als eine Leitfigur beim Ausbau der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beraten und unterstützen mit ihrer Expertise wichtige und zukunftsweisende Vorhaben der Stadt, des Landes oder regionaler Unternehmen. Sie sind als Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Mediziner oder Informatiker mit ihrem Wissen unverzichtbare Partner in regionalen und überregionalen Netzwerken und so an der gedeihlichen Entwicklung der Landeshauptstadt maßgeblich beteiligt.

Durch die gezielte Anwerbung unternehmerisch begabter Studienanfängerinnen und -anfänger aus ganz Deutschland und dem Ausland und ein entsprechendes Lehrangebot werden Studierende auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern herangebildet, die im Anschluss an ihr Studium sowohl in Wissenschaft, Wirtschaft und der Kultur neue Impulse setzen.

Das Profil ist geprägt durch Exzellenzschwerpunkte, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Forschergruppen. Externe Kooperationen bestehen mit angegliederten Zentren, An-Instituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Als Impulsgeber und Entwicklungsmotor auch weit über die Landesgrenzen hinaus, verfolgt die Universität Magdeburg Innovationsstrategien zur Stärkung des Technologie- und Wissenstransfers in regionale und überregionale Unternehmen.

 

Aktuelle Meldungen aus Forschung & Transfer:


Frauen und Technik!

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erforschen Technikdidaktiker / -innen den Einfluss von Eltern auf das Interesse der Töchter für technische Berufe. Im Rahmen des Forschungsprojektes „InvestMINT“ wollen sie die Prozesse der Berufsfindung präzise nachverfolgen, um sie in Zukunft stärker auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen auszurichten, praxisnah und nachhaltig gestalten zu können.

„Wir haben - nicht nur in Sachsen-Anhalt - einen gravierenden Fachkräftemangel, speziell in den MINT-Berufen, also denen mit den Schwerpunkten in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“, erklärt Prof. Dr. Frank Bünning von der Professur Technische Bildung und ihre Didaktik. Als Beispiele für technische Berufe, in denen sehr wenig junge Frauen arbeiten, die aber hohen Bedarf an Fachkräften haben, nennt er Industriemechaniker, Mechatroniker und Verfahrensmechaniker. „Diesem Problem könnten wir effektiv begegnen, wenn es uns gelänge, mehr junge Frauen für MINT-Berufe zu gewinnen.“

Mädchen mit ferngesteuerten Autos beim Zukunftstag 2017 in der Absorberhalle der Exfa

Bünning und sein Team untersuchen in ihrer Studie unter anderem, wie Eltern speziell mit ihren Töchtern über Beruf und Studium sprechen, wie sie sie unterstützen und in welcher Weise sich das auf die Berufswahl der jungen Frauen auswirkt. Die Technikdidaktikerinnen und Technikdidaktiker wollen im Rahmen des Berufsbildungsprozesses Wünsche und Vorstellungen von Eltern, Schülerinnen sowie deren Lehrerinnen und Lehrern erfassen und diese Erkenntnisse anschließend in konkrete Konzepte für interaktive Unterstützungs- und Beteiligungsformate umwandeln.

Eltern können an Umfrage teilnehmen

Interessierte Eltern, Schülerinnen, Lehrerinnen und Lehrer sowie Angehörige können dazu an einer Online-Umfrage teilnehmen. 

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden nach Abschluss der Studie ihre Ergebnisse unter anderem der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitgebervertretungen, Berufsverbänden, Landes- und Bundeselternräten sowie Schulen, Kommunen und anderen Institutionen, die am Berufs- und Studienprozess beteiligt sind, zur Verfügung stellen.

„Es steht außer Frage, dass Eltern einen großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder haben. Aber die genauen Zusammenhänge sind noch unerforscht“, sagt Dr. Stefan Brämer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl. „Wir wollen mit dieser Studie eine Tür weit aufstoßen und Licht ins Dunkel bringen.“

Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und gehört zum Förderbereich „Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung“.

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Magdeburger Werkstoffwissenschaftler in Gelehrtengemeinschaft aufgenommen

Der Chemiker und Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr. rer. nat. Michael Scheffler von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist in die technikwissenschaftliche Klasse der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig aufgenommen worden.

Prof. Dr. rer. nat. Michael Scheffler@Harald KriegProf. Scheffler hält einen Keramikschaum mit Wärmespeichermaterial auf der Oberfläche in der Hand. Im Hintergrund befindet sich ein Computer-Mikrotomograph, mit dem u. a. Schaumstrukturen vermessen werden können. (Foto: Harald Krieg / Uni Magdeburg)

Die Sächsische Akademie der Wissenschaften wurde anlässlich des 200. Geburtstags von Gottfried Wilhelm Leibniz gegründet. Ihr gehören über 200 national und international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen an. Sie treffen sich zum regelmäßigen Gedankenaustausch, widmen sich der langfristigen Grundlagenforschung, erörtern im interdisziplinären Gespräch gemeinsame Forschungsvorhaben und wollen so ihre Forschungsergebnisse wirksam in die Gesellschaft hineintragen.

Vita Prof. Scheffler

Prof. Michael Scheffler studierte Chemie an der Technischen Hochschule Leuna-Merseburg und wurde 1993 an der Martin-Luther-Universität Halle promoviert. Nach einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anorganische Chemie der Universität Halle wechselte er 1994 als Postdoc an das Institut für Physikalische Hochtechnologie nach Jena und anschließend an die Universität Erlangen-Nürnberg. Es folgten Forschungsaufenthalte u.a. als Forschungsstipendiat an die University of Washington, Seattle, WA, USA. Von 2005 bis 2006 war Scheffler Leiter der Abteilung Thermosensorik und Photovoltaik am Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung und ab 2006 hatte er den Lehrstuhl für Leichtbaukeramik an der Brandenburgischen Technische Universität Cottbus inne. Im Oktober 2009 wurde Prof. Michael Scheffler auf den Lehrstuhl Werkstofftechnik für Nichtmetallisch-Anorganische Werkstoffe und Verbundwerkstoffe am Institut für Werkstoff- und Fügetechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen.

Seine Forschung umfasst

  • grundlegende Untersuchungen zur Umwandlung von Kunststoffen in Keramiken und ihre Nutzung als Funktions- und Schutzschichten beispielsweise auf Turbinenwerkstoffen,
  • die Entwicklung zellular aufgebauter Werkstoffe wie keramische Schäume, die für die Abgasreinigung oder die Wärmespeicherung eingesetzt werden können und
  • die Entwicklung neuartiger Werkstoffe, die sich bei Abkühlung nicht oder nur wenig zusammenziehen und damit für den Bau hoch präziser Weltraumteleskope Verwendung finden könnten.

Scheffler ist verheiratet und Vater dreier Söhne.

 

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Bild 1 // Quelle: Harald Krieg / Uni Magdeburg // Bildunterschrift: Prof. Scheffler hält einen Keramikschaum mit Wärmespeichermaterial auf der Oberfläche in der Hand. Im Hintergrund befindet sich ein Computer-Mikrotomograph, mit dem u. a. Schaumstrukturen vermessen werden können.

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Erster Rettungswagen mit Hybridmotor

Ingenieure des Maschinenbaus und der Verfahrenstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickeln den ersten Krankenwagen mit Hybridantrieb. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Schönebecker Unternehmen Ambulanz Mobile wird der hybride Antrieb durch eine Kombination aus Dieselmotor im Frontbereich und einem an der Hinterachse liegenden Elektromotor realisiert. Zusätzliche Batteriebänke versorgen den Elektromotor mit ausreichend Energie. Damit kann der Anwender sowohl mit dem herkömmlichen Antrieb als auch rein elektrisch fahren.

Der elektrische Antrieb besitzt eine Leistung von 60 kW. Damit ist das System in der Lage, den Krankentransportwagen auf 90 km/h zu beschleunigen. Die Maximalgeschwindigkeit kann je nach Kundenwunsch oder Einsatzzweck konfiguriert werden. Die maximale Reichweite des Elektroantriebs liegt bei 70 Kilometern.

Ein Prototyp wurde soeben auf der Messe RETTmobil in Fulda präsentiert.

hybrid_ktw_ambulanz_mobile (3) Quelle- Ambulanz Mobile GmbH und Co. KG

Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Unternehmen Ambulanz Mobile haben gemeinsam den Prototyp des Krankentransportwagens mit Hybridantrieb entwickelt. (Foto: Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG)

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist bereits an verschiedenen Projekten im Bereich Fahrzeugaufbauten bei Krankentransportwagen, Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeugen beteiligt.

Emissionsfreie Krankentransporte

„Noch sind achsverzweigte Hybriden eher selten. Die mechanische Entkopplung des Antriebsstranges stellte die größte Herausforderung bei der Entwicklung des eDrive-Moduls dar“, erklärt Dipl.-Ing. Gerd Wagenhaus vom Institut für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb der Universität Magdeburg. „Dadurch ist eine exakte Auslegung des Elektroantriebs möglich geworden, geeignet für verschiedene Einsatzszenarien im intralogistischen Bereich, also zum Beispiel Kliniktransporte, sowie im Überlandtransport.“

„Bisher gibt es seitens der Hersteller von Basisfahrzeugen im Bereich Krankentransportwagen noch keine Hybridfahrzeuge. Diese Lücke wollen wir schließen, unsere Kunden sollen im Klinikbereich wie auch auf längeren Krankentransporten emissionsfrei unterwegs sein können“, sagt Hans-Jürgen Schwarz, Geschäftsführer von Ambulanz Mobile. Eine Serienzulassung des Prototyps ist geplant.

Die Arbeiten entstanden im Rahmen des Verbundprojektes „COMO - Competence in Mobility“, das mit Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert wird.

Die Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG mit Sitz in Schönebeck (Elbe) wurde 1991 mit sechs Mitarbeitern gegründet und gehört heute zu den führenden Aufbauherstellern Europas. In dem etwa 250 Mitarbeiter starken Unternehmen werden jährlich etwa 1.600 Fahrzeuge für den Rettungseinsatz, Krankentransport oder Katastropheneinsatz ausgebaut.

 

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Bild 1 // Quelle: Ambulanz Mobile GmbH & Co. KG // Bildunterschrift: Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und das Unternehmen Ambulanz Mobile haben gemeinsam den Prototyp des Krankentransportwagens mit Hybridantrieb entwickelt.

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Forschung für Lehrer

Das Lehramtsstudium ist anspruchsvoll. Wer später unterrichten will, studiert zwei Fächer gleichzeitig und wird zusätzlich in Didaktik und Pädagogik ausgebildet. An der Uni Magdeburg können zukünftige Lehrerinnen und Lehrer ab dem Wintersemester, das im Oktober beginnt, auch das Lehramtsstudium für Mathematik in Kombination mit Physik, Deutsch, Sozialkunde, Ethik oder Sport antreten, um an allgemeinbildenden Schulen zu unterrichten. Bisher sind die Schwerpunktfächer Wirtschaft und Technik mit den Kombinationsmöglichkeiten Deutsch, Mathematik, Sozialkunde, Ethik und Sport zahlreich. Absolventinnen und Absolventen brauchen Kenntnisse und Fähigkeiten in Didaktik, Pädagogik und Fachwissen, wenn sie die Uni verlassen. An der Universität forschen Wissenschaftler deshalb an zeitgemäßen Lernkonzepten, die vor allem auch die Herausforderung Digitalisierung in den Blick nehmen.

Moderne Lernwerkzeuge

An sachsen-anhaltinischen Schulen testen Lehrende das Projekt CoSiTo – eine Lern-Lehr-Plattform – das von einem Wissenschaftsteam der Otto-von-Guericke-Universität für den Technik-Unterricht konzipiert wurde. Eine Klassenfahrt planen, einen Kleiderhaken oder eine Wechselgeldrückgabe bauen – die Kinder lösen Aufgaben, indem sie gemeinsame Erfahrungen machen. Sie verstehen leichter, was in Formen und Daten sonst abstrakt daherkommt. Mit dem Programm, das auf Computer, Smartphone und Tablet läuft, holen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Frank Bünning vom Lehrstuhl für Technische Bildung und ihre Didaktik die „Digital Natives“ – also die Generation, die mit digitalen Technologien aufgewachsen ist – in gewohnter und geschätzter Umgebung ab.

technische Bildung an der Uni Magdeburg (c) Harald Krieg

Das Schüler-Techniklabor SchüLaTech ist ein spezielles Lern- und Lehrangebot für Schüler und Studierende. Foto: Harald Krieg

Projekte wie CoSiTo sind wertvolle Hilfsmittel, machen aber allein noch keinen guten Unterricht. Lehrerinnen und Lehrer wissen das am besten. Ihre Erfahrungswerte geben sie im Weiterbildungsformat „AppLab“ an die Studierenden weiter – und holen sich gleichzeitig Neuigkeiten aus Forschung und Lehre ab. Das App-Labor ist ein jährlich angebotenes mehrtägiges Weiterbildungsformat, bei dem sich Lehrerinnen und Lehrer mit LehramtskandidatInnen austauschen und jeweils von der anderen Seite profitieren. Die erste Experimentier-App war eine Schnitzeljagd, die an jeder Etappe neue Aufgaben bereithielt. Dieses Jahr stand eine App zur Erstellung von Kurzfilmen im Mittelpunkt des Labors. „Der Einsatz von Apps im Unterricht soll eine Unterstützung für die Lehrerinnen und Lehrer sein“, unterstreicht Marion Pohl vom Zentrum für Lehrerbildung der Otto-von-Guericke-Universität. „Das gute alte Schulbuch wird es auch zukünftig noch geben. Doch wir möchten die Lehrkräfte für den Einsatz neuer Medien sensibilisieren, ihnen die Scheu davor nehmen und sie vor allem dazu befähigen, ihren Schülerinnen und Schülern Technikbegeisterung mitzugeben.“

Lernen zu Lehren

Diese Technikbegeisterung soll auch Themen berühren, die vom Smartphone weit weg sind. Ein Beispiel sind pneumatische Antriebe, die Kinder an Versuchsaufbauten im „SchüLaTech“ der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg kennenlernen. Die Projekte im Schüler-Techniklabor können den regulären Unterricht der Sekundarstufe ergänzen. Betreut werden sie von Studierenden. Die können neue Unterrichtskonzepte, -materialien und -ideen erproben und ihre pädagogischen Fähigkeiten ausbauen. Dabei leiten sie Labore zum Lotoseffekt, erarbeiten mit den Schülerinnen und Schülern den Unterschied zwischen Glühbirne und LED-Lampe oder die Funktionsweise eines technischen Muskels. In Ableitung von den Erkenntnissen und erworbenen Fähigkeiten aus dem Labor, werden auch theoretische Sachverhalte greifbarer, denn anhand der technischen Praxis lässt sich mathematische, informatische und naturwissenschaftliche Theorie gegenständlicher erklären. So geben sich Pädagogik und Didaktik im SchüLaTech die Hand.

Technische Bildung an der Uni vorgestellt

In Fortführung des vom Prorektorat für Forschung angeregten University Club findet am 23. Mai 2018 die Forschungsmesse der Fakultät für Humanwissenschaft statt. Mit Kurzreferaten und Posterpräsentationen stellen sich die Bereiche der Fakultät mit ihren aktuellen Forschungsprojekten vor. Darüber hinaus wird es Gelegenheiten zu Diskussionen und Gesprächen geben, die Anknüpfungspunkte für weiterführende fakultätsübergreifende Kooperationen und Synenergien bieten. Im ersten Vortrag wird Prof. Dr. Frank Bünning über die Forschungs- und Projektansätze der technischen Bildung an der Uni Magdeburg referieren.

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Integrierte Roboter übernehmen Tumor-Operationen

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird auf dem Gebiet der Medizintechnik ab sofort mit dem auf diesem Gebiet führenden Israel Institute of Technology Technion in Haifa zusammenarbeiten. Die beiden Forschungseinrichtungen wollen unter anderem eine neue Generation von Robotern entwickeln, die – in Magnetresonanztomographen MRT integriert – Tumorbehandlungen übernehmen können.

Der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, hat im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, in Haifa, Israel, einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Der soll über das gemeinsame Forschungsprojekt hinaus den Austausch von Studierenden, Forschenden und Universitätsangehörigen fördern.

Labor im Technion (c) Corinna@foto-kern.comProf. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Professor Alan Wolf, Israel Institute of Technology Technion, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, (v. li. n. re.) im Labor für Biorobotik und Biomechanik des Technions Haifa. (Foto: corinna@foto-kern.com)


„Das Technion in Haifa gehört zu den Besten der Welt auf dem Gebiet der medizinischen Robotik“, so der Rektor, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan während der Unterzeichnung. „Wir freuen uns darum sehr, dass unsere Expertise in der Entwicklung bildgebender Verfahren und minimalinvasiver Interventionen, die im medizintechnischen Forschungscampus STIMULATE gebündelt ist, international anerkannt ist und wir ab sofort gemeinsam neue Technologien entwickeln werden.“

Der Ministerpräsident, Dr. Reiner Haseloff, brachte während der Kooperationsunterzeichnung seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die vielen verbindenden Elemente zwischen Deutschland und Israel nun um eine medizintechnische Kooperation mit dem Land Sachsen-Anhalt erweitert würden.

Kollege Roboter

„Minimalinvasive Operationen insbesondere bei Tumorerkrankungen werden immer wichtiger, da sie patientenschonender und kostensparender sind“, erklärt Prof. Dr. rer. nat. Georg Rose vom Forschungscampus STIMULATE das Vorhaben. „Um jedoch die kleine Sonde bzw. Elektrode genau in den Tumor platzieren zu können, muss mithilfe einer externen Bildgebung wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT navigiert werden. Um aber sicherzustellen, dass der Krebs auch vollständig zerstört wurde, müsste das Temperaturfeld im Patienten kontinuierlich gemessen werden.“ Operationen im MRT seien aber bisher kaum möglich, da der Operateur im Tunnel des MRT den Patienten kaum oder gar nicht erreichen könne, so Rose weiter. „Wir wollen nun gemeinsam mit den Kollegen vom Technion spezielle Roboter entwickeln und in den MRT integrieren, die das präzise Einführen der Elektroden übernehmen werden.“

Die Herausforderung dabei sei es, MRT-kompatibel zu denken, so der Medizintechniker vom Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik der Universität Magdeburg. „Das bedeutet: Nichts darf aus Metall bestehen und auch nicht mit elektrischem Strom betrieben werden. Es kommen daher nur pneumatische oder hydraulische Antriebe in Betracht, die dennoch über eine hohe Präzision verfügen müssen.“

 

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Bild 1 // Quelle: corinna@foto-kern.com // Bildunterschrift: Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Professor Alan Wolf, Israel Institute of Technology Technion, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, (v. li. n. re.) im Labor für Biorobotik und Biomechanik des Technions Haifa.

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Millionenförderung für wissenschaftlichen Nachwuchs

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses zwei neue Graduiertenkollegs (GRK) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein. Ziel des GRK „Maladaptive Prozesse an physiologischen Grenzflächen bei chronischen Erkrankungen“ ist es, molekulare Prozesse zu untersuchen, die in und zwischen Zellen an Grenzflächen von Organen ablaufen und eine zentrale Rolle bei der Entstehung chronischer Krankheiten spielen. Das GRK „Die alternde Synapse – molekulare, zelluläre und verhaltensbiologische Mechanismen des kognitiven Leistungsabfalls“ wird die neuronalen Veränderungen im Alter und die mit diesen Veränderungen einhergehenden kognitiven Beeinträchtigungen untersuchen.

Charakterisierung chronischer Erkrankungsprozesse an Grenzflächen von Organen

Unter der Sprecherschaft zweier Mitglieder des Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation, Prof. Dr. Berend Isermann und Prof. Dr. Michael Naumann, konnte ein neues Graduiertenkolleg (GRK) bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgreich eingeworben werden.

Graduiertenkollegs werden von der DFG zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses eingerichtet. Konkret bedeutet das, dass ab Oktober 2018 in Magdeburg 18 neue Stellen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorhanden sein werden, die in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau promovieren wollen. Damit wird sowohl die Grundlagenforschung als auch die Entwicklung von Clinician Scientists, also forschenden Ärztinnen und Ärzten, gestärkt. Denn zehn der neuen Stellen sind für naturwissenschaftliche Promotionen vorgesehen, sechs für Studierende der Humanmedizin, die auf dem Gebiet des GRK promovieren wollen und zwei Stellen bieten jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, sich in einer 12-monatigen Auszeit von ihren klinischen Aufgaben ganz der Forschung zu widmen. Professor Isermann erklärt: „Durch diese Vereinigung naturwissenschaftlicher und medizinischer Promovierender erhoffen wir uns zahlreiche translationale Ansätze, also die vereinfachte Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in therapeutische Anwendungen in der Klinik – zum Wohle der Patienten.“

Das neu bewilligte Graduiertenkolleg trägt den Titel „Maladaptive Prozesse an physiologischen Grenzflächen bei chronischen Erkrankungen“. Physiologische Grenzflächen sind Barrieren wie Haut, Schleimhäute oder auch Gefäßwände. Diese Barrieren bestehen aus hoch spezialisierten Zellen, sogenannten Endothelzellen oder Epithelzellen. Bei zahlreichen chronischen Erkrankungen, beispielsweise Atherosklerose oder chronischen Erkrankungen der Niere, ist die Regulation und Funktion dieser Grenzflächen gestört. Es kommt zum Beispiel zur Ausschüttung von Botenstoffen, die Entzündungszellen anlocken. Die molekularen Veränderungen, die für diese fehlgeleiteten Reaktionen der Zellen verantwortlich sind, sind jedoch weitgehend unbekannt. Durch ein besseres Verständnis dieser Vorgänge erhoffen sich die Forscher und Forscherinnen langfristig die Entwicklung neuer Therapien für chronische Erkrankungen. Mit Hilfe modernster zellbiologischer Methoden und Technologien, wie Massenspektrometrie, Organoidkultur, Mikrofluidik und hochauflösender Mikroskopie, werden die Promovierenden im GRK diese Prozesse untersuchen. Somit wird das Kolleg junge Wissenschaftler in einem hochrelevanten Thema unter Verwendung von State-of-the-art-Techniken ausbilden und ihnen eine breit angelegte Basis für eine wissenschaftliche Karriere bieten.

Eingebunden ist das neue Graduiertenkolleg dabei in einen Standort, der ausgezeichnete Bedingungen für diese Forschung bietet. Durch den Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Inflammation (GC-I³) ist an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hervorragende Expertise auf dem Gebiet entzündlicher Erkrankungen vorhanden. „Das Center of Dynamic Systems: Systems Engineering (CDS) der Universität bietet Expertise zu messtechnischen Systemen für mikroresonante Sensoren und innovative Mikrofluidiktechnologie“, erklärt Professor Naumann, Sprecher des CDS. Darüber hinaus wird eine enge Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden erfolgen, die die Etablierung innovativer Mikrofluidiktechnologie und Organ-on-a-chip-Technologien unterstützen wird.

Neuro-Nachwuchs erforscht die alternde Synapse

Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, des Leibniz-Instituts für Neurobiologie und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen haben bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gemeinsam ein neues Graduiertenkolleg eingeworben, das die molekularen, zellulären, systemischen und verhaltensbiologischen Grundlagen des kognitiven Leistungsabfalls erforscht. Die DFG stellt für die erste Förderperiode des Kollegs von viereinhalb Jahren 4,2 Millionen Euro zur Verfügung. Das Forschungs- und Qualifizierungsprogramm wird es Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in Magdeburg ermöglichen, auf hohem fachlichen Niveau zu promovieren. Es wird von Prof. Dr. Daniela Dieterich, Direktorin des Institutes für Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät, als Sprecherin und von Prof. Dr. Oliver Stork vom Lehrstuhl für Genetik und Molekulare Neurobiologie am Institut für Biologie als Ko-Sprecher geleitet.

Mit zunehmendem Alter ist selbst bei Gesunden ein kognitiver Leistungsabfall zu beobachten. „Die Gründe für diese Einschränkungen sind kaum erforscht, obwohl sie für die Betroffenen und ihre Familien erhebliche Einbußen in der Lebensqualität zur Folge haben und auch erhebliche Kosten für die Sozialversicherungssysteme verursachen“, erklärt Professorin Dieterich die Motivation für das Thema des Graduiertenkollegs. „Das DFG-Graduiertenkolleg SynAGE wird sich auf die alternde Synapse als Schlüssel zum Verständnis dieses Leistungsabfalls konzentrieren und die komplexen Ursachen auf vier unterschiedlichen Ebenen erforschen“, führt Professor Stork weiter aus.

Das Kolleg umfasst insgesamt 13 Projekte, in denen 13 naturwissenschaftliche und 13 medizinische Doktoranden die Grundlagen von verändertem Proteinstoffwechsel in Synapsen, Einflüssen des Immunsystems und der veränderten Neuromodulation auf Synapsen und deren Funktionseinschränkung untersuchen werden. „Diese Interdisziplinarität und vor allen Dingen auch das gemeinsame Forschen von Molekular- und Zellbiologen, Psychologen und angehenden Medizinern hat dabei das klare Ziel vor Augen, ein Anwendungspotential unserer Forschung zu entwickeln, um künftig gemeinsam an Interventionen zu arbeiten“, betont Daniela Dieterich.

Neben der direkten wissenschaftlichen Betreuung in den beteiligten Arbeitsgruppen umfasst das Kolleg auch ein strukturiertes Betreuungs- und Qualifizierungskonzept. Das Lehrprogramm besteht neben Vorlesungen und Seminaren auch aus Workshops, welche die Nachwuchswissenschaftler beispielsweise in hochmoderner Lichtmikroskopie oder hochauflösender Proteom-Analytik ausbilden. Somit werden relevante Inhalte und Methoden, Schlüsselqualifikationen und Soft Skills vermittelt und trainiert. Persönliches Mentoring und Coaching sowie Netzwerkbildung innerhalb und außerhalb der akademischen Forschungslandschaft runden das Programm ab, mit dem Ziel, die persönliche Weiterentwicklung und Karrierechancen der jungen Nachwuchswissenschaftler zu optimieren.

Ein besonderes Augenmerk legen die Magdeburger dabei auf die Diversität in der Ausbildung. Sie setzten bewusst auf ein interdisziplinäres Veranstaltungsprogramm, kooperativ betreute Promotionen und intensive Vernetzungsmaßnahmen für die Nachwuchswissenschaftler. Das Ziel sei es, Generalisten für diverse Berufsfelder in der Forschung innerhalb, aber auch außerhalb der Universitäten, Institute und Kliniken auszubilden, um die Forschung und Anwendung so schnell wie möglich für die Gesellschaft voranzutreiben, unterstreichen Professorin Dieterich und Professor Stork.

Dies kann in Magdeburg an der Otto-von-Guericke-Universität gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen unter dem Dach der Graduate Academy, des Graduiertenprogramms des Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) und in Kooperation mit dem immunologischen Forschungsschwerpunkt sehr gut gelingen.

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Wie unsere Stammzellen gesteuert werden

Wenn aus einer befruchteten Eizelle ein Lebewesen entsteht, dann entwickeln sich Stammzellen durch fortlaufende Spezialisierung; entstehen Haut, Herz oder unser Gehirn. Diese Prozesse werden durch ein kompliziertes Netzwerk von Molekülen gesteuert, das auf den ersten Blick aussieht wie die integrierten Schaltkreise auf einem Computerchip. Aber funktioniert eine Zelle wie ein programmgesteuerter Roboter? Der Biologe Prof. Dr. Wolfgang Marwan von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg versucht in seiner Forschung, aus einem verwirrenden Durcheinander von vielen tausend Molekülen die wichtigen Steuermoleküle herauszufinden und zu analysieren, wie sie zusammenwirken.

Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Eine Stunde Wissenschaft“ wird der Wissenschaftler der Fakultät für Naturwissenschaften sein Forschungsgebiet der interessierten Öffentlichkeit vorstellen. Alle forschungsbegeisterten und wissenshungrigen Magdeburgerinnen und Magdeburger sind dazu herzlich in den Magdeburger Zoo eingeladen. Die Vorlesung findet in ungewöhnlicher Atmosphäre und unmittelbarer Nachbarschaft von Erdhörnchen und Co in der Zoowelle statt. Im Anschluss an die Vorlesung haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, dem Wissenschaftler Fragen zu stellen.

 

WAS: „Herz, Haut oder Hand? Wie unsere Stammzellen gesteuert werden“, Vortrag in der mobilen Vorlesungsreihe der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg „Eine Stunde Wissenschaft“
WANN: 24. April 2018, 18:00 Uhr
WO: Zoo Magdeburg, Zoowelle (Haupteingang), Zooallee 1, 39124 Magdeburg

 

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt kostenfrei.

Öffentliche Vorlesungsreihe

In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburger ihre Forschung an nicht alltäglichen Orten präsentieren. Diese Vorlesungen finden anlässlich des 25. Gründungsjubiläums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in diesem Jahr statt. Die Bandbreite der Themen bei „Eine Stunde Wissenschaft“ ist groß: Es geht um Ingenieure, die sich Lösungsansätze aus dem Wald holen, um Soziologen, die Glücksgefühle in eine Formel gießen oder Mathematiker, die aus Röntgenbildern Lernprogramme für angehende Ärzte machen.

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Rudernd in die Selbstständigkeit

Als Henrik Pahlitzsch für sein Studium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aus der Heimat wegzog, ahnte er nicht, dass er bald Unternehmer sein würde. Die Idee vom ROWCYCLE - einem Mix aus Liegefahrrad und Ruderergometer - war zu der Zeit zwar bereits geboren, sollte aber nur für das eigene Training dienen. Heute sind sein Geschäftspartner, Michael Schmidtler, und er stolz darauf, die erste Kleinserie produzieren zu lassen.

Entstanden ist die Idee vom ROWCYCLE - zu deutsch „Ruderfahrrad“ - bereits 2011. Die gebürtigen Regensburger trainierten im Jugendkader des Rudervereins und waren auf der Suche nach einer alternativen Trainingsmethode für den Winter. „Sobald Eis auf dem Wasser ist, lässt dich kein Trainer mehr outdoor trainieren. Darum steht im Winter Indoortraining auf dem Ruderergometer an - das bewegt sich natürlich nicht, man rudert nur gegen eine Wand“, erklärt Henrik Pahlitzsch den Hintergrund der Erfindung. Bei sechs Trainingstagen pro Woche, davon vier Trainingseinheiten auf dem Ergometer, war die Sehnsucht nach einer Alternative so groß, dass Michael Schmidtler die Idee - unter das Ruderergometer Räder zu bauen - in die Tat umsetzte. Nach einigem Ausprobieren war bereits 2013 die erste Version des ROWCYCLE einsatzbereit - wenn auch mit schwerem Stahlrahmen. Schnell kam ihnen die Erkenntnis: Nur für den Eigengebrauch ist das Rad zu gut. „Bevor wir es vermarkten, wollten wir es aber leichter und schneller machen. Darum haben wir eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um das Geld für einen Prototyp aus Aluminium zusammenzubekommen“, erinnert sich der 24-jährige Student. Das Geld kam zusammen und keine drei Jahre später hatten sie vier der Ruderfahrräder verkauft.

Produktion einer Kleinserie in Magdeburg

Während seines Bachelors im Fach Sport und Technik an der Universität Magdeburg hat Henrik Pahlitzsch das Start-up mit seinem Wissen aus dem Studium bei der technischen Entwicklung unterstützt. Anfang 2017 ist er dann voll eingestiegen. „Die Inhalte aus dem Studium kann ich super einbringen - auch aus dem Masterstudiengang Integrated Design Engineering, den ich jetzt an der Uni mache“, erklärt er. Auch die Angebote des Transfer- und Gründerzentrums (TUGZ) der Universität weiß der frisch gebackene Unternehmer zu schätzen: „Als Gründer musst du auf einmal über dein Fachwissen hinaus handeln. Über das TUGZ habe ich Workshops zum Thema Marketing und Vertrieb besucht, wir haben Messförderung erhalten und im FabLab - einem Fertigungslabor - unseren Prototypen weiter verbessern können.“ So gut, dass ROWCYCLE demnächst in Magdeburg und Regensburg in Kleinserie produziert wird.


Etwa 15 Räder werden dann zu kaufen sein. Neben Freizeit- und Leistungsruderern wird das Rad sicher auch andere Sportler begeistern - immerhin zählt Rudern zu den gesündesten Sportarten und ermöglicht bis ins hohe Alter ein perfektes Ganzkörpertraining. Gefühl und Funktionsweise seien wie beim Ruderergometer, mit dem Unterschied, dass man vorwärts fährt. „Um das ROWCYCLE zu bedienen, braucht man keine Rudererfahrung - es ist sehr intuitiv; auch die Lenkung durch Gewichtsverlagerung. Unser jüngster Nutzer war 11 Jahre, unser ältester 77. In einer Stunde schafft man zwischen 20 und 25 Kilometer und verbrennt etwa 900 Kalorien. Bei über 30 km/h Highspeed und Gangschaltung für Bergfahrten sowie einer Straßenzulassung ist auch der Fahrspaß garantiert“, weiß Henrik Pahlitzsch.

Zu sehen gibt es das ROWCYCLE und weitere studentische Projekte aktuell in der Ausstellung „Design trifft Maschinenbau“ des Masterstudiengangs Integrated Design Engineering im MDR-Landesfunkhaus.

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„Wir müssen einen gemeinsamen Nenner finden!“

Zwei international vernetzte Forschungsschwerpunkte in den Neurowissenschaften und Dynamischen Systemen / Biosystemtechnik, ein Gesundheitscampus, der Forschung aus Immunologie, Infektiologie und Inflammation bündelt, das medizintechnische Leuchtturmprojekt STIMULATE, dazu ein starker Technologietransfer, mit denen sich die Universität als starke Partnerin für die regionale Wirtschaft etabliert hat: Leistungen, die tragfähige Konzepte, ambitionierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und nicht zuletzt belastbare Finanzierungen erfordern. Wie gut aufgestellt ist die Universität Magdeburg in Zeiten von Exzellenzinitiativen, Clustern und hochkompetitiven Strukturen? Die Universitätssprecherin Katharina Vorwerk hat mit der Prorektorin für Forschung, Technologie und Chancengleichheit, Professorin Dr. Monika Brunner-Weinzierl, gesprochen.

Über 62 Millionen Euro Drittmittel sind 2016 insgesamt von der Universität verausgabt worden. Wo steht die OVGU aktuell im Vergleich mittelgroßer Universitäten?

Laut Hochschulrektorenkonferenz verfügte jede der 121 deutschen Universitäten 2015 durchschnittlich über rund 51 Millionen Euro Drittmittel. Die OVGU lag 2015 mit 58 Millionen Euro bereits über diesem Durchschnitt und hat 2016 noch einmal auf rund 63 Millionen Euro zugelegt. Wichtig ist bei der Betrachtung von Drittmittelzahlen aber auch, sie im Kontext der Gesamtuniversität zu bewerten. Denn das Ziel, Drittmitteleinkünfte zu erhöhen, kann zu Lasten anderer Universitätsleistungen gehen, zum Beispiel der Lehre oder der „Third Mission“, also der Leistungen für die Gesellschaft und Region. Um die Balance zu halten, bedarf es einer Forschungsstrategie, die sinnvoll in eine Universitätsstrategie eingebettet ist und auf die verschiedenen Charakteristika der Fakultäten eingeht.

Brunner-Weinzierl

 

Welche Unterstützungsstrukturen gibt es an der Universität für Wissenschaftler bei der Drittmitteleinwerbung?

Die OVGU ist an 8 Sonderforschungsbereichen, 12 Graduiertenprogrammen sowie an 38 internationalen, EU-geförderten Projekten beteiligt. Basis für diese Forschungsleistung ist es, leistungsfähige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen und ihnen beste Rahmenbedingungen zu schaffen, zum Beispiel, indem wir sie bei der Drittmittelantragstellung stärken. Derzeit existieren bereits Unterstützungsangebote, wie die Einheit Forschungsförderung und auch aus dem Innovationsfonds fließen Mittel für die Verstetigung von innovativen Forschungsprojekten. Nicht zuletzt unterstützt das Forschungsportal im Rahmen des Technologietransfers die Suche nach Kooperationspartnern und Expertise. Diese Strukturen wollen wir weiterentwickeln, um künftig fakultätsspezifisch Forschungsleistung zu fördern und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Karriere voranzubringen. Vor diesem Hintergrund hat die OVGU zwei neue Strategieeinheiten besetzt: das strategische Forschungsmanagement und die strategische Personalentwicklung. So wollen wir Wissenschaftlern helfen, in größeren und für die Universität wichtigen Verbünden Förderanträge vorzubereiten. Der begonnene intensiv geführte forschungsstrategische Dialog mit den Fakultäten wird intensiviert, um dort Stärken, Potenzial und Unterstützungsbedarf zu identifizieren. Wir arbeiten außerdem an einem Forschungskerndatensatz als faktenbasierte Grundlage für forschungsstrategische Entscheidungen.

 

Wie wollen Sie den wissenschaftlichen Dialog führen und einen universitätsinternen Diskurs fördern?

Wollen wir den Austausch fördern und das „Wir-Gefühl“ stärken, müssen wir Plattformen schaffen und etablieren. Eine davon wird der „University Club“ sein, ein fakultätsübergreifendes Forum zum Austausch. Damit können wir Schnittstellen bei Forschungskooperationen identifizieren und Methoden, Instrumente und Expertise gemeinsam nutzen. Jeweils eine Fakultät übernimmt die Rolle des „Gastgebers“ und präsentiert aktuelle Entwicklungen der Fakultät. Kooperationsvorhaben und interdisziplinäre Forschungsprojekte dienen als Diskussionsimpulse. Es können auch ganz unterschiedliche Veranstaltungsformate ausprobiert werden – die gastgebende Fakultät entscheidet. Wichtig ist nur, dass Entscheidungsträger und kooperationsinteressierte Forscherinnen und Forscher aller Fakultäten einbezogen werden.

 

Wo sehen Sie in puncto Forschung an der Universität noch große Herausforderungen?

Interdisziplinäre Forschung bedeutet immer zusätzliche Anstrengungen und das Überwinden von Hürden. So unterscheiden sich Wissenschaftsdisziplinen in ihrer sprachlichen Kommunikation; ein Fachaufsatz in den Sozialwissenschaften ist ganz anders strukturiert als eine Publikation in einem naturwissenschaftlichen Journal. Diese Unterschiede spiegeln sich in unseren Fakultäten wider, in Institutsstrukturen, in den Medien, über die Forschungsergebnisse publiziert werden oder in den Drittmittelquellen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Fakultäten erfordert deshalb immer, einen gemeinsamen Nenner und aufeinander abgestimmte Strategien zu finden, ohne, dass die Charakteristika der Fachbereiche verlorengehen.

Ein weiteres Spannungsfeld liegt zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung. Auch hier unterscheiden sich die Ziele, die Herangehensweisen und Finanzierungsquellen. Eine moderne Universität muss in beiden Bereichen erfolgreich sein und sie eng miteinander verknüpfen. Die interdisziplinären Forschungs- und Transferschwerpunkte unserer Universität tragen deshalb ganz maßgeblich dazu bei, den Dialog über Fachgrenzen und Forschungsansätze hinweg zu fördern. Nur so können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugunsten gemeinsamer, universitätsweiter Ziele an einem Strang ziehen. Wenn das gelingt, gewinnen die besonderen Stärken unserer Universität an nationaler und internationaler Sichtbarkeit und wir bleiben wettbewerbsfähig.

 

Das vollständige Interview finden Sie in der Dezemberausgabe des uni:reports.

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Exzellenz mit Stipendium belohnt

„Meinem Sohn möchte ich eine Welt mit einer gesunden und reichhaltigen Natur hinterlassen.“ Das ist die Motivation von Madeline Becker für ihre Forschungen zu den Beziehungen der Menschen zur Natur. Sie sucht in ihrer Promotion, die sie an der Fakultät für Humanwissenschaften schreibt, Antworten auf die Fragen, wie Menschen mit der Natur umgehen, wie sie die Natur wahrnehmen, welches Verhältnis sie zur Natur entwickeln. Möchten sie die Natur schützen oder ist sie ihnen gleichgültig oder beuten sie diese gar gedankenlos aus? Dafür untersucht sie Natur-Dokumentationen und betrachtet, welche medialen Effekte diese nutzen und wie die Filme das Verhältnis der Menschen zur Natur im 21. Jahrhundert prägen.

Madeline Becker ist eine von 23 Absolventinnen und Absolventen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die das Land Sachsen-Anhalt seit Beginn des letzten Jahres mit einem Graduiertenstipendium fördert. Mit Landesmitteln werden sie bei der Anfertigung ihrer Promotion an den Fakultäten für Elektrotechnik und Informationstechnik (5), für Humanwissenschaften (5), für Informatik (3), Mathematik (1), Maschinenbau (3), für Naturwissenschaften (2), Verfahrens- und Systemtechnik (2) sowie Wirtschaftswissenschaft (2) finanziell unterstützt. Zehn der geförderten Stipendiaten und Stipendiatinnen sind internationale Absolventen und kommen aus Vietnam, Thailand, der Ukraine, Indien, China und Bulgarien.

Vergabe Landesgraduiertenstipendium

Förderung ermöglicht Fokus auf Forschung

Die monatliche Förderung von 1.100 Euro hält Madeline Becker den Rücken frei: „Drei Jahre ist mit dem Stipendium meine Existenz finanziell abgesichert. So kann ich mich voll und ganz auf meine Forschungen konzentrieren.“ Während der Bewerbungsphase um ein Stipendium musste die junge Mutter viel jobben. Das ist mit Kind nicht einfach.

„Wir freuen uns über die hohe Zahl – vor allem auch internationaler – Stipendiatinnen und Stipendiaten. Mit dem Landesgraduiertenstipendium haben wir eine hervorragende Möglichkeit, hochqualifizierte wissenschaftliche Nachwuchskräfte an der Universität Magdeburg zu halten und qualitätsgesichert zur Promotion zu begleiten“, bekräftigt die Prorektorin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Franziska Scheffler, als sie den Promovierenden die Stipendienurkunden überreichte. Sie ermuntert die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sich zu vernetzen, sich auszutauschen und dafür bestehende Strukturen wie Graduate Schools oder die Graduate Academy zu nutzen. Derzeit promovieren an der Universität Magdeburg rund 950 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler von denen 53 mit einem Landesgraduiertenstipendium gefördert werden.

Das Land verspreche sich von der Graduiertenförderung, wissenschaftliche Exzellenz in Sachsen-Anhalt zu halten betont Peter Hinrichs, verantwortlich für Forschungsförderung und Technologietransfer im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Er zeigt sich beeindruckt von der Verschiedenartigkeit der Promotionsthemen und ist zuversichtlich, dass bei den hervorragenden Forschungsbedingungen an der Universität wissenschaftliche Karrieren erfolgreich fortgeführt werden.

Ideale Voraussetzungen für Wissenschaftler

Claudia Meitzner hat sich bewusst für die Universität und gegen eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in der Industrie entscheiden. „Warum ich mich für die Universität Magdeburg entschieden habe? Wegen der sehr guten Arbeitsbedingungen und der hervorragenden Ausstattung. Ich kann hier mehr der Grundlagenforschung nachgehen, kann freier und ergebnisoffener forschen. Dennoch habe ich durch viele Industriekooperationen immer auch einen Bezug zur industriellen Nutzung meiner Forschungsergebnisse“, sagt die junge Promovendin, die an der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik ihre Dissertation schreibt. Sie erforscht in den kommenden drei Jahren Drehrohröfen, die dazu genutzt werden, granulare Materialien zu erwärmen, zu trocknen oder zu brennen. Claudia Meitzner untersucht die verschiedenen Wärmeübergangsmechanismen, die in den Drehrohröfen wirken und welche Parameter des Systems wie variiert werden müssen, um die Wärmeübergänge zu optimieren.

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Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner:

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