Forschung & Transfer

Architektur G25

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg setzt sich mit der Vielfalt sowohl nationaler, aber auch globaler gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Das betrifft technische, gesundheitliche und ökologische Fragestellungen; aber auch ethische, kulturelle, soziale und ökonomische Probleme sind  Gegenstand wissenschaftlich-methodischer Betrachtung, Kontextuierung, Konzeptionierung und Reflexion.

Als Vorreiter technologischer Entwicklung wird die Universität Magdeburg mehr und mehr zur Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie versteht sich als eine Leitfigur beim Ausbau der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beraten und unterstützen mit ihrer Expertise wichtige und zukunftsweisende Vorhaben der Stadt, des Landes oder regionaler Unternehmen. Sie sind als Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Mediziner oder Informatiker mit ihrem Wissen unverzichtbare Partner in regionalen und überregionalen Netzwerken und so an der gedeihlichen Entwicklung der Landeshauptstadt maßgeblich beteiligt.

Durch die gezielte Anwerbung unternehmerisch begabter Studienanfängerinnen und -anfänger aus ganz Deutschland und dem Ausland und ein entsprechendes Lehrangebot werden Studierende auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern herangebildet, die im Anschluss an ihr Studium sowohl in Wissenschaft, Wirtschaft und der Kultur neue Impulse setzen.

Das Profil ist geprägt durch Exzellenzschwerpunkte, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Forschergruppen. Externe Kooperationen bestehen mit angegliederten Zentren, An-Instituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Als Impulsgeber und Entwicklungsmotor auch weit über die Landesgrenzen hinaus, verfolgt die Universität Magdeburg Innovationsstrategien zur Stärkung des Technologie- und Wissenstransfers in regionale und überregionale Unternehmen.

 

Aktuelle Meldungen aus Forschung & Transfer:


Nach uns die Schuldenflut?

Die treibende Kraft für die Aufnahme von Schulden ist der Wunsch, die Schulden für den eigenen Konsum nutzen zu können und die Lasten der Rückführung der Schuld auf nachfolgende Generationen abzuwälzen. Zu diesem ungewöhnlichen Ergebnis kommt eine Studie von Verhaltensökonomen der Universitäten Magdeburg und Köln, welche den starken Anstieg der Staatsverschuldung in den Industrieländern untersuchte. Sie erforschten, wie es dazu kommt, dass Staatsverschuldung in demokratischen Ländern geschieht, also unter zumindest impliziter Zustimmung der Bevölkerung und welche Motive Menschen haben, wenn sie einer Staatsschuld zustimmen.

Diese Fragen untersuchten Verhaltensökonomen aus Magdeburg gemeinsam mit Kollegen aus Köln in einem umfangreichen Laborexperiment, dessen Ergebnisse jetzt in PLoS ONE, dem weltweit angesehensten interdisziplinären Open Access Journal, veröffentlicht worden sind. Im Experiment wurde die Wirkung einer Schuldenbremse ebenso untersucht wie die Wirkung von zwischenmenschlichen Verbindungen zwischen Generationen. Am Verschuldungsverhalten änderte sich jeweils nichts. In dem Experiment entschied jede Generation nahezu ausschließlich zugunsten des eigenen Vorteils. Die Forscher fanden heraus, dass die Probanden dabei ausgesprochen rational vorgingen – die fehlende Fürsorge für nachkommende Generationen war also kein Versehen, sondern geschah in voller Absicht. Außerdem konnten die Forscher Anzeichen für eine Verstärkung des Schuldenproblems in alternden Gesellschaften finden. In Europa habe das in einzelnen Ländern einen Umfang erreicht, der eine Staatsschuldenkrise heraufbeschworen hat, konstatiert Prof. Dr. Joachim Weimann von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In den USA stehe der Staat regelmäßig vor der Zahlungsunfähigkeit, die nur durch eine Ausweitung der Verschuldungsgrenze abgewendet werden könne. Genau wie in den USA wurde die Schuldengrenze auch im Experiment immer dann aufgehoben, wenn sie drohte zu greifen.

„Je einfacher es ist, Schulden zu machen, umso bedenkenloser werden sie aufgenommen“, fasst der Verhaltensökonom zusammen. „Zumindest gilt dies dann, wenn sich das Laborexperiment aus Magdeburg als eine zutreffende Beschreibung der realen Welt erweist. Die Tatsache, dass sich vieles, was im Labor beobachtet wurde, auch in der Realität zeigt, spricht dafür, dass dies der Fall sein könnte.“ Im Lichte der experimentellen Ergebnisse könne deshalb nur der Rat gegeben werden, dass man die institutionellen Beschränkungen für die Aufnahme von Staatsschulden sehr restriktiv handhaben muss.

„Das Ergebnis hat uns überrascht“, so Verhaltensökonom Weimann. „Menschen sind gewöhnlich in einem gewissen Umfang uneigennützig und rücksichtsvoll, verhalten sich, wie wir sagen, reziprok, also neigen dazu, soziales Verhalten mit eigenem sozialen Verhalten zu erwidern. Bei aufeinanderfolgenden Generationen war bei unserer Studie davon aber fast nichts mehr zu spüren.“

Quelle: Martin Fochmann, Florian Sachs, Karim Sadrieh und Joachim Weimann, The Two Sides of Public Debt: Intergenerational Altruism and Burden Shifting, PLoS ONE 2018, 13(8): e0202963. doi.org/10.1371/journal.pone.0202963.

mehr ...

Fitness in allen Lebensaltern - Notwendigkeit oder Lifestyle?

Wie beeinflusst unser Lebensstil in der Kindheit und Jugend unsere Gesundheit im Alter? Was bedeutet der regelmäßige Gang ins Fitnesscenter für unseren Körper, welche Rolle spielt Ausdauersport für die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns und: schützt uns Tanzen oder eher Joggen erfolgreicher gegen Demenz im Alter?

Mit diesen und weiteren Fragen zu Gesundheit und Bewegung in unterschiedlichen Lebensaltern setzen sich vom 12. bis 15. September 2018 rund 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auseinander.

Die Expertinnen und Experten aus Sportwissenschaft, Neurowissenschaft, Psychologie, Medizin und Gesundheitswissenschaft kommen aus über 20 Ländern, u.a. aus Ägypten, Belgien, Frankreich, Israel, Jordanien, Litauen, Pakistan, Russland, Slowenien, Tunesien, aus der Schweiz, der Türkei, aus Griechenland, Spanien, Dänemark, den USA und Österreich. Über Fächergrenzen hinweg diskutieren sie neueste Forschungsergebnisse und Therapieansätze zur Förderung und Erhaltung unserer mentalen und physischen Gesundheit über die gesamte Lebensspanne hinweg.

 

WAS: Internationale Konferenz „Healthiness and Fitness across the lifespan” (HAL 2018)
WANN: 12. bis 15. September 2018, Eröffnungsveranstaltung am 12. September 2018, 17:30 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Campus Zschokkestraße 32, 39104 Magdeburg, Eröffnung im Hörsaal 6

 

„Gesundheit und Fitness sind uns nicht in die Wiege gelegt“, so Prof. Anita Hökelmann, Sportwissenschaftlerin der Universität Magdeburg und Mitorganisatorin der Tagung. „Wir müssen beides im Laufe unseres Lebens erwerben. Bekanntermaßen sind Bewegungsmangel und Überernährung bzw. Fettleibigkeit die Ursache für viele Erkrankungen, denen wir bewusst über unsere Lebenspanne hinweg begegnen müssen.“ Der Aufbau einer motorischen Kompetenz stehe dabei im engen Verhältnis zur Leistung unseres Gehirns. „Mit welchem Fitesslevel man dann das Seniorenalter erreicht, hängt weitgehend vom Lebensstil im Erwachsenenalter ab. Um ältere Menschen zu unterstützen, physisch und mental fit zu sein, gilt es, aus der Forschung heraus neue Angebote für den Seniorenbereich zu schaffen, insbesondere auch für Menschen, die bereits Einschränkungen hinnehmen mussten.“

Die interessierte Öffentlichkeit kann an einer Reihe von Workshops zu Themen wie Bewegung im Vorschulalter oder Tanzen im Seniorenalter teilnehmen. Eine Auswahl sowie das vollständige Programm steht online zur Verfügung. Die Veranstalterinnen bitten um eine Anmeldung per E-Mail an Dr. Kathrin Rehfeld. Die Vortragssprache ist Englisch.

Die Konferenz wird von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen DZNE und der European Group for Research into Elderly and Physical Activity EGREPA organisiert.

mehr ...

Testparcours für Tüftler und Macher

Wohin mit einer Idee, die danach schreit, realisiert zu werden? In den MakerLabs – den Gründerwerkstätten der Universität Magdeburg – können Mitarbeitende und Studierende ihre innovativen Produktneuheiten und spannenden Gründungsprojekte auf Herz und Nieren prüfen. Die zwölf technisch bestens ausgestatteten Labore bieten alle Möglichkeiten, selbstständig Projekte umzusetzen oder eigene Ideen zu entwickeln. So kann dann beispielsweise Schritt für Schritt ein Projekt wie crowd­sweeper entstehen: ein Funktionsprototyp einer autonomen Drohne zur humanitären Kampfmittelräumung.

In dem ego.-INKUBATOR „Patientenindividuelle Medizinprodukte“ – den Gründungsinteressierte auch fach- und themenübergreifend nutzen können – haben Linh Bùi Duy und Marcel Hansel ein bestehendes Bauteil als Vorlage genommen und mit einem 3D-Scanner digitalisiert. Mit den Daten kann dieses Teil dann am Computer modifiziert und verbessert werden. Anschließend wird das digitale Modell wieder ausgedruckt. Dafür finden sich neben dem 3D-Scanner auch diverse 3D-Drucker in dem ego.-INKUBATOR. Neben Bauteilen aus Kunststoffen können sogar Wachsmodelle als Kern für Metall-Feingussteile erstellt werden.

crowdsweeper in den Labs der Uni MagdeburgLinh Bùi Duy im ego.-INKUBATOR „Patientenindividuelle Medizinprodukte“.

Im FLEXtronic-Labor haben Nutzer die Möglichkeit, eigene Elektronikprodukte zu entwickeln und erhalten hier Unterstützung beim Schaltungs- und Platinenentwurf. Dafür steht eine Vielzahl moderner Maschinen und Werkzeuge zur Verfügung. Unter fachlicher Anleitung wird man in deren Bedienung eingewiesen und kann dann relativ schnell und selbstständig seinen eigenen Prototypen bauen.

Hier haben sich die Jungs von crowdsweeper schon sehr früh mit der Umsetzbarkeit ihrer Idee beschäftigt, denn um eine Drohne zum Fliegen zu bringen, bedarf es einer feinen Abstimmung zwischen Hardware und Elektronik. So hat das Team die eingesetzten Platinen mit Elektronikbausteinen bestückt, den Controller zur Flugsteuerung programmiert sowie die Schaltung am Ende mit Messgeräten evaluiert.

crowdsweeper in den Labs der Uni Magdeburg 2Marcel Hansel im FLEXtronic-Labor.

Das FabLab ist eine miniaturisierte Fabrik, die volle Funktionalität bietet. Der umfassende Maschinenpark ermöglicht es, die kreativen Ideen von einem Grundkonzept über Anschauungs- und Funktionsmodelle, bis hin zu komplexen Prototypen zu entwickeln und zu fertigen. In der Do-It-Yourself-Werkstatt werden die Maschinen und Anlagen eigenständig bedient. Regelmäßige Workshops sowie eine umfangreiche Dokumentation erleichtern den Einstieg.

Linh Bùi Duy und Marcel Hansel haben dieses Labor wegen der technisch umfassenden Ausstattung an 3D-Druckern und Handwerkzeugen genutzt. Die im ego.-INKUBATOR „Patientenindividuelle Medizinprodukte“ digitalisierte Grundplatte wurde im CAD-Programm optimiert und im FabLab ausgedruckt. Außerdem wurden Anschlussteile, das Landegestell der Drohne sowie das Gehäuse für die Sonden an den Anlagen gefertigt.

crowdsweeper in den Labs der Uni Magdeburg 3Linh Bùi im FabLab.

Mit ihrem Projekt crowdsweeper wollen die zwei Absolventen des Integrated Design Engineering und nun wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fakultät für Maschinenbau autonome Drohnen entwickeln, in denen unter anderem Metalldetektoren integriert sind, um Blindgänger aufzuspüren und zu markieren. Für Kampfmittelräumer, die sich bisher meist selbst auf die gefährliche und zeitaufwendige Suche begeben müssen, würden die Drohnen ihre Arbeit deutlich sicherer und effizienter machen. Im Forschungsmagazin der Universität können Sie mehr über das Start-up erfahren. 

Bisher hat das Gründerteam mithilfe der MakerLabs erste Prototypen bauen und auf Funktionalität überprüfen können. Wie bereits zahlreiche Teams und Gründungsprojekte vor ihnen, haben auch sie in den Hightech-Werkstätten der Universität ihre Geschäftsidee weiterentwickelt und ihr Gründungsprojekt auf professionelle Füße gestellt. So wurde es erst kürzlich von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt als förderwürdig eingestuft.

mehr ...

Wenn der Tumor zu hören ist

Ein Schatten auf der Ultraschallaufnahme. Möglicherweise ein Tumor? Klarheit kann eine Biopsie bringen. Eine Herausforderung für jeden Operateur, die oft nur wenige Millimeter große Gewebeveränderung mit der Nadelspitze für die Entnahme einer Gewebeprobe zu treffen, zumal dieser minimal-invasive Eingriff dem Operateur ein nur sehr kleines Sichtfeld öffnet. Die Führung des Instruments erfolgt von außen, unterstützt in der Regel durch diagnostische Systeme wie Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Diverse Bildstörungen oder Patientenbewegung erschweren eine exakte Platzierung und kann zu Toleranzen von mehreren Millimetern führen. Studien besagen, dass es bei mehr als zwei Prozent der Biopsien zu sogenannten „falschen Negativ-Befunden“ kommt. Das heißt, der Tumor wird nicht als solcher diagnostiziert und demzufolge auch nicht behandelt. Mit fatalen Folgen für die Patienten.

Einen Forschungsansatz für dieses Problem hat ein international aufgestelltes Forscherteam des Lehrstuhls INKA Intelligente Katheter gefunden: Audiosignale! Nicht hörbar für das menschliche Ohr, aber für hochsensible Mikrofone. Angebracht beispielsweise an der Biopsie-Nadel oder einem Katheter außerhalb des OP-Feldes, erfassen sie akustische Informationen über die Interaktion von medizinischem Instrument und menschlichem Gewebe. Kurz gesagt, verändert sich das Gewebe, in das ein medizinisches Instrument eindringt, verändert sich das Audiosignal. So kann „gehört“ werden, wann beispielsweise die Biopsie-Nadel in das Gewebe eingeführt wird, was sie passiert, wie sie sich im Gewebe verhält, wo genau sie sich befindet, wann sie wieder entfernt wird. Die Signale werden in Audiokurven aufgezeichnet und durch komplexe mathematische Algorithmen ausgewertet und als Information zur Ortung seines Instruments an den Operateur weitergegeben.

SURAG Surgery Audio Guide der Universität Magdeburg

Ideale Lösung in Entwicklungsländern

Die wichtigste Komponente im medizinischen System, die Spitze des Instruments, bleibt davon unberührt, keine Minimikrofone, Kabel oder andere Sensoren verdicken sie. Das qualifiziert das System nicht nur für minimalinvasive Eingriffe, sondern macht es auch bezahlbar und für den Einsatz in Entwicklungsländern attraktiv, da die teuren medizinischen Instrumente nicht neu gebaut, sondern quasi „nur“ ergänzt werden müssen.

SURAG Surgery Audio Guide haben die Medizintechniker ihr System zur Audioaufnahme mit nachfolgender Signalanalyse und Informationsausgabe genannt, mit dem sie noch viel vorhaben. Erste Prototypen sind bereits gebaut. Noch ist SURAG ein Zusatzmodul für bildgeführte minimalinvasive Eingriffe. Ziel ist ein selbstständig arbeitendes System, beispielsweise auch für pathologische Untersuchungen zur Diagnostik bösartiger oder gutartiger Tumoren. Ein weiteres Anwendungsfeld kann die Roboterchirurgie sein. Während ein menschlicher Operateur mit viel Erfahrung gegebenenfalls Veränderungen im Gewebe auch ertasten kann, verfügt ein OP-Roboter nicht über die Fähigkeit, zu fühlen. So haben sich die Forscher in Zusammenarbeit mit den klinischen Experten aus der Universitätsklinik vorgenommen, mit dem Surgery Audio Guide dem Roboterarm von OP-Robotern einen Tastsinn zu geben.

Ende 2017 wurde SURAG als innovativstes Vorhaben der Grundlagenforschung mit dem Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

mehr ...

Mit Innovationen der Medizintechnik im internationalen Wettbewerb top

Gleich doppelten Grund zur Freude hatten die Forscher und Forscherinnen am Lehrstuhl für Intelligente Kathetertechnologien und bildgesteuerte Therapie (INKA) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Projekte „Patient specific Skin Cancer Treatment Concepts via 3D printing“ und „Flexible Assistant Holder for MRI Interventions“ erlangten einen 1. und einen 3. Platz beim IRLE 2018 „Most Innovative Project Awards“. Verliehen wurden die Auszeichnungen verbunden mit einem Geldpreis und zusätzlichen Leistungen auf der „Innovation Research Lab Exhibition“ (IRLE) 2018, organisiert vom Zentralinstitut für Medizintechnik (ZIMT) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, und dem Innovation Think Tank der SIEMENS Healthineers.

Die beiden Projekte der Magdeburger Universität wurden in einem Vorauswahlverfahren mit 43 weiteren Beiträgen aus weltweit 31 Instituten zur IRLE 2018 zugelassen und von insgesamt 50 Jurymitgliedern begutachtet. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnungen und internationale Wertschätzung unserer wissenschaftlichen Forschung in der angewandten Medizintechnik“, unterstreicht Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Michael Friebe.

3D-Druck zur Krebstherapie

Das Projekt „Patient specific Skin Cancer Treatment Concepts via 3D printing“, in dem Ali Pashazadeh, Nathan Castro, Dietmar Hutmacher und Michael Friebe gemeinsam mit Wissenschaftlern der Queensland University of Technology in Brisbane, Australien, forschen, belegte den 1. Platz. Die Wissenschaftler forschen an einem neuen Verfahren zum personalisierten 3D-Druck von Oberflächenauflagen für die Behandlung von Hautkrebs mit Hilfe von krebszerstörenden Komponenten, die im Druckmaterial integriert sind. Diese Auflage kann dann zukünftig direkt für den jeweiligen Tumor individuell hergestellt werden.

Das neue EXIST-geförderte Start-up von INKA „Flexible Assistant Holder for MRI Interventions“, in dem Juan Sanchez, Sinja Lagotzki, Robert Odenbach, Michael Vogele, Heinz-Werner Henke, Axel Boese und Michael Friebe gemeinsam forschen, wurde als 3. bestes Projekt ausgezeichnet. Ein Kernspintomograph kann auch als Zielführung für klinische Therapien eingesetzt werden. Dazu werden aber spezielle Halte- und Führungssysteme benötigt. Das Team um Juan Sanchez und Sinja Lagotzki hat dafür nun einen preiswerten und einfachen Lösungsansatz entwickelt, der demnächst auch im Patienteneinsatz getestet wird.

mehr ...

Auszeichnung für Pionier der Fuzzy-Systeme

Mit dem renommierten Fuzzy Systems Pioneer Award hat der weltweit größte Berufsverband für Ingenieure aus den Bereichen Elektrotechnik und Informationstechnik, das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), Prof. Dr. Rudolf Kruse von der Otto-von-Guericke-Universität ausgezeichnet. Rudolf Kruse erhielt die Auszeichnung für die „Entwicklung von Lernverfahren für Fuzzy-Systeme in Theorie und Anwendungen“. Bevor Professor Kruse 2017 in den Ruhestand ging, hatte er 21 Jahre die Professur für Praktische Informatik an der Fakultät für Informatik der Universität Magdeburg inne.

Ein Pioneer Award gehört zu den höchsten Auszeichnungen der IEEE. Seit dem Jahr 2000 werden mit ihm frühe Konzepte und nachhaltige Entwicklungen auf dem Gebiet der Fuzzy-Systeme gewürdigt. Fuzzy-Methoden erlauben die computergestützte Handhabung von ungenauen und unsicheren Informationen. Fuzzy-Systeme gehören, wie Künstliche Neuronale Netze, Evolutionäre Algorithmen und Schwarmintelligenz, zu den naturanalogen Verfahren und werden unter dem plakativen Begriff „Computational Intelligence (CI)“ zusammengefasst. Professor Kruse gilt international als einer der Pioniere dieses Forschungsgebiets und gehört zu den weltweit führenden und einflussreichsten Wissenschaftlern. Auch nach seiner Emeritierung entwickelt er weiterhin Assistenzsysteme mit Hilfe von CI-Methoden.

Überreicht wurde der Pioneer Award auf dem IEEE World Congress on Computational Intelligence in Rio de Janeiro, Brasilien, an dem 1500 Fachleute teilnahmen.

Kurzvita Professor Rudolf Kruse

Rudolf Kruse studierte an der TU Braunschweig Mathematik, Informatik und Physik und promovierte 1980 zum Dr. rer. nat. 1984 erhielt er die Venia Legendi für Mathematik. 1986 folgte Kruse dem Ruf auf die Professur Angewandte Informatik der TU Braunschweig und 1996 nahm er den Ruf auf die Professur für Praktische Informatik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg an.

Der Informatiker kann auf zahlreiche Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften des In- und Auslandes verweisen. Er ist Autor von 25 Fachbüchern.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: privat // Bildunterschrift: Portrait Prof. Dr. Rudolf Kruse

mehr ...

Zwei Experimente der OVGU auf dem Weg zur ISS

Am 29. Juni 2018 um 11:42 Uhr unserer Zeit (5:42 Uhr am EST) startete eine Falcon 9–Rakete mit dem Dragon-Raumschiff vom Kennedy Space Center zur Internationalen Raumstation (ISS). An Bord befinden sich zwei Experimente der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf einer Mission zur Beantwortung einer der grundlegenden Fragen der bemannten Raumfahrt: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen herausfinden, wie menschliche Zellen sich an die Schwerelosigkeit anpassen und wie auftretende Störungen des Immun- und Knochensystems bei längeren Aufenthalten im Weltraum künftig vermieden werden können.

Bild 3 (c) NASAStart von Space X CRS-15 zur Internationalen Raumstation, 29. Juni 2918 um 5:42 Uhr EST vom Kennedy Space Center (Quelle: NASA)

„Langzeitmissionen im Weltraum werden den Menschen vor neue und ungleich größere medizinische Herausforderungen stellen“, so Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich, Professor für Weltraumbiotechnologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Gründer der Magdeburger Arbeitsgemeinschaft für Forschung unter Raumfahrt- und Schwerelosigkeitsbedingungen MARS. „Bisherige Studien unserer Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass menschliche Zellen ein enormes und auch schnelles Anpassungspotenzial an Schwerkraftänderungen besitzen. Wie diese Anpassung aber erklärbar ist, ist bisher völlig unbekannt. Das soll mittels der beiden Experimente aufgeklärt werden, die während Alexander Gersts Mission ‚horizons - Wissen für Morgen‘ durchgeführt werden.“

Bild 2 (c) Regina SablotnyVorbereitung des Weltraumexperimentes. Dr. Svantje Tauber (links) und Dr. Cora Thiel (rechts). (Quelle: Regina Sablotny)

Das erste Experiment „Gene Control Prime“ untersucht den Zusammenhang zwischen der Schwerkraft und der Regulation der Genfunktion. Es kann im Zellkern aufdecken, welche Moleküle unter veränderter Schwerkraft welche Gene an- oder abschalten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Oliver Ulrich wollen durch die gewonnenen Daten verstehen, wie menschliche Zellen grundsätzlich die Schwerkraft wahrnehmen und sich an die Schwerelosigkeit auf Raumflügen anpassen bzw., wie mechanische Kräfte grundsätzlich auf unsere Gene wirken. Erstmalig in diesem Experiment wird auch die Anpassung an die Schwerkraft des Mars untersucht, die wichtige Daten für bemannte Explorationsmissionen zum Planeten Mars liefern kann.

„Alle Experimente, bei denen die Wirkung von mechanischen Kräften untersucht werden, sind auf der Erde immer durch die Schwerkraft limitiert. In einer Umgebung ohne Schwerkraft können wir somit viel besser auf die grundlegenden Mechanismen schauen. Der Weltraum ist hier nicht mehr und nicht weniger als ein hervorragendes Forschungswerkzeug für die Forschung auf der Erde“, so Prof. Ullrich.

Bild 1 (c) DLRInternationale Raumstation ISS (Quelle: DLR)

Das zweite Experiment, FLUMIAS, testet erstmalig ein von Airbus DS im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR entwickeltes, hochauflösendes Laser-Fluoreszenzmikroskop, mit dem die Struktur und molekulare Prozesse in menschlichen Zellen direkt beobachtet werden können. „Damit werden räumlich-zeitliche Einblicke in die Zellveränderungen unter fehlender Schwerkraft möglich, eine Revolution im Vergleich zu den bisher durchgeführten Messungen nur des Endzustandes“, so der Weltraumbiologe.

Als Untersuchungsobjekt dienen bei beiden Experimenten menschliche Fresszellen (Makrophagen), die aus Blutspenden gewonnen worden sind. Diese Zellen „reinigen“ normalerweise den Körper von schädlichen Bakterien und abgestorbenen Zellen.

„Beide Experimente folgen dem Konzept, dass angesichts der enorm komplexen Steuerprozesse auf Zellebene der Blick auf das gesamte System gerichtet werden sollte, um unser Verständnis wenigstens einigermaßen der biologischen Realität anzunähern“, so Prof. Oliver Ullrich. „Aufgrund des systemischen Ansatzes werden auch bessere Risikovorhersagen für die bemannte Raumfahrt möglich.“

 

Bilder zum Downlod

Bild 3: Start von Space X CRS-15 zur Internationalen Raumstation, 29. Juni 2918 um 5:42 Uhr EST vom Kennedy Space Center (Quelle: NASA)

Bild 2: Vorbereitung des Weltraumexperimentes. Dr. Svantje Tauber (links) und Dr. Cora Thiel (rechts). (Quelle: Regina Sablotny)

Bild 1: Internationale Raumstation ISS (Quelle: DLR)

mehr ...

Uni Magdeburg lernt von amerikanischer Gründerkultur

Gründungswillige Studierende und Start-ups der Universität Magdeburg werden sich ab 2019 auch in den USA gezielt auf eine erfolgreiche Selbstständigkeit vorbereiten können. Der Leiter des Transfer- und Gründerzentrums (TUGZ) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Dr. Gerald Böhm, unterschrieb dazu am Donnerstag, den 7. Juni 2018, in New York City, USA, eine Vereinbarung mit der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer (GACC).

Unterzeichnung der Vereinbarung@Matthias StoffregenMinister Armin Willingmann, Susanne Gellert von der AHK New York und Dr. Gerald Böhm vom Transfert- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg unterschreiben die Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit. (Foto: Matthias Stoffregen)

Bis zu sechs ausgewählte Start-ups aus der Universität Magdeburg können sich künftig für das internationale Start-up- und Entrepreneurprogramm STEP USA der GACC bewerben. Deutsche Gründerinnen und Gründer werden dort gezielt beim Markteintritt in den USA unterstützt und können Investoren für ihre Geschäftsidee gewinnen.

Bootcamp für Start-ups

In sogenannten Bootcamps, besonders intensiven mehrtägigen Ausbildungseinheiten, werden die Teams eine Woche lang umfassend trainiert, um sich am Ende während einer Pitch Night vor Investoren und Unternehmen zu präsentieren. Dort treffen die Jungunternehmerinnen und –unternehmer aus Sachsen-Anhalt auf Experten aus der Industrie und auf Mentoren, die ihnen den Zugang zu internationalem Kapital und zu Unternehmenspartnern ermöglichen.

„Bereits 2020 planen wir, für Sachsen-Anhalt einen ganzen ‚Bootcamp Slot‘ zu buchen“, so Dr. Gerald Böhm. „Das wird dann ein Trainingsprogramm speziell für aussichtsreiche Firmengründungen aus Sachsen-Anhalt sein, die von der Universität Magdeburg und den Kollegen aus Halle vorgeschlagen werden. Wir wollen damit unseren Start-ups die Chance geben, von der Gründerkultur in den USA zu lernen und mit Inspiration, Erfolgsgeschichten und spannenden Kontakten ihr Wachstum international fortzusetzen. “

Dieses landesweite Projekt wird vom TUGZ der Universität Magdeburg gemeinsam mit dem TGZ Halle durchgeführt und begleitet.

Die Vereinbarung mit der GACC wurde im Rahmen der USA-Reise des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, in der vergangenen Woche unterschrieben. „Für unsere Start-ups bietet die Kooperation echte Chancen, auch international groß rauszukommen“, erklärte Willingmann. „Insofern freue ich mich sehr, dass es im Rahmen der USA-Reise gelungen ist, aussichtsreiche Kontakte für Unternehmen und Hochschulen aus Sachsen-Anhalt zu knüpfen; gerade in der aktuell turbulenten Zeit sind Kooperationen wertvolle Bausteine stabiler Partnerschaften.“

Von 3. bis 9. Juni 2018 hielt sich Minister Willingmann mit knapp 30 Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft Sachsen-Anhalts an der Ostküste der Vereinigten Staaten auf. Neben dem Besuch der Harvard-Universität (Cambridge, MA) standen die University of Pennsylvania (Philadelphia, MA), das „Gropius House“ in Lincoln, MA sowie sachsen-anhaltische Aussteller auf der internationalen Messe „Bio Boston 2018“ auf dem Besuchsprogramm.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Matthias Stoffregen // Bildunterschrift: Minister Armin Willingmann, Susanne Gellert von der AHK New York und Dr. Gerald Böhm vom Transfert- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg unterschreiben die Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit.

mehr ...

Uni Magdeburg goes Harvard

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird auf dem Gebiet der Medizintechnik künftig eng mit der renommierten Harvard Medical School, Boston, USA, zusammenarbeiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beiden Forschungseinrichtungen wollen gemeinsam Technologien entwickeln, um Tumoroperationen direkt in einem Magnetresonanztomografen (MRT) durchzuführen.

Der Sprecher des medizintechnischen Forschungscampus, Prof. Dr. rer. nat. Georg Rose, hat im Beisein des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, in Cambride, USA, am Montag einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Dieser sieht mehrere gemeinsame Forschungsprojekte sowie den Austausch von Studierenden, Forschenden und Universitätsangehörigen vor. „Es gibt bereits vielfältige Kontakte zwischen Prof. Dr. rer. nat. Oliver Speck vom Lehrstuhl für Biomedizinische Magnetresonanz der Universität Magdeburg und dem Center for Biomedical Imaging der Harvard Medical School, dem weltweit renommiertesten Institut für die MRT-Bildgebung“, so Dr. rer. nat. Georg Rose.

Operieren im MRT

Dabei gehe es jedoch nicht um diagnostische Bilder, an denen der Arzt eine Erkrankung erkennt und über die Therapie entscheidet, so Rose weiter. „Wir möchten Technologien entwickeln, die es möglich machen, innerhalb der MRT-Röhre eine minimalinvasive Tumoroperation durchzuführen“, so der Medizintechniker vom Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik der Universität Magdeburg. „Der Kernspintomograph dient dabei als eine Art Navigationssystem, das hilft, eine kleine Nadel zum Herd der Erkrankung zu führen. Diese Nadel wird schließlich erhitzt, um den Tumor zu zerstören. Da es mit dem MRT prinzipiell auch möglich ist, die Temperatur an jeder Körperstelle zu messen, kann dieses Gerät dabei helfen, die richtige Menge an Hitze in den Tumor zu applizieren, um ihn vollständig zu zerstören.

Bevor es jedoch soweit sei, müssten noch zahlreiche technische Probleme gelöst werden. Die intensive Zusammenarbeit der beiden Forschungseinrichtungen sollen Synergien genutzt werden, um diesen Herausforderungen schneller begegnen zu können. „Innerhalb der nächsten 12 Monate werden mehrere hochkarätige Wissenschaftler aus Boston zu uns kommen und gemeinsam mit uns arbeiten. Zeitgleich erhalten die ersten Studierenden der Uni Magdeburg Gelegenheit, ein Austauschsemester an der Harvard Universität zu verbringen, ohne die dort extrem hohen Studiengebühren zahlen zu müssen.“

Forschungscampus STIMULATE

Der Forschungscampus STIMULATE ist eine Dachstruktur, unter der auf dem Magdeburger Unicampus intensiv und interdisziplinär an dem Thema der Tumortherapie im MRT geforscht wird. Hier werden schwerpunktmäßig altersbedingte Volkskrankheiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie Gefäßerkrankungen betrachtet. Langfristig soll sich die interdisziplinäre Dachstruktur zum "Deutschen Zentrum für bildgestützte Medizin" entwickeln.

mehr ...

Lebensrettende Forschung zwischen Medizin und Technik

Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin und Ingenieurswissenschaften aus über 17 Ländern treffen sich vom 6. bis zum 8. Juni 2018 in Magdeburg, um sich über neueste Forschungsergebnisse zu lebensrettenden Therapien sogenannter zerebraler Aneurysmen auszutauschen.

Diese ballonförmigen Aussackungen an Arterien im Gehirn entstehen durch krankhafte Veränderungen der Blutgefäße. Platzt eine solche Ausbeulung innerhalb des Gehirns, kommt es zu einer Hirnblutung, die zum Tod oder zu schwersten Behinderungen führen kann. Jeder zweite Betroffene überlebt diesen Notfall nicht. Zwei bis vier Prozent der Menschen über 65 Jahre sind in Deutschland davon betroffen. Auf dem erstmals in Deutschland stattfindenden Interdisciplinary Cerebrovascular Symposium (ICS) suchen Neuroradiologen, Neurochirurgen, Strömungsmechaniker, Biologen, Computervisualisten, Mathematiker und Medizintechniker gemeinsam nach Lösungen, diese krankhaften Veränderungen besser zu verstehen und sicher zu behandeln.

 

Krankheitsverlauf und Therapiemöglichkeiten berechnen

„Die meisten Aneurysmen werden zufällig entdeckt“, so Dr. med. Oliver Beuing, Leitender Oberarzt an der Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Magdeburg. „Ob es zu einer Blutung kommen wird, lässt sich im Einzelfall nicht hinreichend sicher beurteilen. Um den potenziellen schweren Folgen einer Ruptur vorzubeugen, wird daher oft eine Therapie durchgeführt, die aber wiederum Komplikationen verursachen kann.

Unter dem Dach des Forschungscampus STIMULATE analysieren die Mediziner gemeinsam mit Ingenieuren unter anderem die Wahrscheinlichkeit, ob ein Aneurysma platzen wird. „Die Patientensicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Forschungen“, sagt Dr.-Ing. Philipp Berg vom Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik. „Mithilfe von Simulationen kann aus einer Vielzahl von Therapieoptionen die Beste ermittelt werden und darüber hinaus innovative Implantate zur Behandlung entwickelt werden.“

Strömungsmechaniker wie Priv.-Doz. Dr.-Ing. Gabor Janiga vom Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik simulieren den Blutfluss im Aneurysma mit dem Computer, um Fließmuster und Mechanismen der Ruptur zu verstehen. „Gemeinsam mit den Ärzten und Wissenschaftlern anderer Disziplinen suchen wir nach Lösungen, um die komplexe Erkrankung ‚Hirnaneurysma‘ besser zu verstehen und die jetzigen Therapiemöglichkeiten zu verbessern und auch zu erweitern.“ Der Wissenschaftler ist Tagungsleiter des ICS und freut sich, dass es der Universität gelungen ist, die Spitzenforschung auf diesem Gebiet erstmals nach Deutschland und nach Magdeburg zu holen. „Das Symposium bietet eine hervorragende Plattform, um diese Erkenntnisse mit führenden Forschern aus anderen Fachbereichen zu kommunizieren.“

Header_BlutflussanimationBlutfluss in Gehirnarterien

mehr ...

[1] | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 vor

Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner: Webmaster