Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Wie Lara Croft menschlicher werden kann

Jung-Doktorandin der Uni Magdeburg erforscht Verhalten von computergesteuerten Figuren

Xenija Neufeld ist externe Doktorandin an der Fakultät für Informatik der Uni Magdeburg mit einem ungewöhnlichen Forschungsinteresse. Innerhalb der Arbeitsgruppe „Intelligente Systeme“ nutzt sie ihr herausragendes Wissen auch für Computerspieleentwicklung. Gemeinsam mit ihrer Betreuerin, der Schwarmintelligenzforscherin Prof. Sanaz Mostaghim, nahm sie auch an einem internationalen Wettbewerb auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz für das Computerspiel „Unreal Tournament“ teil. Als eine von wenigen Frauen arbeitet Xenija Neufeld derzeit in der IT-Branche bei der renommierten Spieleentwicklerfirma Crytek. Somit ist sie zwar die meiste Zeit in der Industrie, bleibt jedoch ständig in Kontakt mit ihrem Forscherteam an der Uni Magdeburg.


Wo arbeiten Sie und woran forschen Sie?

Obwohl ich die Zeit an der Uni genoss, wollte ich unbedingt in die Spieleindustrie gehen, um nicht nur zu forschen, sondern auch meinem Interesse an Videospielen nachzugehen und an Projekten zu arbeiten. Aus diesem Grund entschied ich mich, meine Doktorarbeit extern zu schreiben und parallel bei Crytek zu arbeiten - einer der größten Computerspielefirmen Deutschlands. Meine Forschungsschwerpunkte liegen im Gebiet der Künstlichen Intelligenz in Computerspielen. Einfach gesagt, ich versuche herauszufinden, wie sich computergesteuerte Charaktere in Spielen schlau und menschlich verhalten können.

Wie sind Sie zur Informatik gekommen?

Schon als Kind habe ich mich für Computer interessiert. Mit meinem ersten PC habe ich dann versucht, die Funktionsweise eines Computers zu verstehen. In der Oberstufe habe ich Informatik belegt und erste kleine Spiele erstellt. Mittlerweile war es für mich klar, dass ich Informatik studieren werde. Der Traumbereich der Spieleentwicklung schien für mich jedoch immer noch sehr weit entfernt. Als ich im Studium jedoch dem studentischen Spieleentwicklerverein Acagamics e.V. beitrat, bekam der Traum sehr schnell Realität.

Welche Bereiche finden Sie besonders spannend in der Informatik?

Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz interessieren mich sehr. Wie können Computerprogramme, Roboter oder simulierte Charaktere von Menschen und voneinander lernen und ihr Verhalten anpassen und verbessern? Wie können sie selbst Problemlösungen finden und dabei sicher für die Menschen sein? Dies sind die Fragen, die ich besonders spannend finde.

Ist es im Bereich der Informatik schwer als Frau Anerkennung zu finden?

Ja, natürlich. In der Uni ist es zwar kein Problem. Sowohl die Lehrenden als auch die Kommilitonen sind dabei sehr offen. In der Branche ist es jedoch viel schwieriger. Auch wenn viele IT-Firmen nun versuchen, den Frauenanteil zu steigern, geschieht dies leider eher im Personalbereich oder im Marketing, selten in der IT.

In welchem Bereich möchten Sie zukünftig arbeiten / forschen?

Die Arbeit in der Spielebranche macht mir Spaß und ich möchte auch weiterhin in diesem Umfeld arbeiten. Dabei will ich natürlich mehr im Bereich der Künstlichen Intelligenz forschen. Besonders interessant für die Zukunft finde ich die Forschung an kooperierenden Systemen. Auch wenn meine Arbeit im Bereich der Computerspiele stattfindet, können die Forschungsergebnisse auf viele weitere Bereiche übertragen werden. Schließlich stellen heutige Computerspiele sehr gute Simulationen der realen Welt dar.


Hintergrundinformationen



Die Fakultät für Informatik an der Uni Magdeburg ist mit fast 20 Professuren die größte Informatikfakultät des Landes Sachsen-Anhalt. Das Forschungsprofil wird geprägt durch die drei Schwerpunkte Bild, Wissen und Interaktion. Die Studiengänge Computervisualistik, Wirtschaftsinformatik und Ingenieurinformatik werden sowohl im Bachelor als auch im Master angeboten - alle Bachelorstudiengänge sind auch im dualen Studium studierbar.

Zusätzlich gibt es zahlreiche interessante Projekte wie zum Beispiel zum Thema “Intelligente Systeme” unter der Leitung von Prof. Sanaz Mostaghim, die sich speziell mit Schwarmintelligenz beschäftigt.

 
Letzte Änderung: 18.05.2016 - Ansprechpartner: Webmaster