Unternehmensgründer - Interaktive Lagepläne

Zu seinem Traumberuf fand René Meye irgendwie nach dem Ausschlussprinzip. Als Administrator in einem Rechenzentrum, so hatte er sich das anfangs vorgestellt, wollte er nach seinem Informatikstudium arbeiten, in einem großen Unternehmen. Nach einem Praktikum bei BMW in Leipzig wusste er: „Das ist nichts für mich – nicht Administrator, nicht in einem großen Unternehmen.“ Durch seine Arbeit im Fachschafts- und Studierendenrat sowie in der Landesstudierendenvertretung, der er mit großem Engagement nachging und die ihm sehr wichtig war, lernte er im Landtag Abgeordnete, Politiker, ja sogar Minister kennen. Das brachte ihm reichlich Erfahrungen, Selbstständigkeit und Redegewandtheit, aber ebenso die Erkenntnis, dass auch die Politik nicht das Richtige ist.

Rene Meye und Tabea Menhorn (©vesputi Nance Kämmerer)

„Dann hat Professor Horton etwas sehr Schlaues gesagt“, erinnert sich René Meye. „Willst du etwas verändern, musst du eine Firma gründen.“ Diesen Satz machte er zu seinem Motto, entschied sich vorerst gegen den Masterabschluss und ist nun auf dem Weg zum Traumjob Unternehmer. Mit seiner ehemaligen Kommilitonin Tabea Menhorn gründet er „Vesputi“. Sie seien ein „komplementäres Team“ sagt der angehende Unternehmer von sich und seiner Geschäftspartnerin. Er, der Entwickler, sie, die Computervisualistik an der Universität Magdeburg studierte, die Designerin und Marketingfrau. Ein Job, super abwechslungsreich und flexibel, in dem er alles machen kann, ob Kundengespräche führen oder Fehler weg programmieren, ob neue Produkte entwickeln oder Rechnungen schreiben. So hatte er sich das vorgestellt. Aber, Unternehmer ist eben auch ein 24-Stunden-Job 7 Tage die Woche. Und wenn ein Kunde Havarie hat, dann muss da schnell mal die ein oder andere Nachtschicht eingeschoben werden.

Der Unterschied liegt im Detail


Vesputi ist ein Programm zur individuellen Gestaltung von Online-Karten. Bereits während seiner Arbeit in den Studierendenvertretungen ärgerte den Informatiker, dass im Netz für alle Anlässe nur ein und derselbe Campusplan zur Verfügung stand. Individuell einen Veranstaltungsort oder Treffpunkt zu kennzeichnen, war nicht möglich. „Besser wäre es doch, wenn jeder seine eigene Karte gestalten und die ihm wichtigen Details hervorheben könnte“, meint René Meye. „Und das mit einer möglichst einfachen Bedienung.“

Nutzerin der Software ist bereits die Universitätsmedizin Magdeburg. Für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des HAM-Nat-Tests wurden die Karten so gestaltet, dass nur der für den Empfänger zutreffende Prüfungsraum gekennzeichnet ist. Der Link zur Karte wurde verschickt und die Studienbewerber und -bewerberinnen konnten leicht mit dem Routenplaner ihres Smartphones den Weg finden.

Mit Starthilfe Fahrt aufgenommen


Starthilfe für die Existenzgründung gibt es vom Land Sachsen-Anhalt in Form einer 18-monatigen finanziellen Förderung. Und auch die Uni unterstützt die beiden Unternehmensgründer.
Das Transfer- und Gründerzentrum (TUGZ) hat mit einer Beratung zu Fördermöglichkeiten zur Seite gestanden. „Leider darf es zu rechtlichen Fragen, beispielsweise zur Gesellschafterform, nicht beraten“, bedauert René Meye. Er wünscht sich mehr Austausch mit erfahrenen Unternehmern. „Durchaus auch mit solchen, die schon einmal auf die Nase gefallen sind.“ An der Fakultät für Informatik kann das kleine Start-up ein Büro nutzen und die Lehrveranstaltungen zu Gründungskultur und Unternehmergeist von Professor Graham Horton, die er als Student fakultativ besuchte, gaben reichen Input. Überhaupt habe ihm das offene Klima an der Uni viel gegeben, man fühlte sich immer ernst genommen und zugehörig, konnte auf alle offen zu gehen und mit allen reden. Das habe er sehr genossen. 

Warum haben die Vesputi-Gründer sich für Sachsen-Anhalt entschieden? „Wir haben schon über Hamburg, München oder Berlin nachgedacht, aber eigentlich war uns schnell klar, dass wir hier in Magdeburg bleiben möchten“, erzählt René Meye. „Für Sachsen-Anhalt sind Start-ups die richtige Perspektive und langsam entwickelt sich im Land eine gewisse Gründungskultur. Das haben auch schon einige Investoren erkannt, die hierher kommen.“ Und irgendwann könne Sachen-Anhalt dann auch aufhören, immer nur Schlusslicht zu sein, da ist sich René Meye ganz sicher, auch wenn das noch einige Jahre dauern werde.

 

Letzte Änderung: 27.06.2017 - Ansprechpartner:

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