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Internationalisierung

Im Geist einer weltoffenen Universität unterhält die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg über 300 Partnerschaften mit 245 Institutionen in 60 Ländern auf Universitäts-, Fakultäts- und Institutsebene. Die Universität Magdeburg verfolgt das Ziel, ihre internationale Sichtbarkeit und Attraktivität zu erhöhen, um für hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie für Studierende aus aller Welt ein attraktiver Lern- und Arbeitsort zu bleiben. Bereits jetzt liegt die Universität Magdeburg mit einem Anteil von mehr als 16 Prozent an ausländischen Studierenden aus mehr als 100 Nationen über dem Bundesdurchschnitt. Etwa  11 % der Lehrenden kommen aus dem Ausland.

 

Aktuelle Meldungen zur Internationalisierung:


Mit nichts als einem Ziel im Gepäck

In Homs, der drittgrößten Stadt Syriens, hat Zain Edeen Akash Geologie studiert. Seine Leistungen waren exzellent, bis der Krieg anfing und seine Heimatstadt bombardiert wurde. Lautes Knallen, zerstörte Häuser und Stromausfälle haben ihm zwei Semester vor seinem Abschluss das Lernen erschwert und den Besuch der Universität unmöglich gemacht. Als sein Bruder dann 2015 verhaftet wurde und Zain das Gleiche drohte, entschied sich der 23-Jährige, aus Syrien zu fliehen. Sein Studium in Syrien konnte er nicht mehr abschließen und verfolgt jetzt seinen Traum, in Deutschland zu studieren.

Auf seinem Weg nach Deutschland hat Zain den Libanon, die Türkei, Griechenland sowie den Balkan durchquert. Manchmal nur mit einem Schlauchboot zwischen ihm und dem Meer. Im Oktober 2015 kam er nach seiner beschwerlichen und langen Reise in Biederitz an. Dort hat er seinen ersten Deutschkurs mit Erfolg absolviert und sich bereits über seine Studienmöglichkeiten in Deutschland informiert. Der Flüchtlingskoordinator der Universität, Hanna Astafan, war dem zielstrebigen jungen Mann dabei behilflich. Für den studienvorbereitenden Kurs im Mai 2016 ist Zain extra nach Magdeburg gezogen. Mit dem Ziel, die Deutschsprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) zu bestehen, um in Deutschland studieren zu können, hat sich der Bruder von vier Geschwistern im Unterricht immer konzentriert. „Da alle in meiner Gruppe aus Syrien kamen, war es manchmal schwer, deutsch zu sprechen. Aber die Stimmung in dem Kurs war gut, sodass sich alle gegenseitig geholfen und zum Deutschsprechen aufgefordert haben. Durch den Kurs haben sich viele Freundschaften entwickelt“, schwärmt Zain.

Zain Akash (c) privat

15 weitere Flüchtlinge aus seiner Gruppe haben die DSH-Prüfung bestanden. Trotz der knappen Vorbereitungszeit von nur zehn Monaten, um die Sprache zu erlernen, hat der Sohn aus einer Akademikerfamilie als einer der vier Besten im März 2017 die Prüfung absolviert und sich somit einen Schritt auf sein Ziel zubewegt. „In baldigen Gesprächen werden wir mit den anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern, die erfolgreich ihre Prüfung abgelegt haben, über ihre Wünsche und Pläne sprechen, um Möglichkeiten eines Studiums oder überbrückender Bildungsmaßnahmen oder Praktika zu prüfen“, ergänzt Flüchtlingskoordinator Astafan.

Da aber nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur wichtig ist, um ein Land kennenzulernen, hat Zain an Workshops an der Universität teilgenommen. Von IKUS und dem Uni-Projekt MitSpracheRecht hat der Syrer viel Unterstützung bekommen und mit den Organisatoren und Organisatorinnen Freundschaften geschlossen. So blieb es nicht nur beim Unterricht. Gemeinsam mit den Teilnehmenden und Organisatoren wurden viele Ausflüge unternommen, gegrillt oder gefeiert.

Um ständig dazuzulernen und sich in die Gesellschaft zu integrieren, hat der angehende Student einen Nebenjob im Roncalli-Haus, wo er auch Vorträge hält. Auch seine Wohnung möchte der 23-Jährige gegen eine Wohngemeinschaft tauschen. „Es ist einfach schöner, wenn man nicht alleine wohnt und noch jemand da ist. Dann kann man zum Beispiel auch gemeinsam kochen und voneinander lernen“, erzählt Zain.

Weil er Magdeburg schön findet und sich hier wohlfühlt, möchte er bleiben. Im Mai hat sich der gut organisierte Syrer für den Studiengang Wasserwirtschaft an der Fachhochschule beworben. „Es ist das, was ich machen möchte. Ich interessiere mich für alles, was mit der Natur zusammenhängt und kann somit an mein früheres Geologiestudium in Syrien anknüpfen“, betont er. Nach seiner bestandenen DSH-Prüfung hat Zain alle nötigen Unterlagen, um ein Studium in Deutschland aufzunehmen und seinen Abschluss zu machen.

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Magdeburger Dozenten lehren an der "Flying Faculty"

Ein bisschen so etwas wie „wissenschaftliche Entwicklungshilfe“ sind die „Flying Faculties“. Externe Lehrkräfte fliegen für einen oder zwei Monate von ihren Universitäten an eine im Aufbau befindliche Hochschuleinrichtung in Asien oder Afrika. Auch an der Vietnamese-German University (VGU) in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, wird nach dem Prinzip der „Flying Faculties“ gelehrt. Die ersten Magdeburger Dozenten dort waren von der Fakultät für Maschinenbau Prof. Dr.-Ing. Thorsten Halle, Dr.-Ing. Georg Hasemann und Prof. Dr.-Ing. Manja Krüger. En bloc hielten sie an der VGU im Bachelorstudiengang „Mechanical Engineering“ Vorlesungen zu Basics of Materials, führten Praktika und Übungen durch. Diesen Studiengang bieten die Uni Magdeburg und die Ruhr-Universität Bochum, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, gemeinsam an. „Ein Entwicklungsland übrigens ist Vietnam beileibe nicht“, betont Prof. Dr. Thorsten Halle. „Ohne Probleme können Internet, WLAN und E-Learning-Tools für die Lehrveranstaltungen genutzt werden. Und die Klimaanlage kühlt die Raumtemperatur auf frostige 17 Grad Celsius herunter, bei Außentemperaturen von 35 Grad.“

SAM_3586Die Vietnamesisch-Deutsche Universität ist ein von der vietnamesischen Regierung und dem Land Hessen 2008 initiiertes Hochschulprojekt. Aufgebaut werden soll in Vietnam eine führende Forschungsuniversität nach deutschem Vorbild in den Bereichen Ingenieur-, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften. Noch hat die VGU keine eigenen Gebäude, aber ein moderner Campus ist in Planung. Und die Magdeburger Dozenten durften auch ein bisschen Hilfe bei der Entwicklung der neuen Universität leisten und ihre Expertise einbringen, beispielsweise in Vorschläge für die Auswahl von Fachliteratur für die aufzubauende Universitätsbibliothek oder in Vorschläge für die Ausstattung von Praktikumslabors, die Ausgestaltung der Studienordnung und in Vorstellungen zur wissenschaftlichen Ausrichtung. Professor Halle und Professorin Krüger waren zudem an Berufungsverfahren beteiligt. Denn in nicht all zu ferner Zukunft sollen vietnamesische Professoren die „Flying Faculties“ durch einen Regelbetrieb ablösen.

„Die Lehre an der VGU war schon etwas anders“, erzählt Professorin Krüger, die nach ihrer Rückkehr aus Vietnam eine Professur an der RWTH Aachen übernahm. „Die Vorlesungen wurden in englischer Sprache gehalten, das war eine Herausforderung. Die 42 Studierenden – vorwiegend männlich, das ist wie bei uns hier in Magdeburg – waren sehr diszipliniert.“ „Und geduldig“, ergänzt Georg Hasemann. „Sie blieben bis zum Schluss, selbst als meine Übung mal eben doppelt so lang wurde.“

SAM_3658Es waren drei spannende und aufregende Wochen an der „Flying Faculty“ in Ho-Chi-Minh-Stadt für die drei Magdeburger. Jeden Tag fuhren sie mit dem Bus zur Uni – zwei Stunden morgens hin und zwei Stunden abends wieder zurück. Auf das Abenteuer Moped, das Hauptverkehrsmittel in Vietnam, haben sie sich besser nicht eingelassen. Schmackhaft, aber doch recht abenteuerlich war das Essen, vor allem für Vegetarier, denn in der vietnamesischen Küche wird viel Fleisch verarbeitet. Und die Schlange oder der Skorpion in der Schnapsflasche sind auch nicht jedermanns Sache.

Die „Flying Faculty“ wird fortgeführt. Die Professoren Karl-Heinrich Grote und Holm Altenbach werden Lehrveranstaltungen abhalten. Und Prof. Dr. Michael Scheffler hat für seine Übungen zu Materialprüfung mittels Ultraschall ein kleines Reiseset zusammengestellt, das er im Handgepäck mit nach Vietnam nehmen kann.

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Informatiker der Uni Magdeburg haben bei RoboCup in Japan den 2. Platz belegt

Autonome Roboter hielten in der letzten Woche Einzug im fernen Nagoya, Japan. Nach 20 Jahren kehrte die RoboCup-Weltmeisterschaft damit an ihren Ursprungsort zurück. Einer der Wettbewerbsroboter der @Work-Liga gehörte dem Team robOTTO der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Mit dem Roboter waren sieben Mitglieder nach Japan gereist, um zu beweisen, dass sie im vergangen Jahr ihr System kontinuierlich weiterentwickelt haben. Und der Beweis ist ihnen gelungen: RobOTTO wurde Vizeweltmeister und setze sich gegen 6 weitere internationale Teams aus Europa und Asien durch. Mit diesem Erfolg stehen sie zum ersten Mal seit dem Wechsel der Liga 2014 wieder auf dem Treppchen eines internationalen RoboCup-Wettbewerbs.

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Die Roboter mussten innerhalb der 9 x 6 m großen Wettkampfarena autonom navigieren, an Arbeitsplattformen Objekte wie Schrauben oder Bauteile aufnehmen und an anderer Stelle wieder ablegen. „Mit den Aufgaben simuliert die Liga Konzepte der Industrie 4.0 und verdeutlicht dabei, die für deren Umsetzung relevanten Herausforderungen“, erklärt der Informatiker Juniorprofessor Dr. Sebastian Zug. Er ist einer der Betreuer des Teams und im Organisationsstab der Liga aktiv. Der Wettbewerb bestand aus 8 Läufen, die in ihrem Anforderungsniveau kontinuierlich stiegen. So kam zum Beispiel im Finale ein rotierender Tisch hinzu, von dem die Objekte aufgenommen werden mussten.

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1 Jahr Training hat sich bezahlt gemacht

Das Team von robOTTO setzte bei ihrem Roboter auf das Modell youBot von Kuka, der in seiner Mechanik und Elektrik für die Liga angepasst wurde. Zusammen mit der Programmierung ergab sich daraus ein interdisziplinärer Pool an Aufgaben, der durch ein 15-köpfiges Team mit Unterstützung aus den Fakultäten für Informatik und Maschinenbau bearbeitet wurden. Dafür organisierte sich das Team in wöchentlichen Meetings, in denen Fortschritte, Probleme und Ideen besprochen wurden sowie in regelmäßigen Testwochenenden. „Ein wichtiger Meilenstein und Maßstab für unsere Entwicklung ist der, in den vergangenen Jahren in Magdeburg ausgetragene, German Open RoboCup, bei dem wir im Mai 2017 den dritten Platz erzielen konnten“, sagt Christoph Steup, der gemeinsam mit Martin Seidel die Arbeiten koordiniert.

Das robOTTO-Team zeigte sich jedenfalls von Anfang an motiviert und ehrgeizig: „Wir wollten auf den guten Ergebnissen der German Open aufbauen, um so dem Vertrauen durch die Universität, den Sponsoren, den daheimgeblieben Mitgliedern und unseren Fans gerecht zu werden“, so Zug.

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Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner:

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