Internationalisierung

Im Geist einer weltoffenen Universität unterhält die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg über 300 Partnerschaften mit 245 Institutionen in 60 Ländern auf Universitäts-, Fakultäts- und Institutsebene. Die Universität Magdeburg verfolgt das Ziel, ihre internationale Sichtbarkeit und Attraktivität zu erhöhen, um für hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie für Studierende aus aller Welt ein attraktiver Lern- und Arbeitsort zu bleiben. Bereits jetzt liegt die Universität Magdeburg mit einem Anteil von mehr als 16 Prozent an ausländischen Studierenden aus mehr als 100 Nationen über dem Bundesdurchschnitt. Etwa  11 % der Lehrenden kommen aus dem Ausland.

 

Aktuelle Meldungen zur Internationalisierung:


Mit ERASMUS Europa erkunden

30 Jahre gibt es das Erasmus-Programm bereits. Jedes Jahr erfüllen sich ca. 200 Studierende den Traum vom Auslandsaufenthalt und nutzen die finanzielle Unterstützung durch die EU-Kommission. Im Rahmen der Europawoche und zur Feier des Jubiläums, veranstaltet das International Office der Universität Magdeburg einen Infoabend im CampusTheater.

Studierende, die ein Auslandssemester oder -praktikum machen möchten, können sich am 11.05. von 17 bis 20 Uhr in entspannter Atmosphäre über die Möglichkeiten des Erasmus-Programms schlau machen. Kommilitonen berichten von ihren Reisen durch Europa, über die Suche nach dem passenden Studien- oder Praktikumsplatz, ihren Reisevorbereitungen und natürlich über Land und Leute. Zudem gibt es reichlich Informationen über verfügbare Stipendien. Und auch für kulinarische Reiseeindrücke ist gesorgt: Snacks aus verschiedenen Ländern sollen Lust auf das Abenteuer Erasmus machen.

Moderiert wird der Abend von Sylvia Zabel, Koordinatorin Studentische Auslandsmobilitäten im International Office und Angela Wittkamp, Leiterin des LEONARDO-Büros Sachsen-Anhalt.

Begleitend zur Veranstaltung wird es vom 2. bis 20.05. eine Fotoausstellung ehemaliger ERASMUS-Studierender im Foyer der Universitätsbibliothek geben, dank der man Europa auch von Magdeburg aus erkunden kann.

Infoveranstaltung zum Eramus-Programm an der Universität Magdeburg (c) Geruschkat

Infoveranstaltung zum Eramus-Programm an der Universität Magdeburg (c) Sander

Stührmann_ES

Sophie Schreyer

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Fotos von Erasmus-Studierenden, die in der Ausstellung zu sehen sein werden. (Bild 1: aus Norwegen von Frau Geruschkat // Bild 2: aus Großbritannien von Frau Sander // Bild 3: aus Spanien von Herrn Stührmann // Bild 4: von Frau Schreyer // Bild 5: aus Norwegen von Herrn Schmidt)

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Delegation von Hochschullehrenden und Studierenden besucht Universität Magdeburg

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hat eine Delegation von Hochschullehrenden und Studierenden der Odessaer Staatlichen Wirtschaftlichen Universität, der neuen Partneruniversität der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, empfangen. Während der zweitägigen Weiterbildungsveranstaltung lernten die Wissenschaftlerinnen einige Professoren und Professorinnen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sowie der Fakultät für Humanwissenschaften kennen und konnten ihnen Fragen rund um die Organisation der Lehr- und Lernprozesse an der Uni Magdeburg stellen.

Ukrainische Hochschullehrende und Studierende besuchen Uni Magdeburg

Im Fokus der Aufmerksamkeit standen dabei Bachelor-, Master- und Promotionsprogramme der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, die Doppelabschlüsse und der Ausbau der bilateralen Beziehungen sowie Besonderheiten der Hochschulentwicklung. Ein interkulturelles Training, ein Besuch bei MaxLab, eine Bibliotheksführung, ein Gespräch mit der stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten der Uni sowie eine Stadtführung rundeten das Programm ab. Ukrainische Studierende entdeckten darüber hinaus das studentische Leben an der OVGU und in Magdeburg und nahmen an einer extra für sie gehaltenen Vorlesung teil.

Organisiert wurde die Weiterbildungsveranstaltung durch das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung mit Unterstützung des International Office und der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft.

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Europa in Russland studieren

Der Studiengang European Studies der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist eine Mischung aus Sozial-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa. Ein verpflichtendes Auslandssemester soll den Studierenden helfen, die Politik und Kultur der fremden Länder besser zu verstehen. Polen, Ukraine, Rumänien und Tschechien zählen dabei zu den beliebtesten Zielen, die über das Erasmus+-Programm gefördert werden. Die meisten Studierende wählen für ihren Auslandsaufenthalt aber Russland. Um der großen Nachfrage gerecht werden zu können, hat die Uni einen Kooperationsvertrag mit der Kasaner Föderalen Universität (KFU) geschlossen. Studierende des Studiengangs European Studies haben nun die Möglichkeit, an einer der renommiertesten Universitäten Russlands zu studieren – denn die KFU ist Mitglied der russischen 5 Top 100 Exzellenzinitiative.

Uni Magdeburg kooperiert mit Föderalen Universität Kasan 1Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, und Prof. Dr. Ilshat Gafurov, Rektor der Kasaner Föderalen Universität (KFU)

Die ersten Studierenden werden im nächsten Jahr von der neuen Kooperation profitieren. Auf die bilingualen Vorlesungen, die in russischer und englischer Sprache gehalten werden und den Teilnehmern das B2-Sprachniveau bescheinigen, bereiten sie sich im September im Rahmen einer Sommerschule in Kasan und Bolgar vor.

„Die Vorbereitungen der Kooperation haben sehr lange gedauert, die ersten Gespräche haben wir vor etwa drei Jahren geführt“, erzählt Dr. Tetyana Samostyan, die sich intensiv um die Verhandlungen gekümmert hat, „der erste Kontakt kam über Wissenschaftler sowie dem DAAD vor Ort zustande. Heute sind wir stolz, unseren Studierenden diese Möglichkeit anbieten zu können.“

Auf den Hochschulvertrag zurückgreifen kann aber nicht nur wer European Studies studiert, er steht der gesamten Uni offen – lediglich die Anrechnung der erbrachten Studienleistungen muss dann mit dem entsprechenden Fachbereich abgestimmt werden.

Uni Magdeburg kooperiert mit Föderalen Universität Kasanvon links nach recht: Elmira Khabibullina, Head of Higher School of International Relations and Oriental Studies; Svetlana Takhtarova, Deputy Director for International Affairs of the Institute of International Relations, History and Oriental Studies; Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Ramil Khairutdinov, Director of the Institute of International Relations, History and Oriental Studies; Dr. Tatjana Samostyan, Fakultät für Humanwissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg; Valery Letyaev, Head of the Chair of International Relations, World Politics and Foreign Regional Studies

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330 Kilometer zum innovativen Studienangebot

12 Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler von Universitäten aus Ägypten, Jordanien, Tunesien und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg machten sich am Montag, 17. Juli 2017, mit dem Fahrrad auf den Weg von Magdeburg nach Hamburg. Auf dem Elbe-Radwanderweg möchten sie die Anforderungen an modernen Fahrradtourismus selbst erfahren. Die Teilnehmer der 330 Kilometer langen Radtour sind verantwortlich für die Entwicklung der akademischen Lehre an Universitäten in Ägypten, Jordanien und Tunesien, an denen der Studiengang „Sport und Tourismus“ aufgebaut werden soll. Mit der Einführung eines solchen Studienangangs können perspektivisch neue touristische Angebote in den genannten Ländern entsprechend der geografischen, klimatischen und auch infrastrukturellen Bedingungen vor Ort aufgebaut werden.

 

Tag 7 // Ziel erreicht: Hamburg

Hamburg meine Perle - du wunderbare Stadt. Nach 405 Kilometern haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler endlich die Hansestadt erreicht. Auf dem Weg dahin konnten die Kolleginnen und Kollegen aus Ägypten, Jordanien und Tunesien viele wertvolle Eindrücke, Erfahrungen und Ideen sammeln, die ihnen beim Aufbau des Studiengangs "Sport und Tourismus" helfen werden. Der Studiengang soll den internationalen Aktivtourismus in den arabischen Ländern beleben.

Tag 7a (c) Anita Hökelmann

Tag 7 (c) Anita Hökelmann

 

Tag 6 // Ziel erreicht: Lauenburg

Am vorletzten Tag zeigte sich das Wetter in Deutschland von seiner schlechten Seite: Regen und aufgweichte Waldwege soweit das Auge reichte. Die Projektgruppe kämpfte sich dennoch mit vielen kleinen Pausen ihrem Ziel entgegen. Erschöpft und durchnässt kamen sie abends schließlich in Lauenburg an. Und ihre Mühen wurden belohnt: Der Regen hörte auf und die Gruppe konnte sich das kleine Städtchen bei strahlendem Sonnenschein anschauen.

Tag 6 (c) Anita Hökelmann

Tag 6b (c) Anita Hökelmann Tag 6c (c) Anita Hökelmann

 

Tag 5 // Ziel erreicht: Hitzacker

Nach 90 Kilometern in den Beinen und voller Eindrücke erreichte die Radgruppe Hitzacker. Auf dem Weg machten sie in der Nähe von Schnackenburg Halt an der früheren innerdeutschen Grenzen und informierten sich über die Geschichte der deutschen Teilung. Um die müden Muskeln zu dehnen, legten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zudem kleine Pausen ein, bevor sie sich endlich um 17:30 Uhr im Hotelpool entspannen konnten.

Tag 5c (c) Anita Hökelmann

Tag 5b (c) Anita Hökelmann

Tag 5a (c) Anita Hökelmann 

Tag 4 // Ziel erreicht: Wittenberge

Die entspannte Fahrt zwischen Elbe und Havel führte die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch ein Vogelparadies: Im Storchendorf Rührstedt machten sie die erste Pause und konnten bei einem kühlen Getränk nicht nur die müden Muskeln ausruhen sondern auch Störche auf den Dächern beobachten. Anschließend ging es weiter in Richtung Wittenberge, wo die Reisegruppe letzendlich in der Ölmühle untergekommen ist.

Tag4 (c) Anita Hökelmann

Tag4b (c) Anita Hökelmann

Tag4a (c) Anita Hökelmann

Tag4c (c) Anita Hökelmann

Tag 3 // Ziel erreicht: Havelberg

Am dritten Tag der interkulturelle Fahrradtour kämpfen die Teilnehmenden mit dem heißen Wetter und dem ersten Muskelkater. Dank kühler Wälder und gut ausgebauten Radwegen kamen sie aber gut voran. Und auch die schönen Landschaften, die kleinen alten Städte und die Sonnenstrahlen im Gesicht entschädigten die Anstrengungen. Pausen machten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem im Garten des Schlosses und auf der Arneburg. In Räbel setzten sie dann mit der Fähre nach Havelberg über und erreichten damit ihr 3. Etappenziel.

Tag 3 (c) Anita Hökelmann

Tag 3c (c) Anita Hökelmann

Tag 3b (c) Anita Hökelmann

 

Tag 2 // Ziel erreicht: Tangermünde

Der Weg nach Tangemünde führte die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei bestem Wetter entlang der Elbe durch das Biosphärenreservat. Die internationalen Gäste zeigten sich beeindruckt von Jerichow und Tangermünde. In einem Biergarten ließ die Projektgruppe den Abend bei Speis und Trank ausklingen.

Tag 2 (c) Anita Hökelmann

Tag 2a (c) Anita Hökelmann

Tag 2b (c) Anita Hökelmann

 

Tag 1 // Ziel erreicht: Burg bei Magdeburg

Der erste Tag der Reise führte die WissenschafterInnen von Magdeburg nach Burg bei Magdeburg. Auf dem Weg haben sie das Schiffshebewerk und Wasser-Straßenkreuz besichtigt. Bevor sie im Hotel Carl von Clausewitz untergekommen sind, haben sie sich beim Serben gestärkt.

Tag 1 (c) Anita Hökelmann

Tag 1_2 (c) Anita Hökelmann

Tag 1_3 (c) Anita Hökelmann

Tag 1_4 (c) Anita Hökelmann 

Die Route auf dem Elbe-Radwanderweg

Route der Radtour

  • Tag 1 // 30 Kilometer nach Burg
  • Tag 2 // 40 Kilometer nach Tangermünde
  • Tag 3 // 50 Kilometer nach Havelberg
  • Tag 4 // 40 Kilometer nach Wittenberge
  • Tag 5 // 70 Kilometer nach Hitzacker
  • Tag 6 // 55 Kilometer nach Lauenburg
  • Tag 7 // 55 Kilometer nach Hamburg
  • Tag 8 // Besichtigung von Hamburg

 

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Austausch auf Augenhöhe ist sehr bereichernd

„Magdeburg ist wie meine zweite Heimat geworden“, erklärt der 28-jährige Dr. Atsuhiro Tsuchiya während des Interviews. Im Mai 2016 kam der Neurowissenschaftler mit seiner Frau und seinem Kind aus Japan nach Magdeburg. Hier forschte er für ein Jahr als Gastwissenschaftler in der Abteilung Genetik und Molekulare Neurobiologie des Instituts für Biologie unter Anleitung von Prof. Dr. Oliver Stork.

Im Team von Prof. Stork beschäftigte sich Dr. Tsuchiya mit den zellulären Mechanismen der Hirnentwicklung und erforschte, wie Synapsen von Nervenzellen gebildet werden. „Die OVGU ist nicht so bekannt wie die Harvard oder Boston University, aber die technischen Möglichkeiten und das wissenschaftliche Niveau meines gastgebenden Labors sind exzellent“, beschreibt er. Nach Magdeburg kam er aufgrund persönlicher Kontakte von Prof. Stork mit Wissenschaftlern der Toyo Universität in Japan, wo Dr. Tsuchiya Anfang 2016 promoviert hatte.

Im Laufe seines Forschungsaufenthaltes konnte Dr. Tsuchiya einige wichtige neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie die Bildung von Synapsenbestandteilen in Nervenzellen geregelt wird. Mit den Ergebnissen seiner Studien arbeitet die Arbeitsgruppe weiter, um auch Prozesse der Gedächtnisbildung im Gehirn besser zu verstehen und zu klären, wie sich Stress und Alterungsprozesse auf diese auswirken. Dr. Tsuchiyas Arbeit wurde aus dem Innovationsfonds der OVGU gefördert und sein Projekt ist in die Aktivitäten lokaler Forschungsnetzwerke wie den Sonderforschungsbereich 779 „Neurobiologie motivierten Verhaltens“ sowie das „Center for Behavioral Brain Sciences“ eingebunden.

Dr. Atsuhiro Tsuchiya (c) Harald Krieg-3908

Neurowissenschaftler Dr. Atsuhiro Tsuchiya im Laborraum der Abteilung Genetik und Molekulare Neurobiologie des Instituts für Biologie.

Nicht nur aufgrund der Entfernung, sondern auch wegen der unterschiedlich entwickelten Kulturformen und Traditionen ist in Japan vieles anders als in Deutschland. Dazu gehören beispielsweise Umgangs- und Höflichkeitsformen – und diese sind dem jungen Wissenschaftler besonders aufgefallen.Der Austausch und Umgang mit den Kollegen in Deutschland passiert auf Augenhöhe und ist sehr bereichernd. Ein großer Unterschied zu Japan ist es, dass im Labor und am Arbeitsplatz ein eher lockeres und freundschaftliches Verhältnis gepflegt wird“, beschreibt Dr. Atsuhiro Tsuchiya begeistert.

Der allgemeine Tages- und Arbeitsablauf verläuft jedoch sehr ähnlich: Man kommt morgens zur Arbeit und geht erst, wenn die Aufgaben am Ende des Tages erledigt sind. Dem Nachwuchswissenschaftler ist aufgefallen, dass in Deutschland trotzdem auch darauf geachtet wird, genügend Freizeit als Ausgleich zu haben und nicht, wie in Japan üblich, immer bis spät abends im Büro zu sitzen. Er selbst wird auch den täglichen Arbeitsweg mit dem Rad entlang der Elbe sehr positiv im Gedächtnis behalten.

Dr. Tsuchiya hat es als Bereicherung empfunden, in einem sehr international aufgestellten Team zu arbeiten. Durch den Kontakt mit Forschern und Mitarbeitern aus Pakistan, Griechenland, Portugal, der Türkei und Deutschland konnte er wertvolle kulturelle Erfahrungen sammeln und seine Englischkenntnisse ausbauen. Dies wird ihm künftig bei der wissenschaftlichen Arbeit, dem Erstellen von Publikationen und dem Umgang auf internationalen Meetings helfen.

Dr. Atsuhiro Tsuchiya ist inzwischen wieder in sein Heimatland zurückgekehrt, um eine Stelle als Assistenzprofessor an der Universität Kanagawa anzutreten. Gern wäre er länger in Deutschland geblieben und sicherlich wird er den Kontakt zu den Kollegen an der OVGU halten. Magdeburg und die Arbeit an der Universität haben ihm sehr gefallen.

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Mit nichts als einem Ziel im Gepäck

In Homs, der drittgrößten Stadt Syriens, hat Zain Edeen Akash Geologie studiert. Seine Leistungen waren exzellent, bis der Krieg anfing und seine Heimatstadt bombardiert wurde. Lautes Knallen, zerstörte Häuser und Stromausfälle haben ihm zwei Semester vor seinem Abschluss das Lernen erschwert und den Besuch der Universität unmöglich gemacht. Als sein Bruder dann 2015 verhaftet wurde und Zain das Gleiche drohte, entschied sich der 23-Jährige, aus Syrien zu fliehen. Sein Studium in Syrien konnte er nicht mehr abschließen und verfolgt jetzt seinen Traum, in Deutschland zu studieren.

Auf seinem Weg nach Deutschland hat Zain den Libanon, die Türkei, Griechenland sowie den Balkan durchquert. Manchmal nur mit einem Schlauchboot zwischen ihm und dem Meer. Im Oktober 2015 kam er nach seiner beschwerlichen und langen Reise in Biederitz an. Dort hat er seinen ersten Deutschkurs mit Erfolg absolviert und sich bereits über seine Studienmöglichkeiten in Deutschland informiert. Der Flüchtlingskoordinator der Universität, Hanna Astafan, war dem zielstrebigen jungen Mann dabei behilflich. Für den studienvorbereitenden Kurs im Mai 2016 ist Zain extra nach Magdeburg gezogen. Mit dem Ziel, die Deutschsprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) zu bestehen, um in Deutschland studieren zu können, hat sich der Bruder von vier Geschwistern im Unterricht immer konzentriert. „Da alle in meiner Gruppe aus Syrien kamen, war es manchmal schwer, deutsch zu sprechen. Aber die Stimmung in dem Kurs war gut, sodass sich alle gegenseitig geholfen und zum Deutschsprechen aufgefordert haben. Durch den Kurs haben sich viele Freundschaften entwickelt“, schwärmt Zain.

Zain Akash (c) privat

15 weitere Flüchtlinge aus seiner Gruppe haben die DSH-Prüfung bestanden. Trotz der knappen Vorbereitungszeit von nur zehn Monaten, um die Sprache zu erlernen, hat der Sohn aus einer Akademikerfamilie als einer der vier Besten im März 2017 die Prüfung absolviert und sich somit einen Schritt auf sein Ziel zubewegt. „In baldigen Gesprächen werden wir mit den anderen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern, die erfolgreich ihre Prüfung abgelegt haben, über ihre Wünsche und Pläne sprechen, um Möglichkeiten eines Studiums oder überbrückender Bildungsmaßnahmen oder Praktika zu prüfen“, ergänzt Flüchtlingskoordinator Astafan.

Da aber nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur wichtig ist, um ein Land kennenzulernen, hat Zain an Workshops an der Universität teilgenommen. Von IKUS und dem Uni-Projekt MitSpracheRecht hat der Syrer viel Unterstützung bekommen und mit den Organisatoren und Organisatorinnen Freundschaften geschlossen. So blieb es nicht nur beim Unterricht. Gemeinsam mit den Teilnehmenden und Organisatoren wurden viele Ausflüge unternommen, gegrillt oder gefeiert.

Um ständig dazuzulernen und sich in die Gesellschaft zu integrieren, hat der angehende Student einen Nebenjob im Roncalli-Haus, wo er auch Vorträge hält. Auch seine Wohnung möchte der 23-Jährige gegen eine Wohngemeinschaft tauschen. „Es ist einfach schöner, wenn man nicht alleine wohnt und noch jemand da ist. Dann kann man zum Beispiel auch gemeinsam kochen und voneinander lernen“, erzählt Zain.

Weil er Magdeburg schön findet und sich hier wohlfühlt, möchte er bleiben. Im Mai hat sich der gut organisierte Syrer für den Studiengang Wasserwirtschaft an der Fachhochschule beworben. „Es ist das, was ich machen möchte. Ich interessiere mich für alles, was mit der Natur zusammenhängt und kann somit an mein früheres Geologiestudium in Syrien anknüpfen“, betont er. Nach seiner bestandenen DSH-Prüfung hat Zain alle nötigen Unterlagen, um ein Studium in Deutschland aufzunehmen und seinen Abschluss zu machen.

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Magdeburger Dozenten lehren an der "Flying Faculty"

Ein bisschen so etwas wie „wissenschaftliche Entwicklungshilfe“ sind die „Flying Faculties“. Externe Lehrkräfte fliegen für einen oder zwei Monate von ihren Universitäten an eine im Aufbau befindliche Hochschuleinrichtung in Asien oder Afrika. Auch an der Vietnamese-German University (VGU) in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, wird nach dem Prinzip der „Flying Faculties“ gelehrt. Die ersten Magdeburger Dozenten dort waren von der Fakultät für Maschinenbau Prof. Dr.-Ing. Thorsten Halle, Dr.-Ing. Georg Hasemann und Prof. Dr.-Ing. Manja Krüger. En bloc hielten sie an der VGU im Bachelorstudiengang „Mechanical Engineering“ Vorlesungen zu Basics of Materials, führten Praktika und Übungen durch. Diesen Studiengang bieten die Uni Magdeburg und die Ruhr-Universität Bochum, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, gemeinsam an. „Ein Entwicklungsland übrigens ist Vietnam beileibe nicht“, betont Prof. Dr. Thorsten Halle. „Ohne Probleme können Internet, WLAN und E-Learning-Tools für die Lehrveranstaltungen genutzt werden. Und die Klimaanlage kühlt die Raumtemperatur auf frostige 17 Grad Celsius herunter, bei Außentemperaturen von 35 Grad.“

SAM_3586Die Vietnamesisch-Deutsche Universität ist ein von der vietnamesischen Regierung und dem Land Hessen 2008 initiiertes Hochschulprojekt. Aufgebaut werden soll in Vietnam eine führende Forschungsuniversität nach deutschem Vorbild in den Bereichen Ingenieur-, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften. Noch hat die VGU keine eigenen Gebäude, aber ein moderner Campus ist in Planung. Und die Magdeburger Dozenten durften auch ein bisschen Hilfe bei der Entwicklung der neuen Universität leisten und ihre Expertise einbringen, beispielsweise in Vorschläge für die Auswahl von Fachliteratur für die aufzubauende Universitätsbibliothek oder in Vorschläge für die Ausstattung von Praktikumslabors, die Ausgestaltung der Studienordnung und in Vorstellungen zur wissenschaftlichen Ausrichtung. Professor Halle und Professorin Krüger waren zudem an Berufungsverfahren beteiligt. Denn in nicht all zu ferner Zukunft sollen vietnamesische Professoren die „Flying Faculties“ durch einen Regelbetrieb ablösen.

„Die Lehre an der VGU war schon etwas anders“, erzählt Professorin Krüger, die nach ihrer Rückkehr aus Vietnam eine Professur an der RWTH Aachen übernahm. „Die Vorlesungen wurden in englischer Sprache gehalten, das war eine Herausforderung. Die 42 Studierenden – vorwiegend männlich, das ist wie bei uns hier in Magdeburg – waren sehr diszipliniert.“ „Und geduldig“, ergänzt Georg Hasemann. „Sie blieben bis zum Schluss, selbst als meine Übung mal eben doppelt so lang wurde.“

SAM_3658Es waren drei spannende und aufregende Wochen an der „Flying Faculty“ in Ho-Chi-Minh-Stadt für die drei Magdeburger. Jeden Tag fuhren sie mit dem Bus zur Uni – zwei Stunden morgens hin und zwei Stunden abends wieder zurück. Auf das Abenteuer Moped, das Hauptverkehrsmittel in Vietnam, haben sie sich besser nicht eingelassen. Schmackhaft, aber doch recht abenteuerlich war das Essen, vor allem für Vegetarier, denn in der vietnamesischen Küche wird viel Fleisch verarbeitet. Und die Schlange oder der Skorpion in der Schnapsflasche sind auch nicht jedermanns Sache.

Die „Flying Faculty“ wird fortgeführt. Die Professoren Karl-Heinrich Grote und Holm Altenbach werden Lehrveranstaltungen abhalten. Und Prof. Dr. Michael Scheffler hat für seine Übungen zu Materialprüfung mittels Ultraschall ein kleines Reiseset zusammengestellt, das er im Handgepäck mit nach Vietnam nehmen kann.

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Informatiker der Uni Magdeburg haben bei RoboCup in Japan den 2. Platz belegt

Autonome Roboter hielten in der letzten Woche Einzug im fernen Nagoya, Japan. Nach 20 Jahren kehrte die RoboCup-Weltmeisterschaft damit an ihren Ursprungsort zurück. Einer der Wettbewerbsroboter der @Work-Liga gehörte dem Team robOTTO der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Mit dem Roboter waren sieben Mitglieder nach Japan gereist, um zu beweisen, dass sie im vergangen Jahr ihr System kontinuierlich weiterentwickelt haben. Und der Beweis ist ihnen gelungen: RobOTTO wurde Vizeweltmeister und setze sich gegen 6 weitere internationale Teams aus Europa und Asien durch. Mit diesem Erfolg stehen sie zum ersten Mal seit dem Wechsel der Liga 2014 wieder auf dem Treppchen eines internationalen RoboCup-Wettbewerbs.

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Die Roboter mussten innerhalb der 9 x 6 m großen Wettkampfarena autonom navigieren, an Arbeitsplattformen Objekte wie Schrauben oder Bauteile aufnehmen und an anderer Stelle wieder ablegen. „Mit den Aufgaben simuliert die Liga Konzepte der Industrie 4.0 und verdeutlicht dabei, die für deren Umsetzung relevanten Herausforderungen“, erklärt der Informatiker Juniorprofessor Dr. Sebastian Zug. Er ist einer der Betreuer des Teams und im Organisationsstab der Liga aktiv. Der Wettbewerb bestand aus 8 Läufen, die in ihrem Anforderungsniveau kontinuierlich stiegen. So kam zum Beispiel im Finale ein rotierender Tisch hinzu, von dem die Objekte aufgenommen werden mussten.

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1 Jahr Training hat sich bezahlt gemacht

Das Team von robOTTO setzte bei ihrem Roboter auf das Modell youBot von Kuka, der in seiner Mechanik und Elektrik für die Liga angepasst wurde. Zusammen mit der Programmierung ergab sich daraus ein interdisziplinärer Pool an Aufgaben, der durch ein 15-köpfiges Team mit Unterstützung aus den Fakultäten für Informatik und Maschinenbau bearbeitet wurden. Dafür organisierte sich das Team in wöchentlichen Meetings, in denen Fortschritte, Probleme und Ideen besprochen wurden sowie in regelmäßigen Testwochenenden. „Ein wichtiger Meilenstein und Maßstab für unsere Entwicklung ist der, in den vergangenen Jahren in Magdeburg ausgetragene, German Open RoboCup, bei dem wir im Mai 2017 den dritten Platz erzielen konnten“, sagt Christoph Steup, der gemeinsam mit Martin Seidel die Arbeiten koordiniert.

Das robOTTO-Team zeigte sich jedenfalls von Anfang an motiviert und ehrgeizig: „Wir wollten auf den guten Ergebnissen der German Open aufbauen, um so dem Vertrauen durch die Universität, den Sponsoren, den daheimgeblieben Mitgliedern und unseren Fans gerecht zu werden“, so Zug.

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Letzte Änderung: 15.08.2017 - Ansprechpartner: Webmaster