Nachhaltigkeitsstrategie

Präambel

Spätestens seit dem Erscheinen des Berichts der Brundtland-Kommission der Vereinten Nationen im Jahre 1987 ist der Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“  ein Synonym für die intra- und intergenerationelle Verantwortung der Menschheit. Die Vereinten Nationen setzen 17 nachhaltige Entwicklungsziele auf die globale Agenda und definieren damit die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen bis zum Jahr 2030. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) leistet mit der vorliegenden Strategie ihren Beitrag im globalen Transformationsprozess einer nachhaltigen Entwicklung, die wie folgt definiert ist:

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält.“

Die Universität trägt auf regionaler und globaler Ebene durch ihre Aktivitäten in Forschung, Lehre und im Austausch mit der Gesellschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung bei. Die Verantwortung besteht in der Unterstützung des Diskurses zur Nachhaltigkeitstransformation durch wissenschaftliche Erkenntnisse. Ihren Betrieb gestaltet die OVGU effizient und ressourcenschonend und setzt, wie auch in Lehre und Forschung, die Nachhaltigkeitsziele um.

Die vorliegende Strategie besteht aus einer Selbstverpflichtung, die das bestehende Leitbild der Universität ergänzt, und darauf aufbauenden Zielen. 

Selbstverpflichtung zur Nachhaltigkeit

Die OVGU würdigt die Nachhaltigkeit als einen ihrer Grundwerte. Ihre Angehörigen  tragen in den verschiedenen Bereichen der Universität zu einer nachhaltigen Entwicklung bei. Dieser Beitrag wird durch einen strategischen und ganzheitlichen Prozess unterstützt, der kontinuierlich reflektiert und angepasst wird. Ziel des Prozesses ist eine dauerhafte Orientierung der Universität an der Zukunft und der Lebensqualität aller Menschen, den zentralen Themen der nachhaltigen Entwicklung. Unter Berücksichtigung der Freiheit von Forschung und Lehre trägt die OVGU auch durch diese Bereiche zur Nachhaltigkeit bei.

Nachhaltigkeit in der Lehre

Die OVGU sieht in der Auseinandersetzung mit Themen nachhaltiger Entwicklung in der Lehre und in der Vorbereitung der Studierenden auf die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Dort, wo Aspekte der Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle für die Lehrinhalte spielen, werden diese wissenschaftlich thematisiert und in die Lehre integriert.

Studierenden wird ermöglicht, entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen ihres Studiums zu erwerben und diese in der Praxis zu erproben. Lehrende unterstützen diese Studierenden bei der Integration von Aspekten der Nachhaltigkeit im Studium.

Nachhaltigkeit in der Forschung

Die OVGU unterstützt mit ihrer Forschung zu Aspekten der Nachhaltigkeit den öffentlichen Diskurs. Durch das Schaffen wissenschaftlicher Erkenntnisse trägt die OVGU in ihren anwendungsorientierten Disziplinen zur Beschreibung und Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung und damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen bei. Neben disziplinären, kommen trans- und interdisziplinären Forschungsansätzen wichtige Rollen bei der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen zu. Die OVGU unterstützt ihre Wissenschaftler*innen bei der Forschung zu Aspekten der Nachhaltigkeit und erhöht die Sichtbarkeit ebendieser Forschung.

Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Austausch

Die OVGU trägt positiv zur nachhaltigen Entwicklung der regionalen und globalen Gesellschaft bei.

Die Universität sucht den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft und gestaltet diesen in konstruktiver Weise mit. Der Austausch dient dazu, den Nutzen wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Gesellschaft aufzuzeigen und gesellschaftliche Anforderungen an wissenschaftliche Problemlösungen stärker in die Forschung und Lehre zu integrieren. Der Austausch wird durch regionale und globale Partnerschaften und Kooperationen gestärkt.

Nachhaltigkeit im Betrieb des Campus

Die OVGU versteht Nachhaltigkeit als einen der leitenden Grundsätze ihres Betriebes. Sie sieht sich aufgrund ihrer gesellschaftlichen Vorbildfunktion verpflichtet, mit Ressourcen besonders schonend und effizient umzugehen. Die Vermeidung von negativen lokalen und globalen Umweltwirkungen und die Reduktion daraus entstehender Risiken sind im universitären Betrieb von zentraler Bedeutung.

Nachhaltigkeit und Lebensqualität auf dem Campus

Die OVGU unterstützt ihre Angehörigen bei der Gestaltung des Campus und des universitären Zusammenlebens. Lebensqualität  auf dem Campus beinhaltet für die Angehörigen Chancengleichheit, Diskriminierungsfreiheit sowie die Möglichkeit Familie und Beruf gut miteinander zu vereinen. Der Campus ist ein Ort mit hoher Lebensqualität, der auch die Gesundheit der Angehörigen im Kontext ihres Arbeits- oder Studienalltages fördert. 

Nachhaltigkeitsziele

 Die OVGU setzt ihre Selbstverpflichtung zur Nachhaltigkeit in einem kontinuierlichen und transparenten Prozess um, der die Universitätsöffentlichkeit einbezieht. Das Nachhaltigkeitsbüro schlägt selbst Maßnahmen zur Zielerreichung vor und greift Initiativen der Angehörigen auf; es bewertet Kosten und Nutzen der Maßnahmen, koordiniert die Durchführung bzw. führt diese ggf. auch selbst durch. Universitätsöffentlichkeit und Senat werden kontinuierlich über die Maßnahmen, deren Kosten-Nutzen-Verhältnis und die Zielerreichung informiert und in die Weiterentwicklung eingebunden. Dies erfordert eine regelmäßige Evaluation und Berichterstattung. Die OVGU leitet aus den genannten Grundsätzen folgende Ziele ab:

Allgemein

A1

Zeichnung einer Nachhaltigkeitsdeklaration und Austausch mit anderen Hochschulen zur Nachhaltigkeit fördern.

A2

Nachhaltigkeit bei Stellenneubesetzung und Studieneinstieg thematisieren.

A3

Vernetzungsformate, Schulungen und Weiterbildungen (z.B. in Aktionswoche) anbieten.

A4

Veranstaltungen und Initiativen mit Bezug zur Nachhaltigkeit unterstützen.

A5

Engagement sichtbar machen und auszeichnen.

 

Lehre

L1

Angebot an Lehrveranstaltungen mit Nachhaltigkeitsbezug verbessern und sichtbarer machen.

L2

Studierenden ermöglichen (z.B. im Rahmen eines Studiums Generale), diese Lehrveranstaltungen anrechenbar im Rahmen ihres Studiums zu belegen.

L3

Dabei wird ein besonderer Fokus auf inter- und transdisziplinäre und aktivierende Lehrangebote gelegt.

L4

Diversität in Studium und Lehre fördern und steigern.

L5

Vernetzungs-, Schulungs- und Weiterbildungsangebote für Lehrende schaffen.

 

Forschung

F1

Forschungsaktivitäten zu Aspekten nachhaltiger Entwicklung stärken und sichtbarer machen.

F2

Vernetzungs-, Schulungs- und Weiterbildungsangebote für Forschende schaffen.

F3

Den Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, beispielsweise durch bessere Wissenschaftskommunikation und „Open Science“-Ansätze, erleichtern.

F4

Wissensmanagement für Forschende zum Austausch und zur Nutzung von Kompetenzen, Geräten und impliziten Wissen.

 

Gesellschaftlicher Austausch

G1

Kommunikations- und Interaktionsformen für Angehörige der OVGU und Akteure aus Stadt und Region gestalten.

G2

Sichtbar machen, wie die OVGU sich in verschiedene gesellschaftliche Prozesse einbringt.

G3

Gesellschaftliches Engagement, beispielsweise durch Bereitstellung von Räumen, fördern.

G4

Engagement und Transferaktivitäten anerkennen und auszeichnen.

G5

Dem Diskurs über Verantwortung von Wissenschaft Raum geben.

 

Ressourcenschonung und Umweltwirkungen des Betriebs

U1

Regelmäßige Studien zu Energieverbrauch, Beschaffung, Abfällen und Mobilität durchführen und Erkenntnisse kommunizieren.

U2

Schadstoff- bzw. Treibhausgasemissionen minimieren. Letztere langfristig mit dem Ziel der Neutralität kompensieren.

U3

Alternative, klimafreundliche Mobilitätsformen fördern.

U4

Energieversorgungskonzept 2020 umsetzen & durch Maßnahmen ergänzen, die zur Ressourcenschonung beitragen.

U5

Zunehmend klimaneutrale Energie beziehen und auf Atomenergie verzichten (zusätzlich Projekte auf dem Campus ermöglichen).

U6

Nachhaltigkeitskriterien für Beschaffung definieren und durch Schulungen verbreiten.

U7

Gesamte Abfallmenge reduzieren und recycelbaren Anteil daran steigern.

U8

Elektronisches Dokumentenmanagement und digitale Verwaltungsprozesse erweitern.

U9

In den Bereichen Wohnen und Ernährung stärker mit Studentenwerk kooperieren.

 

Lebensqualität auf dem Campus

Q1

Bestehende Konzepte (Familie und Gleichstellung) hinsichtlich Nachhaltigkeit prüfen und dauerhaft aktiv umsetzen.

Q2

Angehörigen Austausch und Beteiligung an Campus- und Arbeitsplatzgestaltung ermöglichen.

Q3

Angehörige regelmäßig zu Aspekten der Lebens- und Arbeitsqualität befragen, mit dem Ziel ihre Zufriedenheit durch Maßnahmen zu steigern.

 



Begriffserklärungen:

  1. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird als Kurzform für den Begriff "Nachhaltige Entwicklung" verwendet.
  2. Zu den Angehörigen zählen die Mitarbeiter*innen und Student*innen der OVGU.

Letzte Änderung: 14.03.2019 - Ansprechpartner: Webmaster