Strategie für übermorgen

Als Forschungs- und Lehreinrichtung wirft die Universität immer einen Blick in die Zukunft. Hier werden heute die Leute ausgebildet, die morgen verantwortlich sind. Hier wird heute an Maschinen, Theorien und Konzepten gefeilt, die in Zukunft das Leben mitgestalten sollen. Um auch das Übermorgen im Fokus zu behalten, hat die Otto-von-Guericke-Universität jetzt eine offizielle Nachhaltigkeitsstrategie.

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält“, sagt die Präambel der Nachhaltigkeitsstrategie, die im Februar 2018 einstimmig vom Senat beschlossen wurde. Ihre Inhalte gehen weit über die Verwendung von recyceltem Papier oder das Pflanzen von Bäumen auf dem Campus hinaus.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Uni Magdeburg

Mit dem Fahrrad auf den Campus kommen, die Heizung runterdrehen und das Licht ausstellen, morgens die Brotbüchse füllen statt plastikverpacktes Fast Food kaufen – die Klassiker des umweltfreundlichen Handelns sind gleichzeitig ein Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Ressourcenschonung und die Umweltwirkungen des Uni-Betriebes bilden eine Kategorie des Strategiepapiers. Jeder kann sich beteiligen.

Auch in Forschung und Lehre werden Ziele für eine bewusste Zukunftsgestaltung abgesteckt. Lehrende bereiten Studierende darauf vor, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Die Universität sieht ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung darin, für das Thema zu sensibilisieren. Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zu Aspekten der Nachhaltigkeit unterstützen den öffentlichen Diskurs: Elektrisch angetriebene Fahrzeuge machen Alternativen zu Diesel und Co. auch außerhalb der Uni sichtbar.

An vielen Fakultäten und Lehrstühlen ist das Thema den Forschungsschwerpunkten intrinsisch. An der OVGU arbeitet beispielsweise das Team des Forschungsprojektes SmartMES daran, Energienetze für Strom, Gas, Wärme und Wasser miteinander zu vernetzen, sodass sie ein nachhaltiges Multi-Energie-Netz bilden. Der Lehrstuhl für Umweltpsychologie bietet auch in diesem Sommersemester wieder eine Ringvorlesung dazu an.

Aber das Thema lässt sich über den gesamten Universitätscampus spannen und betrifft jeden Angehörigen. „Die Universität würdigt die Nachhaltigkeit als einen ihrer Grundwerte“, sagt das Strategiepapier. Es ist eine Selbstverpflichtung. Der Weg bis zu dieser offiziellen Nachhaltigkeitsstrategie war lang. Ein Meilenstein war eine erste Bestandsaufnahme – der Nachhaltigkeitsbericht –, an die nun strategisch angeknüpft wird. Der Bericht zeigt nicht nur Defizite auf, sondern macht auch Aktionen und Institutionen sichtbar, die an der Universität bereits ihren Beitrag zur Sicherung der Lebensqualität dieser und der folgenden Generationen leisten. Dazu zählen das Gleichstellungs- und Familienbüro.

All diese Dokumente hat das Team des Nachhaltigkeitsbüros erstellt, um das Verständnis und Interesse für das Anliegen zu stärken. Das Nachhaltigkeitsbüro ist vor wenigen Jahren aus einer „Grassroots“-Bewegung entstanden: Einzelne Menschen an der Uni haben sich in ihren Zielen zusammengeschlossen, Projekte angestoßen und Ideen entworfen. Erst später entstand aus Engagement eine offizielle Einrichtung. Julius Brinken koordiniert nun die Aktivitäten und nimmt gemeinsam mit seinem Team Ideen und Wünsche entgegen.

Bei allem Handlungspotenzial, das das Thema öffnet, ist die OVGU mit etabliertem Nachhaltigkeitsbüro, einem gründ­lichen Nachhaltigkeitsbericht und vom Senat beschlossener Strategie unter den deutschen Universitäten vorn mit dabei, wenn es darum geht, an übermorgen zu denken.

Das Nachhaltigkeitsbüro befindet sich auf dem Campus am Universitätsplatz, Gebäude 04, Raum 401. Für Fragen, Anmerkungen und Wünsche steht das Team unter nachhaltigkeit@ovgu.de zur Verfügung. Interessierte können sich zum Nachhaltigkeitsnewsletter „OVGU-n“ anmelden. Im Rhythmus von zwei Wochen finden offene Treffen statt. Die aktuellen Termine finden Sie unter: www.ovgu.de/Nachhaltigkeitsbüro

 

Julia Heundorf