Mathematikerin auf erste Tenure-Track-Professur Sachsen-Anhalts berufen

15.01.2019 -  

Mit der Berufung der Mathematikerin Prof. Dr. Petra Schwer auf den Lehrstuhl für Geometrie der Fakultät für Mathematik startet an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erstmals ein planbarer Karriereweg in die Wissenschaft im Rahmen des Tenure-Track-Programms des Bundes. Die Universität Magdeburg hatte als einzige des Landes Sachsen-Anhalt erfolgreich an diesem Förderungsprogramm für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teilgenommen und wird in den kommenden Jahren Nachwuchsforscherinnen und -forscher auf einem verlässlichen Karriereweg bis zur unbefristeten Professur fördern und unterstützen.

„Die Fakultät für Mathematik der Uni Magdeburg ist gut aufgestellt und mit Blick auf ihre Größe sehr vielfältig“, begründet die 39-jährige Mathematikerin Schwer ihre Entscheidung für Magdeburg. „Für mich bieten sich hier gute Anknüpfungspunkte in der Forschung und ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft mit dem vorhandenen jungen Team auch einiges bewegen werden.“

Portrait Prof. Dr. Petra Schwer (c) Jana DünnhauptProf. Dr. Petra Schwer (Foto: Universität Magdeburg / Jana Dünnhaupt)

Eine Millarde Euro für mehr Planbarkeit

Der Begriff Tenure-Track beschreibt einen planbaren Weg in der akademischen Laufbahn. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten bereits zu Beginn einer befristeten Berufung die Zusage für eine Lebenszeitprofessur, vorausgesetzt, sie erfüllen vorab festgelegte Leistungsanforderungen. Bis 2032 wird der Bund eine Milliarde Euro bereitstellen, um 1.000 neu einzurichtende Tenure-Track-Professuren zu fördern und zu etablieren.

„Wir freuen uns, mit Frau Professorin Schwer eine hervorragende Wissenschaftlerin und erfolgreiche junge Mathematikerin gefunden zu haben“, so der Dekan der Fakultät für Mathematik, Prof. Hans-Christoph Grunau. „Das Bewerberfeld war mit über 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sehr groß. Aber Frau Schwer hat uns überzeugt. Durch die Verpflichtung der Uni Magdeburg, eine familienfreundliche Hochschule zu sein, wird es jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern möglich, Forschung und Familie gut miteinander zu vereinbaren. Für uns ist es darüber hinaus ein Gebot der Fairness, dass mit dem neuen Karrieremodell auch endlich Familienzeiten bei der Bewertung von Leistungen angerechnet werden.“

Die Universität Magdeburg hatte sich 2017 mit der Benennung von insgesamt sieben neu und auf Dauer einzurichtenden Tenure-Track-Professuren an diesem Bundeswettbewerb beteiligt. Sechs der sieben neugeschaffenen Professuren sind dem Themenschwerpunkt ‚Digitale Transformation’ zugeordnet. „Wir konkurrieren bei der Gewinnung von Spitzenforschern mit wissenschaftlichen Einrichtungen weltweit und finden dort starke Wettbewerber, wenn es um den Kampf um die besten Köpfe geht“, so der Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. „Der neue Karriereweg schafft frühe Planbarkeit: Wir können mit einem Vorlauf von sechs Jahren strategische Anker werfen und Forschungsschwerpunkte langfristig besetzen.“

Den finanziellen Spielraum zur Implementierung zusätzlicher Dauerstellen gewinnt die Universität durch die umverteilten BAföG-Mittel des Landes. „Wir freuen uns über eine nun wachsende Verlässlichkeit und Transparenz in der wissenschaftlichen Karriereplanung“, so Strackeljan weiter. „Gerade als relativ kleiner Standort können wir uns damit weiter als attraktive Universität etablieren. So sichern wir dringend benötigte, gut ausgebildete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur für uns, sondern auch in den vielfältigen Industrie- und Dienstleistungsbereichen der Region. Nicht zuletzt werden wir durch die bessere und planbare Vereinbarkeit von Familie und Beruf den Anteil von Frauen in der Wissenschaft erhöhen.

Vita Prof. Dr. Petra Schwer

Prof. Petra Schwer studierte Mathematik an den Universitäten Ulm und Bonn und promovierte an der Universität Münster. Nach Aufenthalten in den USA und Frankreich arbeitete sie für 10 Monate als Referentin für Comodity Risk Controlling bei der RWE Power AG in Essen. Es folgte ein DFG-Forschungsprojekt in Münster, bevor Petra Schwer als Juniorprofessorin für Geometrie im Herbst 2014 an das Karlsruhe Institut für Technologie berufen wurde. Im Wintersemester 2017/18 war sie Vertretungsprofessorin an der Universität Heidelberg. Zum 1. Dezember 2018 wurde die Mathematikerin auf den Lehrstuhl für Geometrie am Institut für Algebra und Geometrie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Universität Magdeburg / Jana Dünnhaupt // Bildunterschrift: Portrait Prof. Dr. Petra Schwer