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DykeAndGay

Mit der studentischen Initiative DykeAndGay besitzt die Uni Magdeburg eine Gemeinschaft, welche die Interessen aller sexueller Minderheiten auf dem Campus vertritt. DykeAndGay ist ein unabhängiges Referat und gehört zum Studierendenrat der Otto-von-Guericke-Universität. Die Initiative bietet lesbischen, schwulen oder transsexuellen Studierenden eine Anlaufstelle, bei der ihnen bei zahlreichen Problemen im Uni-Alltag weitergeholfen wird. Seit 1997 gehört DykeAndGay inzwischen zum festen Bestandtteil studentischer Initiativen auf dem Campus der Uni. Tom vom DykeAndGay Referat, erzählt im Gespräch über die Anfänge der studentischen Initiative, die Veranstaltungen und gibt einen kurzen Ausblick in die Zukunft.

1. Stellen Sie sich doch bitte kurz vor:

Mein Name ist Tom. Ich bin 25 Jahre alt und studiere seit fünf Jahren an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Computervisualistik. Ich bin Teil des Vorstands von DykeAndGay, der studentischen Interessenvertretung für sexuelle Minderheiten an der Universität Magdeburg.

2. Was ist DykeAndGay genau?

Unser Referat besteht aus Studierenden verschiedener Fachrichtungen, die sich ehrenamtlich für LGBT in Magdeburg einsetzen. Unsere eigenen Räume sind ein gemütlicher Treffpunkt für lesbische, schwule, queere, trans- und bisexuelle Studierende und ihre heterosexuellen Mitmenschen. Gemeinsame Unternehmungen, Projekte und Stammtischabende bieten Gelegenheit neue Leute kennenzulernen, Spaß zu haben und etwas auf die Beine zu stellen.

3. Wie ist DykeAndGay entstanden und seit wann gibt es euch?

Also so genau wissen wir das gar nicht, denn unser Referat gibt es schon sehr lange. In seiner heutigen Form existiert es wohl schon seit 1997. Manche behaupten sogar wir wären das älteste Referat des Studierendenrates, das heute noch aktiv ist. Wie es zur Gründung kam und warum gerade der Name DykeAndGay gewählt wurde, ist nicht überliefert. Wir können nur erklären was er bedeutet: Das englische Wort "Dyke" beschreibt umgangssprachlich eine Lesbe. "Gay" bedeutet auf Deutsch schwul, wird aber auch manchmal benutzt um alle sexuellen Minderheiten zu umschreiben.

undefinedDie Räume von DykeAndGay im Wohnheim 1 in der Hohepfortestraße 40, sind ein gemütlicher Treffpunkt für Studierenden mit allen sexuellen Ausrichtungen.

4. Wie sind Sie auf DykeAndGay aufmerksam geworden und wieso letztendlich beigetreten?

Vor drei Jahren bin ich im Web auf DykeAndGay gestoßen und hab mich dort über das Referat informiert. Mir ist damals aufgefallen, dass die Internetpräsenz technisch veraltet und laienhaft gestaltet war. Da Webdesign eines meiner Hobbys ist und ich Lust hatte mich parallel zu meinem Studium ehrenamtlich zu engagieren, habe ich meine Hilfe angeboten. So bin ich Mitglied geworden. Ein Jahr später habe ich bereits Führungsverantwortung übernommen. Heute pflege ich nicht nur unsere neue Webseite, sondern kümmere mich um die gesamte Werbung, manage und koordiniere unsere regelmäßigen Angebote und Veranstaltungen und leite unsere Sitzungen.

5. Welche aktuellen Projekte setzt DykeAndGay derzeit um?

Unser Hauptanliegen ist es sexuelle Minderheiten an der Uni durch diverse Aktionen, regelmäßige soziale und kulturelle Angebote und Veranstaltungen präsenter zu machen, heterosexuellen Mitmenschen Einsicht in den Alltag von trans-les-bi-schwulen Menschen zu ermöglichen, aber auch auf Diskriminierung hinzuweisen. Im Moment zeigen wir regelmäßig unseren LGBT Walk of Fame auf dem Mensavorplatz. Angelehnt an das Original in Hollywood präsentieren wir berühmte lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Gesellschaft. Eine komplette Liste mit Kurzbiografien dieser Personen findet man auf unserer Webseite.

6. Welche regelmäßigen Angebote und Veranstaltungen bietet DykeAndGay?

Neben unserem wöchentlichen Stammtisch veranstalten wir am letzten Sonntag jeden Monats ein Treffen mit wechselnden Mottos. Das können politische Diskussionsrunden, Film- oder Spieleabende oder Exkursionen sein. Unsere Gäste erwartet außerdem eine umfangreiche Bibliothek mit LGBT Fachbüchern, Zeitschriften, Belletristik und eine kleine DVD-Sammlung, die wir über die Jahre aufgebaut haben. Bei Problem und Sorgen beim Coming-Out, bei Liebeskummer, familiären Schwierigkeiten und Herausforderungen im Unialltag kann man sich auch jederzeit vertrauensvoll an uns wenden.

7. Gibt es schon konkrete Pläne für die Zukunft? Was soll im kommenden Jahr anders werden?

Wir sind mit unserer Bilanz für dieses Jahr sehr zufrieden und planen daher keine großen Veränderungen. Unsere Mitgliederzahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und unsere letzten Aktionen und Veranstaltungen waren alle recht erfolgreich und gut besucht. Wir freuen uns immer über Leute mit guten Ideen für neue Projekte, Kooperationen und Aktionen, die sich bei uns engagieren möchten und frischen Wind mitbringen. Eine ehrenamtliche Tätigkeit bei DykeAndGay macht nicht nur viel Spaß, sondern vermittelt auch wertvolle Kompetenzen und Erfahrungen für Studium und Karriere.

8. Wie können die gesammelten Erfahrungen bei DykeAndGay in den Uni-Alltag eingebracht werden?

Es gibt vielfältige Möglichkeiten wie man sich bei uns einbringen und persönliche Fähigkeiten schärfen kann. Auf neue Mitglieder warten kreative Aufgaben in Werbung und Marketing, technische Herausforderungen wie die Weiterentwicklung unserer digitalen Infrastruktur, Verantwortung für unsere Finanzen oder Räumlichkeiten und die Organisation von Sitzungen, öffentlichen Veranstaltungen und gemeinsamen Unternehmungen. Ebenso kann man bei uns soziale und kommunikative Skills trainieren und Teamarbeit- und Projektmanagementerfahrungen sammeln.

9. Wie können Interessierte mit DykeAndGay schnell und einfach in Kontakt treten?

Wir treffen uns jeden Mittwochabend ab 19:30 Uhr zum Stammtisch in unseren Räumen in Wohnheim 1 in der Hohepfortestraße 40. Dort kann man uns und unsere Mitglieder in lockerer Atmosphäre kennenlernen. Also einfach spontan vorbeikommen. Sonst sind wir natürlich auch online erreichbar, z.B. über unsere Facebook-Seite oder per E-Mail an info@dykeandgay.de. Alle wichtigen Informationen über unser Referat und anstehende Termine findet man natürlich auch auf unserer Webseite.

10. Wenn ihr 2017 etwas an der Uni Magdeburg verändern könntet, dann wäre das ...

... eine größere Anerkennung der immensen Leistung und des großen Engagements der vielen ehrenamtlich tätigen Studierenden. So wird zum Beispiel die dauerhafte Arbeit in einem Referat des Studierendenrates beim Bafög nicht als Gremientätigkeit anerkannt. Auch die Vergabe von Auszeichnungen und die Vermittlung von Stipendien auf Basis ehrenamtlicher Arbeit steht in keinem Verhältnis zu der Bedeutung der vielen studentischen Organisationen für die Attraktivität des Studienstandortes Magdeburg. Die Universität und die Stadt profitieren durch das große ehrenamtliche Engagement. Darum wäre eine stärkere Würdigung dieser Arbeit sehr wünschenswert.

Letzte Änderung: 01.03.2017 - Ansprechpartner:

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