Praxisaspekte in der Kreislauflogistik unterschiedlicher Länder beleuchtet

Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie


Können Biokraftstoffe, gesetzliche Regelungen zum Recycling oder eine effiziente Aufarbeitung von Altprodukten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie leisten? Dieser und verwandten Fragen gingen die aus elf Nationen angereisten Teilnehmer beim 9. Internationalen Closed-Loop Supply Chain Workshop in Wolfsburg und Braunschweig auf den Grund. Ziel dieses jährlich wechselweise in Europa und Nordamerika stattfindenden Workshops ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen europäischen und amerikanischen Fachkollegen im Forschungsgebiet der Kreislauflogistik zu stärken und dabei Praxisaspekte in den unterschiedlichen Ländern zu beleuchten. In diesem Jahr diskutierten Forscher namhafter Universitäten wie z.B. der Penn State University (USA) und der ERASMUS University (Niederlande) gemeinsam mit Vertretern aus der Praxis, unter anderem von der Volkswagen AG und BITKOM rund um das Thema "Sustainable (Closed-Loop) Supply Chains in the Automotive Industry".

Zu Gast bei der Volkswagen AG wurde am ersten Tag auf dem MobileLifeCampus der AutoUni in Wolfsburg über die Bedeutung von Biokraftstoffen und die Aufarbeitung von Komponenten im Automobilsektor referiert. Der Bezug zur Praxis wurde auf einem Rundgang durch die Autostadt hergestellt. Dort zeigte sich die Volkswagen AG von ihrer nachhaltigen Seite. In einer interaktiven Ausstellung präsentierte das Unternehmen sein zukunftsweisendes Denken durch "Nachhaltigkeit zum Anfassen".

Sowohl thematisch als auch räumlich führte Tag zwei die Veranstalter und Teilnehmer auf neue Wege. Im Haus der Wissenschaft an der TU Braunschweig berieten die Teilnehmer über betriebswirtschaftliche Aspekte der EU-Gesetzgebung zum Recycling von Elektro- und Elektronikgeräten sowie über neueste Forschungsergebnisse und Praxisanwendungen im Bereich einer nachhaltigen Logistik.

Ermöglicht haben diesen erstmalig in Deutschland stattfindenden Workshop die Organisatoren Prof. Dr. Karl Inderfurth von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Lehrstuhl für Produktion und Logistik) und Prof. Dr. Thomas S. Spengler von der TU Braunschweig (Institut für Automobilwirtschaft und Industrielle Produktion). Dank der Unterstützung durch die Volkswagen AG sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft und andere Sponsoren konnte ein höchst attraktiver Workshop organisiert werden, der durch das gemeinsame Engagement der beteiligten Arbeitsgruppen am Magdeburger und Braunschweiger Lehrstuhl zugleich zu einer Werbung für diese beiden Wissenschaftsstandorte in Deutschland wurde. Ausrichter des 10. Internationalen Closed-Loop Supply Chain Workshops im nächsten Jahr wird die McGill University in Montreal, Kanada, sein.
Josephine Clemens, Stephanie Vogelgesang

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster