Koordinierungsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung

Karrieren fördern


Die Koordinierungsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt gibt es bereits seit März 2001 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Leitung hat im Mai 2009 Michaela Frohberg von Dr. Ramona Myrrhe übernommen. Uni-Report sprach mit ihr über ihre Aufgaben und Pläne.

Was sind die Aufgaben der Koordinierungsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung?
Zum einen soll die Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt stärker gefördert und vernetzt werden, zum anderen sollen gezielt Frauen bei der wissenschaftlichen Qualifizierung unterstützt werden. Im Einzelnen gehören dazu die landesweite Vernetzung, die Organisation von Veranstaltungen, ein Mentoring- und Coaching-Programm, die Erstellung einer Forschungsdatenbank zur Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt sowie die Koordinierung und Unterstützung der Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen.

Stichwort Mentoring- und Coaching-Programm - was muss man sich darunter vorstellen?
Um den nach wie vor sehr niedrigen Anteil an Frauen in leitenden Positionen in der Wissenschaft zu erhöhen, ist es dringend geboten, die wissenschaftliche Qualifizierung von Frauen gezielt zu fördern. Im Ideenwettbewerb des Europäischen Strukturfonds zur Unterstützung wissenschaftlicher Karrieren von Frauen konnte die Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit den Universitäten in Magdeburg und Halle 160 000 Euro für ein Mentoring- und Coaching-Programm einwerben.
Das Programm richtet sich an Studentinnen, Absolventinnen und Doktorandinnen der sogenannten MINT-Disziplinen, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Absolventinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen soll dieses speziell zugeschnittene Mentoring-Programm auf ihren Berufseinsteig in der Wissenschaft und Wirtschaft vorbereiten. Studentinnen der MINT-Fächer werden durch Tutorien, einen Kurs zu Schlüsselkompetenzen oder ein individuelles Coachingangebot schon während des Studiums gefördert.

Stichwort Vernetzung - was bietet die Koordinierungsstelle da?
Die Koordinierungsstelle dient als Anlaufstelle für alle, die Informationen zu Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt suchen, aber sie bietet auch Hilfe bei Problemen, beispielsweise bei Fragen zur Finanzierung und Durchführung von Projekten, Dissertationen oder Habilitationen oder der Suche nach Kooperationspartnern und Fördermöglichkeiten. Ganz wichtig ist der direkte Kontakt für die jungen Wissenschaftlerinnen, deshalb organisiere ich regelmäßig Treffen von Promovendinnen mit Frauen, die schon ein gutes Stück auf ihrem Karriereweg gegangen sind. So können sie Erfahrungen austauschen, Kontakte knüpfen, ins Gespräch kommen.

Dafür eignet sich auch die interdisziplinäre Konferenz zur Frauen- und Geschlechterforschung in Sachsen-Anhalt, die von der Koordinierungsstelle mit vorbereitet wird.
Ja, neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Themen wie Ökonomie der Geschlechter, Geschlecht und Gesundheit oder Schwestern und Freundinnen war die Konferenz in den vergangenen sieben Jahren für die jungen Forscherinnen immer eine gute Möglichkeit zu einem breiten interdisziplinären Austausch, zur fachübergreifenden Diskussion und Standortbestimmung. Auch in diesem Jahr gab es das Treffen des Arbeitskreises Historische Frauen- und Geschlechterforschung, Abteilung Neue Bundesländer, in Magdeburg.

Welche Aufgaben stehen in der nächsten Zeit auf Ihrer Agenda?
Ganz oben steht die Vernetzung von Frauen im Bereich der Genderforschung, zum Beispiel durch den Ausbau und die weitere Aktualisierung der Forschungsdatenbank und die Organisation von jährlichen Workshops und Tagungen zu diesem Themenkreis. Eine weitere Aufgabe ist natürlich die Fortführung des Mentoring- und Coaching-Programms für die Nachwuchswissenschaftlerinnen und möglichst der Ausbau über die MINT-Disziplinen hinaus, um die wissenschaftliche Qualifizierung von jungen Frauen gezielt voranzubringen. Die Nachfrage ist groß.

Vielen Dank für das Gespräch.¨

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster