Projektstart für Harz.ErneuerbareEnergien-mobility

Mit dem Elektroauto durch den Harz


Bundesumweltminister Sigmar Gabriel übergab Anfang September 2009 in Halberstadt die Urkunde zum Start des Förderprojekts "Harz.ErneuerbareEnergien-mobi-
lity", kurz Harz.EE-mobility, in der Modellregion Harz. Mit dabei waren hochrangige Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt und der Industriepartner.

Harz.EE-mobility verbindet die regionale Erzeugung regenerativer Energien mit den Bedürfnissen der Benutzer elektrisch angetriebener Fahrzeuge nach Mobilität und Umweltfreundlichkeit. Informations- und Kommunikationstechnologien bringen dabei Daten aus den unterschiedlichen Bereichen zusammen und ermöglichen so eine übergreifende Koordination. Aus dem Konjunkturpaket II fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) dieses Vorhaben mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Die Industriepartner in diesem Projekt übernehmen einen wesentlichen Teil des Finanzvolumens von 12 Mio. Euro. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg koordiniert dieses Projekt.

Das Projektkonsortium

Im Konsortium von Harz.EE-mobility arbeiten Hochschulen, Forschungsinstitute und Unternehmen zusammen. Damit vereinigt das Projekt breites Wissen und Erfahrungen aus sehr unterschiedlichen, sich gegenseitig ergänzenden Kompetenzbereichen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse für Energiesysteme tragen die Universität Magdeburg, die Hochschule Harz sowie das Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) Kassel bei. Im Bereich Fahrzeugmanagement arbeiten die Deutsche Bahn AG und das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg mit. Für die Informations- und Kommunikationstechnologien sind die Vodafone Group und die Siemens AG tätig. Die Siemens AG stellt auch die Expertise zu den Energiemanagementsystemen. Das Thema Netzbetrieb ist vertreten durch die E.ON Avacon AG, die Halberstadtwerke und die Stadtwerke Blankenburg, Quedlinburg und Wernigerode sowie im Bereich erneuerbarer Energien durch die Regenerativ Kraftwerke Harz GmbH & Co KG. Entsprechende Kompetenzen im Bereich der Antriebssysteme für Elektrofahrzeuge steuert die Krebs & Aulich GmbH bei und schließlich wird das Thema Geschäftsmodellentwicklung federführend von der in.power GmbH aus Mainz bearbeitet.

Die Projektziele

Wind, Sonne und andere alternative Energiequellen tragen im Landkreis Harz bereits zu mehr als 50 % zur Stromversorgung bei. Zunehmend stellt sich daher die Frage, wie möglichst viel erneuerbare Energie auch dazu genutzt werden kann, die Mobilitätswünsche der Menschen mit heimischen regenerativen Energien zu realisieren. Dabei gilt es, die Stabilität der Energienetze zu gewährleisten sowie Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz gleichzeitig zu optimieren.
Harz.EE-mobility untersucht, wie Fahrer eines Elektromobils CO2-neutralen Strom tanken können und die Reichweite der Elektromobilität durch die geschickte Platzierung von Ladestationen deutlich ausgedehnt werden kann. Der Fahrer wird entsprechend des Ladezustandes seines Fahrzeuges so geleitet, dass er seine Fahrstrecke unter Nutzung am Weg liegender Ladestationen entsprechend den aktuellen Erfordernissen arrangieren kann. Eine intelligente Lösung, basierend auf Informations- und Kommunikationstechnologien, stimmt dabei das Angebot an regenerativen Energien, die Belange des Energienetzes und die Mobilitätsanforderungen der Fahrzeuglenker aufeinander ab. Das Projekt setzt dabei auf offene und international standardisierte Schnittstellen, um die Verbreitung der erarbeiteten Technologien über die Modellregion hinaus zu unterstützen.

Das Projektumfeld

Harz.EE-mobility stellt eine technologische Erweiterung des E-Energy-Projekts RegModHarz dar, das ebenfalls vom BMU gefördert wird. Dort steht die Realisierung eines virtuellen Kraftwerks im Vordergrund, das regenerative Erzeuger, Speicher und Verbraucher durch ein intelligentes Lastmanagement optimal aufeinander abstimmt.
Die Koordination von verteilter Energieerzeugung und Elektromobilität wird in Zukunft eine dominierende Rolle in Steuerung und sicherem Betrieb der Energienetze spielen. Das Projekt Harz.EE-mobility stärkt deshalb die technologische und wirtschaftliche Position der Partner in den Schlüsselbereichen Smart Grid (intelligentes Stromnetz) und Elektromobilität. Die Projektergebnisse werden somit einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen Belebung auch über die Modellregion hinaus leisten.
red./PM

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster