Innoprofile-Projekte luden zu Kamingespräch ein

Weiterbildung drängt


Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten InnoProfile-Forschungsprojekte der Universität Magdeburg INKA und TEPROSA arbeiten gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus Sachsen-Anhalt an grundlegenden Fragen der Mikrotechnologien und Medizinforschung. Ziel der Kooperation sind innovative technische Lösungen für neue Produkte und Technologien.

Gemeinsam mit WiWA

Gemeinsam mit dem Projekt Wissenschaftliche Weiterbildung und Absolventenvermittlung (WiWA) der Universität, einer durch die EU und das Land Sachsen-Anhalt geförderte Landesinitiative, hatten die Innoprofile-Projekte zu einem Kamingespräch eingeladen. Dabei stand das Thema Weiterbildungsmöglichkeiten an der OVGU im Zentrum. Dass gerade die drei Projekte aus Magdeburg dazu einluden, war begründet: Erfahren sie doch in der ständigen Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, wie akut die Weiterbildung von Mitarbeitern drängt. Besonders wenn es um anspruchsvolle Vorhaben, wie die Suche nach Innovationen für den Markt von morgen geht. Doch das ist nur die eine Seite.

Studentenzahlen sinken

Auf der anderen Seite stehen die ostdeutschen Universitäten und die Fachhochschulen vor der Situation, dass die Studentenzahlen in den nächsten Jahren aufgrund des demografischen Wandels zurück gehen werden - wann und wie stark, ist eine leicht lösbare mathematische Aufgabe für die Statistiker. Die Universitäten und Hochschulen verfügen aber über hervorragende Kapazitäten in Forschung, Lehre und moderner technischer Ausrüstung, beispielsweise zur Qualifizierung ehemaliger Absolventen oder auch von leitenden Mitarbeitern in Unternehmen der Region.

Und noch eine dritte Zahl ist für das Thema interessant: Weniger als ein Prozent aller Studierenden in Deutschland sind wegen ihrer beruflichen Qualifikation zugelassen. Obwohl der Gesetzgeber diese Möglichkeit ausdrücklich eingeräumt hat, scheinen die Hürden hier ganz offensichtlich zu hoch.
Die Universität der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, traditionell ein Mekka für Studierende des Maschinenbaus, hat sich dabei bereits als Vorreiter auf den Weg gemacht: Sie bietet diesen Studiengang als duales Studium an - normal in sechs Semestern, aber auch berufsbegleitend in acht Semestern. 60 Männer und Frauen haben bisher dieses berufsbegleitende Angebot wahrgenommen, mit einer Abbrecherquote, die gegen Null geht, da diese Studierenden mit klaren Vorstellungen und Zielen an die Arbeit gehen.

Herausforderungen

Doch die Qualifikation ihrer Mitarbeiter stellt die KMU - auch im dualen Studium - vor Herausforderungen im betrieblichen Alltag. Lange Abwesenheit von leitenden Mitarbeitern ist nicht möglich, so dass nur passgenaue, flexible Angebote in Frage kommen, die zum Beispiel eine Freistellung nur an einem Tag pro Woche nötig machen oder auch zusammengefasste Qualifizierungsangebote während der Ferien. Außerdem brauchen sie mehr Transparenz von Ansprechpartnern.

Bedarf ist da

INKA, TEPROSA und WiWA wollen gemeinsam mit und für die KMU an der OVGU passgenaue und individualisierte Weiterbildungsangebote bündeln und umsetzen. Denn der Bedarf in den Unternehmen ist da, Forschungsfelder brennen vielen Betrieben unter den Nägeln. Und die Unternehmen können bei einer engen Zusammenarbeit bestens ausgebildete und auf ihre Bedürfnisse hin spezialisierte Absolventen als neue qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, wenn sie es wollen! Da sind sich die Initiatoren des ersten Kamingesprächs sicher.
Yvonne Paarmann, Stefan Brämer, Sonja Schöne, Maria Kondratjuk

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster