Preis

Operationen am Computer planen

Auf der größten europäischen Fachkonferenz für Computergrafik, der Eurographics-Konferenz, nahmen Arno Krüger, Christoph Kubisch und Prof. Bernhard Preim Ende März 2009 den dritten Preis in der Eurographics Medical Prize Ausschreibung entgegen. Den Wissenschaftlern vom Institut für Simulation und Grafik gelang es in Zusammenarbeit mit Chirurgen der Leipziger Universität unter Leitung von PD Dr. Gero Strauß, auf der Basis von individuellen Patientendaten ungewöhnlich scharfe, dreidimensionale Computerbilder des fein strukturierten und verzweigten Bereichs von Nase und Mittelohr zu entwickeln. Diese können ohne weitere Vorbereitung am Bildschirm virtuell durchflogen werden.

Das System basiert auf modernster Technologie aus dem Bereich der Computerspiele. Erreicht wird so ein erstaunliches Maß an Realitätstreue der Darstellungen. Die Patienteninformationen werden derart schnell zu Bildern aus dem Körperinneren verarbeitet, dass selbst bei großen Datensätzen keine zeitlichen Verzögerungen auftreten. Krankhafte Veränderungen können so genau lokalisiert und per elektronischer Datenbahn vor einer Operation dem Chirurgen zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel bei chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Bei einer operativen Entfernung von Entzündungsherden muss in der Nähe des Sehnervs und anderer kritischer Strukturen operiert werden. Um solche endoskopisch durchgeführten Eingriffe bestmöglich zu planen und Risiken zu vermeiden, ist eine übersichtliche 3D-Visualisierung der anatomischen Strukturen der Zielregion notwendig.
red.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster