Professor Arno Ros verabschiedet

Auf ein baldiges Wiedersehen


Der 28. Januar 2009 war im Großen und Ganzen ein ganz normaler Mittwoch an der Fakultät für Geistes-, Sozial-, und Erziehungswissenschaften (FGSE). Umso verwunderlicher konnte es an diesem Tag anmuten, gegen 19 Uhr einen Blick in den überfüllten Vorlesungsraum der dritten Etage des Gebäudes 40 zu werfen. Als Beobachter musste man sich fragen: "Was ist denn hier los?" Ja, was war so besonders an diesem Mittwochabend Ende Januar, dass sich weit über hundert Menschen in einem ungemütlichen Vorlesungsraum trafen? Die Antwort: Die Abschiedsvorlesung von Professor Dr. Arno Ros.

Blieb 15 Jahre

Doch wer ist dieser Mann? 1994, mit dem Ruf auf den Lehrstuhl für Theoretische Philosophie, kam Arno Ros nach Magdeburg und sollte 15 Jahre bleiben. Zuvor habilitierte er als Mitarbeiter von Kuno Lorenz in Saarbrücken und hatte diverse Vertretungs- und Gastprofessuren unter anderem in Hamburg, Saarbrücken und Campinas (Brasilien) inne. Er hat in den Jahren seiner wissenschaftlichen Tätigkeit das Arbeitsgebiet der Theoretischen Philosophie maßgeblich aufgebaut und geprägt. So wurde er beispielsweise nie müde, auf die Verschränkung von inhaltlichen und methodologischen Überlegungen hinzuweisen, die vor allem in der Besinnung darauf zu Tage tritt, was unter Begriffen zu verstehen sei und wodurch begriffliche Überlegungen sich von Überlegungen anderer Natur unterscheiden, mit dem Sinn, sich auf gründliche Weise der Fundamente und so zugleich der Ergebnisse philosophischer Überlegungen zu versichern. Zusätzlich fand er die Zeit von Februar 2002 bis März 2005 als Dekan der FGSE tätig zu sein.
Als die Idee einer Abschiedsvorlesung aufkam waren die ersten Worte von Arno Ros: "Macht bloß kein großes Fass auf und haltet den Ball flach."

Norddeutsche Bescheidenheit

Dieser Satz ist durchaus keine Koketterie, sondern Ausdruck der Bescheidenheit. Nein, die eigene Person in Szene und in den Mittelpunkt zu setzen, war nie seine Sache, vielmehr war und ist sein Ansinnen, mit der Qualität seiner Worte zu überzeugen, und nicht mit einer Quantität inszenierter Auftritte zu überreden. Jeder, der das Vergnügen seiner Bekanntschaft hatte, wird seine ungewöhnliche Offenheit, große Freundlichkeit und eine an Selbstverständlichkeit grenzende Hilfsbereitschaft nur bestätigen können. In dieser Einheit aus Forschung, Lehre und Person hat Arno Ros in uns den denkbar größten Respekt hervorgerufen. Das Institut für Philosophie bedauert es neben einem bemerkenswerten Philosophen einen liebenswerten Menschen gehen lassen zu müssen. "Auf ein baldiges Wiedersehen Arno Ros!"
Alexander Krüger

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster