Wissenschaftler aus Magdeburg und Kaiserslautern arbeiten gemeinsam

Reale Sicherheit durch virtuelle Realität


Zum offiziellen Start des Forschungsprojektes ViERforES (Virtuelle und Erweiterte Realität für höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit von "Embedded Systems") unterzeichneten Prof. Klaus-Erich Pollmann, Rektor der Universität, Prof. Michael Schenk, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg, Prof. Hans Hagen von der TU Kaiserslautern und Prof. Peter Liggesmeyer, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE Kaiserslautern, Anfang September 2008 eine Kooperationsvereinbarung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Vorhaben mit 7,5 Mio. Euro im Rahmen der Initiative "Spitzenforschung und Innovation aus den neuen Ländern".

Eingebettete Systeme

Zunehmend steuern und überwachen "Embedded Systems" (eingebettete Systeme) Geräte, die ganz selbstverständlich genutzt werden. Damit die integrierte Software richtig funktioniert, arbeiten die Wissenschaftler aus Magdeburg und Kaiserslautern gemeinsam an Konzepten, die Herstellern bei der Perfektionierung ihrer Produkte helfen sollen. Die Wissenschaftler wollen sich bei der Entwicklung sicherer und zuverlässiger Technik die Vorteile der virtuellen Realität zu Nutze machen. Was eigentlich unsichtbar ist, soll künftig im Cyberspace Gestalt annehmen. In der virtuellen Realität zeigt sich dann genau, wie sich die in Maschinen und Geräten integrierte Software verhält. Besonders in der Fahrzeug-, Medizin-, Energie- und Materialflusstechnik zeichne sich enormer Forschungsbedarf ab, denn die Industrie strebe das durchgängige digitale Beschreiben von Produktionsprozessen an, so Prof. Schenk.

Wer das Verhalten komplexer technischer Anlagen berechnen will, braucht das Expertenwissen von Spezialisten aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen. Spitzenforscher müssten deshalb wie im Projekt VIERforES interdisziplinär zusammenarbeiten, unterstrich Prof. Pollmann.

Eine Möglichkeit zur besseren Beherrschung der Komplexität bietet der Einsatz virtueller Entwicklungs- und Testmethoden: Mit digitalen Modellen kann schneller und gründlicher getestet werden und die Ergebnisse können in virtuellen Umgebungen anschaulich dargestellt werden. Die Universität und das Fraunhofer IFF bringen ihre Expertise in der Modellierung und Darstellung komplexer mechanisch-elektrischer Systeme in virtuellen Welten ein. Die TU Kaiserslautern und das dort ansässige Fraunhofer IESE besitzen langjährige Erfahrungen in der Entwicklung und dem Test eingebetteter Softwaresysteme. Gemeinsam sollen so Strategien und Werkzeuge für möglichst vollständige virtuelle Tests insbesondere der sicherheitskritischen Komponenten moderner Fahrzeuge entwickelt werden.
Ines Perl

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster