Spannende Experimente und faszinierende Vorträge luden zum Mitmachen und Zuhören ein

Mathe - mehr als nur ein Schulfach


Die "MS Wissenschaft - das Matheschiff" lag Ende August 2008 für vier Tage am Schiffshebewerk Rothensee auf ihrer Wissenschaftstour quer durch Deutschland "vor Anker". Der über 100 Meter lange Lastkahn trägt den schönen Namen "Jenny" und ist eigentlich in Würzburg beheimatet. Seit dem Jahr 2000 ist er als "Wissenschaftsschiff" unterwegs - im "Wissenschaftsjahr Mathematik 2008" mit einer internaktiven Ausstellung rund um "Mathematik zum Anfassen".

Mathe anwendungsorientiert

Wegen des Niedrigwassers der Elbe hatte die "Jenny" nicht am Petriförder festmachen können, erfreute sich aber trotz des weiten Weges für die Besucher mit den über 30 Experimenten und den vielen Informationen rund um die Mathematik großer Resonanz. Die Ausstellung zeigte in den Bereichen Natur, Technik, Mensch und Geist spielerisch und spannend die Anwendung mathematischer Forschung. Fragen wie "Kann Statistik lügen?" oder "Wie hängt man ein Bild auf?" wurden ebenso beantwortet wie die, ob Geiz tatsächlich "geil" ist. Auf 600 m2 erfuhren die Gäste aber auch, warum die U-Bahn eben nicht fünf Minuten früher fahren kann oder was Riesenwellen oder Reiskörner mit Mathematik zu tun haben. Die interaktive Ausstellung lud zum Mitmachen und Ausprobieren ein und zeigte, dass Mathematik nicht nur ein mehr oder weniger beliebtes Schulfach ist, sondern das Leben in vielen Bereichen fast unbemerkt beeinflusst. Ob Routenplanung, Online-Banking, Postversand oder Supermarkteinkauf - viele Dinge im modernen technisierten Alltag wären ohne Mathematik gar nicht möglich.

Eine Besonderheit in Magdeburg war der tägliche Treff von "MS Jenny" mit der weithin sichtbaren Mathekugel als Wahrzeichen und "MatheMobil". Das MatheMobil tourt seit Mai 2008 äußerst erfolgreich durch Sachsen-Anhalt und macht auf Schulhöfen Station. Die Idee zum MatheMobil kam aus der Fakultät für Mathematik als Beitrag der Uni zum Wissenschaftsjahr der Mathematik. Der Kleinbus ist bis unter das Dach gefüllt mit Informations- und Anschauungsmaterialien, mathematischen Lernspielen und Baukästen. Schüler können selbstständig bauen, basteln, puzzeln, würfeln oder Glücksräder drehen, für die Lehrer bietet der "MatheKoffer" mit verschiedenen Themenboxen neue und ungewöhnliche Möglichkeiten für einen etwas "anderen" Mathematikunterricht.

Populärwissenschaftliche Vorträge


Ergänzend zur Ausstellung auf dem Schiff boten Wissenschaftler der Fakultät für Mathematik jeweils von 14 bis 18 Uhr ein Informationsprogramm zum Studium an der Magdeburger Universität an, informierten über "Unterhaltsames" zur Mathematik in Büchern, und die Besucher hatten Gelegenheit zum Spielen. Dazu gab es die von Studenten entworfenen Postkarten mit dem Logo "Ma(gd)theburg". Im Medienzentrum des Schiffs hielten Mathematiker der Universität an jedem Tag ganz spezielle populärwissenschaftliche Vorträge. So präsentierte Prof. Dr. Herbert Henning "Bezaubernde Mathematik - Tricks und Zaubereien mit Zahlen", startete eine "Zeitreise" durch 5000 Jahre Geschichte der Mathematik und zeigte die Entwicklung der Zahlen und der Rechenhilfsmittel vom Kerbholz bis zum Computer. Prof. Dr. Klaus Deckelnick stellte den "schnellsten Weg zur kürzesten Verbindung" vor und Prof. Dr. Volker Kaibel ging der Frage nach, was Sudoku-Rästel mit der TELEKOM, einem Würfel und dem Fußball zu tun haben.

Die MS Wissenschaft 2008 wird realisiert von Wissenschaft im Dialog. Im Jahr 2008 wurde das Ausstellungsschiff vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Klaus Tschira Stiftung gGmbH finanziell gefördert. Weitere Unterstützer waren der Cornelsen Verlag Berlin und Nintendo of Europe sowie der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und das MARUM der Universität Bremen.
hhg

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster