Aufwendige Rekonstruktions-, Um- und Ausbauarbeiten im Guericke-Museum

Barrierefreier Zugang zur Lukasklause


Reges Baugeschehen bestimmte in den zurückliegenden Wochen und Monaten das Leben im Otto-von-Guericke-Museum in der Lukasklause am Schleinufer, das nun einen Abschluss fand. Ende April 2007 konnte im Beisein des Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch, und Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Bildung der barrierefreie Zugang zum Museum Lukasklause feierlich eingeweiht werden. Die Lukasklause hat nun auch für Menschen mit Handicap einen Zugang.
Am 28. August 2006 wurde der erste Spatenstich für die Bauarbeiten zum Ausbau eines behindertengerechten Aufzugs und eines neuen Eingangsbereichs in die Lukasklause vollzogen. Aufwendige Rekonstruktionsarbeiten sowie der Um- und Ausbau im Gebäude folgten. Der Fußboden im Kellerbereich wurde erneuert, Entwässerungsarbeiten durchgeführt und Fliesen gelegt. So entstand ein neuer Foyerbereich in der Ebene 0, mit dem Eingang vom Elbufer aus, in dem sich der Fahrstuhl und die behindertengerechte Toilette sowie die Garderobe befinden.
Dank des engagierten Einsatzes der Mitarbeiter konnte trotz der Bauarbeiten der Museumsbetrieb aufrecht erhalten bleiben. Neu ist im Außenbereich eine Wendeltreppe, die als Flucht- und Rettungsweg dient.
In der Ebene 0 erhalten die Besucher Info-Material zu Otto von Guericke (1602 bis 1686) und seinen Versuchen. Im Foyer des Eingangsbereichs lernen die Besucher zudem das Phänomen des Farbschattens nach Guericke kennen. Guerickes Bedeutung für die Farbenlehre ist kaum bekannt. In einem Experiment werden farbige und unterschiedlich angeordnete Lichtquellen (rot, grün, gelb) durch Überlagerungen gemischt und erzeugen farbige Schattenbilder.

Was gibt es zu sehen?

Guericke beschrieb 1672 in seinem Hauptwerk dieses Phänomen und führte als erster die Erscheinung auf das Zusammenwirken zweier Lichtquellen zurück. Goethe griff in seiner Farbenlehre diese Beobachtungen auf. Erst 1977 lieferte der amerikanische Erfinder der Polaroidkamera, Edwin Land, eine naturwissenschaftliche Erklärung und verwies auf Guericke. In einer Vitrine sind Publikationen zum Farbschatten ausgestellt. Der französische Künstler Yves Charnay hat mit dem Licht-Schatten-Objekt, Bezug nehmend auf das Phänomen der Magdeburger Farbschatten, ein Kunstwerk, einen "Wandteppich aus Licht", für das Foyer des Landtagsgebäudes Sachsen-Anhalt geschaffen.

Die Ebene 1 bietet Platz für die Dauerausstellung zum Leben und Werk Otto von Guerickes und Flächen für wechselnde Sonderausstellungen. Von dieser Ebene gelangt man in den Gartenbereich und hat einen wunderbaren Blick auf die Elbe.

Über die Wendeltreppe oder mit dem Aufzug erreicht man die Ebene2. Der große Veranstaltungsraum, wiederum mit Blick auf den Fluss, steht für vielfältige Veranstaltungen wie Ausstellungseröffnungen, Vorträge, Tagungen und nunmehr auch für Hochzeiten der Bevölkerung zur Verfügung. Die Lukasklause ist in den Plan der Magdeburger Standesämter aufgenommen.
Noch eine Etage höher, in der Ebene 3, präsentiert sich den Besuchern die Dauerausstellung zum Leben und Wirken des Magdeburger Bürgermeisters, Diplomaten, Erfinders und Ingenieurs sowie zu seinen naturwissenschaftlichen Ergebnissen.
Waltraud Rieß

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster