Expertenrunde erörtert den Zusammenhang von Energienetzen und IT

Das Gleichgewicht aufrechterhalten


Welche energiepolitischen Rahmenbedingungen, energiewirtschaftlichen Herausforderungen und technologisch wegweisenden Lösungen werden uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten helfen, die Versorgung mit elektrischer Energie effizienter, wirtschaftlicher, sicherer und umweltverträglicher zu machen?
Auf dem Energieforum "Life Needs Power" auf der HANNOVER MESSE 2007 stellten sich Experten aus der energietechnischen Industrie, der Energiewirtschaft, aus Wissenschaft, Forschung und Politik aktuellen Fragen rund um die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Nutzung von Strom.

Im Rahmen der "Life Needs Power"-Veranstaltung wurde das Thema "Wie viel IT ist für den sicheren Netzbetrieb nötig?" in einer Expertenrunde erörtert. Die Moderation dieser Runde lag bei Prof. Zbigniew Styczynski von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.
Er eröffnete die Expertenrunde mit einem Einführungsvortrag zu den Ursachen und Auswirkungen der Netzstörung in Teilen Europas und Deutschlands vom 4. November 2006. Im Anschluss diskutierten die Experten die Geschehnisse, die zu den Störungen in Europa geführt hatten. Die Ursachen der Netzstörungen lagen in Norddeutschland. Hier hatte eine überlastete Hochspannungsleitung eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, an deren Ende das europäische Hochspannungsnetz, das UCTE Netz, in drei Teilnetze zerfallen ist. Das Problem hierbei, so erklärte Prof. Styczynski, ist, dass permanent ein Gleichgewicht zwischen erzeugter und verbrauchter elektrischer Leistung bestehen muss. Ist dies nicht gewährleistet, kommt es innerhalb weniger Sekunden zu massiven Störungen und Ausfällen in der Energieversorgung.

Die eingeladenen Experten von Siemens, ABB, Eon, RWE, Cigre SC 6 und MVV Mannheim diskutierten die Ursachen, die zu den Ausfällen führten und zeigten Lösungsansätze zur Vermeidung zukünftiger Störungen. Ein großes Problem der Netzbetreiber ist die kurze Zeit, die verbleibt, um nach dem Erkennen eines kritischen Betriebszustandes des Netzes noch Gegenmaßnahmen einzuleiten. Moderne Lösungsansätze zielen daher auch auf die Überwachung des Hochspannungsnetzes und ähnlich wie bei Erdbebenfrühwarnsystemen wird versucht, ein Frühwarnsystem für das europäische Hochspannungsnetz zu entwickeln. An dieser Entwicklung wird vor allem an der Virginia Tech in den USA unter Leitung von Prof. Arun Phadke (Uni-Report berichtete) und an der Universität Magdeburg unter Leitung von Prof. Styczynski gearbeitet.
Jens Haubrocke

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster