"Flying Faculty" sichert erfolgreichen Export von Ingenieurstudiengängen

19.09.2016 -  

Der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, überreichte den ersten russischen Masterabsolventen des German-Russian Institute of Advanced Technologies GRIAT in Kasan ihre Abschlussurkunden. GRIAT ist ein seit 2014 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördertes Projekt, das die länderübergreifende Ausbildung von Masterstudierenden an der renommierten Nationalen Technischen Forschungsuniversität Tupolew in Kasan organisiert und den Austausch von Lehrkräften der Universitäten Magdeburg und Ilmenau fördert.

Die Universität Magdeburg „exportiert“ im Rahmen des Projektes die englischsprachigen Masterstudiengänge Electrical Engineering and Information Technology, Chemical and Energy Engineering und Systems Engineering and Engineering Cybernetics. Die praxis- und industrienahen, viersemestrigen Ingenieurstudiengänge werden nach deutschem Standard unterrichtet und auch in Deutschland akkreditiert. Die Studierenden verbringen mindestens ein Austauschsemester in Magdeburg bzw. Ilmenau. Dozentinnen und Dozenten aller drei Bildungseinrichtungen sind aktiv in die Studienprogramme eingebunden. Als so genannte Flying Faculty fliegen sie einmal im Semester nach Kasan, um dort zu unterrichten. Im vierten Semester schreiben die Studentinnen und Studenten ihre Masterarbeit mit je einem Betreuer aus Deutschland und Kasan.

Begehrte Fachkräfte

Nach erfolgreicher Verteidigung konnten nun die ersten 18 Masterstudierenden der Studiengänge Chemical and Energy Engineering und Electrical Engineering and IT ihren doppelten Abschluss, das so genannte Double Degree, entgegennehmen. Sie halten damit ein Zeugnis sowohl der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als auch der Nationalen Technischen Forschungsuniversität Tupolew, Kasan in den Händen. Zusammen mit den Ausbildungsprogrammen der TU Ilmenau konnte GRIAT nach zwei Jahren insgesamt 35 Absolventen mit ihrem Abschlusszeugnis auszeichnen. Die Absolventinnen und Absolventen sind bei den in der Wolgaregion ansässigen internationalen Unternehmen als hervorragend ausgebildete Fachkräfte gefragt. Siemens, die Linde AG, die Daimler AG oder die Hoechst AG sind nur einige der über 50 namhaften deutschen Unternehmen, die in der Region vertreten sind und sich teilweise auch im GRIAT engagieren.

„Wir sind sehr stolz auf die ersten Masterabsolventen. Ihre Studienerfolge bestärken uns darin, den eingeschlagenen Weg der länderübergreifenden Kooperation fortzuführen und das German-Russian Institute of Advanced Technologies unter Beteiligung weiterer Deutscher Partner auszubauen“, so der Rektor Prof. Dr.-Ing. Strackeljan anlässlich der Zeugnisübergabe.

Partnerschaft in Lehre und Forschung

In wenigen Wochen werden erneut 18 Studierende ein Semester an der Universität in Magdeburg absolvieren. Die Partnerschaft geht jedoch über die Lehre hinaus und umfasst auch gemeinsame Forschungsprojekte. „Die Voraussetzungen im 2.762 Kilometer entfernten Kasan könnten dafür kaum besser sein“, ist Rektor Strackeljan überzeugt. „Eigens für GRIAT baute die Tupolew-Universität ein Gebäude für Forschung und Lehre mit 20.000 qm Nutzfläche. Langfristig soll das Projekt in einer Deutsch-Russischen Universität münden. Für die Uni Magdeburg bedeutet das Vorhaben zum einen die Anerkennung der hohen Qualität ihrer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung, zum anderen werden aus der Kooperation neue Impulse für Lehre, Forschung und perspektivisch tragfähige Wirtschaftsbeziehungen resultieren.“

Letzte Änderung: 23.03.2017 - Ansprechpartner: Katharina Vorwerk