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Pressemitteilungen Oktober 2016

Spurenlese – die Wirkung der Reformation

28.10.2016 -

Der Lehrstuhl Geschichte der Neuzeit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg lädt im Rahmen des Reformationsjubiläums interessierte Bürgerinnen und Bürger am 10. November 2016 herzlich zu einem öffentlichen Workshop zum Thema „Der Protestantismus und die Päpste im 20. und 21. Jahrhundert“ ein.

Religionswissenschaftler, Historiker, Kulturwissenschaftler und Theologen werden gemeinsam einen Tag lang in einem fachübergreifenden Workshop über die veränderte Rolle und Wahrnehmung der Päpste diskutieren. Der Blick der Experten wird sich dabei nicht allein auf den deutschen Raum beschränken, sondern auch das europäische Umfeld einbeziehen.

Der Workshop ist öffentlich. Interessierte Besucherinnen und Besucher sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

WAS: „Der Protestantismus und die Päpste im 20. und 21. Jahrhundert“ – Interdisziplinärer Workshop
WANN: Donnerstag, 10. November 2016, 10:00 bis 18:15 Uhr
WO: Stiftung LEUCOREA, Aditorium Maximum, Collegienstraße 62, 06886 Lutherstadt Wittenberg

 

Als Martin Luther vor 500 Jahren den Prozess in Gang setzte, der heute gemeinhin als „Reformation“ bezeichnet wird, richtete er seine Kritik zunächst vor allem gegen den Missbrauch des Papstamtes. Über Jahrhunderte hinweg blieb die Distanzierung vom Papsttum ein zentrales Moment des Selbstverständnisses protestantischer Christen.

Das 20. Jahrhundert forderte den Protestantismus jedoch mehrfach zu einer Neubewertung heraus, denn gesamtgesellschaftliche Wandlungsprozesse und auch neue Pfade, die von den Päpsten und der römisch-katholischen Kirche beschritten wurden, machten ein Überdenken notwendig.

Der Workshop findet in Kooperation mit der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt und der LEUCOREA in Wittenberg statt.

 

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Sind wir bereit für das Fremde?

28.10.2016 -

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg startet am 1. Dezember 2016 erstmalig der Zertifikatskurs „Interkulturelles Verstehen: Kompetenzen in Bildung und Beratung“. Dieses berufsbegleitende Weiterbildungsangebot richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bildungs-, Weiterbildungs- und Beratungseinrichtungen, Kammern, Verbänden sowie Vereinen. In ihrem Arbeitsalltag ist kulturelle Vielfalt aufgrund aktueller Migrations- und Flüchtlingsbewegungen gegenwärtig ein besonders relevantes Themenfeld.

Der Zertifikatskurs vermittelt den Teilnehmenden sowohl theoretisches Hintergrundwissen auf dem Gebiet des interkulturellen Verstehens als auch praktische Handlungskompetenzen und Problemlösefähigkeiten in der Bildungs- und Beratungsarbeit. Sie werden befähigt, den Herausforderungen von Interkulturalität in der Praxis angemessen zu begegnen und erfolgreich mit fremden Kulturen und Gewohnheiten zu interagieren.

Zertifikatskurs Interkulturelles Verstehen

Das sehr anwendungsbezogen und praxisorientiert gestaltete Zertifikatsstudium bietet ein flexibles Modulprogramm. Es ermöglicht den Teilnehmenden, Schwerpunkte nach eigenem Wunsch und konkretem Bedarf zu wählen. Auch die Buchung einzelner Module ist möglich. Der zweisemestrige Zertifikatskurs ist als Blended-Learning-Angebot konzipiert. Das heißt, jedes Modul besteht aus zwei Blockseminaren in Magdeburg sowie Online-Phasen, die auf einer interaktiv gestalteten Lernplattform stattfinden. Professoren und Lehrende der Universität Magdeburg sowie erfahrene Praktiker aus der interkulturellen Jugendarbeit und Erwachsenenbildung vermitteln theoretisches Wissen, professionelle Handlungsstrategien und praktische Erfahrung.

Eine Bewerbung ist noch bis zum 15. November 2016 möglich.

Mehr Informationen zum Angebot, zur Bewerbung, zu den Gebühren und den Modulen sind auf der Homepage des Zertifikatskurses zu finden. 

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AMEOS-Kliniken fördern erstmals kluge Köpfe der OVGU

21.10.2016 -

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat 21 neue Deutschlandstipendiaten. Damit steigt die Zahl der geförderten leistungsstarken Studentinnen und Studenten seit Einführung des bundesweiten Stipendienmodells vor fünf Jahren auf 257. Die ausgezeichneten Studierenden kommen aus allen neun Fakultäten der Universität. Sechs Deutschlandstipendien, und damit die meisten, gingen in die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

Die Förderung der engagierten und leistungsstarken Studierenden ist durch die enge Kooperation der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit über 80 Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Privatpersonen möglich. Dazu gehören der Ostdeutsche Sparkassenverband, aber auch der SCM oder die IFA Rotorion-Holding GmbH Haldensleben. Auch Ehemalige spüren Verantwortung für die nachfolgenden Generationen: Erstmals in diesem Jahr haben Alumni der Jahrgänge 1966 und 1991 Studierende der Universität Magdeburg mit einem Deutschlandstipendium unterstützt (lesen Sie dazu hier mehr).

Die Universität Magdeburg konnte bei dieser Vergaberunde mit den AMEOS-Kliniken einen neuen Partner gewinnen. Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages verpflichtet sich die Krankenhausgesellschaft zur Übernahme von zwei Deutschlandstipendien. Außerdem werden die Kliniken Studierende verschiedener Fachrichtungen bei Praktika sowie bei der Medizinerausbildung unterstützen.

 

Unterstützung für mindestens zwei Jahre

Das Deutschlandstipendium startete erstmals zum Sommersemester 2011 an deutschen Hochschulen. Finanziert wird es zur Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie von Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen. Die Studierenden werden für mindestens zwei Semester und bis maximal zum Ende ihrer Regelstudienzeit mit 300 Euro monatlich unterstützt. Diese Unterstützung ist einkommensunabhängig und kann ohne weiteres zu zusätzlichen BAföG-Leistungen bezogen werden.

„Diese Unterstützung hilft jungen Menschen, ihre Lebens- und Lernbedingungen zu verbessern. Damit bringt es kreative Köpfe nach vorn und leistet einen wichtigen Beitrag gegen den drohenden Fachkräftemangel“, unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

 

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Wie verändert Zuwanderung eine ganze Region?

21.10.2016 -

Eine von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg organisierte Tagung wird sich erstmals interdisziplinär mit den Chancen, Herausforderungen und Veränderungen beschäftigen, die Migrationsbewegungen des 20. Jahrhunderts bis heute für Mitteldeutschland bedeuteten und für die Zukunft bedeuten werden.

Unter dem Titel „Bevölkerung und Land im Wandel – Migration in Mitteldeutschland“ werden Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler am 27. Oktober 2016 neueste Forschungsergebnisse austauschen, aber auch mit einem interessierten Publikum über einzelne Aspekte der Zuwanderung diskutieren.

Die Bandbreite der angesprochenen Themen und Fragestellungen ist groß: Welche Wirkung hatten die „Fremden“ auf die Entwicklung der Industriestandorte zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Wie gestaltete sich das Zusammenleben der Sachsen und Anhalter mit den ankommenden Vertriebenen nach dem Kriegsende 1945? Wie ging man mit Migrationsbewegungen in der DDR um, und wie denkt die Bevölkerung heute über die Neuankömmlinge?

„Die Flüchtlingswelle gilt als neue Herausforderung unserer Zeit“, so die Initiatorin der Tagung und Historikerin Prof. Silke Satjukow von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. „Die unterschiedlichen Perspektiven im öffentlichen Diskurs reichen von der Furcht vor kultureller Überfremdung bis zur Postulierung von Chancen sozialer Erneuerung, von Hetze und offener Ablehnung bis zu Willkommensgesten und Zuversicht. Gerade der Osten Deutschlands erscheint dabei besonders ablehnend. Hier sei man ungeübter im Umgang mit Fremden, vermuten Medien und Politiker mit Verweis auf aktuelle Migrationsstatistiken. Vergessen scheint dabei, dass Einwanderung auch hier kein Ausnahmezustand, sondern die letzten hundert Jahre geradezu alltäglich war.“

 

WAS: Tagung „Bevölkerung und Land im Wandel – Migration in Mitteldeutschland“
WANN: 27. Oktober 2017, 9:30 bis 19:00 Uhr
WO: Franckesche Stiftungen zu Halle, Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)

 

Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

 

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"Gastgeber auf Zeit" für internationale Studierende gesucht

20.10.2016 -

Mit dem Beginn des Wintersemesters zog die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wieder tausende Studienanfängerinnen und Studienanfänger in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Bereits über 14 Prozent kommen aus dem Ausland. Die Zahl der internationalen Studierenden an der Universität Magdeburg steigt damit auf über 2400, ein Spitzenwert unter den Hochschulen in den ostdeutschen Bundesländern. Diese Zahlen sind Ausweis der auch im Ausland gestiegenen Attraktivität Magdeburgs als bunter und kulturell vielfältiger Studien- und Wissenschaftsstandort.

Die hohe Nachfrage internationaler Studierender führt allerdings auch zu Engpässen auf dem Wohnungsmarkt. Eine Reihe der internationalen Studierenden findet aktuell bei ihrer Ankunft in Magdeburg kein freies Zimmer mehr. Die Universität bittet deshalb Magdeburgerinnen und Magdeburger, die jungen Männer und Frauen aus aller Welt für einen kurzen Zeitraum direkt zu unterstützen und ihnen für die Dauer von vier bis sechs Wochen ein möglichst möbliertes Zimmer zu vermieten.

Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger können sich für weitere Informationen telefonisch unter 0391 67-58515 oder per E-Mail unter wohnung.akaa@gmail.com an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des International Office der Universität wenden.

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Europäische Spitzenforschung zum Anfassen beim Aktionstag „Europa in meiner Region“

18.10.2016 -

Mit der Präsentation europäischer Spitzenforschung beteiligt sich die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg an der Kampagne „Europa in meiner Region“. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunktes Dynamische Systeme: Systemtechnik werden in Gesprächen, anhand von Präsentationen und geführten Touren durch das hochmoderne Forschungsgebäude für Systembiologie auf dem Universitätscampus interessierten Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in ihre Forschungsprojekte geben. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Das Forschungszentrum beherbergt eine Kombination aus experimenteller Forschung und mathematischer Modellierung mit Unterstützung von Computerberechnungen. Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Landes Sachsen-Anhalt errichtet, arbeiten auf 2.750 Quadratmetern Biologen, Mediziner, Ingenieure und Mathematiker interdisziplinär an der Entschlüsselung komplexer dynamischer Systeme, wie z. B. biologische Zellen, moderne Energiesysteme oder chemische Produktionsprozesse.

Diesen Prozessen ist gemeinsam, dass sie einen weit verzweigten Stoffwechsel und ein hochkomplexes Regelnetzwerk besitzen – sie ein hochkomplexes dynamisches System darstellen. Um das Zusammenspiel der einzelnen Bestandteile besser verstehen und optimal gestalten zu können, entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Werkzeuge und Methoden für verschiedene Anwendungsgebiete, wie z. B. für die Entwicklung neuer Impfstoffe, zur effizienten Speicherung erneuerbarer Energien oder für die Herstellung passgenauer Kunststoffe.

Um 17.00 Uhr wird der Dr. Christian Ehling von der Universität Düsseldorf einen wissenschaftlichen Vortrag in englischer Sprache über den Einfluss von gestörter Signalübertragung von Immunzellen auf Entzündungen halten.

 

WAS: „Tag der offenen Tür“ im Forschungsgebäude Systembiologie, Präsentation europäischer Spitzenforschung
im Rahmen der Kampagne „Europa in meiner Region“
WANN: 20. Oktober 2016, 15.00 bis 19.00 Uhr
Vortrag 17.00 Uhr
WO: Forschungsgebäude Systembiologie (Gebäude 28)
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Pfälzer Platz, 39106 Magdeburg

 

Europa in meiner Region

Was bringt Ihnen Europa? Dieser Frage soll mit der Kampagne „Europa in meiner Region“ nachgegangen werden. Es werden Projekte vorgestellt, die mit Hilfe des Europäischen Struktur- und Investitionsfonds gemeinsam mit den Regionen in Deutschland durchgeführt werden. Gemeinsam mit den Bundesländern zeigt das Bundeswirtschaftsministerium, was mit Unterstützung von Europa in Ihrer Region bewegt wird.

23 EU-Mitgliedstaaten haben sich bereits mit rund 2.000 Projekten aktiv an der Kampagne „Europa in meiner Region“ beteiligt. Am Donnerstag, den 20. Oktober 2016 öffnen in Sachsen-Anhalt durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekte ihre Türen und stellen sich und ihre Arbeit vor.


Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Stefan Berger/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Im Forschungsneubau Systembiologie auf dem Campus der Universität Magdeburg arbeiten Mediziner, Biologen, Ingenieure und Mathematiker eng zusammen an der Entschlüsselung komplexer dynamischer Systeme wie Zellen oder auch chemischen Prozessen.
Bild 2 // Quelle: Stefan Berger/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Einblick in den (molekularbiologischen) Laboralltag: Unter dem hochauflösenden Mikroskop können einzelne Zellen und deren Veränderungen nach äußerer Beeinflussung beobachtet werden.

 

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Ausdauertraining auf dem Prüfstand als Therapie gegen Alzheimer

17.10.2016 -

Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben in einer großangelegten internationalen Studie begonnen, mögliche Wirkstoffe und Lifestyle-Strategien zu erforschen, die den Ausbruch von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer Demenz verzögern bzw. aufhalten könnten. Das Team um den Physiologen Prof. Dr. rer. nat. Volkmar Leßmann von der Universität Magdeburg untersucht gemeinsam mit Medizinern, Biochemikern, Neurobiologen und Informatikern aus Finnland, Frankreich, Norwegen, Italien und Deutschland sowohl das therapeutische Potenzial vielversprechender Pharmaka als auch den Einfluss von Ausdauersport und Bewegung auf die Alzheimer-Erkrankung. 

Ziel ist es, effektive Therapien zu finden, die den Ausbruch der Krankheit verzögern bzw. ihren zerstörerischen Verlauf verlangsamen. Die Magdeburger untersuchen dafür das Lernverhalten von sogenannten Alzheimer-Mäusen. Diese Tiere zeigen genetische Veränderungen, die nachgewiesenermaßen zur Alzheimererkrankung führen. Die Mäuse bekommen die Aufgabe, sich unter dem Einfluss unterschiedlicher Behandlungsstrategien in einem miniaturisierten Schwimmbecken an Bildern räumlich zu orientieren. Gesunde Mäuse sind in der Lage, sich im Laufe der Zeit relativ schnell bestimmte Positionen im Raum, wie z. B. eine Plattform im Wasserbecken, zu merken. Die Geschwindigkeit, mit der die Plattform gefunden wird, ist ein Maß für die Güte des räumlichen Gedächtnisses, für das die Mäuse Erinnerungen in einer bestimmten Region des Gehirns (Hippocampus) abspeichern müssen. Alzheimer-Mäuse machen bei diesem Lernvorgang nur sehr langsam Fortschritte. Bereits im Alter von sechs Monaten zeigen sie klare Defizite gegenüber gesunden Mäusen.

Alzheimer-Maus im Laufrad
Bild: Alzheimermaus im Laufrad (Foto: Dr. Thomas Endres)

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nun herausfinden, ob sich diese Defizite ausgleichen lassen und ob sich die Lern- und Gedächtnisfähigkeit dieser vorbelasteten Mäuse unter dem Einfluss bestimmter Wirkstoffe bzw. eines umfangreichen Bewegungstrainings im Laufrad verbessert.

Computergestützte Analysen für die Alzheimer-Diagnostik

Durch eine computergestützte Analyse der zellulären und biochemischen Veränderungen möchten die Wissenschaftler ein Testsystem entwickeln, mit dessen Hilfe in Zukunft sehr effizient Therapeutika zur Behandlung von Alzheimer-Demenz entwickelt werden können. Im Erfolgsfall verspreche die computergestützte Analyse die Anzahl der Experimente an Tiermodellen reduzieren zu können und erleichtere damit die Umsetzung des europaweit akzeptierten 3R-Prinzips Refine, Reduce, Replace zur schrittweisen Reduktion von Tierexperimenten, so Prof. Leßmann. „Es ist wichtig, den gesellschaftlichen Diskurs zum Einsatz von Tiermodellen für die Forschung konstruktiv und vorurteilsfrei zu führen. Darum unterstützen wir die vor wenigen Wochen ins Leben gerufene Informationsinitiative ‚Tierversuche verstehen’ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen.“

Die Wirksamkeit neuer Therapieansätze werde so im Prinzip auf drei Ebenen untersucht, so Volkmar Leßmann weiter. „Erstens auf der Verhaltensebene, d. h. wie schneiden die Mäuse in den Gedächtnistests vor und nach der Behandlung ab. Anschließend versuchen wir, Lernprozesse und den Einfluss der Wirkstoffe und Therapien auf zellulärer Ebene nachzuweisen. Hierzu werden Veränderungen in den elektrischen Signalen und in der Morphologie der Nervenzellen im sogenannten Hippocampus gemessen. Diese zellulären Eigenschaften liegen der Gedächtnisbildung zu Grunde. Langfristig ist es unser Ziel, auch auf molekularer Ebene frühe Veränderungen nach Möglichkeit noch vor Ausbruch des Gedächtnisverlustes zu erkennen und sogenannte biochemische Marker zu finden, die mit einem verschlechterten Lernprozess bei Morbus Alzheimer in Verbindung stehen.“

Das Schlüsselmolekül, dass bei den Untersuchungen der internationalen Studie im Vordergrund steht, ist das von den Nervenzellen hergestellte Protein BDNF, so Dr. Thomas Endres vom Institut für Physiologie der Universität Magdeburg. „Im gesunden Organismus reguliert das Protein BDNF die geordnete Informationsübertragung zwischen Nervenzellen und sorgt dafür, dass Informationen im Gehirn als Gedächtnisinhalte abgespeichert werden. Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Demenz können wir sowohl beim Menschen als auch bei Mäusen einen reduzierten Stoffwechsel des Proteins BDNF in den betroffenen Hirnarealen beobachten.“ „Wir vermuten deshalb, dass eine gestörte Funktion von BDNF in den neuronalen Netzwerken den Ausbruch von Demenz-Erkrankungen begünstigt. Die zellulären Zusammenhänge wie BDNF den Ausbruch der Demenz verzögern kann sind aber bisher unverstanden, was die Entwicklung effektiver Therapien bisher verhindert hat“, ergänzt Professor Leßmann.

Magdeburg als Standort der Demenzforschung

Seit April 2016 koordiniert die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das internationale Verbundprojekt CircProt - Synaptic Circuit Protection in AD and HD: BDNF/TrkB and Arc signaling as rescue factors. Erstmals wird systematisch und interdisziplinär die Wirksamkeit verschiedener Therapieansätze zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz oder des Morbus Huntington untersucht. Mithilfe biochemischer, elektrophysiologischer und verhaltensphysiologischer Methoden sowie mathematischer Modelle und computergestützter Simulationen sollen krankhafte Veränderungen in neuronalen Schaltkreisen erfasst und Pharmaka ausgetestet werden, die diese Schaltkreise vor Degeneration schützen können.

Rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Forschungsstandorten sind an dem mit 2,3 Millionen Euro von der EU und dem BMBF sowie verschiedenen nationalen Förderorganisationen der beteiligten Länder unterstützten Verbundprojekt beteiligt.

 

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Werben um Uni-Absolventen auf der Firmenkontaktmesse

11.10.2016 -

Erstmals wird auf der diesjährigen Firmenkontaktmesse der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein Gründerbereich eingerichtet sein. Vier Start-ups aus der Universität stellen sich am 2. Messetag, dem 20. Oktober 2016, vor. Zudem bietet das Transfer- und Gründerzentrum der Universität Beratung und Information an. Die stetig steigende Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften im Land sorgt auf der Firmenkontaktmesse 2016 am 19. und 20. Oktober 2016 erneut für eine Rekordbeteiligung regionaler, nationaler und international agierender Unternehmen. Was 2003 mit 13 Ausstellern begann, zieht heute 118 namhafte Firmen wie BOSCH, Sandoz/Salutas, EuroGlas, icubic, die Nord LB, LIDL, regiocom, avacon oder Hermes – um nur einige zu nennen – auf den Campus. Sie haben auf der Firmenkontaktmesse die Möglichkeit, sich Studierenden, Absolventen und Berufseinsteigern als potenzielle Arbeitgeber zu präsentieren.

Der Besuch der Firmenkontaktmesse ist kostenlos.

 

WAS: Firmenkontaktmesse 2016 der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 19. und 20. Oktober 2016, jeweils 9.30 Uhr bis 16 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Campus Universitätsplatz 2, Gebäude 22

 

Zu der zweitätigen Veranstaltung werden bis zu 4.000 Besucher erwartet, die sich über Einstiegsmöglichkeiten, Berufswege und Karrierechancen bei Unternehmen der verschiedensten Branchen, u. a. Automobilbau, IT-Dienstleistungen und Softwareentwicklungen, Maschinen- und Anlagenbau, Logistik, Handel, Energieversorgung oder Finanzdienstleistungen informieren möchten. Bereits vor Beginn der Firmenkontaktmesse liegen rund 400 Jobangebote von Unternehmen vor. Neben Beratung und Gesprächen werden auf der Messe ein Job-Speed-Dating vom Career Service der Universität Magdeburg angeboten, kostenfrei High-Quality-Bewerbungsfotos angefertigt und eine kostenlose professionelle Persönlichkeitsanalyse durchgeführt.

Flankiert wird die Firmenkontaktmesse von einem umfangreichen Vortragsprogramm mit ca. 40 Vorträgen, in denen sich teilnehmende Unternehmen den Besuchern der Firmenkontaktmesse vorstellen.

Interessierte Studierende und Absolventen können sich bereits im Vorfeld für Veranstaltungen und individuelle Gespräche online anmelden.

 


Film über die Firmenkontaktmesse 2015
 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Stefan Berger/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Auf der Firmenkontaktmesse 2015
Bild 2 // Quelle: Stefan Berger/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Auf der Firmenkontaktmesse 2015
Bild 3 // Quelle: Stefan Berger/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Auf der Firmenkontaktmesse 2015

 

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Internationale IFAC Konferenz in Magdeburg

10.10.2016 -

Die Entwicklung von Arzneimitteln und biotechnologischen Produkten basiert maßgeblich auf den Einsatz moderner Simulations-, Analyse und Entwurfsverfahren: Aktuelle Forschungsansätze und Forschungsfragen werden vom 9. bis 12. Oktober bei der 6. Internationalen IFAC Konferenz „Foundations of Systems Biology in Engineering – FOSBE 2016“ in der Johanniskirche in Magdeburg diskutiert. 150 weltweite Experten auf dem Gebiet der Simulation, Analyse und dem Entwurf in den Bereichen der Biotechnologie, Medizin, methodischen Grundlagenforschung treffen sich, um neue Ergebnisse und offene Fragen zu diskutieren. Die Konferenz wird vom Lehrstuhl für Systemtheorie und Regelungstechnik unter der Leitung von Prof. Findeisen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ausgerichtet.

 

WAS: 6. internationale IFAC Konferenz „Foundations of Systems Biology in Engineering – FOSBE 2016“
und Vortrag Frank Doyle von der Harvard University in Cambridge, USA
WANN: 9. bis 12. Oktober 2016
Vortrag 10. Oktober 2016, 14.00 Uhr
WO: Johanniskirche, Johannisbergstraße 1, 39104 Magdeburg

 

Erstmalig fand die Tagung 2005 in Santa Barbara, USA, statt und hat nach Stationen in Stuttgart, Amerika und Japan ihren Weg nach Magdeburg gefunden. Der Standort Magdeburg – mit dem Forschungszentrum Dynamische Systeme: Biosystemtechnik – genießt weltweit einen exzellenten Ruf im Bereich der mathematischen Beschreibung, Analyse und der gezielten Beeinflussung biologischer und medizinischer Systeme.

Im Rahmen der Konferenz hält Frank Doyle, Dekan der John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences der Harvard University in Cambridge, USA, 10. Oktober 2016 einen öffentlichen Vortrag zum Thema moderner Ansätze zur Behandlung von Diabetes. Der Vortrag findet auf Englisch statt und es sind interessierte Hörer ab 14.00 bis 15.00 Uhr herzlich eingeladen.

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Universität Magdeburg zieht wieder tausende Neumagdeburger in die Stadt

05.10.2016 -

Zum Start des Wintersemesters 2016/17 zieht die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wieder tausende Studienanfängerinnen und -anfänger in die Landeshauptstadt Magdeburg. Zum Willkommenstag am 6. Oktober 2016 werden sie gemeinsam mit ihren Angehörigen herzlich auf dem Campus begrüßt. Von den 2.700 Studienstartern wurden bisher rund 2.000 in den Bachelorprogrammen und der Medizin immatrikuliert. Nur noch knapp 40 Prozent der neuen Studierenden stammen aus dem Land Sachsen-Anhalt, über 14 Prozent kommen aus dem Ausland. Bei den Angaben handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, da die Einschreibung hunderter ausländischer Studierender noch bis einschließlich 21. Oktober 2016 läuft.

 

MINT-Fächer und Lehramt besonders beliebt

Besonders beliebt sind bei den Studienanfängerinnen und -anfängern der Universität Magdeburg einige der so genannten MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). So kann die Universität in den Studiengängen Medizintechnik, Sport und Technik und Informatik eine Steigerung der Anfängerzahlen verzeichnen. In der Berufspädagogik hat sich die Zahl der neuen Studierenden verdoppelt. 

Der Studiengang Humanmedizin hat in diesem Jahr mit 198 Anfängern den größten Zulauf aller Studienprogramme der OVGU. „Wir rechnen insgesamt zum Beginn des Wintersemesters mit einer vergleichbaren Zahl von Studienanfängerinnen und -anfängern wie im Vorjahr“, so der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. „Trotz der Einstellung mehrerer Studiengänge in der Fakultät für Humanwissenschaft konnten wir die Zahl der Erstsemester auf so hohem Niveau halten. Vor allem in einer Auswahl von MINT-Fächern, die für uns ja profilgebend sind, sowie bei den Lehramtsstudiengängen hat sich die Zahl der Studienanfänger sichtbar erhöht. Damit leisten wir perspektivisch einen wichtigen Beitrag zur Entspannung des Lehrermangels im Land. Wir haben uns auch international verlässlich als attraktiver Studienstandort etabliert“, so Strackeljan weiter.

„Unsere Stärke in der Lehre liegt in den sehr guten Betreuungsrelationen und der hervorragenden Ausstattung der Universität: keine überlaufenen Vorlesungen oder Seminare, keine Wartezeiten oder längeren Studienzeiten durch Massenandrang. Aber wir müssen auch konstatieren, dass die Strukturmaßnahmen, die der leidigen Finanzdebatte im Land folgten, inzwischen spürbar sind. Der verordnete Verzicht auf immer stark nachgefragte Studiengänge hat zu einer Reduktion der Studierendenzahlen in diesen Bereichen geführt.“ Seit dem Wintersemester 2015/16 wird nicht mehr in die auslaufenden Studienprogramme Bachelor Kulturwissenschaften, Master Anglistische Kulturwissenschaft, Master Europäische Kulturgeschichte und das Unterrichtsfach Englisch in allen Lehramtsstudiengängen immatrikuliert.

 

Beste Studienvoraussetzungen für hochqualifizierte Fachkräfte

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bietet Studieninteressierten eine Auswahl aus über 80 Studiengängen an neun Fakultäten. Zahlreiche interdisziplinäre Studiengänge verknüpfen verschiedene Fachgebiete miteinander und bereiten Studierende auf eine erfolgreiche berufliche Karriere vor. Eine forschungsorientierte Lehre, das exzellente Betreuungsverhältnis und die ausgezeichnete Ausstattung der Hörsäle schaffen beste Voraussetzungen für einen guten Studienverlauf.  

Die Universität Magdeburg verabschiedet jährlich rund 2.500 Absolventinnen und Absolventen, die als hochqualifizierte Fachkräfte dem regionalen und überregionalen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Immer mehr Absolventinnen und Absolventen entscheiden sich für den Weg in die Selbstständigkeit. Zu den erfolgreichen Unternehmensgründungen von Alumni der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gehören zum Beispiel der Spielzeughersteller Tinker Toys, das Start-up neotiv, in dem Wissenschaftler an einem Vorsorge-, Interventions- und Monitoringsystem für Demenzkranke arbeiten, oder auch das Unternehmen 3DQR, das 3D-Modelle auf dem Smartphone erlebbar macht.

 

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Letzte Änderung: 03.04.2017 - Ansprechpartner:

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