Vom Sachsenspiegel und Magdeburger Recht zur europäischen Kulturhauptstadt

08.11.2016 -  

Zum sechsten Mal veranstalten der Bereich Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Kulturhistorische Museum Magdeburg und das Zentrum für Mittelalterausstellungen die Vortragsreihe „Das Magdeburger Recht“.

Das „Magdeburger Recht“ war wegweisend für Europas Geschichte seit dem Mittelalter. Bis heute zeigt sich der Einfluss sowohl auf die europäische Rechtsgeschichte als auch auf die Stadtentwicklung in Mittel- und Osteuropa. Deshalb bildet das Magdeburger Recht einen Grundpfeiler der Bewerbung Magdeburgs zur Kulturhauptstadt Europas 2025.

Die Vorträge widmen sich zwei mittelalterlichen Juristen und Geistlichen, die weit über die heutigen Landesgrenzen hinaus wirkten: Johannes Klenkok, der "Bekämpfer des Sachsenspiegels" im 14. Jahrhundert und Johannes Teutonicus, bedeutender Gelehrter und Kommentator des kanonischen Rechts im frühen 13. Jahrhundert und Domprobst zu Halberstadt.

 

WAS: 6. Vortragsreihe „Magdeburger Recht“ mit den Referenten
Dr. Lars Rentmeister und Prof. Dr. Andrè Niedostadek
WANN: 15.11. und 29.11.2016, Beginn 19.00 Uhr
WO: Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Kaiser-Otto-Saal
Otto-von-Guericke-Straße 68, 39104 Magdeburg

 

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenfrei. 

Wer sich mit der Geschichte Magdeburgs und des Magdeburger Stadtrechts beschäftigt, stößt unweigerlich auch auf den Sachsenspiegel, das erste Rechtsbuch in deutscher Sprache. Zwischen beiden Rechten bestehen wirkmächtige Verbindungen. „So verwundert es nicht, dass die Angriffe des Augustiner-Eremiten Johannes Klenkok gegen den Sachsenspiegel Mitte des 14. Jahrhunderts auch als Angriffe gegen die althergebrachten Rechte empfunden wurden“, kommentiert der Referent Dr. Lars Rentmeister. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Darstellung der historischen Ereignisse, ihre Verbindung zur Stadt Magdeburg sowie die Konsequenzen von Klenkoks Bemühungen.

Während des zweiten Vortrags begibt sich der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. André Niedostadek auf die Suche nach der Identität des Kirchenrechtlers Johannes Teutonicus: Waren der Halberstädter Domprobst Johannes Zemeke und der berühmte Bologneser Rechtsgelehrte Johannes Teutonicus ein und dieselbe Person?