InspektoKopter überwacht Windenergieanlagen

20.04.2016 -  

Ein an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mitentwickelter so genannter InspektoKopter wird künftig in über 150 Metern Höhe die Rotorblätter von Windenergieanlagen inspizieren. Mit hochauflösender Kameratechnik, intuitiv bedienbarer Steuerung und einem intelligenten Flugassistenzsystem ausgestattet, wird er eine gründliche und gefahrlose optische 360-Grad-Außeninspektion übernehmen und sicherheitsrelevante Material- oder Konstruktionsfehler zuverlässig erkennen.

Die Experimentelle Fabrik an der Fakultät für Maschinenbau der Universität Magdeburg stellt diese Flugroboter zur sicheren Überwachung von Windenergieanlagen erstmals gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern vom 25. bis 29. April 2016 auf der HANNOVER MESSE 2016, der weltweit führenden Industriemesse, vor. Die Premiere feiert der InspektoKopter-Prototyp auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in der Halle 2 (Research & Technology), Stand A38.

Als Flugroboter soll der InspektoKopter die manuelle Prüfung ersetzen, die nicht nur kosten- und zeitintensiv ist, sondern vor allem auch gefährlich. Mit einem Antikollisionssystem ausgestattet, übernimmt der InspektoKopter die Prüfung der Rotorblätter. Die zudem entwickelte Software ermöglicht eine anschauliche und exakte 3D-Darstellung des Anlagenzustandes zur Bewertung durch das Fachpersonal.

Entwickelt wurde diese Technologie unter Leitung des Zentrums für Produkt-, Verfahrens- und Prozessinnovation (ZPVP) in der Experimentellen Fabrik im Rahmen des überregionalen Netzwerkes „InDiWa - Inspektion, Diagnostik, Wartung“. Das Netzwerk entwickelt in verschiedenen Projekten innovative Produkte und Verfahren zur zerstörungsfreien und automatisierten Inspektion und Betriebsüberwachung von Bauteilen aus Faser-Kunststoff-Verbund bei Windenergieanlagen. Mehr Informationen finden Sie unter www.indiwa.exfa.de.

 

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist darüber hinaus mit weiteren für die Industrie interessanten Forschungsprojekten auf der HANNOVER MESSE 2016 vertreten.

• Der an der Universität Magdeburg verankerte regionale Wachstumskern „Fluss-Strom Plus“ präsentiert Lösungen und neue Technologien zur Nutzung wirtschaftlich effizienter und ökologisch verträglicher Fluss-Wasserkraftanlagen. Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen die Technologie- und Produktführerschaft im Bereich „Barrierefreie Wasserkraft“ weltweit auf- und auszubauen.

• Das Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung stellt eine katastrophenfeste unterirdische Strompipeline auf Mineralgussbasis vor, mit der die Übertragung aller Stromarten möglich ist. Dabei wird in ein 16-Zoll-Stahlrohr ein Aluminiumrohr als Leiter eingebracht. Vorgefertigte Segmente werden dann vor Ort zusammengeschweißt und in zwei Metern Tiefe versenkt. Durch Innenbelüftung und Sensorüberwachung ist diese Technologie äußerst zuverlässig.

• Der Lehrstuhl für Mikrosystemtechnik der Universität Magdeburg entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen innovative Kathetertechnologien für minimalinvasive Operationsverfahren. Im Rahmen der BMBF-Transfer-Initiative „Embedded“ liegt der Fokus auf der Entwicklung und Herstellung mulitifunktionaler medizinsicher Werkzeuge für eine bildgeführte minimalinvasive Therapie.

• Ein weiteres Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Mikrosystemtechnik präsentiert mechanische Sensoren, die das Potenzial haben, auch in kleinsten Bauräumen physikalische Größen wie Kraft oder Druck zuverlässig zu erfassen. Ein Anwendungsbeispiel ist die Messung der Kontaktnormalkraft in miniaturisierten Steckverbindern. Die in einem Exponat vorgestellte siliziumbasierte Sensorlösung ermöglicht ein lückenloses Qualitätsmanagement.

• Das von Absolventen der Uni Magdeburg gegründete Startup-Unternehmen neotiv präsentiert Lösungen für Herausforderungen des demografischen Wandels. Entwickelt wurde ein Trainingssystem, welches das Gehirn durch eine Kombination aus kardiovaskulärer und kognitiver Stimulation gezielt anregt und darüber ein regelmäßiges Monitoring der Leistungsfähigkeit, der Hirnfunktion und des Herz-Kreislaufsystems ermöglicht. Diese spezielle Kombination von körperlichem und kognitivem Training steigert das Wachstums- und Regenerationspotenzial des Gehirns.

• Das Institut für Automatisierungstechnik stellt mit dem Projekt „Testautomatisierung in der industriellen Automation“ Simulationssoftware vor, mit der Applikationen für Industrie 4.0, SPS-Steuerungsprogramme, mechatronische Komponenten, Steuerungsgeräte in Fahrzeugen und Steuerungen in der virtuellen Inbetriebnahme getestet werden können. Zudem wird es Tools zur Automatisierung der Testfallerstellung durch Anforderungsmodellierung und Testgenerierung zu sehen geben.

• Außerdem präsentieren sich das Institut für Kompetenz in AutoMobilität IKAM GmbH, mit den Schwerpunkten Antriebstechnik, Elektromobilität, Leichtbau sowie Mess- und Prüftechnik, das Transfer- und Gründerzentrum der Universität Magdeburg TUGZ, das mit einem umfassenden Service und zahlreichen Angeboten Studierende und Beschäftige auf dem Weg in die Selbständigkeit unterstützt und aus Ideen Startup-Unternehmen macht, sowie das Institut für Werkstoff- und Fügetechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, an dem das Materialverhalten in Abhängigkeit unterschiedlicher Einflussgrößen untersucht und Zusammenhänge zwischen der Mikrostruktur und dem Materialverhalten hergestellt werden.

Mehr Informationen, Standorte und Ansprechpartner für die einzelnen Projekte finden Sie unter http://tinyurl.com/hdok4rk.

Alle Interessierten sind herzlich zum Besuch der Projekte während der Messe eingeladen. Kostenfreie Eintrittskarten bitte bestellen unter http://tinyurl.com/jy3w79m.

 

Kontakt für die Medien: Michael Kauert, Technologie- und Transferzentrum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: +49 391 67-58711, E-Mail: messen@ovgu.de

 

Letzte Änderung: 18.04.2017 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk