Modelle ermöglichen Abstraktion komplexer Realität

14.07.2009 -  

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg trafen sich in der vergangenen Woche 37 Wissenschaftler aus 14 Ländern zum 11. Internationalen Workshop über "Descriptional Complexity of Formal Systems". Der Workshop wurde von der Arbeitsgruppe Formale Sprachen und Automaten der Fakultät für Informatik organisiert und durch die Universität sowie das An-Institut "Mensch, Technik, Organisation, Planung" der Universität (METOP GmbH) unterstützt.

Die Teilnehmer forschen auf dem Gebiet der Theoretischen Informatik und diskutierten in Magdeburg die minimale Größe, die Objekte der Informatik haben müssen, um gewisse Aufgaben lösen zu können. Größe und Objekte sind also eher theoretischer Natur, beispielsweise die Anzahl der Zustände in endlichen Automaten oder die Anzahl der Membranen in Membransystemen. Somit handelt es sich immer nur um Modelle. In einigen Fällen jedoch beschreiben sie real existierende Objekte oder stehen mit ihnen in Beziehung. In der Regel aber stellen sie eine Abstraktion dar, die eine vereinheitlichende Sicht ermöglichen bzw. erst durch die Abstraktion eine Untersuchung möglich wird, da die Realität zu komplex ist. Membransysteme beispielsweise sind ein Modell der Zelle, das denkbare Berechnungen durch Zellen beschreibt. Endliche Automaten modellieren Teile realer Computer und haben in den zurückliegenden Jahren vielfach Anwendung in der automatischen Sprachverarbeitung gefunden.

Die Reihe der Workshops zur Komplexität von Beschreibungen formaler Systeme wurde vor zehn Jahren mit einer Veranstaltung in Magdeburg begründet. Sie wurde seitdem in Kanada, Ungarn, Italien, den USA und der Slowakei durchgeführt - mit stetig wachsendem Erfolg, wie der Leiter der Working Group 1.2 der International Federation of Information Processing, Prof. Giovanni Pighizzini aus Mailand, am Abschluss der Tagung bekräftigte. Im nächsten Jahr werden sich die Informatiker in Kanada treffen.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster