Eröffnung der ersten Stromtankstelle an einer Universität in Sachsen-Anhalt

09.07.2009 -  

Eine in Eigenentwicklung der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Gueicke-Universität Magdeburg entstandene Stromtankstelle bietet erstmals die Möglichkeit, die Batterien von Elektrofahrzeugen öffentlich mit regenerativem Strom zu versorgen. Die elektrische Energie wird hierbei von der hauseigenen Photovoltaikanlage bereitgestellt. Konzipiert wurde die Tankstelle gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg.

Die Nutzung regional erzeugter regenerativer Elektroenergie trägt zur lokalen emissionsfreien und vor allem effizienteren Mobilität bei, was langfristig eine Loslösung von fossilen Energieträgern bedeutet. Neben der effizienten Ladung lässt sich das zeitweilige Überangebot von regenerativer Elektroenergie in Fahrzeugbatterien speichern und diese auch wieder aus den Batterien nutzen. Dieses geregelte Laden bzw. Entladen (bidirektional) kann durch die Stromtankstelle der Universität gewährleistet werden. Normale Elektrohausanschlüsse verfügen nicht über diese Intelligenz. Durch diese eingebaute Intelligenz und der Internetanbindung erfolgt die Abrechnung der "getankten" bzw. bereitgestellten Energiemenge online. Die Energiekosten für eine Reichweite von 100 km betragen derzeit je nach Strompreis bzw. Erzeugungsart und Fahrzeugtyp 1,50 Euro bis sieben Euro.

Die Eröffnung der Stromtankstelle ist eng mit dem gerade bewilligten Projekt des Bundesumweltministeriums verbunden. Das Vorhaben Harz.EE-mobility, welches für eine Laufzeit von zwei Jahren geplant ist, startet am 1. August 2009. Das Projekt beginnt zunächst mit der Konzeption der datentechnischen Kommunikationsstruktur zwischen Fahrzeugen, Ladestationen, Energienetzen und regenerativen Einspeisern. Danach werden in anschließenden Feldversuchen geeignete Standorte für Ladestationen identifiziert, aufgebaut und im Betrieb mit Elektrofahrzeugen getestet. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass im Jahre 2020 in Deutschland rund eine Millionen Elektrofahrzeuge, ohne dass dazu der Bau neuer Großkraftwerke erforderlich wird, betrieben werden können. Dazu haben fast alle Automobilhersteller die Entwicklung geeigneter elektrischer Fahrzeuge gestartet. Mit gegenwärtig knapp 50% erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien und bei Starkwind vorhandenen Überkapazitäten liegt in Sachsen-Anhalt eine besondere Herausforderung darin, die Antriebsenergie jeweils dann in den Fahrzeugbatterien zu speichern, wenn z.B. gute Windbedingungen herrschen. Die Landesregierung hat sich daher auch das Ziel gesetzt, das Bundesland zum Schwerpunkt für regenerative Speichertechnologien zu entwickeln.

Zusätzlich sollen mit attraktiven und aktuellen Themen bzw. Problemstellungen wie sie auch in der Elektromobilität auftreten Studentinnen und Studenten für ein Ingenieurstudium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg geworben werden.


Nähere Informationen
Prof. Dr.-Ing. habil. Z. Styczynski/Dipl.-Ing. Maik Heuer; Lehrstuhl für Elektrische Netze und Alternative Elektroenergiequellen (LENA); Tel.: 0391 67 18866; E-Mail:

 

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