Erstaunliche Synergien von Physik und Mathematik

17.04.2009 -  

Die Fakultät für Mathematik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die Deutsche Mathematiker-Vereinigung laden am 24. April 2009 um 16.00 Uhr zur 14. Gauß-Vorlesung ins Magdeburger Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten, Schönebecker Straße 129, ein. Prof. Dr. Felix Otto, Universität Bonn, Hausdorff Center for Mathematics, spricht über Musterbildung und partielle Differentialgleichungen. Er gehört zu den international herausragenden angewandten Mathematikern und erhielt unter anderem 2006 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, den höchstdotierten deutschen Forschungsförderpreis.

Diese Mathematik-Vorlesung in festlichem Rahmen wendet sich an die breitere mathematisch interessierte Öffentlichkeit und wird von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung getragen. Die Vorlesungen finden ca. zweimal pro Jahr an verschiedenen Universitäten, die sich für die Ausrichtung beworben haben, statt.

Anhand von drei konkreten, einfachen Beispielen wird Professor Felix Otto den Einsatz von partiellen Differentialgleichungen zum Verständnis von Musterbildung in der Natur erläutern. Diese drei Beispiele aus den Bereichen Kristallwachstum, Konvektion und Entmischung zeichnen sich dadurch aus, dass wenige physikalische Mechanismen, die sich in einfach zu formulierenden Gleichungen widerspiegeln, zu komplexen Mustern führen. Die Frage, warum diese einfach zu formulierenden Gleichungen komplexe Lösungen haben, ist eine Herausforderung an die Theorie der partiellen Differentialgleichungen. Wie in der Mathematik üblich, ist die Frage nach dem Warum gleichbedeutend zu Wie kann man es beweisen? Zudem gibt es immer wieder erstaunliche Synergieeffekte: Unterschiedliche Physik führt zu ähnlicher Mathematik.

Prof. Dr. Jean Mawhin, Université Catholique de Louvain, wird eine historische Einführung zum Thema Some direct and remote relations of Gauß with Belgian mathematicians geben.

 

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