Erstes Zertifikat von Uni Magdeburg und TÜV NORD CERT für Messgeräte zur Überwachung elektrischer Netze an Siemens AG vergeben

17.10.2008 -  

Im Testlabor der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat eine der neuesten Entwicklungen der Firma Siemens, die SIMEAS R PMU, erfolgreich ein Testverfahren durchlaufen. Dafür nahmen Firmenvertreter gestern (16. Oktober 2008) das erste Zertifikat des TÜV NORD CERT und der Universität Magdeburg für eine Phasor Measurement Unit (PMU) entgegen.

Die hochpräzise und GPS-synchronisierte Technologie dient zur kontinuierlichen Erfassung von unterschiedlichen Parametern elektrischer Netze. In enger Kooperation entwickelten nun Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Lehrstuhl Elektrische Netze und Alternative Elektroenergiequellen (Leitung Prof. Dr. Zbigniew A. Styczynski), des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF Magdeburg (Dr. Gerhard Müller) und des TÜV NORD CERT (Prof. Dr. Ulrich Adolph) ein neuartiges Testverfahren. Es ermöglicht eine vollständige Prüfung der PMU-Messgenauigkeit sowie deren Netzdatenfunktionalität. Bei dem Testverfahren werden Messgeräte sowohl unter statischen als auch unter dynamischen Bedingungen, wie sie in realen Netzen zu erwarten sind, untersucht. Dies ist von besonderer Bedeutung für die Überwachung, Steuerung und den Schutz heutiger, vor allem aber zukünftiger Energieversorgungsnetze.

Bei der Entwicklung des neuartigen Testverfahrens standen den Magdeburger Wissenschaftlern Forscher der Virginia Tech in Blacksburg, USA, an der Prof. Arun Phadke die PMU-Technologie entwickelte, zur Seite.

Die stetige Erfassung und Überwachung unterschiedlichster Parameter in elektrischen Netzen ist vor allem für deren Sicherheit von großem Interesse. Energien, gewonnen aus neuesten Technologien und Verfahren, wie z. B. die Windenergie, werden zunehmend in die elektrischen Netze eingespeist, verkomplizieren jedoch durch ihre wetterabhängige und nicht kontinuierliche Energieeinspeisung die Netzführung und deren Sicherheit. Das neu entwickelte Testverfahren der Magdeburger Wissenschaftler ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit zukünftiger Energieversorgungsnetze.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Zbigniew A. Styczynski, Institut für Elektrische Energiesysteme der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Telefon: 0391 67-18866, E-Mail:

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