Startschuss für Duale Studiengänge mit der regionalen mittelständischen Wirtschaft an der Universität Magdeburg gegeben

20.09.2006 -  

Dr. Joachim Welz, Abteilungsleiter Wissenschaft im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, gab heute (20.09.2006) vor Medienvertretern in der Industrie- und Handelkammer (IHK) Magdeburg den Startschuss für das Programm der Dualen Studiengänge für die regionale mittelständische Wirtschaft. Damit ist den Unternehmen in Sachsen-Anhalt nun eine neue Möglichkeit zur Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität gegeben. Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Universität Magdeburg, unterstützt das Programm und dessen Umsetzung. Er bezeichnete dieses Modell als einen ganz wichtigen Ansatz bei der Umstellung der Studienangebote auf Bachelor- und Masterstudiengänge.

Immer mehr Unternehmen in Sachsen-Anhalt bangen um den fachlich qualifizierten Nachwuchs. Schlaue Köpfe gibt es zwar an den Hochschulen des Landes, doch werden diese immer häufiger von Unternehmen aus den alten Bundesländern oder dem Ausland abgeworben. Damit in ein paar Jahren qualifiziertes Fachpersonal nicht fehlt, wurde das Programm der Dualen Studiengänge ins Leben gerufen. Unterstützt wird dieses Modell durch die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) und das Land Sachsen-Anhalt.

Dr. Klaus Hieckmann, Präsident der IHK Magdeburg, unterstrich: "Nur wenn die Universitäten und die Kammern - wie auch weitere verantwortliche Institutionen, in enger Verbindung mit Politik und den Unternehmen - zusammenarbeiten, können wir der Abwanderung hoch qualifizierter junger Leute und Fachkräfte entgegenwirken und dadurch den Standort Sachsen-Anhalt stärken."

Unternehmen können mit der Otto-von-Guericke-Universität einen Kooperationsvertrag abschließen und ihre Auszubildenden parallel zur betrieblichen Ausbildung zum Studium an die Universität Magdeburg schicken. Qualifizierten und motivierten Abiturienten wird so die Möglichkeit gegeben, innerhalb von vier Jahren eine betriebliche Ausbildung im Unternehmen sowie zeitgleich ein Studium zu absolvieren. Gegenüber dem "Normalfall", in dem ein Studium nach der Berufsausbildung absolviert wird, ergibt sich für qualifizierte Abiturienten ein zeitlicher Vorteil von (je nach Ausbildungsberuf) bis zu mehr als zwei Jahren.
Für die Unternehmen selbst ergeben sich zahlreiche Vorteile. Die Studenten haben während des Studiums bereits das gesamte Unternehmen durchlaufen und sind damit besser als jeder andere Bewerber auf die Praxis im eigenen Haus vorbereitet. Die Kosten für die Ausbildung und Einarbeitung qualifizierter Fach- und Führungskräfte sind geringer und die Berufseinsteiger jünger. Vor allem besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer langfristig angelegten Personalentwicklungsstrategie angehende Fach- und Führungskräfte während der gesamten Ausbildungszeit an das Unternehmen zu binden und sie im Anschluss an die Ausbildung gezielt auf den betrieblichen Karrierewege zu führen.

Bereits zum August 2006 begann bei der Siemens AG für die ersten zehn Studierenden eine Ausbildung und im Oktober werden sie in Magdeburg ihr Studium aufnehmen. Mit der Öffnung des Kooperationsprogramms für die regionale mittelständische Wirtschaft folgt nun der nächste Schritt für den breiten Ausbau des Studienprogramms.

Für Fragen steht Dipl.-Kff. Sandra Y. Heinrichs, Institut für Berufs- und Betriebspädagogik, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Telefon: 03 91 67-1 65 60, E-Mail: sandra.heinrichs@gse-w.uni-magdeburg.de, zur Verfügung. Sie hält auch weiteres Material breit.

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