Uni und Stadt schließen Vereinbarung: Kooperation gegen Korruption

30.01.2006 -  

Mit ihren Unterschriften besiegelten Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung, Holger Platz, und Birgitta Wolff, Prodekanin an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Lehrstuhlinhaberin für Internationales Management, am 30. Januar 2006 eine Kooperationsvereinbarung zur Korruptionsprävention. Die Stadt will wissenschaftliches Know how in der Praxis umsetzen, gleichzeitig erhalten Studenten die Möglichkeit, in der städtischen Kontrollstelle zur Korruptionsvorbeugung Praxisluft zu schnuppern.

"In der deutschen Wirtschaft führte Korruption im Jahr 2003 zu einem geschätzten Schaden von ca. 6,8 Milliarden Euro. Ca. 80 Prozent dieses Schadens entstehen durch Korruptionsfälle in der allgemeinen öffentlichen Verwaltung, davon ca. 63 Prozent auf kommunaler Ebene", zitiert Prof. Wolff die Statistik. "Die Landeshauptstadt Magdeburg bildet nach unseren Erkenntnissen bei der Bekämpfung und Prävention von Korruption eine der wenigen Ausnahmen im Bundesgebiet." Bereits 1996 richtete die Stadtverwaltung eine interne Kontrollstelle zur Korruptionsvorbeugung ein. Sie überwacht nicht nur die Rechtmäßigkeit der städtischen Vergabeverfahren, sondern hat z. B. auch Weiterbildungsveranstaltungen für die Mitarbeiter organisiert.

Mit der jetzt unterzeichneten Kooperationsvereinbarung soll die Korruptionsprävention eine neue Qualität erreichen. "Die Idee dazu kam uns, als ein Student für seine Diplomarbeit zum Thema 'Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung im öffentlichen Dienst aus Sicht der Neuen Institutionenökonomie' durch die Kontrollstelle unterstützt wurde", berichtet Holger Platz. Beide Unterzeichner sind sich einig: "Das Jahr der Wissenschaft ist ein guter Anlass, Theorie und Praxis zum gegenseitigen Vorteil enger zu verknüpfen."

Ziel der Vereinbarung ist es, die Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung zu optimieren. Die Sensibilisierung von Nachwuchsführungskräften für das Thema Korruption und die Entwicklung und Vermittlung von Instrumenten zur systematischen Prävention sind deshalb zentrale Anliegen der vereinbarten Zusammenarbeit.
Dabei soll einerseits universitäres Know how in die Praxis übertragen werden, andererseits werden ausgewählte Fragestellungen untersucht. In einem der anlaufenden Projekte sollen Kosten und Nutzen von Korruptionspräventionsmaßnahmen quantitativ ermittelt werden, so dass knappe Mittel noch zielorientierter eingesetzt werden können ("Maßnahmencontrolling"). Die Landeshauptstadt Magdeburg bietet dazu Praktika für Studierende an.

"Diese Form der Zusammenarbeit von Stadt und Universität in diesem sensiblen Bereich der Korruptionsprävention ist nach unseren Kenntnissen einmalig in der Bundesrepublik", unterstreicht Holger Platz die neue Qualität der Korruptionsprävention.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Birgitta Wolff, Lehrstuhl für BWL, insbes. Internationales Management, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, wolff@ww.uni-magdeburg.de Tel.: 0391 67-18789
Landeshauptstadt Magdeburg
Kontrollstelle für Korruptionsvorbeugung und Vergabewesen
Brigitte Perlbach-Stengel, Perlbach-stengel@stadt.magdeburg.de
Tel.: 0391 5402531

Weitere Infos: www.magdeburg.de

 

 

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