Die Magdeburger Alternative: Ein Kombilohnmodell für Deutschland

03.01.2006 -  

In der neu entfachten Diskussion um die Einführung eines Kombilohns wird immer wieder auf die "Magdeburger Alternative" verwiesen, die von den zwei Magdeburger Wirtschaftsprofessoren Ronnie Schöb und Joachim Weimann entwickelt wurde. Im Kern besteht ihr Vorschlag darin, dass der Staat die Sozialversicherungsabgaben eines zusätzlich beschäftigten ALG-II-Empfängers im ersten Arbeitsmarkt übernimmt. Dadurch senkt er die Arbeitskosten im Niedriglohnbereich um ein Drittel ohne dabei die Nettolöhne zu senken. Ergänzende Maßnahmen verhindern die Verdrängung regulärer Arbeit durch subventionierte Arbeit. Damit, so die beiden Magdeburger Professoren lassen sich bis zu 1,8 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen ohne dabei die Staatskassen zusätzlich zu belasten: "Die Förderung von Arbeit ist bei geeigneter Ausgestaltung eines Kombilohnmodells in jedem Fall günstiger als die Finanzierung der Arbeitslosigkeit."

Für das Land Schleswig-Holstein und für einen Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern liegen mittlerweile ausgearbeitete Konzepte für Modellversuche vor. In Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Oettinger ebenfalls vorgeschlagen, die Magdeburger Alternative gemeinsam mit einem neuen Bundesland zu testen. Auch in Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern wird derzeit überlegt, wie die Idee umgesetzt werden kann.

Prof. Schöb und Prof. Weimann sind die Autoren des Buches "Arbeit ist machbar", in dem die Magdeburger Alternative ausführlich erläutert wird. Weitere Informationen: www.arbeitistmachbar.de

Ansprechpartner: Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Prof. Dr. Ronnie Schöb: 0391 67-18546, E-Mail: ronnie.schoeb@ww.uni-magdeburg.de
Prof. Dr. Joachim Weimann: 0391 67-18547, joachim.weimann@ww.uni-magdeburg.de

 

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