Universität würdigte bedeutende wissenschaftliche Leistungen

 Den Geburtstag Otto von Guerickes nahm die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zum Anlass, auf einem Akademischen Festakt in der Johanniskirche gestern am Donnerstag, dem 24. November 2005, hervorragende Leistungen junger Wissenschaftler der Alma Mater zu würdigen und dem Wirken ihres Namenspatrons als Physiker, Naturwissenschaftler, Diplomat und Bürgermeister der Stadt Magdeburg zu gedenken. Der Festakt ist eine gemeinsame Veranstaltung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Gesellschaft e.V. Magdeburg.

Den Festvortrag "Tief in Gedanken" hielt Prof. Dr. Volker Sturm, Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie an der Universität zu Köln. Er gewährte einen Einblick in die Stereotaxie, eine minimal invasive operative Methode in der Neurochirurgie zur Behandlung von Hirntumoren, Gefäßmissbildungen, Bewegungsstörungen und bestimten Formen des chronischen Schmerzes. Prof. Sturm wird auf den Leibniz-Chair am Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg berufen.

Den Otto-von-Guericke-Forschungspreis 2005 erhielt in diesem Jahr Prof. Dr. Anna Katharina Braun, Lehrstuhl für Zoologie/Entwicklungsneurobiologie und geschäftsführende Direktorin des Instituts für Biologie. Überreicht wurde er vom Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, und im Auftrag der Commerzbank-Stiftung von Birgit Greger.
Prof. Braun wurde 2001 auf die Gründungsprofessur des Instituts für Biologie an der Fakultät für Naturwissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen und übernahm die Organisation der beiden Hauptstudiengänge Neurobiologie/Neurowissenschaften. Sie ist Gutachterin zahlreicher Förderinstitutionen und Fachzeitschriften, war Vizepräsidentin der Deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft, wurde 2004 in den Vorstand der "International Society for Developmental Psychobiology" und 2005 als deutsche Repräsentantin in den Vorstand der "European Brain and Behavior Society" gewählt. Das Weizmann Institute of Science, Israel, an dem sie 2005 ein Forschungssemester verbrachte, ehrte sie mit der Morris und Helen Belkin-Gastprofessur.
Der Otto-von-Guericke-Forschungspreis wird von der Commerzbank-Stiftung gestiftet und ist mit 5.000 Euro dotiert. Die 1970 aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Commerzbank gegründete Commerzbank-Stiftung ist beauftragt, das gesellschaftspolitische Engagement der Commerzbank als Gruppe wahrzunehmen und in der Öffentlichkeit zur Geltung zu bringen. Sie engagiert sich satzungsgemäß in allen gemeinnützigen Bereichen.

Traditionell zeichnet die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf dem alljährlichen Akademischen Festakt auch Nachwuchswissenschaftler der Alma Mater für ihre Forschungsleistungen aus.
Die Dissertationspreise 2005 gingen an Dr. med. Sven Günther Meuth für seine Forschungsleistungen im Rahmen seiner Dissertation an der Medizinischen Fakultät zum Thema Kalziumabhängige Inaktivierung von neuronalen Kalziumkanälen in thalamokortikalen Schaltneuronen der Ratte und an Dr.-Ing. Mirko Peglow für seine Forschungsleistungen im Rahmen seiner Dissertation an der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik zum Thema Beitrag zur Modellbildung von eigenschaftsverteilten dispersen Systemen am Beispiel der Wirbelschicht-Sprühgranulation. Diese Preise sind jeweils mit 1.000 Euro dotiert und wurden von der Karin-Witte-Stiftung gestiftet. Überreicht wurden sie vom Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann und der Stifterin Karin Witte.
Die Karin-Witte-Stiftung ist eine kleine, 2004 gegründete Stiftung zur Förderung von Leistungen in Wissenschaft, Forschung, Kultur und Sport mit Schwerpunkt auf der Jugendförderung. Karin Witte möchte insbesondere Leistungen in Wissenschaft und Forschung fördern, da sie davon überzeugt ist, dass Deutschland in Zukunft nur durch besondere Leistungen auf dem Weltmarkt konkurrieren, somit "lebensfähig" bleiben und den hohen Lebensstandard halten kann. Die Stifterin hat Wirtschaftswissenschaften (BWL und VWL) und Englisch studiert und war bis zu ihrer Pensionierung Gymnasiallehrerin. An der Universität Lübeck hat sie einen Lehrauftrag für professionelles Englisch. Sie gehört einer Familienstiftung an, die der Domsyndicus am Domkapitel in Magdeburg Nicolaus Gercken (1555-1610) gegründet hat. Die Stiftung hat ihren Sitz in Salzwedel, wo sein Vater, ebenfalls Jurist, Bürgermeister war. Der Vorstand der Nicolaus Gerckenschen Familienstiftung gehört auch zum Vorstand der Karin-Witte-Stiftung.
Mit dem Fakultätspreis 2005 wurden fünf junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Magdeburger Universität für hervorragende Ergebnisse im Rahmen ihrer Promotion geehrt. Dieser Preis ist mit je 500 Euro dotiert. Die Preisträger erhielten zur Auszeichnung eine silberne Ehrenmedaille mit Namensgravur, die die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg stiftet.

Die Preisträger sind:

Dr.-Ing. André Katterfeld, Fakultät für Maschinenbau;
Dr.-Ing. Heiko Haase, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik;
Dr. Sreedharan Sajikumar, Fakultät für Naturwissenschaften;
Dr. phil. Evelin Ackermann, Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften;
Dr. Rainer Kleber, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft.

Erstmals verliehen die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und die Landeshauptstadt Magdeburg in diesem Jahr das Eike-von-Repgow-Stipendium. Der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, und der Bürgermeister Bernhard Czogalla überreichten es an Erika Nikolicza. Mit dem Stipendium möchten Stadt und Universität die Studien und Forschungen der Stipendiatin zum Magdeburger Recht in Ungarn würdigen und fördern.
Das Stipendium ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Dauer der Förderung beträgt ein Jahr.
Die Landeshauptstadt und die Universität Magdeburg schlossen 1998 einen Vertrag zur Verleihung des Eike-von-Repgow-Preises. Die Tradition Magdeburgs als Ausgangspunkt des weit ausstrahlenden Magdeburger Rechts soll damit lebendig bleiben. In diesem Jahr wurde der Vertrag modifiziert. Künftig werden der Eike-von-Repgow-Preis und ein Eike-von-Repgow-Stipendium alternierend verliehen. Die Vergabe dieser beiden Auszeichnungen dokumentiert die Weltoffenheit der Landeshauptstadt und trägt zur Attraktivität und Verbesserung des Außenbildes des Universitätsstandortes bei.

Den musikalischen Rahmen des Festaktes gestalteten das Akademische Orchester Magdeburg unter Leitung von KMD Günther Hoff und Hyung-Suk Jung am Klavier.

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster